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Specials :: Index: 'ALL' :: JAY KAY (JOSE ....

JAY KAY (JOSEF KLUMB) Interview Teil 1
An kaum einem deutschen Künstler der Schwarzen Subkultur scheiden sich die Geister dermassen, wie bei Jay Kay, dem ehemaligen Frontmann von Forthcoming Fire und Weissglut sowie seiner, seit dem Auftritt auf dem Wave Gotik Treffen Skandal umwitterten Formation Von Thronstahl. Als Nazi beschimpft, als Volksverhetzer gebrandmarkt, von der Antifa verfolgt, in den eigenen Reihen verleumdet, vom Verfassungsschutz beobachtet, als Künstler geächtet, doch bei allen Diffarmierungen fällt vor allem eins auf: nur die wenigsten seiner Kritiker haben sich jemals persönlich mit Josef Klumb auseinandergesetzt, ihn interviewt und sich auf seine Aussagen verlassen. Scheinbar alle Gegner Klumbs scheuen die direkte Konfrontation und Diskussion mit dem gebürtigen Bingener und agieren viel lieber aus dem Verborgenen heraus, berufen sich auf angeblich getroffene Aussagen, schreiben schamlos voneinander ab und dichten der ohnehin schon verzerrten, vermeintlichen Wahrheit noch ein Stück hinzu und so potenziert sich das negative Bild nach dem „Stille Post“-Prinzip von Bericht zu Bericht und zeichnet das Bild eines vermeintlichen Staatsfeindes und Neonazis, der im Begriff ist, die deutsche Gothic- und Dark Wave-Szene mit braunem Gedankengut zu unterwandern. Doch wer ist Josef Klumb wirklich? Was ist dran an den Vorwürfen, die ihm gebetsmühlenartig immer wieder entgegengebracht werden? Das nachfolgende, bewusst so ausführlich gehaltene und über einen den Zeitraum von fast vier Monaten entstandene Interview versucht eine Antwort darauf zu geben und zeigt, bei allem Zündstoff, den die Aussagen Jay Kays zum Teil nach wie vor beinhalten, doch ein ganz anderes Bild. Die Antworten Jay Kays wurden eins zu eins so übernommen und blieben bewusst unkommentiert, so dass sich die Leser (hoffentlich) unvoreingenommen mit den Aussagen auseinandersetzen, hinterfragen und auf sich wirken lassen können. Bei aller Brisanz so mancher Aussage zum aktuellen polititschen Zeitgeschehen möchte ich es an dieser Stelle nicht versäumen, mich zu bedanken: bei Werner, der den Kontakt vermittelt hat und natürlich bei Jay Kay selbst, der trotz der gemachten negativen Erfahrungen mit der Presse hier offen und ehrlich Rede und Antwort stand und keiner Frage, wie kontrovers sie auch schien, beantwortet hat. Ausgangspunkt des nun folgenden Interviews ist die Veröffentlichung des Forthcoming Fire-Albums „In Flammen“ im letzten Jahr, von wo aus der Bogen über Weissglut, Von Thronstahl, die Zusammenarbeit mit Absurd, das aktuelle politische Zeitgeschehen bis hin zu seiner Biographie „Leicht entflammbares Material“, seiner Sammlung von Aufsätzen, „Eisenzeit“, sowie der Occidental Dandy Pose gespannt wird, doch lassen wir Jay Kay so langsam lieber im ersten Teil des Interviews selbst zu Worte kommen. Die nächsten beiden Teile folgen im zweiwöchentlichen Abstand am 05.02. und am 19.02.
Was bedeutet dir persönlich die Fertigstellung dieses Albums nach all den Wirren der letzten Jahre? Ist das Kapitel Forthcoming Fire damit nun endgültig abgeschlossen oder wird es in irgendeiner Form eine Fortsetzung geben? Zumindest das als Abschlusskonzert in Österreich angekündigte Konzert wartet ja noch auf seine Realisierung..
>> Meine Intentionen in dieser Richtung bewegen sich alle im Thema Abschluss. Und abschliessen kann ich am besten, wenn ich reinen Tisch habe, und dieses Reinemachen beinhaltet noch ein paar Vorhaben die aus- und zu Ende geführt werden sollten bzw. müssten. Mir läge viel daran mit Lars zusammen noch einmal einen ordentlichen Live-Set über die Bühne zu schicken. Das könnte dann irgendwann in Leipzig passieren, oder Italien oder Moskau. Die Fertigstellung von „In Flammen“ bedeutet mir einiges. Insgesamt liegt die Intention auch hier eher im persönlichen Bereich, als etwa in kommerziellen Bestrebungen. Das ist eine sehr entspannte Angelegenheit sein eigenes Ding zu machen und überhaupt nicht in verkaufsstrategischen Kategorien zu denken. Die CD ist von keinerlei geschäftlichem oder künstlerischem Ehrgeiz geprägt. Bis zu einem Konzert oder aller spätestens im Rahmen eines Konzertes noch, muss das Thema vom Tisch sein und das tote Pferd, das noch einmal geritten wird, soll dann auch seine Ruhe finden. <<
Über welchen Zeitraum habt ihr an "In Flammen" gearbeitet und wann mit den eigentlichen Aufnahmen begonnen? Wie kam es überhaupt wieder zu der Zusammenarbeit mit Lars? War der Auftritt in Gelsenkirchen im Rahmen des 3. VAWS-Festival die Initialzündung zu dieser neuerlichen Zusammenarbeit?
>> Ja. Als Lars in Marl / Gelsenkirchen auftauchte und wir einen spontanen Akustikset darboten, war das seit, ich glaube 1997, das erste Mal wieder, das wir gemeinsam auf einer Bühne standen. Das tat schon sehr gut. Die Vorarbeit zu "In Flammen“ ruhte ja in Form meherer Basics über Jahre hinweg im Archiv meines Bruders. Nach seinem Weggang von Weissglut liess er mir das Material, welches er mir für die "Watching Rome Burn“ CD noch vorenthielt, endlich zukommen und meinte, ich solle nun das Beste daraus machen. Das habe ich trotz bescheidener Mittel an Geld und Zeit, aber mit um so mehr Gefühl dann getan, und Lars hat in altbewährter Weise seine Beiträge geleistet. Das wird so vor etwas mehr als einem Jahr gewesen sein. <<
War dein Bruder noch in irgendeiner Form an den Aufnahmen zu "In Flammen" beteiligt? In wie weit unterschied sich die Arbeit an "In Flammen" von den Alben der Vergangenheit?
>> Mein Bruder leistete eben nur die Vorarbeiten zu den Stücken, wo seine Handschrift unverkennbar zum Tragen kommt. Weder Lars noch mein Bruder waren mit mir im Studio. Jeder arbeitete auf seine autarke Weise alleine und tat sein Bestes. Das unterscheidet sich von unserer alten Arbeitsweise. Damals probte man gemeinsam, entwickelte, feilte gemeinsam, ohne ein Veto befürchten zu müssen, jeder für sich, ganz frei. <<
Welche Assoziation verbindest du mit dem Bild des Feuers und der Flamme? Die vernichtende und zerstörerische Kraft, das reinigende Element, die Erneuerung und die Wiederauferstehung, wo aus der Asche etwas Neues erwächst?
