Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

:: Index: 'ALL' :: BANG YOUR HEA ....

BANG YOUR HEAD 2004 - Day 2
Balingen, Messegelände

26.06.04
SAMSTAG

Nach der ersten durchzechten Nacht (ja ja, wir sind auch nur Menschen) ging es mit etwas Verspätung weiter ….

Nachdem wir ohne deswegen ein schlechtes Gewissen bekommen zu haben die Manowar-Tribute-Band Majesty sausen lassen hatten, um statt dessen auf dem Campinggelände "ausgiebig" eiskalt zu duschen, besorgten uns Ballistic den musikalischen Auftakt des Samstags. Die Truppe hat nach der Rekrutierung von Tony Taylor fast schon Allstar-Charakter, da ja nach wie vor Ikone Tom Gattis an der Axt den Ton angibt. Wie zu erwarten boten die Amis einen knackigen Set blitzsauberen Heavy Metals ohne Schnörkel, der jedem Lehrbuch zur Ehre gereicht hätte. Besonders der etatmäßige Twisted Tower Dire - Fronter zeigte ´mal wieder eine exzellente Performance, so dass man kaum den Eindruck bekam, er wäre nur eine Notlösung. Überraschenderweise gab auch Chef Gattis einige Vocals zum Besten, obwohl er dazu ja angeblich nicht mehr in der Lage sein sollte. Für einen Song schien es aber zu reichen, d.h. es klang sogar richtig gut. Ein amtlicher Start in Tag Zwei war also geschafft.
(CB)
Angel waren mit Sicherheit die am wenigsten bekannte Band des Billings. Ganz in weiß (nein, ohne Blumenstrauß), was in den 70er-Jahren ihr Markenzeichen war, enternten sie die Bühne ohne ihren berühmten Tastenmann Gregg Giuffria. Da Gitarrist Punky Meadows ebenfalls mit Abwesenheit glänzte, sprang als Ersatzmann der Gitarrist von Lillian Axe ein, die heute auch noch auftreten würden. Eine löbliche Sache und für den Fan nicht uninteressant, da der Gitarrist ordentlich was zu bieten hatte. Sänger Frank Dimino genoss das ordentliche Feedback der anwesenden Menge, die schon eine stattliche Zahl aufwies, obwohl es erst kurz vor Mittag war. Dieser Punkt scheint sich von Jahr zu Jahr für die unbekannteren Festival-Bands zu verbessern. Angel spielten einen sauberen Gig, auch wenn nicht alle ihre Hits überzeugen konnten, und ihr Basser schien kräftig Nachholbedarf in Sachen Stageacting zu haben, denn er war kaum zu bremsen. Ein Poser vor dem Herrn.
(SBK)
Seit der Reunion vor einigen Jahren haben mich Omen nie mehr ernsthaft interessiert, denn ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass diese Band ohne ihren einstigen Sangeskünstler würde funktionieren können. So sah ich mich während der ersten paar Songs auch weitgehend in meiner Skepsis bestätigt. Das klang zwar alles ganz nett, doch von alter Weltklasse war es ein gutes Stück entfernt. Dann plötzlich überkam mich ein Schub von Magie, als die Hymne "In The Arena" angestimmt wurde. Fast konnte man meinen, der Geist J.D. Kimballs wäre jetzt geweckt worden und hätte sich zu den alten Kollegen auf der Bühne gesellt. Eine Ansage, die zeigen sollte, dass die Band das Vermächtnis des legendären Vokalisten zum Gegenstand ihrer Shows macht, passte wie die Faust aufs Auge. Nun konnten mich Omen in ihren Bann ziehen und sogar mit neueren Songs überzeugen - "das gute O" hatte es geschafft, mich trotz Vorurteilen zu begeistern.
(CB)
Auf Lillian Axe freute ich mich besonders, zählten ihre Songs auf unseren Partys doch immer zu den Favoriten. Das letzte Mal sah ich die Band 1989 live im Gasworks Toronto und hoffte, dass dieser Gig ähnlich geniale Maßstäbe annehmen würde. Ich wurde nicht enttäuscht. Abgesehen davon, dass sich das Outfit und die Frisuren extrem modernisiert haben, gab es eine faszinierende Show mit dem besten Chorgesang des Festivals. Früher war eben doch nicht alles besser. Die männlichen Poser des Festivals hatten Tränen in den Augen und die Mädels feuchte Buchsen. Die Songs standen wie eine Eins und ließen keine Wünsche offen, außer dass mir wie immer einiges durch die Lappen ging. So wartete ich vergeblich auf die Hits „True Believer“, „Body Double“, „See You Someday“ und „The Promised Land“, die alle vom bekanntesten Album „Poetic Justice“ (1992) stammen. Ich bin mir sicher, dass diese Band einige neue Fans dazu gewonnen hat. Hier zeigte sich, dass auch Poser auf der Bühne fetzten können.
(SBK)
Was sich bereits im Vorfeld als eines der absoluten Highlights ankündigte, wurde im Laufe der mitreißenden, extrem kraftvollen und technisch brillanten, sechzigminütigen Show immer klarer: DEATH ANGEL sind definitiv zurück Die San Francisco Thrash Connection tobte regelrecht durch ihr Set, das man getrost als Überblick über die bisherige Karriere bezeichnen kann. Neues und alte Hits hielten sich die Waage: "Voracious Souls“ ,“Evil Priest“ oder „Thicker Than Blood“ sowie das abschließende „Kill As One“ wurden auf´s Heftigste heruntergezockt und mehr als begeistert aufgenommen. So flogen nicht nur auf der Bühne während der gesamten Spielzeit die Dreadlocks von Shouter Mark Osegueda, sondern auch das Publikum kannte kaum noch Grenzen.
(SBT)
Wer auf Magnum verzichtete war selbst schuld. Diese Performance war noch besser als der Gig, den ich auf ihrer letzten Tour sah. Vielleicht lag es am Wetter, oder am freundlichen Ambiente des Bang Your Head Festivals, aber man lag sich zur Musik wiegend in den Armen und lauschte andächtig den verträumten Fantasymelodien und Texten von Fronter Bob Catley. Der von den Posen her als Roy Black des Hard-Rock bezeichnete Sänger (und dies ist wirklich nur niedlich gemeint), liess seine geniale Stimme über alle Hits hinweg brillieren und hatte die ganze Versammlung voll in den Bann gezogen. Neues und Altbewährtes kam gleichermaßen gut an und ließ die Massen in einen beschwörenden Mitgesang verfallen. „Kingdom Of Madness“, „Wild Swan“ und besonders „How Far Jerusalem“ ernteten frenetischen Beifall. Magnum sind eine Klasse für sich und locken immer wieder die weiche Seite der Metaller an die Sonne. Einziger fader Beigeschmack ist die anscheinende Lustlosigkeit von Tony Clarkin, der ziemlich desinteressiert seine Parts durchzog und selten seine stoische Mimik veränderte. Magnum sind eine perfekt eingespielte Mannschaft, die dennoch Platz für Überraschungen offen lässt.
(SBK)
Bei UFO kann man sich nie sicher sein, wer denn live als Gitarrist fungiert, bis man es wirklich auf der Bühne sieht. Zu oft ist der ehemalige Mitstreiter Michael Schenker in kurzentbrannten Streitigkeiten vorzeitig ein- und wieder ausgestiegen. Heuer sollten wir mit Axtschwinger Vinnie Moore begeistert werden, der 1986 mit dem Album „Mind`s Eye“ für Furore sorgte. Seitdem ist Vinnie aus der Gitarrenriege nicht mehr wegzudenken. Sein Einsatz brachte die Briten an diesem Tag um einiges interessanter herüber. Sein virtuoses Spiel frischte den Sound von UFO so richtig auf und setzte weitere melodische Akzente. Ein weiterer Augenschmaus war Bassist Pete Way, der ausnahmslos dem - zumindest am heutigen Tag - anscheinend menschenscheuen Sänger Phil Mogg, unter die Arme greifen musste. Während Pete die Poser-Sau rausließ, dümpelte Phil an seiner Monitorbox. War da vielleicht ein Teleprompter? An den Drums saß niemand Geringeres als Jason Bonham, Sohn des legendären, verstorbenen Led Zeppelin Drummers. Diese Besetzung scheint gut zu funktionieren, denn an der Performance gab es nichts bemängeln. Eine tadellose Auswahl von Songs, was am schwierigsten bei der Anzahl der Alben gewesen sein dürfte, elegante Soli, fette Drums, einen wummernden Bass, deftige Keyboards von Mr. Paul Raymond und kräftige Vocals. Die Fans waren begeistert, allerdings konnten mich die Stücke des neuen Albums „You Are Here“ nicht so richtig mitreißen.
(SBK)
