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:: EXODUS / LOST ....

EXODUS / LOST SOCIETY, 31.03.2016, Bochum - Zeche


Bochum - Zeche

31.03.2016
Es war Montag, der 20.Februar 1989, als EXODUS im Rahmen ihrer „Fabulous Disaster“-Tour (mit Nuclear Assault und Re-Animator) die altehrwürdige Bochumer ’Zeche’ in Grund und Boden thrashten - im Verbund mit völlig durchdrehenden Fans. Wahrscheinlich erlebte der Verfasser dieser Zeilen eines seiner besten Thrash-Konzerte ever. RTL war seinerzeit mit „Mosh“ vor Ort und konservierte die Show für die Nachwelt, so dass man sich im gängigen Video-Portal #1 einen Eindruck davon machen kann, wie die gesamte Band vor lauter Kick, Adrenalin und Tour-Wahnsinn explodierte und die Maniacs im Auditorium in nichts nachstanden. Ein Pit, der den Namen noch verdiente und Pogo, Slamming und Headbanging in ’good friendly violent fun’-Manier zelebrierte (seien wir doch mal ehrlich: circle-pit ist doch für’n Kindergarten!). Wilde und unaufhörliche Stagediving-Einlagen sowie konstant mindestens drei Diver on stage, um sie sofort wieder mit einem Hechtsprung, Schraube oder Salto zu verlassen (Diven im aktuellen Millennium ist dagegen tatsächlich lächerlich). Auch der Verfasser dieser Zeilen und seine Clique verausgabten sich bis zur Schmerzgrenze (>>>die übrigens nicht nur der Autor erlebte, sondern auch der große Bruder in den vorderen Reihen, der die heranfliegenden Waltroper im Akkord aufzufangen hatte... <<< Anmerkung: LL) und diven nicht nur einmal quer durch „Mosh“-TV ;-)).


2016: EXODUS machen immer noch neue Platten und sind unterwegs, und das ist gut so! Auf der Habenseite der diesjährigen Zechenshow standen dabei das wie immer geniale Power-Drumming von Hunting, der zurückgekehrte verlorene Sohn Zetro, der seine Performance zwar nach den ersten Songs - deutlich sichtbar - wohldosiert einsetzen musste, um noch genügend Puste bis zum Ende des rund neunzigminütigen Sets zu haben, und das exzellente Gitarren-Duo Altus / Lum. Wenn man schon nicht Gary Holt haben kann, weil die Slayer-AG mit guten Gagen ruft, dann ist Kragen Lum (Heathen, Prototype) gemeinsam mit dem mittlerweile durchaus legendären Lee Altus eine echte Bank. Warum Jack Gibson nun auch schon seit Dekaden den Bass zupfen darf, ist mir dagegen weiterhin ein echtes Rätsel. Der Mann schien selber (mal wieder!) keinen Bock zu haben, daher machte es auch (mal wieder!!!) keinen Bock sich seine Performance anzuschauen. Zweimal pro Song die Locken dezent zu lüften ist im Line-Up einer Thrash-Legende mit der Vita von Exzess und Aggression absolut nicht stimmig. Dass seine arrogant wirkende Art nun zumindest bei diesem Gig einer völlig apathischen Darstellung gewichen ist, machte den Eindruck nicht besser.
Ansonsten spielten sich EXODUS mehr als punktgenau und spieltechnisch gewohnt hochwertig durch eine Setlist, die von „Bonded By Blood“-Klassikern und neuen Songs von „Blood In, Blood Out“ sowie dem zwischenzeitlichen Combeback „Tempo Of The Damned“ dominiert wurde. Alles geil, keine Frage, und insbesondere im Falles des Debüts natürlich für die Ewigeit gemacht, aber letztendlich verschenkte die Bay-Area-Bande durch den auch schon mit Rob Dukes durchgekauten „Bonded“-Block die Chance lange nicht Gehörtes von den Zetro-Signature-Werken und ebenfalls Klassiker-Status innehabenden „Pleasures Of The Flesh“ und „Fabulous Disaster“ zu bringen. Ersteres wurde nur mit „Deranged“ gewürdigt, von Letzterem hatte es „The Toxic Waltz“ ins Set geschafft. Vorlage verschenkt und den Elfer daneben gesetzt.

Um nicht missverstanden zu werden: die Show war gut, die Abwägung der positiven wie negativen Impressionen spricht halt nur dafür, dass es ein leicht ziespältiger Gig war. Der energetische Wahnsinn ist einer Routine gewichen (wahrscheinlich logisch... ich dive ja auch nicht mehr). Dienst nach Vorschrift. Solide. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Einen Arschtritt aus juveniler Energie und bereits erstaunlicher Routine legten im Vorprogramm die Finnen von LOST SOCIETY auf die Bretter. Dabei präsentierten sie sich technisch stark und extrem tight aufeinander eingespielt. Drei Alben und diverse Shows haben dem Quartett Sicherheit gegeben, die Jungs hatten richtig Bock und gaben auf der Bühne Vollgas, wobei vor allem der, nennen wir es einfach mal so, Midtempo-Hit „I Am The Antidote“ vom neuen Album „Braindead“ für kreisende Matten und Fist-Banging-Mania sorgte. Chance definitiv genutzt!

Danke an Jörg Müller von http://www.the-pit.de für die freundliche Bereitstellung seiner Bilder!
Christoph Lücker - Pics: Jörg Müller


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