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Specials :: Index: 'ALL' :: JAY KAY (JOSE ....

JAY KAY (JOSEF KLUMB) Interview Teil 3
Dein grösster Kritiker ist Alfred Schobert und es scheint, als ob sein Engagement dir und deiner Person gegenüber in den letzten Jahren etwas nachgelassen hat. Von deiner Seite wurde immer, auch anderen Kritikern gegenüber, die Bereitschaft zu einem konstruktiven Dialog und zu einem Meinungsaustausch geäussert. Erinnert sei nur an die Diskussion, die vor ein paar Jahren im Rahmen des WGT stattfinden sollte. Gab es je von Seiten Alfred Schoberts, der "Grufties gegen Rechts" oder anderer Kritiker ein ernstgemeintes Gesprächsangebot an deine Adresse oder erfolgte die Auseinandersetzung mit deiner Person immer nur und ausschliesslich aus dem Verborgenen heraus?
>> Ach ja, der Alfred, den gibt es irgendwo ja auch noch. Selten hat sich jemand so missionarisch und fast vollzeitmässig damit beschäftigt, meinen Aufschwung zu
verhindern, im Glauben der Menschheit etwas Gutes zu tun. Er hatte damals keine weiteren Hobbbys seine überschüssigen Energien sonstwie nutzbar zu machen. Es ist mir immer schwer gefallen ihm nicht auf gleiche Weise ins Privatleben zu treten, wie er es bei anderen tat. Wir hatten ja sehr früh schon seinen Hauptwohnsitz ausfindig gemacht und waren sowohl über sein „woher“ als auch über sein „wohin“ im Bilde, aber selbst, als er in Werners Wohngegend Flugblätter verteilen liess und Informationsabende gestaltete oder persönliche Gespräche mit der Hausverwaltung führte, die zur Kündigung von Werners Mietverhältnissen führten, und zwar nicht nur einmal, überschritten wir unsererseits nie die geschmackliche Grenze, ihm auf seinen Terrain etwa begegnen zu wollen. Ich erlaubte mir allenfalls mal seiner Mutter eine Postkarte zu schreiben oder sie am Telefon zu bitten, dass sie ihrem Sohn
doch bitte ein paar bessere Spielsachen besorgen sollte und dass sein misionarischer Eifer nicht nur seine vermeindlichen Feinde sondern auch schon Gleichgesinnte nervt. Ach ja, der Alfred Schobert, auch ein Besessener auf seine Art. Nein, sachliche Auseinandersetzungen laufen da nicht, und diese Figuren, einschliesslich der Figuren, welche die "Gruftis gegen Rechts" abgeben, die wissen von vorne herein, wie sie bei einer sachlichen Konfrontation abschneiden würden. Und alles, was augenscheinlich würde, spräche gegen sie. Keine sehr spannenden Leute. Ich habe mir auf einem WGT vor ein paar Jahren mal solch ein Grufti-Exemplar gefangen, als es den Versuch unternahm, mich und meine Freunde erkennungsdienstlich abzufotografieren. Ich habe irgendwo, irgendwann einmal ausführlich darüber berichtet. Die Bilder dieser Erbärmlichkeit, welche der junge Eiferer und sein Anhang boten, entspannen mich noch heute. Man braucht gegen solcherlei Aktivisten nichts zu unternehmen, weil sie durch ihr Dasein schon gestraft sind. Was unter dem Strich noch zählt, sind deren Unterhaltungswerte, gerade durch die Weigerung sich unterhalten zu wollen. Die wisssen warum, und die wissen auch, dass nett sein und Harmlosigkeit keine Überzeugungskraft besitzen, wenn diese nettige Harmlosigkeit, die sie verkörpern, neben jemand zu stehen kommt, der den Part des Bösen belegen soll. Darum bedürfen sie des Hinterhalts, des Verstecks, der Distanz zu ihrer Zielscheibe. <<

Täuscht der Eindruck, dass man sich, trotz aller vorstehend genannten Probleme, in Reihen deiner Kritiker und der Antifa in der letzten Zeit weniger mit deinen derzeitigen künstlerischen Inhalten auseinandersetzt, als mit deinen Arbeiten der Vergangenheit? Warum gesteht man den Böhsen Onkelz die Wandelungvom Saulus zum Paulus zu, während man dir jegliche Form der Meinungsäusserung vorenthält?
>> Das scheint so eine alte Partisanendoktrin zu sein, dass der Gegner rundum verteufelt wird, wenn er der Feind ist. Dann kann seine Musik nur schlecht sein. Wenn die Inhalte nicht der eigenen Doktrin entsprechen, dann muss die Musik schlecht sein. Nicht Geschmack entscheidet, sondern die Ideologie. Im Gegensatz zu denen kann ich mir gegnerische Musik anhören, über den Text anderer Meinung sein und die Musik grossartig finden. Atari Teenage Riot würden doch wahrscheinlich kotzen, wenn sie wüssten, wie sehr ich ihre Musik schätze. Die Ärzte oder Philipp Boa dürften mitunter auch nicht glücklich sein, mit sämtlichen ihrer CDs bei Werner vom VAWS im privaten CD-Bestand vertreten zu sein. Die Onkelz steckten ja definitiv mal ganz und gar in der extremen Skinheadszene, und zwar nicht als Trittbrettfahrer, sondern als Galleonsfiguren, und weil die Texte entsprechend hart waren, ist der Wendekreis entsprechend grösser gewesen. Und es gab wohl auch mehr zu entschuldigen als es mir in meinem Fall jetzt oder jemals eingefallen wäre. Ich hab den Bodensatz ja nie bedient. Aber man darf auch nicht vergessen, dass ein Mensch, der mir ein Forum bietet, sehr schnell zur Zielscheibe werden kann, gerade im medialen Bereich kann man sich da seine journallistische Karriere mitunter verbauen (Vorsicht!!!) und gerade im Bereich der Medien
gallten gewisse Dogmatiken als unumstösslich. Selbst dann noch, wenn Verantwortliche längst anderer Meinung bzw. gleicher Meiunung mit mir sind, vertritt man nach aussen die Position, an der man festhält, weil es die sicherste ist. Aber wir dürfen nicht ausser Acht lassen, das gerade im Film- und Musikgeschäft um rechte Thematiken mehr Show gemacht wird, als dass echte Positionen vertreten werden. Ich kenne so immens viele Musik -und
Entertainment-Vertreter, die ihre Antifa-Haltung nur des guten Tons wegen vertreten und mir persönlich gestehen, dass sie ähnlich denken wie ich, es aber einfach für sich behalten und damit sicherer fahren, weil der Lebenssstandard erhalten und die Familien ernährt werden müssen. Auch genügend Musiker, die mal mit den „Gruftis gegen Rechts“ operieren, machen das ihrer Aussage nach nur, um in Ruhe ihr Ding machen zu können. Die medialen Leute, die vor zehn Jahren noch 27 waren und sich mal vorübergehend engagiert haben, sind heute 37 und sehen die Welt mit anderen Augen. Ein Mann aus der Filmbranche, der meinen Fall kennt und sicher kein Rechtsradikaler ist, berichtete mir, dass er im Sommer auf NTV eine Filmdokumentation gesehen habe, in welcher die Ermordung von Rudolf Hess in Spandau als eine erwiesene Tatsache geschildert wurde. Wenn man jetzt bedenkt, dass diese These von der Ermordung Rudolf Hess’ in Spandau, die ich ja vor zehn Jahren in Interviews auch thematisierte, von meinen Gegnern immer wieder als Neonazi-These gegen mich ins Feld geführt wurde, dann ist es doch seltsam, wie schnell eine Neonazi-These plötzlich zum
selbstverständlichen Allgemeingut mutiert. NTV war ja seinerzeit der einzige Fernsehsender, der meinen Rauswurf bei Sony und Weissglut mit zur Tagesnachricht erhob. <<
Wenn dein Name im Verfassungsschutzbericht der Bundesrepublik auftaucht, ist das für dich eine besondere Form der Auszeichnung im Hinblick auf dein politisches Engagement und dein Eintreten für nonkonforme, gesellschaftspolitische Strömungen?