Ich war mir sicher, dass Sebastian Bach den heutigen Gig in den Sand setzten würde. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Optisch ein Jungbrunnen, die Haare wieder lang und völlig aufgepost, trat er sein deutsches „Debüt“ an. Und dann diese Stimme! Wie in alten Tagen. Der Empfang der Fans war ebenfalls überwältigend. Ich hätte gar nicht gedacht, dass dieser Mann noch so viele Anhänger hinter sich hat, bis auf den Typen den Bas ständig von der Bühne aus anmaulte, und der im Verlauf des Gigs von der Security rauskomplimentiert wurde. Alles lacht über die Poser-Mucke, aber steht ein Act erst auf der Bühne, reißen die Zuschauer die Wände ein. Da sind Danger Danger , Lillian Axe, Twisted Sister und Skid Row in letzter Zeit nicht die einzigen Bands, die davon profitieren. Ich wette, wenn der Hairspray-Tross aus den USA, mit Ratt, Poison, Cinderella und etlichen anderen Acts hier aufspielen würde, wären die Hallen ebenfalls schnell ausverkauft. Doch zum Thema. Bach richtete sein Programm vernünftigerweise in Sachen Skid Row aus und schmetterte die Klassiker „Piece Of Me“, „Monkey Business“, „18 And Life“, Slave To Grind“ und „I Remember You“ ins tobende Publikum. Einiges kam als Medley mit Coverversionen angereichert, wie aus dem Musical „Rocky Horror Picture Show“, was nicht unbedingt mein Ding war, aber den Leuten muss es an Hand Reaktion sehr gefallen haben. Immer wieder blieb Bach lächelnd und völlig erstaunt ob der Begeisterung am Bühnenrand stehen und genoss den Jubel. Dass er sein Set überzog, störte niemanden im geringsten. Schade, dass die Stimme des Shouters nach dreiviertel des Auftritts einige Defizite aufwies. Will meinen, dass Bach einen kompletten Gig wahrscheinlich nicht mehr durchstehen wird, geschwiegen denn eine ganze Tour. Aber heute zählte, und das war genial!
(SBK)
Ich weiß nicht, ob es Testament an Mut fehlte direkt nach diesem geilen Gig von Unterhaltungswunder Bach auf die Bühne zu kommen oder ob die Soundprobleme wirklich so schwer waren, dass der Soundcheck fast ins Uferlose reichte. Mit über zwanzig Minuten Verspätung, mithin also reichlich spät, dafür aber mit jeder Menge Power ging es dann hinein in eine satte Best Of Show. Chuck Billys Stimme donnert noch immer durch geile Tracks wie „Practice What You Preach“ oder The Haunting“ und vieles mehr, was auch entsprechende Reaktionen einfuhr. Aber auch der Rest der Band, inklusve Ersatzklampfer Steve Smythe (inzwischen bei Nevermore) wirkte engagiert und mehr als spielfreudig. So ließen sich die Thrash-Herren auch durch den zum regulären Ende des Sets abgestellten Strom nicht stoppen und zockten fröhlich ohne PA-Unterstützung weiter.
(SBT)
Alle waren gespannt wie sich der neue Fronter Ripper (ex-Judas Priest) bei Iced Earth schlagen wird. Eine Kontroverse die schon seit Wochen in den Medien kursierte. Und wieder muss ich als Fan und Berichterstatter beide Seiten angeben. Das Gros der Anwesenden war hin und weg. Ripper war bei bester Laune, und vor allem Stimme! Der restliche Iced Earth-Klan um Gitarrist und Mastermind Jon Schaffer faszinierte mit einer perfekten Vorstellung, die durch ein optisch geiles Bühnenbild (mit Kanonen, Uniformen und Flaggen auf den Gitarren) und Pyros untermalt wurde. Die patriotische Einstellung des Herrn Schaffer, die auf dem Album „The Glorious Burden“ des öfteren angeprangert wurde, wurde hier noch mal deutlich. Da man sich auf die Songs vom neuen Album versteifte, fehlte allerdings der Spaßfaktor, denn „The Glorious Burden“ ist mehr ein Werk, das man im Wohnzimmer auf einer guten Anlage genießt. Zu viele trockene Phasen in den Songs erschweren bei einem Festival die Konzentration. Immer wieder wird man beim Bangen unterbrochen. Man muss Iced Earth in dieser Besetzung als völlig neue Band betrachten. Ripper wird meines Erachtens Matt Barlow bei den alten Tracks nie ersetzen können. Dafür war Matt zu imposant und markant. Seine tiefen Vocals liefen damals wie ein Schauer über meinen Rücken. Den immensen Effekt der letzten Tour (siehe Review) hinterließ die Band heuer nicht bei mir. Ich war etwas enttäuscht. Der Ripper wirkte wie schon bei Judas Priest zu klinisch und steril. Vielleicht braucht er eine komplett eigene Band. Dennoch, andere Fans waren so bewegt vom Auftritt, dass ihnen die Sprache wegblieb.
(SBK)

Kurzum am Ende fanden es all wie immer gei. Wer sich noch Impressionen holen möchte der findet reichlich Pics in der lohnenswerten BYH 2004 Foto-Galerie
SBT/SBK/CB - Pics: Sven Bernhardt / Steve Burdelak


[ Zurück zum Index: 'ALL' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler