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:: Index: 'ALL' :: DOOM SHALL RI ....

DOOM SHALL RISE II - Göppingen,
Göppingen,

2./3.04.2004
Hätte ich noch vor zwei Jahren nicht im Traum für möglich gehalten, dass in Europa jemals ein mehrtägiges Doom-Metal-Festival stattfinden würde, sah ich mich nun bereits zum wiederholten Mal mit einem solch himmlischen Event konfrontiert. Während sich einige Obliveon-Mitarbeiter beim Headway in Holland einen Knoten in die Lauschlappen frickeln ließen, war für mich und meinen grauhaarigen Begleiter ohne jeden Zweifel Göppingen der Ort der Wahl an diesem frühlingshaften Wochenende. So ganz problemlos sollte es auch diesmal nicht ablaufen: Bereits am Donnerstag angereist brauchten wir ein ganzes Weilchen, um unser Hotel ausfindig zu machen. Nachdem wir dies endlich geschafft hatten, sollte eigentlich sanftes Eindoomen beim anberaumten Gratiskonzert mit JACK FROST und END OF GREEN statt finden, doch leider war kein Einlass ins hoffnungslos überfüllte Capone zu erlangen. Schöne Scheiße! Da fragt man sich doch, wer auf die Schnapsidee gekommen ist, solche Bands an diesem Abend in einem derartigen Mauseloch zu buchen... Was blieb uns also anderes übrig, als die MIRROR OF DECEPTION- Stammkneipe "Treffpunkt" ein paar hundert Meter weiter aufzusuchen, um uns den Frust von der Seele zu trinken? Genau, nichts. Ein wirklich empfehlenswerter Metal/Rock-Pub ist das übrigens.
Doch das war nicht das einzige Ärgernis: Beim Versuch am anderen Tag mein vierrädriges Gefährt zu starten, tat sich rein gar nichts mehr. Also liefen wir erstmal die ca. vier Kilometer vom Hotel zur Chapel, um unter den doomigen Brüdern und Schwestern Hilfe zu suchen. Wieder einmal erwies sich die Franken-Fraktion als Retter in ausweglosesten Situationen und stellte einen mir bis dahin nicht bekannten (!) Abschlepper zur Verfügung. Tausend Dank nochmal an dieser Stelle an Sebastian sowie Axel und Frank!

Freitag, 02.04.04.

Nach den beschriebenen Komplikationen war ich endlich erleichtert die Dinge geregelt bekommen zu haben und die eigentliche Hauptsache, das Festival, in Angriff nehmen zu können. Natürlich war ich jetzt zu spät dran, konnte aber immerhin noch den letzten Song vom Opener THE DOOMSDAY CULT mitbekommen. Dieser stammte nicht vom starken "Samarithans Of Misery"-Demo, war mir somit nicht bekannt und klang auch düsterer als ich die Band erwartet hatte. Doch einen wirklichen Eindruck von den Live-Qualitäten der epischen Schweden konnte ich in diesen paar Minuten natürlich nicht bekommen. Ich hätte liebend gern den ganzen Set erlebt, zumal nicht nur Kollege Mohr recht begeistert war.
In der Umbaupause musste ich dann erstmal auf Schnupperrunde gehen, um Örtlichkeiten, Leute und Stimmung zu checken. Wie nicht anders zu erwarten war, konnte man kaum fünf Schritte gehen, ohne über Freunde oder Bekannte zu stolpern. So war es schon fast unangenehm, viele erstmal nur flüchtig begrüßen zu können, aber es sollte ja noch Zeit bleiben, Entsprechendes nachzuholen. Auch die recht zahlreichen Verkaufsstände mit umfangreichen Sortimenten an Zeitlupenartikeln mussten zunächst warten, wurden später aber um das eine oder andere Teilchen erleichtert. Vielleicht sollte man darüber nachdenken, bei der hoffentlich statt findenden dritten Auflage einen Doom-Markt schon vor Öffnung des Konzertsaals anzubieten, damit man auch mal in Ruhe stöbern kann. Apropos Saal: Dieser war nichts anderes als eine ehemalige Kirche der früheren US-Kaserne, die einen perfekten Rahmen bot. Man hatte schon draußen den Eindruck: "Heilige Scheiße, wir gehen tatsächlich zum Doom-Gottesdienst!", und im Innern musste wohl nicht nur ich des Öfteren hämisch grinsen im Gedenken an die ahnungslosen Schäfchen, die hier früher brav die Bänke gedrückt haben müssen. Wenn die geahnt hätten, was in ihrer Bethütte mal für "unheilige" Messen abgehalten werden würden...