>> Ich glaube ja noch immer, dass ich gar kein politisches Engagement betreibe. Es geht mir, wie gesagt, nur um ein gesundes Ordnungsprinzip. Meine Einträge in verschiedenen Verfassungsschutzberichten behagen mir schon sehr, aber die Leute in diesen Ämter machen auch nur ihren Job, teils halbherzig, oder um sich ihr Einkommen zu sichern. Weder die militärischen noch die polizeilichen noch die geheimdienstlich Tätigen stehen geschlossen zu dem was sie tun. Die machen das Spiel mit, so lange es eben läuft. In einer wirklichen Krisensituation spaltet sich alles auf, und das „verwurzelt sein“ in der derzeitigen Systematik ist verglichen mit den Standfestigkeiten früherer Zeiten verhältnissmässig flach angelegt. Die Demokratie fördert kein Heldentum, keine Opferbereitschaft, keine Motivation zu unbedingter Verteidigung. Im Ernstfall rechnet sich jeder seine Chancen aus und schwenkt um, wohin es ihm am nützlichsten erscheint. Agenten, die hier tätig sind, verstehen sich im Unterschied zu früheren Zeiten als Söldner und stehen sich selbst am nächsten. Sie machen
ihre Abeit, und nicht mehr. Ich möchte einfach nur zum Ausdruck bringen, dass der ganze Zauber, der hier läuft, ein Zauber des Anscheins ist. Es ist nicht viel an wirklicher Überzeugtheit dahinter. Zwischen gutem Ton, etwas zeitgeistiger Vorgabe und dem „nicht unangenehm auffällig werden wollen“, will innerhalb der Systematiken einfach nur jeder eine gute Zeit und seinen Spass. Engagement verkommt hier schnell zur Attitüde. I“t’s Showtime.“ <<

Hast du schon mal persönliche Erfahrungen mit dem Verfassungsschutz oder seinen Agenten machen müssen?
>> Nehmen wir mal Typen wie mich und den Werner Symanek: beide wissen wir
und können fest davon ausgehen, dass keiner uns je um Mitarbeit ersuchen würde. Was aber definitv der Fall ist, sind die vergeblichen Landungsversuche irgendwelcher behördlicher Mitarbeiter, Spitzel, Agenten, vor allem aber Provokateure und Saboteure in unserem Umfeld zu platzieren. Ich habe 1995 mitbekommen dürfen, wie blöde und dilettantisch von gut bezahlten Staatsdienern allein ein Lauschangriff auf das VAWS-Büro in Bingen kläglich und teuer gescheitert ist, und wir alle haben sehen können, wie ein ehemaliger Verfassungsschutzchef plötzlich selber zum Verbrecher wird. Man schaue sich auch einmal die Profile aufgeflogener Politspitzel und Agenten an. Das ist alles nicht das Gelbe vom Ei, und auch hier schaut es am Ende mehr danach aus, dass Agenten die Taten mitbegünstigten, die sie hätten verhindern sollen. Oder ähnlich wie mit dem Terrorismus, Vorschub leisten um dann dagegen anzukämpfen. Für die Qualität solcher und ähnlicher Leiute spricht auch das folgende kleine Selbsterlebnis. Es war gegen 4 Uhr nachts in einer Diskothek, als mich ein betrunkener Typ anspricht um mir einen Monolog über meine letzten Tagesabläufe zu halten. Dann entschuldigte er sich damit, dass er finanzielle Probleme habe und auf solche Tätigkeiten angewiesen sei, und bevor er sich mit meinem Begleiter in verbale Streitigkeiten verwickeln wollte, fragte er ungläubig, in welchem Staat wir denn eigentlich hier leben würden? <<

Wie definierst du für dich den Begriff der Gerechtigkeit? Gibt es für dich nach all den Erfahrungen im Hinblick auf den Umgang mit deiner Person überhaupt noch eine Form von Gerechtigkeit?
>> Ja, aber nur dort, wo dieser Gerechtigkeitsanspruch mit etwas Überweltlichkeit in Zusammenhang gebracht wird und mit Verwurzelung in Blut und Boden. Wo aber ein Mensch wie zufällig ins Dasein geworfen in Erscheinung tritt und keine höheren und tieferen Zusammenhänge erkannt oder gelehrt werden, als das kleine Beziehungsfeld zwischen Supermarkt, fremdgehen und sich selbst am nächsten sein, verbunden mit kleinen ethischen
Versatzstücken, da verkommt eben auch die Gerechtigkeit zur Selbstgerechtigkeit. <<

Kannst du in diesem Zusammenhang deinen ureigenen Begriff der Gerechtigkeit vielleicht noch etwas näher definieren, vor allem den Terminus der "Verwurzelung in Blut und Boden"?
>> Ich meine einfach nur, dass wir aus unserer menschlichen Natur heraus, mit Bodenhaftung und den Qualitäten unseres Blutkreislaufes und der Gabe unseres Bewusstseins, die Gerechtigkeitsfrage unter Einbezug des Überweltlichen für uns erörtern. Die Welt und das Leben mit seinen niedrig gelegenen Bewegungsabläufen erscheinen uns nicht gerecht, und müssen auch so erscheinen, weil der Sinn dieses Planeten nicht in seiner Paradieshaftigkeit besteht, sondern in der Korosion. Gerechtigkeit wird nur in Hinblick auf Überirdisches und Ewigkeitsbezogenes erkennbar. Der 24-Stundenrythmus, dem wir hier mit niederem Blickwinkel ausgeliefert sind, lässt uns das Leben als ungerecht empfinden. Aber es geht eben nicht darum, eine rein irdische Gerechtigkeit schaffen zu wollen, sondern auch die Gesetzmässigkeiten dessen zu erkennen, was uns von hier aus betrachtet als ungerecht erscheint. Die Frage nach der Gerechtigkeit beantwortet sich keinem Atheisten. Ein einziges Menschenleben ist eben immer nur ein Teil des grossen Ganzen für sich genommen. Ohne den Glauben, dass wir schon in einer anderen Verkörperung auf Erden lebten und in weiteren Verkörperungen wiedergeboren werden, erscheint das Dasein ungerecht und minderwertig, zufällig und so bedeutungslos, wie es ins heutige Ambiente einer Spassgesellschaft passt, die nur noch gut unterhalten und bedient sein möchte. Moderne Gerechtigkeitskämpfer machen ihre Rechnung immer entlang der Horizontalen und jagen ihr auf dieser Ebene hinterher, ohne je ans Ziel zu kommen. Die Gerechtigkeit ruht in sich wie die Achse, um die sich das Laufrad dreht, das uns so erschöpft beim Versuch, uns Gerechtigkeit zu verschaffen. Die Reinkarnationslehre oder erst einmal die Tatsache, dass der Tod das Leben nicht endet, bringt uns vertikale Einsichten über die Gerechtigkeit. Die irdische Ungerechtigkeit, wie sie uns erscheint, hält den Motor der Läuterung am Laufen. Ich möchte die scheinbare Ungerechtigkeit auf Erden als einen Verbrennungsmotor mit Fegefeuerqualität bezeichnen. <<
Im Rahmen der Aufsätze auf der Homepage Von Thronstahls beklagst du auch
den fehlenden Zusammenhalt in der Neofolkszene an sich und Veranstaltern aus dem
Raum Koblenz, die ganz bewusst Stimmung gegen dich und andere, politisch vermeintlich unkorrekte Bands betreiben. Ist diese Spaltung einer Subkultur in zwei Lager das Ergebnis eben jener Kritiker, oder gibt es da noch offene Rechnungen aus der Vergangenheit, stammst du doch aus Bingen?