>> Das Feuerprinzip an sich beinhaltet schon recht viel Temperament und inspiriert einen in alter Weise immer wieder neu. Ich bin kein Pyromane, aber etwas an diesem Element muss mich wohl stark faszinieren. Vielleicht ist es mehr die verwandte Spannbreite und Ambivalenz dieses Elements, dem man sich verbundener, ähnlicher fühlt, als dem Element selbst. Astrologisch gesehen bin ich ja ganz und gar Luft, Wasserrmann Waage. Auch in apokalyptischen Zusammenhängen spielt Feuer für mich eine tragende Rolle. Vielleicht rührt
vieles auch aus nur im Unterbewussten gespeicherten Zusammenhängen alter Vorleben, in denen Feuer eine zentrale Rolle spielte, sicherlich nicht im vorbildlich guten Sinne, und sicherlich nicht dadurch, dass ich selber etwa Opfer der Flammen war. Mein Standort in damaliger Zeit dürfte nach allem, was darauf hindeutet, vor und nicht auf dem Scheiterhaufen gelegen haben. Mit "Schuld & Sühne“, einem Samplerbeitrag Von Thronstahls für einen italienischen Sampler, habe ich versucht, diesem Umstand ein reumütiges Denkmal zu setzen. Ich will es nicht beschwören, aber im feurigen Zusammenhang und im Zusammenhang mit eigener Schuldigkeit, sehr tief sitzender Ahnungen und dem, was mir heute begegnet und wie es mir begegnet, liegt der Hund begraben. <<
Wenn du heute auf die Zeit mit Forthcoming Fire zurückblickst, welches Fazit ziehst du dann für dich ganz persönlich? Habt ihr je die Würdigung erfahren, die euch deiner Meinung zustehen müsste?
>> Sicher hatten wir mal gemeint und gehofft, mit Musik unseren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Wir waren zum grössten Teil damals mehr oder weniger sehr arm, sehr mittellos und ich nagte nicht selten am Hungertuch, lebte aber doch ein recht interessantes und spannendes Leben. Da hoffte man schon immer auf Einnahmen und kommerziellen Erfolg, aber wir strengten uns nie so wie andere an, diesem Ziel durch Ehrgeiz und totale Professionalität näher zu kommen. Erfolg, so dachten wir und denken auch noch heute, ist sicher fein, aber nur in der Treue zu sich selbst. Wir sind erstens nie Geschäftsmänner gewesen , zweitens nie wirklich ehrgeizig und drittens keine Opportunisten. Wir berechneten nichts, wir machten unser Ding, lebten unser Leben und nahmen die ganzen wichtigen Musikinstitutionen und deren noch "wichtigere" Vertreter nur so ernst, wie es für uns noch vertretbar war. Man hatte sehr schnell dann ein Gefühl dafür entwickelt, dass man es nicht nötig haben möchte, dem einen oder anderen in den Hintern zu kriechen. Wir waren unverdorbene Jungs aus der mittelrheinischen Provinz und hatten keine Lust uns mit Leuten zu vertragen und zu arrangieren, die uns zu künstlich erschienen, oder zu berechnend. Das konnte so nichts werden. Wir waren für die falschen Nettigkeiten dieses Betriebs zu sehr naturbelassen. <<
Was denkst du über all die Bands, mit denen ihr als Forthcoming Fire im Laufe der Jahre zusammengespielt und die Bühne geteilt habt, die sich aber aus Opportunitätsgründen öffentlich meist von euch distanziert haben?
>> Ich kann die Leute verstehen, gerade die, die mit ihren Platten und CDs auch sich selber mitverkauft haben. Die meisten sind berechnende Geschäftsstrategen und oberflächlich betrachtet nette Leute, und mit netten Leuten lassen sich nette Gespräche führen, die auch etwas bühnenhaftes haben in ihrer Art und Weise, einem etwas vorzumachen. Einige davon kann man trotzdem mögen. Man nimmt sie wie sie sind und es kommt auch immer darauf an, ob die Leute sich im privaten Gespräch mit einem Journallisten von einem distanzieren, oder mehr öffentlich. Man darf nicht vergessen, dass auch die Independent Kultur trotzdem ein Showbusiness ist, und dass es jenseits der Bühne und Kulissen noch ein Leben gibt. Hinter vielen antifaschistischen Statements vieler Macher, Musiker, Manager etc., die eine ablehnende Haltung gegen mich in der Öffentlichkeit suggerieren sollen, warten dann private
Einladungen, Cola Whiskey und eine Menge gute Laune auf mich und man amüsiert sich über die gelungene Antifa-Show, die, auf das Musikbusiness bezogen, wirklich meist auch nur eine Show ist. Campino und die Ärzte, Westernhagen und andere mögen es ernst meinen und brauchen aufgrund ihrer Millionärseinnahmen auch das Gefühl, wenigstens hier noch heldenhaften Einsatz zu zeigen. Wo sonst auch? Aber in der Wirklichkeit des echten Lebens ist das Theater. Das Leben nimmt in Wirklichkeit keinen Anteil an der Betroffenheitsschau, die man nach aussen hin an den Tag legen muss. Ich will keine Namen nennen, aber es ist auch kein Geheimnis, dass die meisten Unterzeichner irgendwelcher „Grufti gegen Irgendetwas“ sich regelmäßig ihre Drinks mit mir schmecken lassen, wann immer sich eine Gelegenheit bietet. Es ist ein Showgeschäft, das sagt alles: „Schau“ und „Geschäft“. Dahinter ist immer ein wirkliches Leben. Wir versuchten unsere Wirklichkeit auf der Bühne und jenseits der Bühne zu leben. Damit eckt man an, verbaut sich viel, hat aber den Bonus der Wahrhaftigkeit auf seiner Seite. <<

Würdest du dich selbst als Künstler bezeichnen? Wenn ja, welches Ziel verfolgst du mit deiner künstlerischen Arbeit? Ist Selbstverwirklichung das alleinige Motiv? Bei jemandem, der so stark auf soziale und politische Themen Bezug nimmt wie du, mag ich das nicht recht glauben wollen.
>> Ich habe mich schon sehr früh immer dagegen verwehrt, mich als Künstler zu betrachten, weil ich eher dazu neige, die Kunst zu meinen Zwecken zu missbrauchen, statt ihr einen Altar zu bauen. Und es ist ja so, dass ich weder eine Kunst beherrsche, noch genügend künstlerische Kenntnisse besitze. Ich funktioniere eher intuitiv. Rational oder nach Takten beispielsweise geht musikalisch bei mir gar nichts, weder live noch im Studio. Ich bin nicht nur kein Künstler, ich bin nicht mal ein Musiker, auch wenn ich mich manchmal der Einfachheit halber als ein solcher bezeichne. Durch den Punk habe ich den Zugang bekommen, Musik und Kunst für mich zu nutzen. Was von aussen betrachtet wie Handwerk mutet, ist meinerseits einfach nur Emotion. Ich verstehe nichts von den Gesetzmässigkeiten, den verschiedenen Takten, Noten, Techniken etc. <<
Wo würdest du für deine künstlerische Arbeit Grenzen ziehen, die über ein gesundes Maß an Provokation hinausgehen?
