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Video / DVD :: ULI JON ROTH& ....

ULI JON ROTH: TOKYO TAPES REVISITED - LIVE IN JAPAN

UDR

FSK 12 / 152 Min. / / 4:3 - 1.33:1 /

20 EUR
Im Zuge des "Rainbow" (hüstel, hüstel)-Hypes um Meister Blackmores seelenlose Fremdenlegionäre ist ein viel nachhaltigerer und musikalisch gehaltvollerer Retrotrip in den letzten Jahren leider komplett untergegangen: Uli Jon Roths Scorpions-Werkschau, die mit dem von Meister Lücker auf diesen Seiten beinahe ausreichend gewürdigten Doppeldecker "Scorpions Revisited" begann und nun mit "Tokyo Tapes Revisited" eine würdige Fortsetzung findet. Auch die Scorpions eigene, das goldene Jubiläum feiernde Seligkeit mag dazu beigetragen haben, dass Roths geschmackvolle Hommage nicht die nötige Aufmerksamkeit erhielt. Daher: jetzt endlich mal die Ohren aufgesperrt.

Das Auge isst zwar auch mit, ist in diesem Kontext jedoch nicht ganz so bedeutsam, da hier zwei Phänomene aufeinandertreffen, die visuelle Action ausschließen: ein gesetztes japanisches Publikum und ebensolche Rockmusiker. Wie man bei einem Grooveriff wie jenem begnadeten von "Sails Of Charon" sowohl als Fan als auch Musiker derart stoisch bleiben kann, wird mir für die nächsten 20 Jahre ein Rätsel bleiben. Jedoch: Ulis atemberaubendes Spiel bietet in den Nahaufnahmen alleine schon ausreichend visuelle Reize - unfassbar, wie frisch er die Riffs, Licks und Soli intoniert. Der andere Aktivposten, Sänger Nathan James (inzwischen Inglorious), macht sich mit seiner Garderobe (Sonnenbrille in einer spärlich ausgeleuchteten Halle...) sowie mit übertriebenen Rockstargesten an der einen oder anderen Stelle zwar gediegen zum Horst. So wundert man sich, dass er den Beginn von "We´ll Burn The Sky" nicht eigens umgedichtet hat: "I´m in love with you, Nathan / I´m in love with my own hair / Everything seems to call my name..." Aber gerade in diesem wunderbaren Song (einer besten Hardrocksongs der 70er, Basta!) oder dem geradezu ebenso fantastischen "In Trance" zeigt der Bursche auch, warum Roth ihn ausgewählt hat: fehlt es seiner Stimme auch noch an Charisma, so hat er doch das Zeug, ein Sänger vom Format eines Myles Kennedy zu werden und die großen Hallen der Welt zu rocken. Well done, dude!

Der Rest der Band besticht durch handwerkliches Können (dazu Niklas Turmann in "Longing For Life", dem vom Original bekannten Traditional "Kojo No Tsuki" und "Pictured Life" mit einer tollen Gesangsperformance) und die drei Gitarren setzen anders als bei einer allseits bekannten Metalinstitution wirklich Akzente (Harmonien in "We´ll Burn the Sky"), auch wenn Roth natürlich stets der große Zampano bleibt. Auch die Backgroundchöre sind vom Allerfeinsten und lassen echtes Meine-Feeling aufkommen.

Und ja, es gibt auch Grund zur Kritik: warum kann man zu Beginn der CD/DVD/BluRay das Publikum nicht einfaden? Warum wurde manches etwas lieblos aneinander editiert? Warum sind die Texteinblendungen derart dilettantisch 80ies? Auch der eine oder andere Jam in der zweiten Showhälfte ist dann doch etwas ZU ausladend. Und natürlich lässt es sich Roth nicht nehmen, mit "All Along The Watchtower" und "Little Wing" seinem Idol Hendrix zu huldigen, ein Umstand, der trotz seiner Erklärungen nicht recht passen will (zumal die Arrangements hier sehr blass bleiben).

Jedoch ist es ihm tatsächlich gelungen, einem der besten Hardrock/Metal-Livemanifeste aller Zeiten, dazu an einem also geschichtsträchtigen Ort, ein würdiges Denkmal zu setzen, und das muss man erst einmal bewerkstelligen. Songs wie "Virgin Killer" erhielten hier einen geschmackvollen Classic-Rock-Anstrich und zeigen so in all ihrer farbenfrohen Pracht, wie geil die Scorpions in den 70ern waren. Nämlich so richtig! Auch wenn man in Sachen technischer Ausstattung gegen den Release von Blackmores Zirkustruppe abstinkt, so nagelt man diese in Sachen Spirit gediegen an die Wand. Ihr entscheidet, was Euch wichtiger ist...

Erscheint in verschiedenen Formaten, von denen das (wahlweise) DVD oder BluRay plus 2CD-Set im fein aufgemachten und sehr stabilen Earbook als Freudenspender genügen sollte.

P.S.: Was hier eine FSK-Einstufung rechtfertigt, bleibt schleierhaft. Vielleicht James´ geknotetes Hemdchen?

PM.


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