SPANCER waren die erste Band, die ich so richtig wahrnehmen konnte. Allzu groß war meine Erwartungshaltung diesbezüglich nicht gewesen, denn dass sie dem Sludge frönen, wusste ich bereits, und meine Lieblingsspielart ist das nunmal nicht. Doch die deutsche Formation ging mit viel Engagement und nackten Oberkörpern zur Sache und hatte offensichtlich großen Spaß an ihrem Auftritt. Sie konnten mich und den Großteil des restlichen Publikums zwar nicht gerade in Ekstase versetzen mit ihrem derben Sound, aber zum gediegenen Anheizen reichte es locker. Dann wurde es etwas exotisch, denn WALL OF SLEEP hatten schon eine irgendwie eigentümliche Ausstrahlung, was nicht nur daran gelegen hat, dass gleich drei Bandmitglieder mit Mütze aufliefen. Ein positiver Liveruf eilte den Ungarn voraus, welchem sie durchaus gerecht werden konnten. Auf Scheibe klingen sie ja manchmal nicht so übermäßig heavy, doch anscheinend wollten sie klar machen, dass sie eine echte Doom-Band sind. Zumindest klang das Material eine ganze Kante intensiver als auf Tonträger, so dass im Publikum dank des durchgehend groovigen Materials zum ersten Mal Bewegung aufkam. Starker Gig! Die Umbaupausen waren durchweg recht kurz,weswegen man kaum zum Verschnaufen kam. Schon waren PANTHEIST an der Reihe, die es uns mit funeraldoomigen Weisen besorgen wollten. Nun ja, der Sänger gewann mit seiner Pfarrerskluft auf jeden Fall den Preis für das passendste Kostüm des Festivals. So stand er also auf der Kanzel, äh, Bühne, und schleuderte größtenteils sehr kehlige Vocals in die Gemeinde. Auch cleane Passagen hatte er im Repertoire, bei denen er sich allerdings nicht immer als wirklich treffsicher erweisen konnte. Seine Mitmusiker spielten dabei derart langsam, dass man Angst haben musste, sie würden jeden Moment umfallen. Ob sie sich wohl vor dem Gig Valium eingeworfen hatten? Ihre scheinbare Teilnahmslosigkeit deutete zumindest darauf hin. Vielleicht hatten sie einfach einen schlechten Tag erwischt, jedenfalls schafften sie es, dass sich die Reihen ein wenig gelichtet hatten.
Die Vertriebenen kehrten aber alsbald zurück und ich hatte den Eindruck, dass viele auf diese Band gewartet hatten - auch ich war freudig erregt, denn WHILE HEAVEN WEPT waren ganz klar mein Favorit des Aufgebots. Es war schon eine knisternde Angelegenheit, Tom Phillips und Gefolge zum ersten Mal eine Bühne entern zu sehen. Wie fast zu befürchten war der Sound leider nicht optimal, doch im Grunde kann man ja auch nicht erwarten, dass derart epische Kompositionen live 1:1 umgesetzt werden können. Immerhin durfte ich erleichtert feststellen, dass des Meisters Gesang weitgehend einwandfrei tönte, was wohl nicht immer selbstverständlich ist, wenn man manchen Berichten glauben soll. Auch Tom schien sich zu freuen, vor allem darüber, vor so vielen Menschen spielen zu dürfen. Er sprach davon, endlich nach Hause gekommen zu sein, strahlte uns entgegen und sang doch eigentlich von vollkommen traurigen Dingen. Aber so ist das mit dem doomigen Volk halt, außen düster, innen reich. Einen Sack voll genialer Songs kredenzten uns die Amis, oft ausladend lang wie "Thus With A Kiss I Die", aber meinen persönlichen Höhepunkt markierte das eher flotte "The Drowning Years", welch verdammter Hit! Einen der größten Tränentreiber, "Sorrow Of The Angels", hatten sie sich als Zugabe aufgehoben - wohl dem, der dies im Zustand emotionaler Ausgeglichenheit erleben durfte.