>> Für viele fängt ja da erst der Spass an, und je geschmackloser beispielsweise KZ-Leichen hinter der Kunstfassade missbraucht werden, desto deutlicher distanzierenn sich die Schockkünstler hinterher vom Nationalsozialismus. Throbbing Gristle kann ich zurückblickend auf 1978 noch verstehen und nachvollziehen. Ein Stück wie „Zyklon-B-Zombie“ mag trotz aller Provokation, oder eben aufgrund der Provokation, genau zu der Zeit Kunst gewesen sein. Die Sex Pistols hingegen gingen mit "Belsen Was A Gas“ auf der „Rock’n Roll Swindle“ LP von 1979 eigentlich schon zu weit (auf CD-Formaten als "Einmal war Belsen vortrefflich“ tituliert). Der Anspruch der Pistols lag aber auch nicht im künstlerischen Bereich. Ins Deutsche übersetzt würde der Text den Staatsanwalt auf den Plan rufen und könnte allenfalls einer alkohollastigen Nazi-Band zugeordnet werden. Ich bin ein natürlicher Gegner der These, das nach Ausschwitz kein deutsches Gedicht mehr möglich sei. Aber ich bin auch gegen jegliche Leichen fleddernde Schockierkunst, oder gegen Auschwitz-Gebeine als CD-Artwork, ganz egal wie es gemeint oder nicht gemeint ist. <<
Besitzt die Kunst als erneuerndes wie auch kritisches Element innerhalb der Gesellschaft heute überhaupt noch den Stellenwert, der ihr beispielsweise Ende der 60er Jahre noch zugemessen wurde? Denkst du, dass die Menschen heute überhaupt noch bereit sind, für ihre Ideale auf die Strasse zu gehen? Hätten viele nicht gerade jetzt, wo sich selbst SPD und Grüne immer mehr von ihren sozialen Inhalten verabschieden, Grund auf die Strasse zu gehen und gegen eine Poltik zu demonstrieren, die unsozialer nicht sein könnte? Wie bewertest du vor diesem Hintergrund die Wahlerfolge der rechten Parteien in den "Neuen Deutschen Bundesländern"?
>> Hier können und müssen wir von den Menschen in den neuen Bundesländern lernen. Wir „Westler“ sind aufgrund unserer Erziehung und der ganzen lähmenden Mechanik, die das Westleben an den Tag legte, so gängelbar und bewusstlos geworden, dass es der Vorbilder im Osten Deutschlands bedarf. Dort stehen die Menschen eben zehnmal eher auf und gehen auf die Strasse, weil ihr Leben zehnmal näher an der Wirklichkeit spielt. Den Bezug zum wirklichen Leben hat der „Westler“ in seiner Überflusskultur doch lange schon verloren. Wir reden, sind unzufrieden und schlafen in dieser Unzufriedenheit mit den dazu gehörigen Existenzängsten ein. Der Ostler macht sich schneller Luft und lässt sich weniger lang verarschen. Er hat ein gesundes Bauchgefühl, das wir mit unserer Sattheit jahrzehntelang eingeschläfert haben. Wenn jemand aufsteht, dann der Ostler, und wir ziehen allenfalls träge nach. SPD, Grüne, FDP, das ist degenerierter Müll. Da geht es um Profilneurosen, Macht, Korruption und Karriere, aber doch nicht um Mehr oder Höheres. Auch bei den Rechtsparteien mögen Profilneurotiker und Psychos mit im Rennen liegen. Entscheidend aber ist, dass Glaubwürdig wirkt, wer näher am Leben und an der Wirklichkeit lebt und spricht, und das tun die Rechten Parteien definitiv mehr als die etablierten. Ein Typus wie Guido Westerwelle kann im Osten nicht punkten, weil er von dort aus betrachtet wie ein künstlich erschaffener Mensch wirkt, der nicht mal etwas Vorbildliches ausstrahlt. Gewisse etablierte Politiker strahlen eben nur eins noch aus, nämlich dass sie den Bezug zu ihrem Land nur noch spielen können und ihr Volk auch gar nicht kennen. Was hier bei den etablierten Parteien läuft ist Hochverrat und Ausverkauf, und dagegen stehen die Menschen zuerst einmal im Osten auf. Was ich schade finde an den rechten Wahlerfolgen ist zum einen die Tatsache, dass in der Stunde dieser großen Chance die rechtspolitische Besetzung zwar die richtigen Argumente
hat, aber nicht die Charismatik, die von Nöten wäre, die Menschen langfristig auf Kurs zu bringen. Und ich gönne jemandem wie Dr. Frey und der DVU eben keinen Erfolg, weil dieser Mann auch diese Erfolgsmöglichkeit mit seiner Dumpfbackigkeit und dem falschen Spiel, das er schon immer trieb, eben wieder zunichte macht. Die Kunst hat viel an erneuernder Elementarkraft in den letzten zehn Jahren eingebüsst, weil der Apparat der Political Correctness kastrierend auf alles eingewirkt hat, was noch irgendwie nicht ins System dieser Linientreue passte. Was ist denn neu oder noch überzeugend daran, wenn Campino, Frau Maischberger, Sabine Christiansen, Die Ärzte, Marius Müller-Westernhagen, Michel Friedmann und Wolfgang Niedecken gegen Nazis reden und ihren Aufstand auf’s Parkett legen. Wen soll denn das mitziehen? Was soll denn das bewegen? Diese Leute haben, ob sie es wahr haben wollen oder nicht, die freie Rede erst eingeschläfert und würden auch die Kultur auf diktatorischste Weise nur für sich sprechen lassen, wenn sich das Terrain der Kultur notfalls auch mit Gewalt gegen Rechts verteidigen liesse. Nach so viel kultureller Unterdrückungsmechanik ist eines offenbar: nämlich der Paradigmenwechsel. Eine neue rechte Musik und Aufstandskultur wird sich den Weg bahnen. Meine Sorge und meine Hoffnungen diesbezüglich beziehen sich auf das Niveau. Ich wünsche mir eben einen radikalen, aber ebenso feinfühligen wie gewaltigen Um- und Aufbruch. Mehr im Sinne junger stolzer Dichter und Liedermacher, deren Kampfesgeist aber nicht mehr von Hass und Angst und Neid und Verbissenheit geprägt sein darf. Ich habe es ja schon öfter an verschiedenen Stellen gesagt, und sage es gerne wieder: wenn die Rechte das Liebeselement für sich entdeckt und die Kraftreserven, die darin zum Tragen kommen, wenn Verbissenheit , Verhärtung und Verkrampfung sich lösen, was im Ansatz schon geschieht, wenn sich das rechte Leben aus seiner winterlichen Starre löst und zu fliessen beginnt, dann ist Revolution. Dann kippen hier die Pole, dann packt das Establishment ein. Und das Wunder, das unausbleibliche, wäre dann demzufolge, dass Deutschland zur Mitte fände und Links und Rechts sich plötzlich näher ständen. Die Opas von heute sind eben nicht mehr die Landser von gestern. Gestrig wirken heute die Niedeckens, Westernhagens und etablierten Millionärslautsprecher eines Establishments, deren Angst in einigen Punkten wirklich begründet ist. Wie gesagt, Hoffnung und Sorge. Wenn ich Dr. Frey sehe und was der mit seinem Millionenbudget in Bewegung setzt, dann habe ich Grund zur Besorgnis. Der Rückschritt, der ihm auf der Stirn steht, zielt gar nicht einmal auf 1933 hin, wie die Paranoiden das meinen, sondern auf 1950. <<

"In Flammen!" hast du Reinhold Elstner, einem vertriebenen Sudetendeutschen und Ostfrontkämpfer gewidmet, der sich 1995 vor der Feldherrnhalle in München selbst verbrannt hat, weil er mit seinem Freitod ein Zeichen gegen die Pauschalverurteilung aller Deutschen im Bezug auf ihre Schuld am 2. Weltkrieg setzen wollte, der in seinem Brief aber auch die Zahl der in den KZs ermordeten Juden anzweifelt. Warum widmest du ausgerechnet ihm dieses Album? Bugsierst du dich mit solch einer Widmung nicht auch unweigerlich in die Nähe derjenigen, die die "Auschwitz-Lüge" propagieren und lieferst ihnen Argumente für eine Verurteilung auch deiner Person frei Haus, so nach dem Motto: "der Klumb ist ein Anhänger der ´Auschwitz-Lüge´"?