>> Ich hatte mit den Koblenzern bis dato nichts offenes zu begleichen, aber speziell diese neue saubere Art des Neovolk, welche sich aus vielerlei sich anbahnenden Erbärmlichkeiten im Lande immer mehr verdichtete führt ins Ad Absurdum. Diese Leute verfolgen kein wirkliches Ziel mehr. Sie tänzeln brav auf der Stelle, wollen Unterhaltung bieten, ein bisschen Wirtschaft betreiben und nur ein kleines, folkloristisches Eckchen für sich beanspruchen. Sie waschen sich auf Kosten anderer rein, indem sie auf die nächst Bösen verweisen und wollen ihren Frieden. Sie meinen sicherer zu fahren, wenn sie das Dritte Reich mit allen Bezügen umgehen. Meine Meinung in Bezug auf das Dritte Reich und was ihm anhängt ist, „Augen auf und durch“!!!“ Mitten durch, mit allen Prozessen der Aufarbeitung und allen Facetten des eigenen Empfindens, zwischen Faszination und angewidert sein. Wer diesen Weg konsequent geht, trägt mehr zur Erlösung und Entspannung seiner selbst, seines Erbes und seines Landes bei als diejenigen, die diesen Bereich zu umgehen suchen, mit falscher Moral und in verkehrter Weise etwas aufarbeiten zu wollen, oder nicht. Die Vertreter dieser Erbärmlichkeiten gebärden sich wie früher die Hippies und Sozialpädagogen gegen die Punks. Letztendlich aber ist es so, dass gerade die Koblenzer Leute uns so herbe Verluste und regelrechte Volltreffer verursacht haben, wie es der eigentliche Gegner nie vermocht hat. Mir liegen heute konktrete Beweise vor, das z.b.die Problematiken mit dem zweiten VAWS-Festival in München / Boxfabrik auf Koblenzer Operationen beruhen. Von dort wurden Kirlian Camera auf eine sehr eindringliche wie heimtückische Art eingeschüchtert und vor dem Auftreten gewarnt, dass die Band an den sich daraus ergebenen internen Diskussionen fast zerbrochen wäre. Die Absage Kirlian Cameras führte zu all den bekannten Notlösungen in der Boxfabrik. Wenn man die Mitteilungen liest, die von Koblenz aus an Spiritual Front, die dann auch sehr plötzlich und fadenscheinig absagten, und andere Gruppen verschickt wurden, kann man nicht anders, als die verantwortlichen Figuren aus der Ecke Koblenz in den
heimlichen Frontverlauf der Antifa mit einzureihen. Dieses „heimliche operieren in Antifa-Tradition“ haben aber vor den Nachzüglern aus Koblenz schon andere schräge Figuren zelebriert. Wir kennen sie alle und sollten sie sich selber überlassen. Im Kampf gegen den Faschismus haben die Verantwortlichen aber mit ihren Volltreffern auch immer das Publikum mit getroffen, das sich auf einen Auftritt von Kirlian Camera oder Spiritual Front in München gefreut und mit vorbereitet hatte. Das ist schon eine interessante Taktik, die Musiker zu einer Absage zu motivieren und ihnen heimliche Offerten zu machen, doch lieber in ihrem eigenen, sicheren Rahmen aufzutreten, weil, wer bei VAWS-Veranstaltungen spielt, ja niemals mehr irgendwo anders im Land noch auftreten kann, weil antifaschistische Gruppen dies massivst verhindern, so in etwa der Wortlaut der Beschwörungen, die aus Koblenz verschickt wurden. Man erinnere sich nur an das Auftrittsverbot von Spiritual Front, welches in Koblenz seitens der Verantwortlichen verhängt wurde, weil eine Moralfrage drohend im Raum stand und nicht ordnungsgemäss beantwortet werden wollte. Was zu diesem Thema noch aussteht, ist ein persönlicher Besuch in Koblenz bei irgendeiner Veranstaltung meines Geschmacks, wozu ich es mir nicht nehmen lassen werde, 50-100 meiner persönlich geladenen Gäste dorthin zu bitten, weil ich das Gefühl habe, dort eine neue Stammkundschaft einführen zu müssen, die brav ihre Eintritt zahlt und für reichlichst Getränkeumsatz sorgt, um die Stimmung auch nicht zu kurz geraten zu lassen. Koblenz, wir kommen. Irgendwann, von irgendwo. <<

Wie hast du die Entwicklung von Weissglut nach deinem Rauswurf gesehen? Spätestens mit der Umbenennung in Silber und dem Aussteig deines Bruders sind Silber doch dem Untergang geweiht.
