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TRIBULATION / GRAVE PLEASURES / VAMPIRE, 29.01.2016, Essen – Turock


Essen – Turock

29.01.2016
Freitagabend, das « Turock » mit schätzungsweise zweihundert Fans gut gefüllt, als VAMPIRE, die Band mit dem ach so außergewöhnlichen Namen, eine der letzten Shows der ’The Wailing Dead’-Tour eröffnen. War das nun angeschwärzter, extrem roher und räudiger Thrash? Oder lugte etwa doch der Hauch des Todes hervor? Gleichwohl, die Headbanging-Quote in den ersten Reihen schwang sich beim Opener erstaulich empor. Obschon deren stilistische Ausrichtung nicht meine Baustelle war (ist), gefielen mir die kompetenten Growls des Fronters durchaus, zudem unterhielt der Mikromann der Schweden mit deutschsprachigen Ansagen wie etwa „Gott ist tot, aber die Toten leben weiter“. Dennoch, vielleicht wäre der Halbfinal-Handballkrimi und eine spätere Abfahrt doch die bessere Alternative gewesen...

Auf GRAVE PLEASURES durfte man gespannt sein, schließlich tauchen im Line-up diverse alte Bekannte auf, die mit ihren ex-Bands in verschiedenen Subgenres für Furore sorgen konnten, darunter Ex-In-Solitude-Drummer Uno (mit Fremdschäm-Sonnenbrille), ex-The-Oath-Klampferin Linnea und die Beastmilker Mat (vocals) und Valtteri (bass). Allerdings konnte mich das Debüt „Dreamcrash“ nicht wirklich begeistern, weswegen ich PMs 8,5/10 Jubelarie auf unseren heiligen Seiten auch arg hoch gegriffen fand. Aber – warum dem Ganzen nicht noch eine Chance geben, denn auf den Bühnenbrettern erweisen sich oftmals die wahren Helden. Und – in der Tat, Tracks wie „Futureshock“, „No Survival“ oder „Girl In A Vortex“ zündeten besser, feuriger, rockiger, intensiver. Die besten Reaktionen des Auditoriums erneteten im Rahmen des einstündigen Gigs wohl allerdings „Death Reflects Us“, „You Are Now Under Our Control“ und „Genocidal Crush“ von Beastmilks „Climax“-Album, das weiland übrigens auch dezent an mir vorbei lief. Konnten mich Grave Pleasures also zum Fan bekehren? Jein. Gute Show, keine Frage, und ich werde sowohl „Dreamcrash“ als auch „Climax“ weitere Durchläufe gönnen (man weiß ja nie...), aber mir fehlt immer noch das gewisse Etwas (sowohl was die Ausstrahlung der Band als auch die Kompositionen angeht), das Vorbilder wie The Cure, The Cult, Joy Division oder The Mission auszeichnet. Oder frei nach Napalm Death: Followers – not leaders. Denn während den Originalen in jeweils verschiedener Hinsicht das Besondere anhaftete, wirken die Epigonen schlichtweg wie leicht biedere Darsteller. Dennoch: hat mich im Vergleich mit der Konserve musikalisch durchaus überzeugt.

Zum Abschluss TRIBULATION, die mit „Children Of The Night“ im letzten Jahr eines meiner 2015-Top-10-Alben veröffentlicht hatten, welches dann auch - zum Glück - die Basis der Setlist bildete. So ließen sich die stilistischen Ausreißer bei der Rückkehr zur Death/Thrash/Black-Historie als kleine Lehrstunde zur Evolution des Quartetts wohlig verkraften. Kaum wandten sich die Schweden wieder ihrem aktuellen Meisterwerk zu, lieferten sie den Beweis, dass der Düster-Metal mit Goth-Wave-Referenzen auch per Liveschaltung zu begeistern weiß, zumal die Dark-Rocker eine engagierte Show ablieferten. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn hier wurde gepost, bis sich die Wirbelsäule bog. Während man bei alten Helden wie Fields Of The Nephilim, sicherlich einer der großen Paten des aktuellen Bandsounds, insbesondere Ende der Achtiger das Gefühl hatte, dass diese eigenartigen, entrückten Bühnengestalten auch nach Konzertende im Nebel entschwinden würden, hatte ich hier eher das Gefühl extrem gute Rollenspieler zu betrachten. Ist eigentlich sonst noch wem aufgefallen, dass wir es - unter der weißen Theaterschminke und hinter den Kajal umrandeten Augen - mit bekannten Charakteren zu tun hatten? Tom G. Warrior mit Rastas und ausnahmsweise mal ohne Mütze am Bass & Gesang, der junge Alex Skolnick mit halblanger Matte sowie der kleine, nicht unter Fettleibigkeit leidende Chris Holmes an den Gitarren. Oder habe ich das alles nur geträumt? Wenngleich, guter Traum, überzeugende Show.
Christoph Lücker. - Pics:


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