Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

:: Index: 'ALL' :: BANG YOUR HEA ....

BANG YOUR HEAD 2004 - Day 1
Messegelände Balingen

25.06.04
Nichts gegen all´ die anderen deutschen Festivals, aber für mich ist das "Bang Your Head" nicht nur ein jährlicher Pflichttermin, sondern auch der Höhepunkt der Festivalsaison. Kein anderes Konzertspektakel verläuft regelmäßig so entspannt, problemfrei und trotzdem hochklassig und ereignisreich. So natürlich auch 2004, bei dem mehr Zuschauer als je zuvor das Balinger Messegelände enterten, um eine ordentliche Metalparty zu feiern. Insgesamt gab es sowohl Band-mäßig, als auch im Publikum beim bereits neunten BYH keinerlei Ausfälle zu beklagen und auch die paar Bierleichen im Partyzelt fielen kaum ins Gewicht. Kurzum: absolut gelungen, doch bevor ich hier ein Fazit ziehe, lest erst mal was die Obliveon-Redakteure zu den einzelnen Bands zu sagen haben.

Freitag 25.06.04
Nach dem wie immer sehr traditionsmetallisch verlaufenen Vormittag stand mitKingdom Come nun die erste Dosis Stadionrock auf dem Programm. Ich weiß, dass meine Kollegen in diesem Fall ganz anderer Ansicht sind, doch das soll nicht mein Problem sein. Ich fand den Auftritt von Lenny Wolf und Gefolge nämlich schweinegeil! Auch wenn es wirklich so sein sollte wie böse Zungen behaupten und der Hamburger Saiten- und Stimmbandquäler tatsächlich immer wieder verlauten lässt, er sei erkältet, um die zum Teil etwas abkackenden Vocals („etwas“?? das ist die größtmögliche Untertreibung, die ich mir für diese wirklich erbärmliche Vorstellung vorstellen kann –SBT) zu entschuldigen - das gebotene Songmaterial war einfach stark. Da konnte man mal wieder feststellen, dass seine einstigen Erfolge in Amiland nicht ganz von ungefähr gekommen sein konnten und ich musste mich fragen, wieso ich außer "Twilight Cruiser" keine einzige Scheibe der Combo besitze. Dass ich nicht der Einzige war, der so dachte, zeigten einige wippende Quanten im Umfeld sowie freudig erregte Gesichtsausdrücke. Showmäßig lief zwar nicht so wahnsinnig viel zusammen und die Begleitband bestand auch schon mal aus hübscheren Menschen, doch cooles Sonnenbrillengerocke kann bei entsprechend vorhandenem Charisma auch ganz schön sein. Wie in diesem Fall eben - klasse Auftritt.
(CB)
Die Amerikaner Shok Paris waren etliche Jahre weg vom Fenster und reformierten sich wohl erst kürzlich. Ich war sehr gespannt, wie die Band sich heuer darstellen würde, denn das letzte mir einfallende Lebenszeichen ist der Release aus dem Jahre1987 „Steel And Starlight“. Doch Hut ab. Trotz des immensen Übergewichts ihres Fronters, gab es anständig Action auf der Bühne und ein gewaltiges Organ ballerte uns um die Ohren. Nicht schlecht für die Uhrzeit. Natürlich sind die Amis kaum noch bekannt, denn das waren sie in den 80er-Jahren schon nicht, konnten sich aber ordentlich Sympathien erspielen. Ihr melodiöser Metal war genau die richtige Chose um die Meute aufzuwärmen. Ob man aufgrund dieses Festivals demnächst wieder Fuß fassen kann, wage ich zu bezweifeln, denn das heutige Niveau des US-Metals ist schon ziemlich ausgefeilt. Shok Paris werden wohl immer ein Geheimtipp bleiben.
(SBK)
Blaze hat eine Art das Publikum zu begeistern, welche seinesgleichen sucht. Es dauerte gerade mal den Opener „Ten Seconds“ vom aktuellen Werk „Blood And Belief“, bis die Fans ausrasteten. Der ehemalige Iron Maiden-Fronter hat es geschafft einen Grossteil seiner damaligen Fans weiterhin bei der Stange zu halten und mit regelmäßigen Alben, von denen gerade mal das zweite „Tenth Dimension“ nicht ganz so angesagt war, zu zeigen, dass er mehr war als nur ein kleiner Bruce Dickinson-Ersatz. Sicherlich ist Blaze nicht der variantenreichste Sänger im Genre, aber jederzeit bereit seine vorhandene Energie aufs Äußerste auszureizen. Seine Songs sind keine Chartbreaker, aber besitzen den unverfälschten Metal-Charme, der für Partystimmung sorgt und die Matten kreisen lässt. Seine Show, die richtig tight war, riss die Menge von Anfang bis Ende mit. Blaze beackerte die Bühne wie kaum einer an diesem Tag. Der Mann ist immer noch hungrig und hat eine kompetente Band im Rücken, die gerne in den Hintergrund tritt. Weiter so!