>> Zuallererst mal habe ich ja kaum noch etwas zu verlieren, momentan jedenfalls, und seinen Ruf hat man eh weg. Und was Gegner mir an Anklagen noch so zurecht schmieden oder wer mich wohin rückt oder wohin ich mich selber rücke, darüber mache ich mir keine Gedanken. Vor jeder Überlegung was mir schaden könnte, rangiert immer ein aufrichtig ehrliches Begehren der Wahrheit auf den Grund zu kommen, egal als wie unberührbar oder heiss etwas gilt. Ich bin nicht diplomatisch. Sich freiwillig zu verbrennen, bei lebendigem Leibe, ist eine Sterbensart, die schon einer absoluten Intention bedarf und von ungeheurem Mut zeugt. Natürlich mag auch ein fanatisches Element in solchen Fällen eine Rolle spielen, man denke an die Kurden, die sich in vergangener Zeit in Brand setzten, um auf ihre Unterdrückung hinzuweisen. Das Thema Auschwitz ist ein immens heisses Eisen, aber auch da bleibt nichts beim alten. Interessant ist in diesem Zusammenhang aber doch, dass gerade der Leitende „Spiegel" Redakteur Fritjof Meyer die Zahl der Ausschwitz-Opfer (2002) um neunzig Prozent reduzierte, ohne dass ein Aufschrei der Entrüstung durch das Land gegangen wäre (Zeitschrift Osteuropa, 52 Jahrg. Nr. 5 Seiten 631-641.) Mit diesem Artikel hat sich ein leitender „Spiegel“-Redakteur auf revisionistisches Terrain begeben. Bisher ohne staatsanwältliches Einschalten, ohne öffentliche Diskusion, ohne Presseschlagzeilen etc. Seltsam, aber nicht unerklärlich. Im grossen und ganzen aber darf bei all den Zahlen dennoch
nicht ausser Acht gelassen werden, dass am Prinzip Auschwitz nichts verschönt werden muss, auch wenn ein „Spiegel“-Redakteur die Zahlen herunter revidiert. Gestorben und gemordet wurde dort trotzdem, und menschliches Leid aus der Perspektive auch nur eines Menschen, einer Familie, haben ihr Gewicht. Ich verachte die Instrumentalisierung des Holocaust auf der einen Seite genauso wie den Zahlenzauber manches Revisionisten, der hinter den Opferzahlen keine Menschen mehr sieht. Im Zusammenhang mit Auschwitz und der Geschichte an sich interessiert mich die ganze Wahrheit, und da, wo Tabus sich auftun und ein Thema nicht von allen Seiten beleuchtet werden darf, muss etwas im Argen liegen. <<

Die Verteufelung und Pauschalveruteilung der Generation der Väter, die im 2.Weltkrieg gekämpft haben, ist ein immer wiederkehrendes Motiv in deinernArbeiten, sowohl bei Forthcoming Fire als auch bei Von Thronstahl. Welche Motive hast du, dich diesem Thema immer wieder hinzugeben und auf diese Veruteilung einer ganzen Generation von Vätern hinzuweisen?
>> Das war eines der großen Themen der 68er Generation, in deren Tradition nette Menschen wie Campino von den Toten Hosen und Langweiler wie Wolfgang Niedecken von BAP sich heute noch bewegen und dabei furchtbar alt aussehen. Diese Haltung gegenüber der Grossväter Generation ist in keinster Weise mehr revolutionär. Das Recht, die Fragen zu erheben, war durchaus gegeben, aber der Fehler der 68er bestand darin, mit der Frage auch immer gleich die Vorverurteilung zu formulieren. Eine gnadenlose Geschichte. Meine Haltung diesbezüglich macht sich nicht alleine am deutschen Soldaten fest. Man denke auch an die Vietnam-Veteranen oder an die Russischen Soldaten des Afghanistan Krieges, die heute in Moskau und St. Petersburg als Invalide im Rinnstein sitzend ums Überleben betteln müssen, mit dem Gefühl, mehr als nur die Gliedmaßen verloren zu haben. Diese Männer, die ihr Leben eingesetzt haben im Bewußtsein, jede Minute sterben zu können, sollten respektvoll behandelt werden, insbesondere, wenn sie Beine oder Arme verloren haben. Es steht denen, die nicht im Feuer standen, einfach kein Urteilsspruch zu. Ich habe einfach Respekt vor den Veteranen, schon immer gehabt. Und wer als siebzehnjähriger keine Wahl hatte den Wehrdienst zu verweigern, wer an der Front mit dem Tod auf Tuchfühlung stand, der gehört von seinen Söhnen und Töchtern weder verurteilt noch gerichtet. Die Leute vergessen in ihrer lieblosen Gutmenschlichkeit, dass der Angeklagte vor ihnen ihr Vater oder Großvater ist, der Mann, der ihnen das Leben mit ermöglichte. <<
Was verbindest du für dich ganz persönlich mit dem Begriff des "Reiches", den du ebenfalls immer wieder thematisierst?