>> Leider ja, aber ich hege da trotz allem keinerlei Freuden deswegen und hätte der Unternehmung mehr Glück gewünscht. Sich einfach nur Silber zu benennen und massenkompatibel in Erscheinung treten zu wollen, mit Outfit und glänzendem Image, das konnte nicht gut gehen. Die Handwerklichkeit und das Potential der Band steht ausser Frage, im Gegensatz zu mir sind die Jungs richtige Profis und ernstzunehmende Musiker. Mit meiner Verabschiedung hat die Band sich auch nicht geköpft, weil ich nicht der Kopf der Band war, sondern eher der Arsch, sondern eher kastriert. Das Problem war, dass die Gruppe musikalisch zwar funktionierte und grandiose Studio- und Bühnenarbeit lieferte, aber immer auf der Suche nach einer eigenen Identität war. Sie konnten sich selber nicht definieren. Einzeln mag jeder gewusst haben, wo er steht und wie er sich erklärt, aber als Band tappte man im identitären Dunkel. Das Image, das Silber verkaufen wollte, kann sich bei Leuten wie Sascha und Sportfreunde Stiller als griffig erweisen, weil das nichtssagend nette Image wirklich passt. Aber die Jungs hier verfügen ja allesamt über einen sehr erdigen, absolut untergründigen Background. Wer so in Erscheinung tritt erweckt schnell den Eindruck, sich anpassen zu wollen. Wer in seinen Texten so sehr den Ab- und Höhenflug thematisiert und dann doch immer nur bei den Firmen, die sich von einem verabschieden, das Flugerlebnis beschert bekommt, wirkt verkrampft. Die Band hat sich zuviel Sorgen darüber gemacht wie sie ankommen könnte, statt einfach zu starten und abzuheben. Sie hat der Bodenkontrolle und dem Tower mehr Vertrauen geschenkt als der eigenen Flugkraft. Das geht nicht gut. Der Name Silber wirkt wie beschnitten und inkomplett. Schon die Lautfolge gibt nichts mehr, der Name hat eine schlechte Rythmik, wirkt wie ein Auftakt und kommt nicht von der Stelle. Auf mich und die Trennung bezogen muss ich aber sagen, dass wir uns freundschaftlich und musikalisch zwar verbunden waren, dass ich aber einer zu eigenen Gedankenwelt anhänge, als das dies hätte lange funktionieren können. Die Jungs haben sich zu ernsthaften Musiker entwickeklt, und das mag mit einer der grössten Unterschiedlichkeiten gewesen sein. Als ernsthafter Musiker fühlte ich mich ziemlich eingesperrt. Meine Weltanschaungen behielt ich meist für mich. Das war nie ein Thema zwischen uns. Erst mit Aufkommen der Antifa.Es hängt eine Menge Tragik und Blei in der Luft dieser Gruppe, deren Potential eigentlich gigantisch war. Den Sängerposten hier zu beerben erfordert aber weitaus mehr als Können. Ich hab nicht mein Können in den Vordergrund gestellt, sondern mein Herz, meine Seele. Tom brachte Psyche, Können und Intellekt hinein. Ein anderer Tom, der dieses Universum streifte und sich der weissglühenden Sonne sehr nahe glaubte, war Tom Sedutschenko, den ich zu Evereve-Zeiten kennen und schätzen lernte, und der sich nun um den Sängerposten bei
Weissglut bewarb, und sich vorher mit mir in Verbindung setzte und von mir versichert bekam, dass er sein Glück mit meiner vollen Zustimmung unbedingt versuchen solle. Von Weissglut erhoffte er sich die Rettung aus einem ziemlichen Tief. Freundin und seine alte Band hatten sich von ihm getrennt und das Weissglut-Debüt bedeutete ihm nach eigenen Aussagen mehr als nur Musik, es gab ihm Kraft. Als der Sängerposten frei und relevant
wurde, bedeutete es für Tom wirklich die Aussicht auf ein neues Leben. Ich wünschte ihm Glück. Die Band probte wochenlang mit Tom und aus dem Umfeld vernahm man Stimmen, die dafür sprachen, dass er den Posten wohl hätte, ohne das Band und Management das letzte entscheidende Ja-Wort gegeben hatten. Als Tom von Kügelken mit einem schicksalshaften
verspäteten Demo mit in den Ring stieg, muss der Kampf der Kontrahenten stark gewesen sein. Seine Sonne ging auf, und die von Tom Sedutschenko ging unter, als er sich in der Nacht zum 1. Mai mit einer Granate in die Luft sprengte. Schuldfragen gibt es hier keine zu klären. Bei aller Tragik, der Kampf war fair und so hart wie das Leben. Die Sonne Weissgluts, bei aller Lichtgeschwindigkeit, war immer eine Schwarze, sowohl für mich, als auch für Tom von Kügelken und in konsequentester Weise für Tom Sedutschenko, dem ich hiermit salutiere. Wo immer einer der übrigen Weissglut-Veteranen sein neues musikalisches Zuhause findet, darf man von dessen Können überzeugt sein. Ich habe nie mit professionelleren Leuten zusammengearbeitet, und ich war selber nie Profi. Dieser Unterschied machte eine Menge mit aus. Als ich versuchte Weissglut neu zu beleben mit
Leuten, denen ich mich verbunden fühlte und die ich trotz anschließender Querelen sehr schätze, merkte ich beim ersten und einzigen Auftritt einfach, dass mir der Zugang in das, was Weissglut mir auf energetische Weise einmal bedeutete, versperrt blieb. Ich blieb aussen vor, kam nicht durch, kam nicht rein und liess es bleiben. Für viele an Weissglut Beteiligte bis hin zur versagten Auferstehung wirkte die Schwarze Sonne zerreissend und zerstörerisch, wie verflucht. Was da an Schicksal, Freundschaften und Verbindungen auf der Strecke blieb, war nicht wenig. <<
Wie beurteilst du deinen Rausschmiss bei Weissglut aus heutiger Sicht, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass Sony als weltweit agierender Konzern auch in Rüstungsgeschäfte involviert ist und hier moralisch ein doppeltes Spiel betreibt
>> Trennung und Rausschmiss hatten ihre Ordnung; seitens der Band war es doch eher eine Trennung, seitens Sony war es schon eher ein Rauswurf. Es hiess von ganz oben, entweder der Sänger, oder die Band. Und ich wollte den Jungs nicht weiter im Weg stehen . Ich war zu schwierig für diese Art professionellen Zusammenarbeitens, und auch nicht mehr wirklich glücklich. Die Situation wurde mir unerträglich, zumal ich dem Gegner keine Eingständnisse machen wollte. Das „Rock Hard“-Interview empfand ich meinerseits schon als äusserst anstrengende Biegung. Jeder weitere Schritt in die Richtung hätte mich gebrochen und dann hätte ich auch auf der Bühne nichts mehr bringen können. Ein Bekanter aus dem Musikbiusiness erklärte mir kürzlich einmal, dass Michel Friedman angehalten wurde, bei einem seiner besten Frankfurter Freunde, dem damaligen Sony-Boss Leuschner, vorstellig
zu werden, um bei ihm persönlich meinen Rauswurf durchzusetzen. Kann sein, dass es so war, Tatsache ist, dass die Drähte heiss liefen und alle Hebel und Register gezogen wurden, um meine Karriere zu stoppen. Mit den 10.000 DM Ablöse konnte ich ein paar Schulden bezahlen und mir den Rückzug sichern. Das war ein ambivalenter Moment, soviel Geld auf einmal zu besitzen, keine Schulden, nicht mal mehr Minus auf dem Konto zu haben, und sich einmal mehr nicht nur frei zu fühlen, sondern auch Mittel zu haben, um sich frei bewegen zu können. Das moralische Doppelspiel wird heute mehr gepflegt denn je. Schizophrenien ohne Ende. Und deshalb ist das Eis ja auch so brüchig. <<

Ihr habt vor nicht allzu langer Zeit noch einmal versucht Weissglut zu reanimieren, was, glaubt man Augenzeugen des Konzertes, recht kläglich gescheitert ist. Warum habt ihr überhaupt versucht Weissglut noch einmal an den Start zu bringen und woran seid ihr letzten Endes gescheitert?