Eine starke Show war zuende und ich fragte mich eigentlich, warum PENANCE die Headliner-Position erhalten hatten und somit als Letztes an der Reihe waren. Die Antwort gab die Band bald höchstselbst: Mit unglaublicher Spielfreude zockten sie ein Programm, das sich gewaschen haben sollte! Klar, ich kaufe mir routinemäßig die Tonträger der Band, da sie schon so lang dabei und mittlerweile eine Institution in der Szene ist. Aber als richtig große Nummer hatte ich sie bis dahin nicht auf der Rechnung. Wer hätte ahnen können, dass sie mit viel Abwechslung und rockiger Attitüde des Publikum nochmal so richtig aus der Reserve würden locken können? So war nicht nur der permanent verstrahlte Dauerbühnengast und Proggi-Verschnitt mit Lederjacke und Vokuhila am Abfeiern, sondern auch große Teile des immer noch zahlreichen restlichen Publikums. Die Tatsache, dass ich mich kaum an einzelne Songs erinnern kann, spricht wohl für den durchgängig erstklassigen Set (und nicht für einen bedenklichen Promille-Wert beim Verfasser, der sich nämlich in überschaubaren Grenzen hielt). Besonders erwähnenswert ist auf jeden Fall die souveräne Leistung von Frontschrank Brian und die als bisher einzige Vertreterin der Weiblichkeit beim DOOM SHALL RISE ansteckend groovefreudige und dauergrinsende Bassistin Mary. Kaum vorstellbar, dass diese Frau jemals an Migräne leidet... Schon war der erste Tag mit einem Paukenschlag zuende, als die Uhr gar undoomig schnell der Drei entgegen strebte. Also hieß es für uns, den knapp einstündigen Rückmarsch ins Hotel anzutreten, was uns angesichts der gerade erlebten Wonnen auch gar nicht so schwer fiel.
Samstag, 03.04.04

Bei wiederum fast zu sonnigem Wetter liefen wir frühzeitig im die Chapel umgebenden Stauferpark ein, wo schon Festivalstimmung herrschte. Einige Freaks hatten sogar keine Hemmungen, ihre Zelte auf der angrenzenden Wiese aufzustellen, und scheinbar ließ die von mir nicht gesichtete Staatsmacht sie gewähren. Vielleicht hatte diese ja genug damit zu tun, das bumsvolle Volk beim gleichzeitig stattfindenden Göppinger Kneipenfestival im Zaum zu halten... Einlasskontrollen gab es praktisch keine mehr, und so bin ich kurz rein um eins der erst heute feilgebotenen limitierten Festivalshirts zu erwerben und danach schweren Herzens wieder zu einer längeren Wanderung aufzubrechen, denn mein Auto musste aus der Werkstatt geholt werden. Da war es unvermeidlich den heutigen Opener ORODRUIN zu verpassen, was mich noch heute wirklich wurmt. Das letztjährige Debüt der Band ist nämlich ein Sahneteil mystisch-melodischen Dooms, was ich liebend gern in der Live-Umsetzung erlebt hätte. Die ausschließlich positiven Kommentare aus verschiedenen Mündern im Anschluss ließen mich mein erzwungenes Fernbleiben auch nicht gerade schmerzfreier verarbeiten.