>> Ich mag die Idee Stefan Georges vom "Geheimen Deutschland" sehr. Ein von Idealen geprägtes Reich, das nicht greifbar werden kann unter den gegebenen Voraussetzungen des irdischen Lebens an sich. Weltlich betrachtet behagt mir die Idee des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ sehr, und vorbildlich in militärischer Weise glänzt mir das Römische Weltreich. Der Begriff des Reiches bildet aber immer wieder auch ein Gegengewicht zu Demokratie und Liberalismus, die mir keine Nährwerte bieten. Ich hege ganz natürliche Vorbehalte gegen alles, was man gemeinhin als Demokratie und Liberalität verkauft und exportieren möchte. <<
Ist dies nicht aber eine sehr idealisierte Vorstellung von dem, wie das Leben in solch einem Reich sein könnte? Verurteilst du Demokratie und Liberalismus von ihrer Grundidee her, oder vor dem Hintergrund dessen, was die Politik daraus gemacht hat?
>> Exakt, und eben, weil ich die Welt mit idealisierenden Augen betrachte, kollidiere ich oft mit der Wirklichkeit. Ich hab immer ein Ideal vor Augen und das reale Leben ist so furchtbar unidealistisch trocken und scheint immer nur gerade die billigsten Möglichkeiten anbieten zu wollen. Ich hege einfach eine angeborene, unbedingte Abneigung gegen alles, was mit demokratrisch liberalen Duftmarken behaftet ist. Ich kann die Überzueugung nicht teilen, dass eine Mehrheit den Verstand für sich gepachtet hat. In einer Schrift von Gerhard von Allerseelen hat mich einmal eine Aussage sehr fasziniert, die besagte "dass es in der Welt der Kinder nur die Monarchie als Staatsform gäbe". Das mag viel mit naiver Sichtweise und eben jener idealistischen Betrachtungsweise zu tun haben und korrespondiert auf schöne Weise mit dem Jesus-Zitat "Und wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ... denn ihnen ist das Himmelreich". Womit ich sagen möchte, dass dieser ganze plutokratische Dreck, mit dem der Liberalismus und die Demokratien behaftet sind, in ihrer aufgeklärt rationalistischen Weise viel mehr an Unschuld entbehren als etwa die Institution eines Reiches wie es mir gefallen würde. Das Reich kennt keinen Zufall. Es mag eine äusserlich harte Schale besitzen und entsprechend autoritär in Erscheinung treten, aber innerlich muss es von einer Liebe zum Volk, zum Land und zu einer überweltlichen Instanz geprägt sein, die auf eine Art magische Weise liebevolle Zusammenhänge schafft und das Leben auf eine Weise bindet, die eine niveauvolle glückvolle Freiheit gebiert. Was strahlen denn die Vertreter der Demokratien und des Liberalismus heute anderes aus als Karrierestreben und Selbstbeglückung? Ich will ja gar nicht zurück in ein III. Reich, nicht mal zurück nach Rom in seiner höchsten Erhebung. Ich träume ja lieber von etwas noch nie Dagewesenem, einem liebevollen Diktator und einem freiheitlich totalitären System ganz neuen Adels. Ich denke bewusst naiv und idealistisch. Lass mich zum Abschluss dieser Antwort aber vielleicht eine kleine Begebenheit anführen, deren Beispielhaftigkeit kennzeichnend ist für das heutige Selbstverständnis der Demokratie auf alltäglichem Laufniveau. Es dürfte so zwei Jahre her sein, da habe ich zum Aufbessern meiner Kasse einmal wieder einen lukrativeren Job angenommen, der aus zehn Stunden warten und zwei Minuten Arbeitseinsatz bestand. Es ging darum, im Rahmen einer Büchermesse für wirklich erlesene bibliophile Kostbarkeiten für meinen Auftraggeber den Kaufanspruch an einem sehr wertvollen Buch anzumelden. Die Sache läuft so ab, dass man sich im allgemeinen sehr früh vor dem Veranstaltungsort einfindet und mit sich einen Zettel trägt, auf welchem der Auftraggeber den Buchtitel notiert hat und die Katalognummer. Es geht nun darum, dieses sehr begehrte Objekt dadurch zu erwerben, dass man möglichst als erster kommt, sich einen Startplatz sichert und dann auf die Sekunde genau, in welcher die Messe eröffnet wird, gemeinsam mit den anderen sogenannten "Läufern" so schnell es eben geht den jeweiligen Standort innerhalb der Messe anläuft und dem Eigentümer den besagten Zettel als erster in die Hand drückt, womit der Kaufvertrag dann wohl zu Stande kommt. Zusammen mit einem weltanschaulich benachbarten Freund fanden wir uns um 5 Uhr in der Frühe vor der Halle ein, um uns damit einen vorderen Startplatz zu sichern. Gegenseitig baut man hier einfach auf einen Ehrenkodex, der dem, der am frühesten da ist, den vordersten Platz zum Starten zugesteht. Vor uns waren zwei Afghanen am Start, die nichts dem Zufall überlassend daraus einen Sport kreierten und sich bereits um 4 Uhr früh vor der Halle eingefunden hatten und sich mit sportlichen Lockerungsübungen fit hielten. Ihr Auftraggeber hatte sie auf extrem teure Objekte angesetzt und entsprechend hoch ist der Lohn für den Fall, dass man den Zuschlag erhält und der erste am Objekt ist. Wir also, die wir uns so sehr früh vor der Halle einfanden, in Eiseskälte, vertraten die Abteilung derer, die sich an die Spielregeln zu halten gedachten und auf Fairness plädierten. Die Afghanen sahen das mit uns gemeinsam nicht anders. Um 8 Uhr wurde dann wenigstens schon mal das Foyer geöffnet, so dass man nicht mehr in der Kälte harren musste. Von da an fanden sich weitere Läufer ein und es war Ehrensache, dass niemand dem anderen seinen Platz streitig macht. Gegen 10 Uhr waren ca. zwanzig Läufer am Start und um 12 Uhr ca. dreissig. Gegen 14 Uhr begann man allgemein sich vor dem letzten Portal in Position zu stellen um sich den Startplatz zu sichern. Man hatte einen guten Überblick darüber, wer wann kam und wo zu stehen hatte. Dann jedoch fand sich eine Gruppe von Studenten ein, die uns sehr schnell den Eindruck erweckte, als letzte kommend die vorderen Plätze beanspruchen zu wollen, und zwar per Ellenbogen. Und da setzten wir unser Veto ein und zwar aufgrund der studentischen Ellenbogentaktik, sofort und eindeutig drohend. Die Studenten nahmen es locker und versuchten die Situation zu überspielen. Mit etwas Nachdruck verwies ich noch einmal darauf, dass, wer sich nicht an die Spielregeln hält, einfach was in die Fresse kriegt. Irgendwer aus dem Haufen liess dann verlauten, dass unser Auftreten hier ziemlich militant sei. Mein Begleiter, der nicht zimperlich, aber etwas gelassener als ich, aus der härtesten und mit rechtestem Ruf behafteten Münchener Studentenverbindung stammte, versuchte den Leuten im Guten zu erklären, dass wir hinter unserem militanten Anschein einfach nur ein gewisses Ordnungsprinzip gewahrt sehen möchten und für die Einhaltung der Regeln plädierten. Ich meinerseits