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HEADSPACE / BEYOND GOD, 20.12.2016, ASCHAFFENBURG - COLOS-SAAL


ASCHAFFENBURG - COLOS-SAAL

20.12.2016
Damian Wilson ist quasi permanent on the road. Wenn er nicht gerade mit seiner Hauptband Threshold unterwegs ist, spielt er irgendwo mit Maiden United oder steht bzw. sitzt als Solokünstler auf der Bühne. Gleichwohl hat man nur selten die Gelegenheit ihn mit HEADSPACE live zu erleben. Auch diesmal sind die Briten nur für vier Shows in die EU gekommen, wovon nur eine in Deutschland stattfindet. Dass man sich dazu mit dem ´Colos-Saal´ Damians "Wohnzimmer" ausgesucht hat, verwundert nicht wirklich. Nun denn, auf nach Bayern, auch wenn Aschaffenburg Gott sei Dank nicht so weit südlich liegt.

Die Vorgruppe BEYOND GOD passt nicht wirklich zum Hauptact, bieten die Niederländer doch eher biederen Symphonic denn erlesenen Prog Metal. Dabei hat man am Anfang, als die Sängerin alleine die Bühne betritt und ein Intro singt, noch das Gefühl, dass es vielleicht eine dieser seltenen Gelegenheiten sein könnte, wo einen ein unbekannter Support Act positiv überrascht. Im weiteren Verlauf des dreiviertelstündigen Auftritts versuchen die Holländer jedoch vergeblich ihren Landsleuten Within Temptation nachzueifern. Zwar beherrschen die Herren Musiker ihre Instrumente, besitzen jedoch keinerlei Ausstrahlung und wirken verdammt hüftsteif. Ähnliches gilt für das Songmaterial, das zum Gutteil aus der Konserve kommt, denn es gibt keinen Keyboarder, der die vielen Synthies und Chöre beisteuert. Dazu kommt, dass der Sound ziemlich übersteuert ist und vor allem der Bass mächtig brummt. Trotzdem zeigt sich das überschaubare Publikum äußerst wohlwollend, so dass das Quartett am Schluss einen ordentlichen Applaus erntet.
Bei HEADSPACE ist alles ganz anders. Die Jungs sind so verdammt locker und gut drauf, dass man selbst aus dem Grinsen kaum herauskommt. Man nimmt den Fantastischen Fünf ganz einfach ab, dass sie auch abseits der Bühne befreundet sind. Damian lässt es sich zwischen den Songs nicht nehmen, kleine Anekdoten zum Besten zu geben, woher er die Anderen kennt und was man schon zusammen erlebt hat. Trotz der sehr politischen und sozial-kritischen Attitüde von HEADSPACE gibt es keinerlei erhobene Zeigefinger oder Moralpredigten. Vielmehr machen die Herren ständig irgendwelche Faxen und Scherze. Ganz nebenbei bedienen sie dabei ihre Instrumente mit einer spielerischen Leichtigkeit, die ob der Komplexität der Arrangements kaum zu fassen ist. Wenn man dann noch weiß, dass das Quintett mit dem neuen Drummer Darby Todd erst einmal zusammen aufgetreten ist und nicht viel Zeit zum Proben hatte, kann man die Klasse dieser Musiker gar nicht hoch genug preisen.

Lee Pomeroy brilliert auf seinem Viersaiter, also mit zwei Saiten weniger als sein holländischer Kollege zuvor. Pete Rinaldi ist ein Hammergitarrist und Adam Wakeman ist nicht nur auf dem Papier der Sohn seines berühmten Vaters Adam (YES). Wenn man dann noch den besten lebenden Sänger und Frontmann in seinen Reihen weiß, kann ein solches Konzert eigentlich nur zum Triumphzug werden.
Und die Songauswahl? Nun, ein gelungener Mix aus dem aktuellen Album "All That You Fear Is Gone" und dem nicht minder genialen Vorgänger "I Am Anonymous". Nach dem Doppelschlag ´Die With A Bullet´ und ´Fall Of America´ (ein Refrain zum Niederknien!) kommt mit ´The Science Within Us´ das erste neue Stück. Später folgen mit ´Kill You With Kindness´ und ´Secular Soul´ die beiden übrigen Longtracks von "Fear". Die kurze Ballade ´The Day You Return´ bildet also die absolute Ausnahme bei der Songauswahl und lockert das ansonsten frickellastige Set angenehm auf. Als Zugabe wird ´The Big Day´ vom Debüt gezockt und als danach Schluss ist, hat man das Gefühl, als könnte dieses Erlebnis unmöglich schon vorbei sein. Damo lässt sich natürlich nicht lumpen und springt gleich im Anschluss von der Bühne, um Hände zu schütteln und ´free hugs´ zu verteilen. Der Rest gibt sich nicht minder fannah und steht gleich nach dem Gig für Autogramme und Fotos zur Verfügung. Daran können sich die Möchtegern-Rockstars mit ihren VIP-Tickets und Meet-And-Greet-Packages gerne eine Scheibe abschneiden.

Auf diese Art schon vor Weihnachten reich beschenkt, macht man sich beschwingt und rundum glücklich auf die Heimfahrt, und zwar in der Gewissheit spätestens im nächsten Dezember wieder nach Aschaffenburg zu eiern, um sich Threshold zu gönnen. Damian hatte nämlich verkündet, dass er mit seiner Hauptband am 1. Dezember 2017 wieder im ´Colos-Saal´ gastieren wird. Aber ich bin mir sicher, dass wir diesen Tausendsassa bereits vorher noch ein paar Mal auf deutschen Bühnen erleben werden.
Alex Fähnrich. - Pics: Alex Fähnrich


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