Also begann der musikalische Teil meines Tages mit DRECKSAU, von denen ich so gar nichts erwartet hatte angesichts des einen Songs auf einem Rock Hard - Sampler, den ich von ihnen kannte. Zwar war das tief runtergestimmte Doomcore-Trio instrumental recht fit, doch die ultrafiesen Brüllvocals zerrten auf Dauer schon arg an den Nerven, weswegen viele Zuschauer einen Aufenthalt in der Frühlingssonne vorzogen. Nicht mein Ding und garantiert kein Höhepunkt der Veranstaltung. Wesentlich angenehmer war darauf die Darbietung der Franzosen NORTHWINDS, die relaxten Doom light mit kauzigem Auftreten verbanden. Wahrscheinlich waren sie die undüsterste Band des DOOM SHALL RISE und somit zu diesem Zeitpunkt goldrichtig. Auffallend waren der aufgeteilte Gesang zwischen Drummer und Gitarrist sowie der bizarr vor sich hin schwingende Bassmann, dessen Läufe rhythmisch aber nichts anbrennen ließen. Wenn ich mich nicht irre, hatten sie im Gegensatz zu einigen Album-Passagen leider keine Flöte am Start, wussten dafür aber mit einem feinen DEATH SS - Cover zu gefallen. Nach diesem coolen Auftritt wurde es bei SHEPHERD wieder um einiges heftiger. Schon das letztjährige Debütalbum ließ vermuten, dass es sich bei den Berlinern nicht gerade um Sparkassen-Studenten handeln würde. Auch wenn der Bassist outfittechnisch in eine solche Kerbe schlug, war sein Gebaren wie das seiner Kollegen so ziemlich das extremste, was an diesem Wochenende geboten wurde. Die beiden Klampfer legten sich meist derart in den Sog ihrer Noten, dass sie sich von den Knien aufwärts in der Waagerechten befanden. Ich frage mich, wie lange eure Lendenwirbel das mitmachen, Jungs?! Sänger "Kanzler" schien komplett durchzudrehen und bot die Performance eines Irren. Da auch noch einiges an Fiepback auf der Bühne veranstaltet wurde, wirkte der Set auf Dauer etwas zerfasert. Trotzdem hinterließen SHEPHERD so natürlich bleibenden Eindruck, und ihr krasser Sound ist zumindest teilweise ja auch in gelungene Songs gegossen. Ich gehe stark davon aus, dass von der Truppe noch einiges zu hören sein wird.
Nach einem Besuch am Futterstand, der überraschenderweise für mich Pflanzenfresser erfolgreich verlief ("Wilde Kartoffeln" - geile Sache!), ging es im Publikum wieder deutlich enger zu. Das war auch gut so, denn SPIRITUS MORTIS boten einen gelungenen, ausgewogenen Set gespickt mit schmissig-doomigen Kreationen, die größtenteils auch auf ihrem erst wenige Monate alten ersten Longplayer enthalten sind. Der Stoff kam live noch packender rüber, und da auch Sänger Vesa sehr sympathisch auftrat (abwechselnd mit Kippe und Pulle in der Hand), konnten sie verdientermaßen dicken Applaus einheimsen. Als Bonbon zum Schluss gab sich Sir Magister Albert Witchfinder von den kongenialen REVEREND BIZARRE die Ehre, um einen standesgemäßen Gastauftritt bei der Hymne "Rise From Hell" zu absolvieren. Der Mann schien einiges an Energie aufgestaut zu haben, so dass er sich in einen wahren Rausch sang und shoutete. Er holte alles aus sich raus, schrie noch am Boden liegend und wollte gar nicht mehr aufhören, als seine Mitmusiker bereits über ihn stolpernd die Bühne verließen. Bizarre indeed! Etwas schwer fällt es mir, den folgenden Auftritt von THEE PLAGUE OF GENTLEMEN zu beschreiben. Die Belgier brachten einen intensiven Sound zu Gehör, den ich allerdings in keine der gängigen Kategorien einordnen kann. Recht sperrig erschien mir das zum ersten Mal gehörte Material, wobei der imposante Frontgaul Steve mit variablem Gesang Eindruck schinden konnte. Die Jungs legten sich jedenfalls mächtig ins Zeug, konnten mich aber nicht wirklich berühren. Vielleicht sollte ich mich bei Gelegenheit mit ihren Veröffentlichungen beschäftigen, um mir ein klareres Bild machen zu können... Einfacher machten es mir dann MOURNING BELOVETH,
Einfacher machten es mir dann MOURNING BELOVETH, denen ich bedenkenlos eine intensive Death-Doom-Show bescheinigen kann. Besonders beeindrucken konnte die ultrafette Lightshow, die schon allein für Gänsehaut-Atmosphäre gesorgt hätte. Da fragte ich mich, ob die Lichtanlage eigentlich schon die ganze Zeit über so intensiv eingesetzt worden war - aufgefallen war sie mir noch nicht wirklich. Auffällig waren jetzt aber massig geile Twinguitar-Leads und ein im Röchelwahn aufgehender Sänger. Dies war dann auch das Manko, denn zumindest mir wurden Darrens Vocals irgendwann zu monoton. Die Iren könnten bei mir etliche Pluspunkte einfahren, wenn sie ihren Gitarristen öfter angenehmen Klargesang einstreuen lassen würden. Aber gut, ist ´ne Geschmackssache, und es gab offensichtlich genügend Fans, die keine derartigen Probleme hatten.