>> Es war sicherlich gut gemeint und jeder Beteiligte hat wohl auch gegeben was er konnte, aber Theorie und Praxis ergaben hier zwei verschiedene Schuhgrössen. Der Neustart war nicht meine alleinige Idee und in Bezug auf einen "hochkarätigen" Geburtshelfer mit reichlich Mega-Ansprüchen und -kompetenzen im Background war meine Einstellung zwar misstrauisch, weil ich aber kein Spielverderber sein wollte und auch gar nicht gerne Pessimist bin, erklärte ich mich bereit, von mir aus noch mal alles zu geben, obgleich ich Frank (Bass) gegenüber erklärte, dass dies das letzte Mal gewesen sei, dass ich zwei Stunden vor dem Kopiergerät verbringe, um jemandem die Weissglut Akten zu kopieren. Das Management wollte halt mal informiert sein. Alles, was ich in Richtung Weissglut weiter tat, tat ich nur noch in Hinblick auf die Musiker, die ich alle sehr schätzte, und zwar zuallerst als Freunde, und erst zweitrangig als Musiker. Ich glaubte nicht an das Management. Ich glaubte, im Gegensatz zu den anderen, an keinen Vertragsabschluss, an keine Unterschrift, und vor allem an keine Versprechungen und die vielen Worte, die um den Neustart gemacht wurden. Für mich war alles ein Rennen mit der Zeit. Ich merkte, wie mir der Treibstoff zu dieser Unternehmung ausging. Die Lüfte waren heiss und gesprächig, Phantasien reiften, aber ich glaubte nur an das wesentlichste, und das war das Potenial der Musiker. Die ganze weitere Theorie war Zeit- und Luftverschwendung und man hätte sich vieles sparen können, denn eines war für mich klar: der erste, viel zu oft und viel zu lang besprochene Auftritt, würde die ganze Musiktheorie-Planungsstrategie der Superlative ad absurdum führen, weil eben am Ende nur fünf Leute mit einem Notprogramm auf der Bühne stehen würden, bei schlechtem Licht und schlechter Akustik und ohne die Spur eines Managements und deren Versprechen etc. Mir ging die Luft aus und bei aller Freundschaft, aber das kommunikative Problem innerhalb der Band konnte scheinbar nicht gelöst werden und für einen schlechten Auftritt war mir der Nervenstress im Kommunikativen als Preis einfach zu hoch. Ich hätte gerade mit Frank und Kay herzlichst gerne etwas auf die Beine gestellt, und im Proberaum hat es auch phantastisch geklungen und man war sich ja auch freundschaftlich verbunden, aber das, was live dann passierte, war weder der Rede noch des Aufwands, des ganzen Stresses und der Mühe wert. Ich stand auf der Bühne und hatte das traurige Gefühl, dass es das jetzt war und dass ich so nicht weiter kann und nicht weiter will. Alle Versuche, den anderen zuliebe mir den Abend schön zu reden, holten mich mit der klaren Erkenntnis in der Wirklichkeit ein, dass ich mit dem Thema Weissglut am Ende bin. Es ging nicht mehr. Hätte man sich des Spasses wegen vierzehn Tage vorher zusammengetan um mal ein paar spontane Weissglut-Stücke darzubieten, zwischen den regulären Konzerten des Abends, wäre daraus vielleicht etwas erwachsen, aber die Auferstehung wurde theoretisch zu dick aufgeblasen und nahm mir alle weitere Luft. In traditioneller Weissglut-Manier ging hier nicht nur eine Band zu Bruch sondern wie gewohnt Freundschaften, Verbindungen etc. Insbesonders Kay (Gitarre) fühlt sich bis heute von mir verarscht und meint womöglich, ich habe ihn verarschen wollen. Vielleicht muss er auch einfach so denken, um mir gegenüber seine Antipathie rechtfertigen zu können. Aber bei mir fiel an besagtem Abend einfach der professionelle Vorhang. Ich habe seitdem keinerlei ernsthafte Ambition mehr mir eine Position im Profilager zurückzuerobern oder mich noch irgendwie beweisen zu müssen. Ich will so autark es eben geht Underground bleiben und meine Prioritäten sind viel privaterer Natur. Ich will mal schwer hoffen, dass Kay mittlerweile zu seiner Gitarre zurückgefunden hat. Musikalisch und freundschaftlich war er grossartig, aber gewisse Verständigungsschwierigkeiten waren nun mal gegeben. Es gab schon nach dem ersten Weissglut-Break keine weitere Ambition mehr in die oberen Gefilde, weil der maschinelle Zirkus mir nicht gelegen ist. Frank und Kay kann ich von Herzen nur das Beste wünschen und versichern, dass die Freundschaften, die hier auf der Strecke blieben, mehr wiegen als der Bandsplit an sich. <<
Wenn man sich intensiv mit deiner Vita beschäftigt, so kann man unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass du dich in deiner selbstgewählten Rolle als Märtyrer eines falsch verstandenen Kunstverständnisses und einer kontroversen, politisch nonkonformen Meinung durchaus wohl fühlst. Wie stehst du zu dieser These und der Behauptung, dir wäre jedes Mittel recht, um dich und deine Form von Kunst - auch wenn du für dich selbst diesen Begriff negierst - zu vermarkten?
>> Natürlich gefällt mir meine Rolle. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, mit den üblichen Konsequenzen, und fühle mich in meiner "ehrlichen" Haut wohler, als in einer "erfolgreichen“, deren Preis ich einfach nicht zahlen mochte. Ich fühle mich nicht nur wohl, sondern auch glücklich. Dass mir jedes Mittel recht sei mich zu vermarkten, diese These können nur allzu kritische Vollidioten aufstellen. Ich bin erstens ja kein Künstler im gebräuchlichen Sinne, und zweitens, wenn es mir um das Vermarkten ginge, dann hätte ich das doch haben können, einfacher und reibungsloser. Aus meiner Aussenseiterposition heraus lässt sich mein Leben sicher nicht finanzieren. Und ich versuche auch gar nicht eine
Haupteinnahmequelle daraus zu machen, wenn es genügend andere, nicht künstlerische Bereiche gibt, mit denen ich mich über Wasser halten kann. Die Position der „Persona Non Grata“ rechnet sich nicht. <<

"Leicht entflammbares Material" war der erste Teil deiner Biographie. Wann ist mit dem zweiten Teil zu rechnen und welchen Zeitraum wird er zum Inhalt haben?
>> Eine Nachfolge würde sich dann eher auf Weissglut beziehen. Wenn ich mal Zeit und Gelegenheit habe, muss ich aber erst einmal das Manuskript etwas zusammenstreichen. Nebenbei ist aber noch ein anderes Manuskript auf Halde, das zu einem Viertel schon verfasst ist und von Erfahrungen, Abenteuern und Irrsinnigkeiten aus okkultem Erleben berichtet. Das ist aber so unglaublich, man wird es von aussen betrachtet kaum für möglich halten. Tragik und Komik liegen hier auch engst beisammen. <<
Es gibt unzählige Veröffentlichungen und Samplerbeiträge von Von Thronstahl, wie es auch die unterschiedlichsten musikalischen Ansätze bei Von Thronstahl gibt. Von melancholisch verträumten Liedern, über Marschmusik ähnliche, neuzeitliche Ausprägungen bis hin zu knallharten Industrialtracks. Eins ist allen Stücken jedoch gemein: die unglaublich geniale Art der Verwendung von Samples. Dennoch stellt sich mir die Frage, welche musikalische Intention du mit Von Thronstahl bei solch einer stilistischen Vielfalt verfolgst?