(SBK)
Primal Fear haben es auf den deutschen Bühnen wahrlich nicht schwer. Mit einem dermaßen überwältigen Shouter wie Ralf Scheepers wäre das auch ein Witz. Er ist und bleibt einer der besten Sänger, die der teutonische Metal beheimatet. Mat Sinner ist einer der wenigen Basser, die nicht nur hervorragend die Backing-Vocals tragen, sondern ebenfalls tierisch Show machen. Gitarrist Tom Naumann zelebrierte perfekte Solis, und somit konnten wir einen extrem gelungenen Gig bewundern, der die Klassiker und neue Tracks des aktuellen Albums „Devils`s Ground“ aufwies. Da der Auftritt nur knapp eine Stunde betrug, kamen wir aus dem Moshen nicht raus, denn ein melodischer, dynamischer Kracher jagte den nächsten. Ralf war stimmlich leicht angekratzt, aber ich glaube, dass das nur der Musikerpolizei und den Berichterstattern auffiel. Mein nächster Traum-Gig wäre Primal Fear und Brainstorm zusammen auf Tour.
(SBK)
Anthrax - New Yorks Thrash-machine No.1 war seit langer Zeit mal wieder im Lande, um ihren Platz im Härty-Olymp zu verteidigen, anders kann man den Fettsound und die Bewegungsfreude kaum erklären. Scott und Co. moshten fortwährend, John Bush (nein nicht verwandt mit dem zukünftigen Ex-Präsi) schwitzte bereits beim Opener „Efilnikufesin (N.F.L.)“ und vollbrachte gesangliche Leistungen, die auch zu Armored Saint-Zeiten einfach überzeugt hätten. Von diesem neuzeitlichen Material wusste insbesondere „Safe Home“ das Publikum zu überzeugen. Daneben hat die Band aber auch eine lange Geschichte vor John. Und die Songs sind trotz fehlender Sänger-Klasse einfach Klassiker. Nicht zuletzt mit dem dem Trust-Stampfer ”Antisocial”, der lauthals mitgegröhlt wurde, aber auch „Indians“ oder „Madhouse“ wurde dem Rechnung getragen. Für mich selbst hätte der Griff in die Vergangenheit noch tiefer gehen können, aber die meisten Anwesenden waren von der Anthrax-Leistung mächtig angetan.
(SBT)
Mittlerweile gute Bang Your Head - Tradition ist der Auftritt mindestens einer Formation aus heftigen Gefilden, wobei diesmal Children Of Bodom diese Rolle ausfüllen sollten. Eigentlich hatte ich mich ja auf ein ordentliches Pfund der Finnen gefreut, doch zumindest an diesem Tag konnten sie mich nicht wirklich überzeugen. Auch wenn die Jungs ihren Stoff tight zockten und der Sound nicht viel zu wünschen übrig ließ, so erschien mir das Gebaren auf der Bühne viel zu routiniert. Wenn man das eher geringe Alter der Musiker bedenkt, eigentlich seltsam. Frontmann Alexi Laiho gefiel sich jedenfalls mit ständigem Gerotze und nervte mit ewig gleicher Geste des Matte-nach-hinten-Schwingens. Nee, Leute, wahre Spielfreude sieht anders aus. Da nützte auch ein Hit wie "Needled 24/7" nichts, im Vergleich zu Härtnern der vergangenen Jahre wie Six Feet Under zogen die Bodomisten eindeutig den Kürzeren.
(CB)
Mit gemischten Gefühlen sah ich den Schweizer Chartstürmern von Gotthard entgegen - man konnte ja so einiges an Verrissen über allzu seichte Veröffentlichungen lesen. Von daher war meine Erwartungshaltung niedrig, mein Alkoholpegel schon etwas höher. Doch siehe da, gerade in solchen Fällen erlebt man immer wieder Überraschungen. Gotthard haben gerockt, und zwar richtig amtlich! Nix miefiger Hitparadensülz, schön brettig und mit Schmackes hauten sie angenehme Songs ins Auditorium. Ob das wohl ausnahmslos die härtesten, ihrer Stücke waren? Ich hatte keine Ahnung, aber dafür Spaß. Das erinnerte zumindest mich eindeutig an ihre Landsmänner von Krokus, die in der Vergangenheit ganz ähnlich ´rüber kamen. Was lehrt uns das? Wir brauchen mehr Stadionrock!