So langsam ging die Veranstaltung in die Endphase, was uns jetzt vermehrt dazu veranlasste, den aufkommenden Trennungsschmerz mit Trost spendenden Getränken zu bekämpfen. Die Stimmung wurde somit entsprechend locker und empfänglich für eine Band vom Kaliber COUNT RAVENs. Ehrlich gesagt hatte ich der Reunion-Show der alten Recken gar nicht mal großartig entgegen gefiebert. Beim vorbereitenden Hören der schon leicht angestaubten Scheiben war ich nämlich der Meinung, dass sie auch einiges an durchschnittlichem Material verewigt haben. Andererseits waren mir die Auftritte des Trios in sehr positiver Erinnerung... Und so legten sie dann los mit einem Frontmann Dan, der anfangs gar nicht so wirklich glücklich aus der Wäsche guckte. Vielleicht war auch er sich seiner Sache nicht so sicher, doch was dann kam, ließ sämtliche Zweifel dahin schwinden wie den Inhalt der im Publikum kursierenden grünen und braunen Flaschen. Es kann aber nicht nur an der bierseeligen Stimmung gelegen haben, dass nun ein wahres Fest des klassischen Doom Metals zelebriert wurde. Mit angeborener Kauzigkeit brachten die Schweden einen Hit nach dem anderen, so dass ich mich erstaunt fragen musste, wo sie die alle herholten. Der bunte Reigen wurde nur unterbrochen von zwei oder drei der typisch spacigen Keyboard-Nummern des Maestros, die aber an der jetzt vollkommen ausgelassenen Stimmung auch nichts ändern konnten. Besonders erwähnenswert ist dabei die Darbietung von Bassschrat Wilbur, der ja schon im letzten Jahr mit SEMLAH das DOOM SHALL RISE beehrte. Der Mann wirkt alles andere als taufrisch, doch mit seinem Langholz anscheinend verwachsen groovt er die gesamte Show in unnachahmlicher Weise durch. Ich würde ja gern mal die Setlist sehen, denn ich hatte den Eindruck, egal was sie zockten, es war einfach nur geil. Als es nach allerletzter Zugabe aussah, hatte ich es im Urin, dass den Göttern gehuldigt werden musste. Und es ertönte ein SABBATH-Medley, das Publikum war komplett am Austicken, alle bangten, doomrockten, vor der Bühne, auf der Bühne, es war eine Doom-Orgie! Heiliger Vitus, was haben die alten Säcke abgeräumt! Noch jetzt krieg ich ´ne Gänsehaut, wenn ich dran denke. Denkwürdig ist auch genau das Wort, mit dem ich diese Show kurz zusammen fassen würde. Wenn COUNT RAVEN im Herbst mit MIRROR OF DECEPTION touren, tut euch einen Gefallen und geht hin. Ich werde das jedenfalls garantiert machen.
Nach diesem erneuten finalen Hammer, der noch heftiger ausfiel als am Vortag, muss sich ein Zeitlupenschleier über Göppingen und die angrenzenden Gemeinden gelegt haben. Mohr und ich schienen kaum vorwärts zu kommen auf dem Weg zu unserer Bleibe, so sehr ich ihn auch zog und zerrte. Auch die Gedanken krochen geradezu durch meine Hirnwindungen, sprachen dabei aber deutlich immer wieder wie ein Mantra zu mir: "Doooooom! Doooooom! Doooooom!" Doch das war nichts Unheimliches, ganz im Gegenteil, es fühlte sich gut an, so als wäre man in einer langsameren, besseren Welt, die einen nicht mehr loslassen wollte. Liebe Veranstalter, bitte macht, dass ich mich auch im kommenden Jahr wieder so fühle! Und danach das Jahr wieder, und danach wieder, danach wieder, wieder... Bis wir uns ein letztes Mal treffen, am ultimativen Doomsday.
Carsten Buchhold - Pics: Simone Vinke / http://www.heiliger-vitus.de


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