>> Mhh, ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt je eine musikalische oder künstlerische Intention verfolgte. Möglicherweise liegt der Hund woanders begraben, ich weiss nur nicht, wo genau. Ich glaube, es ist mehr Intuition als Genialität. Wäre ich im Ansatz genial, hätte ich mein Leben wohl besser geregelt bekommen. Es ist Intuition und hat mehr mit Stimmung denn mit Verstand zu tun. Wenn ich das Grundgerüst oder Instrumental eines Stückes vor mir habe, tue ich nichts anderes, als die Sache ordnungsgemäss anzugehen. Und dieses Ordnungsgemässe hat für mich mehr mit Kabbalistik als mit Virtuosität und Handwerk zu tun. Ich lasse die Musik auf mich wirken, stimme mich auf sie ein und lasse alles ein- und auswirken. Der ganze Kosmos und die Welt unterliegen einer Ordnung der Zugehörigkeiten und Gesetzen der Anziehung und des Abstossens. Was uns bei manchen Stücken stimmig erscheint, ist oft nicht nur das Arrangement an Noten und Tonfolgen, sondern, wie du es auch so siehst, auch mal ein Sample an der richtigen Stelle oder das inhaltliche Thema an sich. Meine Inspirationen schöpfe ich nie aus Launen und Willkür, sondern durch das intuitive Aufspüren dessen, was mir das Grundgerüst an Rahmenmöglichkeiten bietet.Und diese Möglichkeiten korrespondieren eben gerne mit dem, was mir dazu passend erscheint. Das musikalische Grundgerüst inspiriert mich dazu, mich dem ihm zugehörigen Thema zu öffnen. Es ist alles Inspiration, Intuition, ein sehr unbewegtes Herangehen. Erst nach erfolgter Inspiration setze ich ein wenig Verstand und Handwerk mit ein. <<
Spielt Okkultismus eine Rolle im Kontext Von Thronstahls, und hat Okkultismus je eine Rolle in deiner musikalischen Arbeit gespielt?
>> Ja, intuitiver Okkultismus. Alles auf Ordnung und Zuordnung basierend, nicht auf Diskussionsebenen, Launen oder Willkür zu betreiben, nicht nach Mehrheitsbeschlüssen. Ordnungsgemässes, rituelles Arbeiten. Man muss eben nur das Grundwesen eines Musikstückes erahnen, oder sich der Struktur einfach öffnen, dann nimmt die Arbeit ihren Lauf. Fast eine mediale Angelegenheit. <<
Welche politischen Ziele - so sie Teil von Von Thronstahls Konzeption und Ausrichtung sind - verfolgst du?
>> Nichts Parteipolitisches, eher Visionäres, Nebulöses. Auch hier weiss ich vielleicht gar nicht mal, was ich tue, aber es behagt mir, wie ich es tue. <<
Welcher Reiz liegt für dich in der Veröffentlichung immer wieder neuer Remixe oder alternativer Versionen von Songs, die bereits auf den Alben erschienen sind oder hinterher auf den Alben veröffentlicht werden?
>> Eigentlich gar kein Reiz, sondern entweder Verlegenheit oder ein sonstiger, zur Zeit nicht lokalisierbarer Grund. Eigentlich möchte ich nur aufgestautes Material fertig stellen und abhaken, weil ich ein Gefühl der Freiheit damit verbinde. Frei zu sein von Ideen und Stücken, die nach Veröffentlichung schreien. Und schreien tut alles, was noch in der Schublade liegt. Wenn diese mal leer würde, endlich, könnte ich ohne Druck und mit viel Ruhe an etwas neues gehen. Ich versuche nur noch auf- und abzuarbeiten, in der Hofnung dann Pause zu haben und dann erst etwas neues zu entwickeln. Ich komme nur einmal die Woche für vier Stunden ins Studio. Da stehe ich dann unter dem Druck, den ich mir mache, angesichts der Schubladen, die noch nicht leer sind. <<
Vielleicht kannst Du zu jedem der mit Von Thronstahl veröffentlichten Alben eine kurze Aussage hinsichtlich der Hintergründe und der textlichen Inhalte liefern, vor allem auch für die Split CD mit Days of the Trumpet Call und den vertonten Texten von Pessoa und Cioran?
>> Das ist mir fast unmöglich, weil die Momente des Tuns so schwerwiegend sind. Ich kann diese jeweiligen Kosmen aus eigenster Sicht schwer beurteilen oder die Hintergründe offenbaren, weil vieles davon sich mir selber nur andeutet und von mir nicht intellektuell sondern intuitiv verarbeitet wird. Besagte Split-CD empfinde ich als seltsam schön und schwermütig, sie steht mir sehr nahe und ist sehr sehr eigenartig. <<
"Bellum Sacrum Bellum" ist auch bereits wieder anderthalb Jahre alt, danach folgten die erwähnte Split CD und die limitierte CD zusammen mit The Days of the Trumpet Call anlässlich der Russland-Tour. Wann können wir mit neuem Material von Von Thronstahl rechnen, wann mit der angekündigten Wiederveröffentlichung der ersten beiden Alben?
>> Ja, die Frage nach der Wiederveröffentlichung, die stellt sich mir auch immer wieder mal, wird aber zunehmend leiser, weil die Plattenfirma in England dieses „Second Coming“ ja schon seit Ewigkeiten verspricht und mit Versprechungen, die zu lange Verspechungen bleiben, tue ich mich doch sehr schwer und verliere dann mit der Geduld auch gerne mal den Glauben an solche. Ein neues Thronstahl-Kapitel will ich, wie gesagt, erst angehen, wenn die Altlasten draussen sind. Und dann einmal mit Ruhe und ohne Druck die Sache angehen, das wäre mal was. "Sacrificare" soll die CD heissen, mal sehen. <<
Du hast auf deiner Homepage angekündigt, mit Von Thronstahl nie wieder auf deutschen Bühnen auftreten zu wollen. Kapitulierst du hier vor dem Druck der Kritiker, die faktisch beinahe jegliche Konzertaktivität zu unterbinden im Stande sind, auch wenn vereinzelte Ausnahmen das Gegenteil bestätigen? Denkst du, dass dies vielleicht auch das Ergebnis des Auftritts auf dem WGT war, der im Nachhinein ja riesige Wellen schlug und der Band sicher reichlich Promotion gebracht hat; vielleicht etwas zuviel, was heute zu diesen Auftrittsverboten geführt hat?
>> Ach, nie wieder will ich nicht unbedingt unterstreichen, aber ich brauche einfach erstmal Abstand von Bühnen auf deutschsprachigem Terrain, muss erst mein Privatleben auch ordnen und wenn ich aus einer Neuordnung dann wieder Kraft schöpfen kann, dann könnte ich mich auch wieder auf Live-Geschichten einlassen, aber Ehrgeiz und Unbedingtheit verspüre ich in dieser Hinsicht momentan nicht. Österreich (die Absage des „Heiliges Österreich“-Festival, Anm.d.Verf.) insbesondere hat auch zuviel Energien gekostet, als das ich motiviert wäre, jetzt wieder an die Front zu müssen. <<
Was sind die Gründe dafür, dass Von Thronstahl im Ausland, und hier vor allem in Russland, ungleich erfolgreicher sind als in Deutschland?