(CB)
Queensryche und vor allem ihr Sänger Geoff Tate waren an diesem sonnigen Tag ein zweischneidiges Schwert. Man hörte ebenso viele positive wie negative Stimmen in der Masse. Natürlich kommt es auf den Standpunkt an, ob man als Fan oder als Schreiberling wertet. Da ich beides bin, werde ich jetzt versuchen relativ neutral Bericht zu erstatten. Positiv für die meisten Anwesenden war es, dass die Band lediglich Material von „Operation Mindcrime“ präsentierte. Ich denke, es gibt kaum jemanden außer mir, der auf Tracks von den Alben „Promised Land“ oder „Q2K“ gewartet hat. Schön war besonders der Aspekt, dass Herr Tate sich um eine ausdrucksstarke Sängerin gekümmert hat, die live den Charakter „Sister Mary“ übernahm. Optisch wie stimmlich saustark, die Dame (logo - war ja auch Pamela Moore, die originale "Mindcrime-Mary", persönlich - CL). Dafür blieb der Überraschungseffekt bei Geoff selber auf der Strecke. Abgesehen davon, dass seine gesangliche Leistung „nur“ in Ordnung war, da die hohen Töne wohl mittlerweile ein Garaus sind, gockelte er ziemlich desinteressiert auf der Bühne rum. Somit ging die optische, emotionale Darstellung der Show baden. Im Vergleich zum berühmten „Operation Livecrime“-Video wurde die Qualität nur ansatzweise erreicht. Dass hier zum sonnigen Wetter die Lightshow nicht richtig zur Geltung kam, ist verständlich. Irgendwie fehlte die Verbindung zum Publikum. Auch wenn die Chose fehlerfrei rüberkam, wirkte der Einsatz der Musiker zu steril. Der ehemalige Gitarrist Chris De Garmo ist eben nicht so einfach zu ersetzen. Trotz allem sangen wir lauthals mit und zeigten der Band, wie man ihre Songs gebührend feiert. Wer weiß, ob wir diese komplette LP noch einmal live in einer besseren Ausführung zu sehen bekommen. Wahrscheinlich eher nicht.
(SBK)
Oh Mann, was sollte nach dieser denkwürdigen Queensryche-Messe noch kommen? Im Grunde hätte man die Chose von Veranstalter-Seite jetzt abbrechen sollen, um Herrn Cooper nicht in Verlegenheit zu bringen. Für mich war jedenfalls klar, dass kein wie auch immer gearteter Headliner noch wirklich Eindruck hätte machen können. Aber vielleicht hatte ich den Altmeister des Schockrocks ja auch unterschätzt... Noch immer leicht verheult von der vorhergehenden Mindcrime-Schmacht schaute ich mir also das Treiben auf der Bühne an. Nun ja, Alice Cooper hatte durchaus eine gewisse Ausstrahlung, fuchtelte auch gekonnt mit Mikroständer in der Gegend herum, aber wirklich zwingend kam mir das alles nicht vor. Kann es sein, dass dem Mann inzwischen doch ein bisschen der Elan fehlt? Oder war es eher so, dass die Band und der Meister nicht wirklich eine Einheit bildeten? Wie auch immer, mir ging jetzt mehr und mehr die Aufmerksamkeit für das Geschehen auf den Brettern verloren. Vollends um mich geschehen war es in dem Moment, als eine gewisse Frau Spunk von irgendwoher eine Luftgitarre anschleppte. Schnell hatte ich das gute Stück adoptiert, um von nun an die Cooper-Band zu unterstützen. Und siehe da, schon klang der Sound um ein ganzes Stück voller! Welch toller Klampfer ich doch war... Diese Erkenntnis musste selbstredend mit einigen Gläsern Schlumifix begossen werden, so dass ich nicht wirklich weitere Einzelheiten des Headliner-Gigs mitbekommen habe. Ziemlich sicher bin ich mir aber, gegen Ende "School´s Out" gehört zu haben, was auch bestens als Rausschmeißer geeignet war. (CBH)
(Immerhin gab es mit „Poison“ als Zugabe noch den einzigen halbwegs neuzeitlichen Song des Abends, der für einen versöhnlichen Abschied sorgte. – SBT)
to be continued ..
CB/ SBT / SBK/ - Pics: Sven Bernhardt / Steve Burdelak


[ Zurück zum Index: 'ALL' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler