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:: Index: 'ALL' :: VIRGIN BLACK, ....

VIRGIN BLACK, Leipzig "Rabet", 04.06.2003
Virgin Black
Dead Turns Alive
Exaudi


Leipzig, "Rabet"

04.06.2003
Endlich, nach all den Jahren der Verehrung ihrer Musik, sollte es soweit sein: Virgin Black kündigten eine Tour an, die sie auch nach Deutschland führen sollte. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass vorher das neue Album erscheinen würde, um dieses dann mit einer amtlichen Rundreise zu promoten. Letztlich hat dieses aber wohl zeitlich nicht mehr ganz hingehauen, so dass im Anschluss an eine kleine US-Tour mit Antimatter (feat. Duncan Patterson) nur zwei Gigs in Leipzig auf dem Plan standen. Somit war natürlich klar, dass ich dorthin musste. Nach dem Einchecken in meiner Nobelherberge ("Monteurszimmer", 20 €, Fassade im Abbröckeln begriffen) begann auch schon das Intro zum Konzert: Ein gewaltiges Gewitter mit anschließendem Monsun brach sich Bahn und tauchte die Messestadt für beinahe zwei Stunden in sinistres Dunkelgrau. Wenn das mal kein Auftakt nach Maß war! Dann ein kurzer Fussmarsch entlang ruinenumsäumter Straßen, um sogleich am Ort des Geschehens einzutreffen, dem Freizeitzentrum Rabet, bekannt für kulturelle Highlights aller Art.
Proppenvoll war der Club noch nicht gerade, was aber wohl auch niemand wirklich erwartet hatte. So waren es kaum mehr als fünfundsiebzig glückliche Menschenkinder, die diesem denkwürdigen Abend beiwohnen sollten. Da die Veranstaltung unter dem Motto "Gothic Christ Vol. II - Spiritual WGT Warm-Up" stand, also quasi ein Mini-Festival am Vorabend des Maxi-Festivals war, hiess es, zunächst zwei Vorgruppen zu überstehen. Exaudi waren bei meinem Eintreffen bereits voll bei der Sache und versuchten mit ihrem Gothic Metal mit todesbleiverdächtigen Röchelvocals das Publikum in Wallung zu bringen, was alles andere als leicht war angesichts tropischer Temperaturen und einer Luftfeuchtigkeit von ca. einhundertzwanzig Prozent. Ich zog es dann auch vor, mein Warm-Up an der klimatisierten Theke zu beginnen, denn schließlich galt es, die aufkommende Nervosität im Zaum zu halten. Dead Turns Alive brachten nicht nur einen weitaus klangvolleren Namen sondern auch lustige Outfits ins Spiel. Fred vom Jupiter (copyright: Simone S.) und sein Kollege im Mülltütenoverall legten Elektro-Fundamente aus für den Gesang eines eher punkig gekleideten jungen Mannes.
Wirklich begeistern konnten auch sie mich nicht, aber wie auch angesichts dessen, was gleich folgen sollte? Bereits beim Betreten der Bühne edle Vibes versprühend war es nun tatsächlich soweit: Nach standesgemäßer Ankündigung eines der netten Veranstalter legten Virgin Black mit "Opera de Romanci" los und sofort war klar, dass die Band auch live etwas ganz besonderes ist. Sogleich stellte sich bei mir eine intensive Gänsehaut ein, die mich bis zum Ende der Show nicht mehr verlassen sollte. Der Sound war erdiger als auf Scheibe, logisch, und trotzdem klang alles bombastisch fett. Gerade so, als wenn die Stücke tatsächlich in erster Linie für die Bühne erdacht und nicht erst im Studio unter intensiver Tüftelei in dieses perfekte Klanggewand gebracht wurden. Waren da überhaupt Samples? Kann ich gar nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Im Mittelpunkt des Geschehens standen erwartungsgemäß die beiden Hauptfiguren: Rowan bringt nicht nur seinen facettenreichen Gesang ausdrucksstark rüber, sondern sorgt am Keyboard auch für fundamentale Aspekte des Sounds. Dabei bergen die ruhigen Stellen, bei denen er sich nur selbst begleitet, besonders eindringliche Momente.
Überhaupt traut sich das Publikum manchmal kaum zu klatschen,wenn ein Stück langsam verklingt. In der Mitte der Bühne befindet sich Samantha, die mit ihrer Gitarre verschmolzen scheinbar in ganz anderen Sphären weilt. Wild bangend oder entrückt schwelgend geht sie völlig in der Musik auf. Echt faszinierend. Ich habe noch nie jemanden so spielen sehen! Die anderen drei Bandmitglieder sind zwar bei weitem nicht so auffällig,was aber nicht heißen soll,dass sie Statistenrollen spielen. Schließlich sind Virgin Black eine eingespielte Einheit, was vor allem bei den Chören zum Ausdruck kommt. Eine personelle Überraschung gabs aber trotzdem, denn ihren Bassisten hatten sie aus den USA mitgebracht! Highlights des Programms kann ich beim besten Willen nicht nennen, denn Virgin Black gehören zur seltenen Spezies von Bands, bei denen wirklich jeder Song eine Macht für sich ist. Erstaunlicherweise kannte ich sämtliche Tracks, obwohl ich mit verstärkter Präsenz der neuen Kreationen von "Elegant... And Dying" gerechnet hatte. So blieb "And The Kiss Of God´s Mouth" der einzige Neuling, der gütigerweise bereits von The End Records als Download bereitgestellt worden war. Das Ding läuft schon beim ersten Hören rein wie frisch Gezapftes und macht gierig nach viel mehr. Daneben gab es fast das komplette "Sombre Romantic"-Album zu zelebrieren. Womit ich allerdings überhaupt nicht gerechnet hatte, waren Songs vom Demo. Das Hammerteil "Mother Of Cripples" und mein persönlicher Virgin Black-Hit schlechthin, "Anthem", kamen tatsächlich zu Ehren! Einfach nur schön. Viel zu früh war auch schon wieder alles vorbei. Gefühlte Spieldauer: 10 Minuten. Beim abschließenden Backstage-Plausch konnte ich feststellen, dass die Musiker zu allem Überfluss auch ausgesprochen nett sind. So bin ich dann noch mit einigen Gratis-Bieren abgefüllt worden und durfte glücklich verstrahlt zurück in mein Monteurszimmer wanken.
Carsten Buchhold - Pics: Michael Kuhlen


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