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Specials :: Listening-Ses ....

Listening-Session mit DISBELIEF
Die Hessen laden zum Probehören und was liegt da näher, als sich im Ruhrpott zu treffen. Gut, dass Cornelius “Corny“ Rambadt seine Fingerchen im Spiel hatte, deswegen hat sich die Band am frühen Nachmittag aufgemacht, um zu besten Berufsverkehrszeiten mit einem kleinen Schlenker über Köln nach Essen zu kommen. Klar, dass unter den genannten Voraussetzungen ein pünktliches Eintreffen der Wunsch Vater des Gedanken ist und so verwundert es nicht, dass die Jungs mit einer runden Verspätung von 45 Minuten auflaufen. Kaum da, war “Jagger“ aber auch schon wieder weg, denn in Sachen Organisation waren noch Knabbersachen zu besorgen und es darf natürlich auch nicht an Brötchen und Aufschnitt fehlen. Selbstredend, dass die Getränke vorher schon da sind, während der Wartezeit ist ein Verdursten also unmöglich. Nachdem die Basics also rangekarrt sind und noch einige nach und nach auf Toilette müssen, können wir uns mit guten 90 Minuten Verspätung langsam dem eigentlichen Grund, warum wir uns heute in Essen versammelt haben, nähern.
Der erste feierliche Akt ist natürlich die Präsentation des Album-Covers, wofür es natürlich Applaus gibt. Erst im Nachgang ist mir aufgefallen, dass zur Bedeutung gar keine Fragen gestellt werden, aber vielleicht war den Anwesenden der Bezug zum Album-Titel „The Symbol Of Death“ auf Anhieb klar. Die ausgestreckten Arme sollen wahrscheinlich nicht das Fieber des Anderen messen, sondern stellen die gekreuzten Knochen dar. Totenköpfe sind auch da und zur Verstärkung rammt jeder dem anderen ein Messer in den Rücken als Ausdruck der sprichwörtlichen Hinterhältigkeit. Da der Korpus jeweils aus massiven Felsformationen besteht, kann dies auch symbolhaft für zwei Staaten stehen, die sich vermeintlich freundschaftlich gesonnen gegenüber stehen aber hinter dem Rücken ganz anders agieren. Eine treffende Momentaufnahme in der heutigen Zeit.

Und sicherlich auch ein erhebender Moment für die Band, die 20 Jahre nach ihrem selbstbetitelten Debüt und nach sieben Jahre Veröffentlichungspause endlich wieder ein Lebenszeichen abgeben. Neue Musiker sowie mit Listenable ein neues Label geben zusätzlichen Aufwind und waren vielleicht sogar Inspiration dafür, dass sich die Spielzeit des Albums mit rund 64 Minuten ausgeweitet hat. Die Inspiration für die Lyrics findet sich tagtäglich in den Nachrichten und der Presse und dreht sich vorwiegend um die nicht mehr nachvollziehbare Gewalt und den Hass des Menschen und in der Welt. Ein weiterer Inspirationsblock lieferte die Serie Game Of Thrones bzw. Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin. Das Album ist in 8 Tagen harter Arbeit entstanden, wobei Schlagzeug, Gesang und Bass im Proberaum von ONKEL TOM aufgenommen wurden. Schaut man sich auf Facebook die Studio-News an, dann stellt man fest, dass das Album unter dem Arbeitstitel „Full Of Terrors“ entstanden ist, wobei man sich wohl aufgrund der aktuellen Geschehnisse für einen moderateren Titel entschieden hat. Doch jetzt soll es endlich mit dem Leitsatz des Abends, nämlich „Die Essenz ist die Musik“, losgehen.

Den Auftakt macht ‘Full Of Terrors‘, ein gut nach vorne gehender Stampfer mit Double Bass-Einlage und eingängigem Riffing, der für einige Nackenrotationen sorgen wird und im Refrain Mitsing-Parts bereithält. Das Stück, das beinahe auch Namensgeber für das Album geworden wäre, hat einen guten Job abgeliefert und die recht hohe Klippe Albumeinstieg locker umschifft. In dieser Art darf es gerne weitergehen.

Mit einem introartigen Einstieg geht es mit ‘The Unsuspecting One‘ weiter, wobei es gewisse Parallelen zum Opener gibt. Das Stück geht ähnlich nach vorne, wird im Mittelteil aufgefangen und knüpft im zweiten Teil wieder an den ursprünglichen Rhythmus an. Die Eingängigkeit ist dabei noch eine Spur ausgeprägter und auch insgesamt packt einen das Stück noch mehr an den Eiern, so dass ich bereits jetzt sagen kann, dass sich jeder weitere Song für das Ranking des besten Stücks auf dem Album mit ‘The Unsuspecting One‘ zu messen hat.

Die klare Ansage von Jagger ist nach den ersten Beifallsbekundungen: „Es wird noch besser!“

Weiter geht es mit dem Titeltrack, das als Midtempo-Stampfer aufgemacht ist und anfänglich die Strophe-Refrain-Strophe-Abfolge einhält, um im zweiten Teil in kurzen Refrain-Passagen überzugehen und dem Stück dadurch eine gewisse Länge verleiht. Eingebaut hat man im hinteren Teil noch eine Instrumentalpassage, eher das Stück zum Abschluss gebracht wird.

Mit ‘Embrace The Blaze‘ folgt Jaggers Lieblingsstück des Albums, was auch gleichzeitig der erste Song in der Entstehungsgeschichte dieses Albums ist. Hierbei handelt es sich um eine straighte Uptempo-Nummer, die nach dem ersten Albumdrittel für ein zufriedenes Zwischenfazit sorgt, denn die Songs gehen bis hierhin gut in Ohr und dürften bei Fans des Genres für Zungenschnalzer sorgen.

Das zweite Drittel leitet ein roher Fast-Forward-Stamper ein, der mit einer ruhigen Instrumental-Passage aufwartet und im zweiten Teil mit Strophe-Refrain-Strophe galoppierend mit satt gesetzten Riffs entwickelt. Mit einer Spielzeit von über fünfeinhalb Minuten entwickelt sich ‘To Defy Control‘ auch aufgrund der Länge zu einem richtigen Monster, bei dem ich noch weiteres Potenzial bei weiteren Umläufen vermute. Das Stück zündet langsam, kommt aber gewaltig!

In Gedenken an Jaggers Papa ist ‘Rest In Peace‘ entstanden. Der Song startet mit feisten Bläsern und versprüht Marschmusik-Feeling, während der stampfende Rhythmus einen direkt mitnimmt. Nachdem die Einleitung die Spannung bis zum Bersten aufgebaut hat, geht das Stück ab und dengelt uns eingängige und süchtig machende Riffs in die Gehörgänge.

Weiter geht’s mit ‘Evil Ghosts‘, ein nach vorne treibendes Stück mit dem für DISBELIEF typischen Mittelteil, in dem es wieder ruhiger und melodischer zugeht und der zweite Teil wieder fett nach vorne getrieben wird. Die Hörergemeinde dieser Listening-Session ist sich einig und klassifiziert ‘Evil Ghosts‘ als „Schön schick in die Fresse“-Song. Punkt. Übrigens stammt dieses Stück mal nicht aus Jaggers Feder, sondern ist dem Kopf von Jochen Trunk entsprungen, auch wenn er das Look and Feel von Karsten nahezu adaptiert hat.

Der nächste Song ist Simon Wiesenthal und damit stellvertretend allen Überlebenden des Holocaust gewidmet! ‘One By One‘ kommt mit einem melodischen Midtempo-Einstieg und geht in Double Bass über. Insgesamt ist ‘One By One‘ ein gepflegter Mattenschüttler.
‘Nothing To Heal‘ ist eine dieser typischen Midtempo-Abrissbirnen, der bei mir gewisse Erinnerungen an ARCH ENEMYs ‘My Apocalypse‘ weckt. Dennoch bleibt es in der Gesamtschau das schwächste Stück auf dem Album.

Mit Riesenschritten geht es Richtung Ende zu und gewisse Wiederholungen bleiben nicht aus. Die handwerkliche Vorgehensweise bei den Songarrangements hat schon eine gewisse DISBELIEF-Blaupause, die sich erkennbar durch das Album zieht und an einigen Stellen wiederfindet. Der Band ist es dabei gelungen, das Niveau der Stücke trotzdem hoch zu halten und den Filler-Anteil nahezu zu eliminieren. Gewisse Längen und Wiederholungen bleiben nicht aus und verschonen auch ‘The Circle‘ nicht. Hier wartet eine Midtempo-Nummer auf, die gut gelungen ist, aber der ein Überraschungsmoment oder an besonderen Ingredienzien fehlt.

‘Into Glory Ride‘ ist ein Slow-Tempo-Kopfnicker mit einem leichten Hauch von Doom-Feeling, der mit einer deutlichen Tempoverschärfung ordentlich Fahrt aufnimmt. Klasse!

Das Finale wird flott eingeleitet, wartet mit einem stampfenden Midtempo-Mittelteil auf und spart auch nicht an einem Instrumentalteil. Der zweite aus Jochens Feder stammende Song ist so etwas wie eine Zusammenfassung der Stücke, die wir zuvor gehört haben und zudem ein episches Stück geworden. Jagger kann sich gut vorstellen, dass er ‘Shattered‘, so heißt das gute Teilchen, zukünftig allen Konzerten als Finale in die Setlist aufnimmt.

Abgeschlossen wird das Album mit einem Outro.

Bleibt eigentlich nur noch das Fazit übrig. Wie Jagger eingangs erwähnte, darf auf dem Album kein schlechtes Stück sein, denn nach einer Veröffentlichungspause von nahezu sieben Jahren sollten auf dem Album nur gute Songs stehen. Diese Einschätzung kann ich nahezu unterschreiben. Die Band spielt ihre Trademarks aus und kann im Ergebnis für sich verbuchen, dass „The Symbol Of Death“ ein gutes, eingängiges Album geworden ist, dass auch mit dem ein oder anderen starken Song aufwartet und auch noch Entwicklungspotenzial hat. Die Produktion darf man hier auch nicht unerwähnt lassen, denn Corny, der uns die abgemischten Aufnahmen vorgespielt hat, hat natürlich seine Lauscher gespitzt, weil er begierig auf ein Feedback zu Produktion wartet. Präsente Drums, ein knackiger Bass und dennoch genügend Transparenz, um die Gitarrenparts nachzuvollziehen stehen unter dem Strich für einen absolut toften Job des Jungen, der hier alles richtig gemacht und. Oder anders gesagt, die Band hat die richtige Entscheidung getroffen, sich in die Hände von Rambado Recordings zu begeben.

In Sachen Rezension dürfte das Album schwerpunktmäßig bei 8 Punkten liegen, Fans des Genres und insbesondere der Band legen wahrscheinlich gerne noch einen halben oder ganzen Punkt drauf. Mit diesem Ergebnis dürften die Hessen allemal zufrieden sein und so bleibt mir zum Abschluss eigentlich nur zu wünschen, dass der für den 21.04.2017 geplante Release für die Band ein voller Erfolg wird, den Jungs zudem der Wunsch erfüllt wird, dass sie mit ihrem neuen Label im Rücken das Helffest rocken dürfen und wir uns vielleicht bald im Turock wiedersehen! In diesem Sinne: Prösterchen!
http://www.disbelief.de
Robert Buder


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