>> Man liebt und schätzt das identitäre Deutsche im Ausland sehr, wenn die Leute dort registrieren, dass man ihre Identität erkennt und ihr Land und ihre Kultur und Mentalität zu ergründen sucht, um eben die Unterschiede zu Brückenpfeilern des Verstehens zu machen. Wir und die Leute, mit denen wir uns weltweit verstehen, betrachten uns gegensetig aus unserem jeweils gewachsenen Umfeld und Erbe heraus. Wir betrachten und akzeptieren uns
nicht aus Gründen irgendwelcher Gleichheit heraus, sondern der Unterschiede wegen, die tiefer verbinden als oberflächliches Gleichheitsgetue. Und in der Tat, da wo der Krieg am härtesten getobt hat, wächst viel gegenseitige Akzeptanz und Versöhnlichkeit bis zur Herzlichkeit empor. <<

Raymond P. ist musikalisch bei Von Thronstahl eingebunden und zeichnet sich mit für die Musik verantwortlich, gibt es andererseits von deiner Seite aus einen kreativen Input bei The Days of the Trumpet Call?
>> Das betreibt Raymond je nachdem, wieviel Zeit er für Thronstahl aufbringen kann. Notfalls muss ich dann selber ran, was als Nichtmusiker eine andere Herangehensweise erfordert. Ich glaube, Raymond schätzt sich glücklich, Trumpet Call unbehelligt von mir betreiben zu können. <<
Über welchen Zeitraum entstanden die Aufsätze aus „Eisenzeit“ und welche Intention hast du mit dem Verfassen dieser doch sehr unterschiedlichen Texte verfolgt?
>> Ich glaube, die Sachen stammen aus einer Zeitspanne von ca. zehn Jahren. Eine frustrierende, niederziehende Arbeit ist das gewesen, und ein Befreiungsakt. Die Veröffentlichung wirkte befreiend auf mich. Das Schreiben ist bisweilen ein Kraft- und Schmerzensakt. Nicht sehr erquickend, ganz im Gegenteil. „Eisenzeit“ war eine Qual. <<
Ich finde es schade, dass du keine Informationen mit an die Hand gibst, was dich jeweils konkret zu diesen einzelnen Aufsätzen bewegt hat. Hast du bewusst darauf verzichtet, oder was waren die Gründe dafür, keinen konkreten Kontext zu den Motiven, die dich zum Verfassen bewogen haben, herzustellen?
>> Innere Frustration abzubauen und zu bewältigen. Müll rauskehren, der mich belastete, Dreck und Druckerschwärze. <<
Zu einigen der Aufsätze hätte ich deinerseits gerne ein kurzes Statement in Bezug auf die Hintergründe und dein Motiv, dies zu thematisieren:
"Aufrecht" / "Antifaschistischer Widerstandf": ist dies die Lehre, die du aus den ständigen Grabenkämpfen gegen deine Person gelernt hast? Dass man aus den Reihen deiner Gegner den Feind erst erniedrigt am Boden sehen muss, bevor man sich als Sieger fühlen darf?
>> Ja, hier wird die seelenlose Mechanik ein wenig thematisiert, die zum Greifen kommt, wenn Menschen die Welt verbessern wollen und dabei selber zu dem mutieren, was sie zu bekämpfen glauben. <<
"Internationales Begegnungsfest": Das Diktat weltfremder Politiker in einer Gesellschaft ohne Moral, Überfremdung und ohne jeglichen Bezug zur Wirklichkeit?
>> Weil die eben den Bezug zur Straße nicht mehr haben. Die sehen nicht, was sich in den U-Bahnen ereignet, in den Ritzen und Winkeln einer Stadt, die aus dem natürlichen Gleichgewicht gerät, weil Überfremdung auch immer eine Entfremdung der Fremden zu ihrer eigenen Art mit sich zieht. <<
"Friedenstruppen": die scheinheilige Doppelmoral unser Politiker; der Verrat von Idealen, verkauft an Lobbyisten?
>> Gerade bzgl. Srebrenizka hätten eben die Lautsprecher, die ihre Eltern mit der Frage behelligten, wie sie das Dritte Reich geschehen lassen konnten für immer schweigen müsssen. Unser Kanzler Schröder, der aber doch was Sympatisches hat, würde einem ehemaligen „Terroristen" wie Ghaddafi, der mir auch nicht unsympatisch ist, ja nicht nicht aus reinen Sympathiegründen eine Aufwartung in Libyen machen. Hinter solchen Gesten lauern immer
Spekulanten, die ein Staatsbesuch mit sich bringt. <<

"Verarmt": Verlust der Heimat, der nationalen Identität?
>> Ja, man meint sich auf der Höhe der Menschlichkeit, wird aber feststellen müssen, dass mit Verzicht auf Identitäres Bewusstsein, auch das Menschsein nicht mehr hält, was es nach aussen hin noch versprechen möchte. <<
Möchtest du weitere Aufsätze hervorheben und kommentieren?
>> Nicht unbedingt, weil ich für mich ja alles gesagt habe und mit der erneuten Berührung wieder in das negative Kraftfeld gerate. Ich hab alleine mit dem Verfassen der Texte viel Unheil in meinem Umfeld angerichtet, weil ich nach Beenden der Schreibarbeit jene Negativität jedes Mal mit in die Privatsphären hineingetragen habe, ohne diese mit Beenden des Schreibens mit abschalten zu können. <<
Wird es weitere Teile der "Eisenzeit" geben?
>> Gott behüte. Es war nicht erfreulich, es hat mir keine Freude bereitet. Ein dunkles Kapitel. <<
Du hast meines Wissens nach eine Tochter, was die wenigsten wissen, und in der ganzen Diskussion um deine Person vollkommen untergegangen ist. Wie alt ist sie, lebt sie bei dir und in welchem Glauben und mit welcher Einstellung erziehst du sie? Weiss sie, dass ihr Vater jemand ist, der für viele eine Reizfigur darstellt, der in seiner aktiven Zeit mit Forthcoming Fire aber auch jemand war, der, schenkt man "Leicht entflammbares Material" Glauben, ganz bestimmt kein Kostverächter" war?
>> Die verschiedensten Lebensumstände ermöglichten es mir bisher nicht, meiner Tochter etwa ein guter vorbildlicher Vater sein zu können. Das gestaltete sich schwierig. Ich konnte der Rolle nicht gerecht werden, weil ich den Rahmen und die Mittel nicht hatte. Sie ist nun siebzehn Jahre und hat einen Klavierpart auf "In Flammen" beigetragen. Ich denke, sie versteht nun auch die Hintergründe dafür, dass ich meiner Vaterrolle kaum gerecht werden konnte. Sie kennt mitlerweile die Sachverhalte und macht nicht den Eindruck, sich von mir distanzieren zu wollen. Was so in Richtung der „Nicht-Kostverächtenden Rubriken“ geht, so das Thema mal aufkommt, beantwortet sie ihrerseits eher mit mitleidsvollem Lächeln. <<
Wie und womit bestreitest du deinen Lebensunterhalt? München, so denke ich, ist sicher eine der teuersten Städte, in der man in Deutschland leben kann, oder kannst du von deiner künstlerischen Arbeit leben?