unterstrich noch einmal meine Gewaltbereitschaft um die Ordnung durchzusetzen und warf den Studenten Asozialität und Unsportlichkeit vor. Weil ich eine Vermutung darüber hatte, wo diese Typen weltanschaulich einzuordnen waren, stellte ich die Behauptung auf, dass der Verein, der hier in asozialer Weise die Ordnung ausser Kraft setzen wolle, bei den nächsten Wahlen dann aber sicherlich FDP, SPD oder die Grünen wählen würde. Ein vorlauter Sprecher konterte genau in die von mir erwartete Richtung, indem er mich fragte, wo unsereiner denn sein Kreuzchen macht. Ich erwiderte, dass wir nicht zur Fraktion der Wahlgänger und Kreuzchenmacher gehören. Und dann sagte der Mann genau das, was ich von ihm zu hören hoffte. "Hey, das finde ich ja völlig daneben, damit verschenkt ihr eure Stimme an die Braunen“. Und hier konnte ich jetzt ganz hervorragend meine Rede platzieren und erklärte den Leuten, wie sehr daneben es mir erscheint, dass demokratisch gesinnte Studenten, die sich bei SPD, Grünen und FDP engagieren, gegen Nazis und den Faschismus stehen und ihre Stimmabgaben nicht dem Zufall überlassen wollen, dass die im richtigen Leben, da wo sich Charakter und Weltanschauung bewähren sollten, dann doch lieber auf Unfairness und den Ellenbogen zurückgreifen möchten, zur Erlangung ihrer privaten Ziele, um sich hinterher dann wieder hinter die demokratische Grundordnung zu stellen. Ich tat ihnen kund, wie beschissen sie mit ihrer demokratrischen Gesinnung da stehen, wenn wir, die rechtsradikalen Nichtwähler, die Grundordnung des Fairplays ausgerechnet vor ihnen sichern müssten. Aber so ist das auch allgemein mit den Vertretern der Demokratischen Grundordnung. Auf dem alltäglichen Feld der Bewährung ist ihnen der Ellenbogen für ihr Karrierestreben und die vorderen Plätze im Leben immer näher als eine Ordnung, die auf sie bezogen so verbrieft wie papieren wirkt. Sie nehmen sich die Freiheit sich selbst der nächste zu sein. Eine Volksgemeinschaft kann mit solchen Leuten nicht funktionieren. <<
Letzten Endes schilderst du hier einen Einzelfall, den man, finde ich, nicht verallgemeinern sollte. Kannst du deine Kritik an unserem Gesellschaftssystem noch weiter konkretisieren?
>> Was ich hier zum Ausdruck bringen möchte ist das Verhältnis systematischer Tyrannei gegenüber meinem Hirngespinst eines freiheitliche Totalitarismus auf höherem Niveau. Für viele ist es schwer nachzuvollziehen, wenn ich behaupte, dass die Tyrannei meines Erachtens der Demokratie näher steht als meiner Vision eines Systems, welches man als totalitär bezeichnen könnte, wobei ich echte Freiheitlichkeit auf gesundem Niveau auch eher mit meiner Vision des Totalitarismus als etwa mit der Demokratie in Zusammenhang bringe. Die westliche Demokratie ist für mich nicht mehr als die Clownsmaske, unter welcher die Tyrannei der Wirtschaft ihr ungebremstes, sehr hintergründiges Unwesen treibt. Betrachten wir uns nur einmal die heutige Generation der politischen Kaste. Ein uncharismatisches Sammelsurium an korrupten Emporkömmlingen und von Ehrgeiz getriebenen Selbstdarstellern, die sich nicht als Diener ihres Volkes verstehen, sondern Vasallen der Wirtschaft sind. Otto Schily, Joschka Fischer und der ein oder anderen Ausnahmeerscheinung mag ich noch Format und Charisma zugestehen, so wie ich Gerhard Schröder zugestehen muss, dass er, obgleich politischer Gegner, doch ein sympathischer Kerl ist. Alles in allem aber werden wir nicht von souveränen Politikern regiert, sondern von Wirtschaftsbossen und deren Aufsichtsräten. Die Schwäche unserer Politiker ist ihre Anbhängigkeit zur Wirtschaft und deren Spitzen. Die Politik soll nichts anderes mehr tun als den Schein wahren, das Gefüge in relativer Ordnung halten und wie ein Ansprechpartner wirken. Die Tyrannei, von der ich
rede, ist nicht politischer Natur, sie ist sehr privater Natur, weil sie uns alle mitten im realen Leben trifft. Globalisierung, Dynamik, Flexibilität sind nur drei der massivsten propagandistischen Zauberworte, mit welchen die Spitzenmanager der Supertyrannei ihren faulen, aber für sie unglaublich lukrativen Zauber im System verankern wollen. Flexibilität ist Tyrannei. Vor den Wirtschaftsbossen verkommen wir zu nummeriertem Stimm- und Konsumentenvieh. Unser individuelles Leben, unser Standort, unsere Gebundenheit in Tradition, Umgebung, Familie, all das interessiert den Manager nicht, der einen Menschen nach seiner Arbeitskraft berechnet. Sie sagen uns, ihre flexible Heilslehre würde Vereinfachung bringen, Erleichterung etc., aber kein Spitzenmanager hat unser Wohlergehen im Sinn. Während sich unser Arbeits- und Privatleben verstrickt und verkompliziert wird es für die Obrigkeiten immer einfacher den Menschen, der nur noch die Quersumme seiner Pincodes ist, durch welche er sich ausweist, um noch an dem, was er Leben nennt, Anteil zu haben, zu kontrollieren und zu manipulieren. Die Nummern, zu denen wir gemacht werden, sollen in ihrer Flexibilität nur eines, nämlich den Motor der Plutokraten so effektiv wie nur möglich am Laufen halten, und zwar auf Hochtouren, weil die Schweine den Hals ja nicht vollkriegen. Die neue Welt, die man um dieses Nummern-, Konsumenten- und Arbeitervieh errichtet, unter Zerstörung der alten Gefüge, ist eine Welt aus Ikea-Mobiliar, Fastfood, Pauschalurlaub, Billigmärkten, weil wir uns vor allem und einzig nur beim Preis nicht
verarschen lassen, „Big Brother-„ und „Dschungelcamp“-TV, Erotikmessen und gezüchtete Superstar-Popsülze. Der Friede innerhalb dieses Gefüges ist tot, weil all das kein Leben hat. Es ist unterstes Niveau. Aber es funktioniert. Unser Leben besteht in den Arbeitspausen dann nur noch aus Pfennigfuchsereien, Happy Hour, Pfandmarken sammeln, Digits, Pineingaben und Überziehungskrediten. Wir müssen endlich einsehen, dass wir von oben als Vieh betrachtet werden, das seinen Zweck zu erfüllen hat. Was an Menschlichkeit in dieser Systematik noch Fragen offen lässt, beantwortet die Art und Weise, wie und unter welchen Umständen unsere Ältesten heute aus dem Leben scheiden müssen. Hier wird nur noch alles berechnet, auf Effizienz und Nutzen. Noch nie in einer Epoche wurde westlicherseits soviel von Menschlichkeit geredet wie heute, noch nie wurden Menschenrechte verbal so verteidigt
wie heute, aber solange die Wirtschaft hinter dieser Art von Menschlichkeit waltet, kann die Qualität des Menschseins nur auf der Strecke bleiben. <<

Wenn du und mit dir andere Menschen dieser Thematik so bewusst sind, warum kämpfen so wenige ernsthaft gegen dieses System an?
