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Video / DVD :: Index: 'T' :: THE TEA PARTY ....

THE TEA PARTY – The Reformation Tour: Live in Australia

LINUS ENTERTAINMENT / ALIVE

FSK 0 / ca. 145 Min. / NTSC (all regions) / 16:9 / 5.1

EUR
Es tut unglaublich gut zu sehen, dass die königlichste aller modernen Rockbands wieder zurück ist (und für’s neue Jahr gar ein neues Album angekündigt hat). Nachdem die treibende Kraft hinter dem vorübergehenden Split, Jim Morrison-lookalike Jeff Martin (inzwischen deutlich fülliger und so dem späten Morrison ähnlicher) mit seinen diversen Projekten bedenklich nahe an die Grenze zum bluesigen Mittelmaß komponiert hatte, war die Reunion nur eine logische Konsequenz. Dass die vorliegende DVD (wie die großartige Solo-DVD des Meisters) in Australien aufgezeichnet wurde, ist nur logisch: lediglich in Down Under sowie in ihrer Heimat Kanada sind The Tea Party Stars. Die Boten der psychischen Untiefen des Rock bekamen im Rest der Welt und insbesondere in Europa nie wirklich einen Fuß auf die Bühnenbretter, ein Umstand, der mich angesichts solcher Jahrhundertalben wie „The Edges of Twilight“ oder „The Interzone Mantras“ noch immer fassungslos zurücklässt. Jetzt also wollte man zurück ins Rampenlicht… Was, und das zeigt „Live in Australia“ (die erste „echte“ Live-DVD – „Intimate & Live“ war kein echter Bringer), vorzüglich gelingt. Natürlich ist die Band nach sechs Jahren nicht wie eine gut geölte Maschine aufeinander eingespielt, aber dennoch weiß sie durch ihre schiere Musikalität (das Bassspiel von Stuart Chatwood ist ein wahrer Ohrenschmaus) und Monstersongs wie „Shadows On The Mountainside“, „Psychopomp“, „Halcyon Days“ oder „The River“ zu überzeugen. Ein gestörtes Verhältnis haben die drei Ausnahmekönner offenbar zu ihrem harten und sicher durchwachsenen Abschiedswerk „Seven Circles“, das komplett ignoriert wird. Ansonsten gibt es eine (beinahe) ausgewogene Reise durch alle Schaffensphasen zu beklatschen, wenn ich auch zugeben muss, dass ich mir mehr als nur einen Song von „Interzone Mantras“ („Lullaby“, dazu das fantastische „Requiem“ im Bonusteil der DVD) gewünscht hätte. „Edges“ schießt im Vergleich den Vogel ab, und es ist wundervoll, einer Überraschung wie dem unterbewerteten Seelenkrauler „Correspondences“ lauschen zu dürfen. Sehr positiv fällt zudem ins Gewicht, dass die Band ihre Hits nicht einfach stoisch herunterspielt, sondern sie vielmehr durch ausladende Jamparts und neue Arrangements auch für den eingefleischten Fan interessant hält („Fire In The Head“). Dabei geht man basischer, sprich: rockiger zu Werke als etwa beim einst für den WDR-Rockpalast absolvierten Auftritt – Martins Gitarre brät mitunter selbst das resistenteste Hühnchen. Nervig ist lediglich, ähnlich wie kürzlich auf der Vicious Rumors Live-CD, dass einigen Passagen ein Stadionpublikum (im wahrsten Sinne des Wortes) „untergejubelt“ wurde (man höre das das abschließende Solo in „Psychopomp“ – einfach lächerlich so was, gerade auch angesichts des ziemlich gesetzten Publikums). Im Bonuspart der DVD wurden vier Songs eines in einer Bar absolvierten Akustiksets versteckt – angesichts der Stimme Martins immer ein Ohrenschmaus. Übrigens ist die DVD der Doppel-CD (identische Setlist) unbedingt aus dem einfachen Grund vorzuziehen, dass aus letzterer die (teils durchaus amüsanten) Ansagen Martins herausgeschnitten wurden und zwischen den einzelnen Songs ausgeblendet wird (eine unfassbar blöde, das Livefeeling komplett beschneidende Unsitte). Insgesamt ist das angenehm unhektisch geschnittene und in seiner Bildsprache ansprechende „Live In Australia“ keine absolute Offenbarung, aber ein sehr starkes Lebenszeichen einer wunderbaren Band – auch für Einsteiger geeignet. Abschließend sei die Frage erlaubt: ist Björn von Abba das große Idol von Drummer Jeff Burrows?

Patrick Müller (Gastautor)


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