>> München ist schon ein unverschämt teures Pflaster, das ist wahr, aber die Lebensqualität ist auch dementsprechend hoch und obgleich es eine Großstadt ist, bleibt München ein sehr überschaubares Dorf, in dem alles so ziemlich seine Ordnung hat. Das Nachtleben versucht hier zwar permanent und recht verkrampft internationalen Weltstandard zu suggerieren, aber die Plätze, die wirklich Klasse haben, lassen sich an einer Hand gerade abzählen. Alles andere ist im Vergleich Schaustellergewerbe und was versprochen wird, kann nicht gehalten werden. Sehr verkaufstüchtige Stadt, mit noch verkaufstüchtigere Frauen. Viel schöne und ebenso teure Fassade, viel Schein, wenig Wirklichkeit, aber doch lebenswert. Mein Geld verdiene ich auf verschiedenste Weise, aber im Gegensatz zu früher in Bingen ohne grosse Kraftanstrengung, auf teilweise unverschämte Weise. Die Musik wirft schon immer mal was mit ab, je nachdem, was ich dafür tue, aber so richtig krumm mach ich mich nicht mehr, und meinen Tagesablauf bestimme ich weitgehend selbst, je nach Erfordernis. Und von hier aus ist man wirklich flugs in Italien und da tröstet mich die liebe Sonne am allerliebsten über die nordischen Tiefschläge vergangener Tage hinweg. <<
Du hast vor geraumer Zeit in diversen Gerichtsshows von Privatsendern wie RTL und SAT1 mitgewirkt. War war der ausschlaggebende Grund für dich ausgerechnet da mitzuwirken?
>> Derlei Sendungen sind Trash, absoluter Müll, das wissen die Produzenten, die Drehbuchautoren und alle Mitbeteiligten. Aber auch den Schauspielern bzw. Laien sollte bewusst sein, dass es hier um gehaltlosen Müll geht. Ich habe mir keine der Sendungen, in denen ich mitspielte, je angesehen, aber gerade in Bezug auf die Gerichtsshows denke ich, dass ich überzeugend agierte. Das hat, im Gegensatz zu anderen Hilfsarbeiten, die ich im Leben so verrichten musste, wirklich auch Spass gemacht und war sogar spannend, soweit man involviert ist. Ich hatte nur zwei Motivationen, zum einen das Geld, das ich nötig hatte, zum andern reizte es mich, das Beste aus der Situation zu machen. Meine Rollen waren sehr expansiv. Diese privaten Sender sind ja auch so unverschämt erfolgreich, weil sie sich dem unteren Niveau anpassen bzw. das untere Niveau noch zu senken verstehen und ihre eigensten, billig produzierten Sendungen in einer Art Resteverwertung über andere Sendeformate schnittchenweise zur Wiederkäuung verabreichen und dabei immer auf die Dummheit, das Hypnotisiertsein und die Trägheit der Zuschauer bauen dürfen. Mit Recht. Auch hier gleichen wir uns Amerika an. Am Ende ist alles Fastfood, von der Kunst, der Popmusik bis zum Cheeseburger und dem Lebensabschnittpartner. Wirklich grazilen, genial subtilen Humor etwa, wie es ihn in Deutschland seit Loriot nicht mehr gab, bietet auf PRO 7 derzeit die Sendereihe "Stromberg", montags 21.50 Uhr. Mehr muss man eigentlich nicht gesehen haben. <<
Auf deiner Homepage gibt es einen Link zur „Occidental Pose“ und dem „Occidental Dandy Club“, wo du Reiseberichte verfasst und dich zum Image eines modernen Dandy äusserst und bekennst. Was hat es damit auf sich?
>> Nun, dabei handelt es sich um ein mehr stilistisches Anliegen. Wenn man mal die vierziger Jahresgrenze überschritten hat, wird die Strasse wieder mehr zum Ort der Fortbewegung und nicht wie in jüngeren Jahren Ort des Aufenthalts. Man verliert die Beziehung zum Rinnstein und statt wie zu wilderen Zeiten noch im Pulk die Marktplätze und
Fussgängerzonen durch undergroundiges Auftreten mit zu gestalten, ist man nur noch vereinzelter Gast in ausgesuchteren Ecken und Plätzen, von welchen man selber zum Beobachter wird und Geschmack für Feinheiten entwickelt, welcher früher keinen Raum und keine Mittel zur Entfaltung hatte. Während meiner Punk- und Wave-Zeit hatte ich maximalst einmal im Jahr die Möglichkeit mir neues Schuhwerk zu erwerben, habe permanent von der Hand in den Mund gelebt, konnte mir kulturelle Werte schon aufgrund meiner Erscheinung und des Anhangs kaum erschliessen, bzw. wenn man mal auf Konzertreise wirklich eine Sehenswürdigkeit besuchte, wurden wir ja selber schnell zu Besichtigungsobjekten. Manchmal aufgrund des Aussehens, manchmal aufgrund des "Benimms". Ich war immer auf der Suche nach Qualitäten, merkte aber irgendwann auch, dass mir die gehaltvolle Welt der wahren Qualität durch lange Haare und rockiges Aussehen verschlossen blieb. Irgendwann willst du mehr sehen als einmal im Jahr das schöne Leipzig zum WGT oder die Autobahnhinweisschilder aus dem Tourbusfenster. Es ist nicht halb so spiessig wie es klingt, aber ich sehnte mich irgendwann nach einem Kurzhaarschnitt und einem guten taillierten Anzug und ich wusste, dass die Welt mit dem, was ich in ihr zu entdecken suchte, an Qualitäten mir ihre Pforten dann öffnet. Und das tat und tut sie. Man lernt plötzlich, dass Kaffee nicht gleich Kaffee ist, das Porzellan nicht gleich Porzellan ist. Nicht mehr Zufall und Bequemlichkeit sind ausschlaggebend dafür, wo du dich niederlässt, sondern Klasse, Echtheit,
Eigenartigkeit und Qualität. Man kann sicher an einer Raststätte pausieren, aber um wieviel mehr Qualität des echten Lebens und der Erfahrung bringt dir die nächste Abfahrt, eine kleine Ortschaft, ein Lokal jenseits des Stromes der Vergänglichkeit und Nichtigkeit. Jenseits der Autobahn liegt nämlich dann Deutschland, Ortsgeschichte, Heimat etc. und vielleicht eine Bäckerei mit eigener Backstube und eigener Tradition. Meine Art des Dandyismus ist
nicht versnobt und definiert sich nicht durch Reichtum, sondern durch Intensität und bewusstes Erleben. Unter meiner Diktatur würde Brot nicht mehr industriell gebacken werden, McDonalds-Filialen würden platt gemacht, Klasse statt Masse wäre wieder die Devise. Drei Fernsehprogramme zwischen gehobenem Brot und Spiele-Niveau, kultureller
Bereicherung und abendländischem Auftrag. Weniger Jeans, noch weniger Turnschuhe, und gar keine Chance für Mode mit Anti-Form. Dandy-Pose unterstreicht die Haltung und verwirft vieles, was allgemein als locker gilt. <<

So weit also dieses Interview, das, wie ich finde, sehr viel mehr über den Menschen Josef Klumb verrät, als es in der oberflächlichen Betrachtung mit Hilfe von Sekundärliteratur möglich gewesen wäre. Nicht vergessen darf man dabei, dass vor allem Forthcoming Fire und Weissglut ihre unauslöschlichen Spuren in der deutschen Gothic-Szene hinterlassen haben und die künstlerische Leistung Klumbs bei allen Kontroversen unangefochten für sich alleine steht. Wer mehr über Von Thronstahl und/oder Forthcoming Fire erfahren möchte, der sei abschliessend hier noch auf folgende Internetseite verwiesen:
http://www.vonthronstahl.de
Michael Kuhlen


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