>> Man muss, sobald man einen Durchblick gewonnen hat, die ganze herrschende Systematik nur noch abwartend von aussen betrachten. Es macht keinen Sinn jetzt eingreifend etwas verändern zu wollen. Wir steuern einem Kollaps entgegen, der unvermeidbar ist und auch gar nicht vermieden werden soll. Das ist keine fatalistische Sicht der Dinge, sondern ganz reale Einschätzung. Man muss hier nichts wirklich mehr bekämpfen. Es genügt einfach, wenn ein Mensch sich die Treue hält und seine Position vertritt und verteidigt. Wir können das Ende der Finzanoligarchie und aller falschen Systematik proklamieren, aber es fällt uns nicht zu, deren Fall durch Gewalt mit herbeizuführen. Diese Systematik fällt sich selbst zum Opfer und zieht sich selbst in die Tiefe, mit allem, was ihr anhängt. Alles eine Frage der Zugehörigkeit und Verbundenheit. <<
Du hast bereits vor Jahren den gewaltsamen Tod der beiden Wirtschaftsbosse Karsten Rowedder, Chef der Treuhand, und Alfred Herrhausen, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, durch die RAF thematisiert und angezweifelt, dass die RAF der Drahtzieher dieser Anschläge war. Neuere Buchveröffentlichungen scheinen diese These zu untermauern und ein zwielichtiges Bild auf das werfen, was viele unter dem Begriff der Menschlichkeit verstehen.
>> Durch die aktuelle Buchveröffentlichung eines ehemaligen Spitzenbankiers, John Perkins’ „Geständnisse eines Wirtschaftsattentäters“ erfährt die umstrittene "RAF-Phantom"-These von Mitte der neunziger Jahre eine neuere Bestätigung. Ein mutiges und kompetentes Autoren und Journalistenduo hatte nach sauberer Recherche in den neunziger Jahren die mutige Behauptung aufgestellt, dass weder der Mord an Alfred Herrhausen noch an Karsten Rowedder - man möge sich im Internet über diese beiden verantwortungsbewussten Ausnahmerscheinungen informieren - auf das Konto der RAF gingen. Damals, 1995, wie heute behaupte ich, dass die Beschäftigung mit diesen und ähnlichen Mordfällen den interessierten Leser auf Spuren führen, die ihn veranlassen werden, die Welt und ihr Gefüge mit anderen Augen als bisher zu betrachten. Es darf, nachdem nun auch John Perkins seine
Betrachtungen mit ins Spiel bringt, schwer davon ausgegangen werden, dass der IWF (Internationale Währungsfond, Anm.d.Verf.), die Weltbank oder Spitzenvertreter des Geldadels ihre Interessen nicht nur mit Erpressung und diktatorischer Härte durchzusetzen verstehen, sondern da, wo es ihnen unbedingt nötig erscheint, in regulierender Weise auch per Auftragsmord in Aktion treten. Auch diesen Kräften bedeutet Demokratie nicht mehr als eine Maskerade zum Zweck der die Mittel heiligt. Wo immer in der Welt der Wirtschaft und der Politik ein mutiger Einzelner die Absicht hegt, im Alleingang und von Verantwortungsbewusstsein, Moral und Gewissen getrieben die Welt oder nur das Gefüge im Land verbessern zu wollen, geht er in den Augen der Finanzoligarchie womöglich zuweit und wird gestopt. In Bezug auf die Bekennerschreiben der angeblichen RAF war im Mordfall Herrhausen von der "faschistischen Kapitalstruktur" zu lesen, in welche Herrhausen angeblich massgeblich verstrickt war. Die plutokratischen Schweinereien des Geldadels, welche im falschen Bekennerschreiben fehlinterpretierend als faschistisch bezeichnet werden, waren aber genau das, wogegen der Bankier Alfred Herrhausen aufstand und weswegen er mit dem Leben bezahlen musste. Ich will hier nicht ausführlicher werden, will den einen oder anderen nur auf die Spur setzen und sage, wie vor zehn Jahren schon, beschäftigt euch mit Rowedder und Herrhausen, steigt in deren Thematiken und Biografien und ihr plötzliches Ende ein, und euer Leben, wie ihr es bis dahin betrachtet habt, ist nicht mehr das gleiche. Und zur Einstimmung lest ihr George Orwells "1984 ", dann kennt ihr die Richtung, in die alles zielt und betrachtet auch die Themen Terrorismus und Terrorismusbekämpfung, Innere Sicherheit etc. aus neuer Perspektive. In "1984" wird ersichtlich wie nützlich es der Systematik ist, wenn der "Grosse Bruder" den zu bekämpfenden Terror selbst insziniert. Manchmal, und bezogen auf unsere Wirklichkeit, genügt es auch, mit den gegnerischen Kräften zu balancieren und zu jonglieren, was bisweilen effizienter sein kann als deren Bekämpfung, denn was sich nach meinem Ermessen von mir bewegen lässt muss nicht gebrochen werden. Der Extremismus in Deutschland beispielsweise wird ja auch nicht wirklich bekämpft, sondern in seinen Bahnen gehalten und sowohl kontrolliert als auch reguliert. Aber das ist ein anderes Thema. <<
Du bist also der Auffassung, dass Bombenanschläge gegen die Zivilbevölkerung und der Terror durch die Wirtschaft nur inszeniert werden, um uns ein gesellschaftliches Feindbild zu suggerieren?
>> Sicher kommt in Anbetracht des bombenden Terrorismus der unsere Nachrichtensendungen und Zeitungen beschäftigt keiner auf den Gedanken, dass der Terrorismus gegen das Volk auf subtilere Weise nach wirklich jedem Individuum zielt und greift. Aber wir sollten einmal ein Augenmerk darauf werfen, wie sehr uns diese neuen flexiblen Bewegungsabläufe unser Leben bestimmen und wie sehr wir selber nur noch zu ausführenden, in Bahnen gelenkte Statisten verkommen. Es sind die kleinen trivialen Bewegungsabläufe im Leben, die uns immer mehr mechanisieren. Grundvoraussetzung für die Gängelbarkeit, Bestimmbarkeit und Berechenbarkeit des kontrollierten Menschen ist seine Entwurzelung, nicht nur aus dem Bereich des völkischen, familären etc., sondern auch des
trivialen. In diesem System ist es zwingend den Menschen immer wieder mit neuen Umstellungs- und Neugewöhnungsprozessen aus seinen Bindungen und Gewohnheiten herauszulösen, um ihn eben flexibler, egalitärer und "freier" zu machen. Die Buslinie darf nicht mehr als zehn Jahre lang den bewährten Fahrplan beibehalten, sondern muss beweglich werden, und so oft erneuert werden, dass der Mensch sich in immer neueren Gewöhnungsprozessen wiederfindet oder eben verliert. Selbst unsere Kennwörter und Codes sollen immer wieder erneuert werden. Nicht mal als Nummer dürfen wir Bestand haben. Alles
scheint immer nur für heute und den Moment gelten zu wollen, immer mit der Option versehen, dass morgen alles wieder anders wird. Wir dürfen nicht zur Ruhe kommen, dürfen auf keine Gültigkeiten mehr bauen. Alles ist zeitlich begrenzt und wir werden unserem Empfinden nach ganz zu Eintagsmenschen, Fliegen und vegetierenden Statisten ohne Gestern und ohne Morgen. Es gibt kein Ruhen mehr in sich selbst, keine Verlässlichkeiten ausserhalb. Man gerät ausser sich. Diesen Terror gegen uns haben die Spitzenmanager der Wirtschaft zu verantworten, die nur unsere Funktionalität und Kauf- bzw Arbeitskraft noch interessiert, zum Wohle einer kleinen Elite von Oligarchen, die wissen, dass in einer Demokratie das Geld regiert und nichts anderes. Der Terror, der uns von aussen mit Bomben, Attentaten und Blutvergiessen berührt und beschäftigt, ist im Grunde genau so eine Lüge wie die Innere Sicherheit, um welche es in der Terrorismusbekämpfung geht. Mich würde nicht wundern, wenn in fünfzig Jahren publik würde, dass jedwede terroristische Zelle des 21. Jahrhunderts mit der gleichen Künstlichkeit aufgebaut wurde, mit der sie "bekämpft" wird. Terrorismusbekämpfung und Innere Sicherheit sind heute mehr denn je ein zugkräftiger Vorwand für die totale Kontrolle und Maßregelung eines jeden Einzelnen von uns. Der weltweite Terrorismus und seine Bekämpfung aus ein und der selben fadenscheinigen Hand weist auf einen Haufen nutzniessender Oligarchen im Hintergrund des Geschehens. Macht und Geld, nichts anderes, allenfalls noch ein religiöser Aspekt für die, welche den Mammon als ihren Gott betrachten. <<

Hast du neben den beiden bereits erwähnten Büchern weitere Literaturempfehlungen zu diesem Thema?
>> Neben „Das RAF Phantom“ und „Geständnisse eines Wirtschaftsattentäters“ kann ich ein sehr erbauliches Buch empfehlen, „Wahrheit ans Licht“, welches von jungen Wahrheitssuchern sehr verantwortungsbewusst und zukunftsweisend recherchiert und geschrieben wurde. Die Autoren hinter dem Pseudonym Julius H. Barkas gehören keiner politischen Richtung an und bringen einfach nur Licht in das weltliche Dunkel. <<
Wo würdest du dich selbst politisch einordnen?
>> Rechtsradikal, das ist mir heutzutage die liebste Position, auch wenn ich nach Ausgleich strebe und nach Mitten. Ich will das Etikett weiter tragen, nicht nur meinetwegen, sondern all der Leute auch wegen, die, ohne es zu sein, als solche gebrandmarkt wurden und letztendlich der Leute wegen, die ich als Rechtsradikale sehr schätze. Das sind nicht die meisten, aber sie verdienen meine Wertschätzung. <<
Könntest du in diesem Zusammenhang deinen Begriff von „Rechtsradikalität“ noch etwas ausführlicher erläutern?
>> Rechtsradikal in dem Sinne, dass ich mir für keine Brandmarkung zu Schade bin. Ich nehme jede Etikettierung an, dabei kommt es mir eben so wenig auf Inhalte an, wie meinen Gegnern im Moment der Etikettierung. Ich will nur äusserst klar gestellt sehen, dass ich mich vom Mainstream abgrenze. <<
Wie sieht das Europa aus, von dem du auch in anderen Interviews und vor allem deiner Arbeit mit Von Thronstahl so häufig sprichst? Auf welche kulturellen Wurzeln berufst du dich, wenn du von einem neuen Europa sprichst?
>> Dieses Europa hat Zeit, und die Wurzeln liegen im Abendländischen und im Metaphysischen. Das heutige Europa hat nur einen Motor, nämlich Wirtschaft, und eine beherrschende Macht, die Plutokratie. Das "Geheime Europa" kann momentan nur besungen und beschworen werden, und wenn es zu leben beginnt, dann in uns selbst. Es ist auf dem bestem Wege. <<
Wie würdest du in diesem Zusammenhang den Begriff der "Geistigen Erneuerung" definieren?
>> Vor der geistigen Erneuerung wird erst einmal die Herrschaft des reinen Materialismus gebrochen werden. Die Ansatzweisen zur geistigen Erneuerung kommen gerade im Neofolk selbst, im Metal und anderswo sehr gut und unterschwellig zum tragen. Das Nebulöse herrscht zwar noch vor, aber trotz Meinungsverschiedenheiten in dem einen oder anderen Punkte befindet man sich in knapper Allgemeinheit doch auf dem Weg. <<
Du übst immer wieder auch massive Kritik an der Art und Weise, wie wir Europäer uns die amerikanische Kultur immer mehr aneignen und darüber die eigenen Wurzeln vergessen. Wie würdest du der Jugend und den nachrückenden Generationen genau diese europäischen und deutschen Werte vermitteln? Ist der von der Neuen Rechten so gerne benutze Begriff der "Überfremdung" nicht einer der ausschlaggebenden Gründe, dass diese europäischen und deutschen Wurzeln immer mehr in Vergessenheit geraten?
>> Natürlich ist Über-Fremdung ein zuviel an Fremdem, das ungesunde Relationen schafft. Wenn ich irgendwo in einer U-Bahn Station die Feststellung machen muss, dass ich unter zwanzig Anwesenden der einzige Deutsche bin, dann ist diese Relation schon nicht mehr stimmig, und daran gibt es gar nichts zu diskutieren. Die Krankheit des politischen Hardcore-Gegners besteht ja darin, diesen Zustand noch verschlimmern zu wollen. Ich danke Amerika für Frank Sinatra, Elvis Presley und einiges mehr, was die deutsche Verhärtung auflockern half, aber irgendwann ist gut und wir dürfen uns die Freiheit nehmen, die Zufuhr an zuviel lockerer Süssigkeit zu stoppen und wieder wir selbst zu werden. Und wir sind nun dabei, unser eigenes deutsches Bewusstsein zu suchen, zu fordern und zu finden. Und dieser Drang bricht sich ja längst auch schon im Mainstream seine Bahn. MIA, Peter Heppner, Rammstein und andere sind definitiv keine Nazis oder Rechtsradikale, aber sie gehen ihren deutschen Weg und sie gehen ihn bewußt und ohne Antihaltung. Und sie kommen an, im doppelten Sinne. Man muss gar niemandem die Werte vermitteln, sondern die Fähigkeit wecken, dass man die Werte als solche wieder zu erkennen in der Lage ist, von selbst, weil nur das zur Erkenntnis führt. <<
Weiter geht’s mit dem 2.Teil am 05.02. …
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Michael Kuhlen


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