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ANTIMATTER, 14.10.2015, Frankfurt - Das Bett


Frankfurt - Das Bett

14.10.2015
Mit "The Judas Table" hatten Antimatter in der Woche vor dem Start ihrer kurzen Deutschlandtour ein erneut emotional tief- und ergreifendes Stück Musik vorgelegt. Umso enttäuschender der Zuschauerzuspruch in Frankfurt: etwa 65-70 handverlesene Zuhörer wollten Mick Moss´ Seelenreisen erleben. Bei einem fairen Eintrittspreis von 15 Euro zeigt dieser Umstand nur zu deutlich, wie tief sich die Band trotz konstant hochwertiger Arbeit noch immer durch den Untergrund wühlt, während etwa Anathema von einem Erfolg zum nächsten eilen, obwohl sie mit den letzten drei Alben von ihren Landsmännern um den kleingewachsenen Rotschopf in qualitativer Hinsicht überholt wurden.

Wie dem auch sei: der Merchstand erfuhr vor dem Gig regen Zuspruch, sodass ein redseliger Mick Moss, mit tiefen Einblicken in sein Brusthaarbiotop glänzend, gegen 10 vor 9 mit einem zufriedenen Grinsen gen Backstagebereich abrückte, um fünf Minuten später mit seinen drei Mitstreitern die Bühne zu entern. Zum Einstieg wählte man mit dem entspannt-wuchtigen "Killer" vom neuen Album gleich einen herausfordernden Song, der die Marschrichtung für die folgenden knapp 100 Minuten vorgeben sollte: der Fokus lag eindeutig auf "The Judas Table" und den ebenfalls grandiosen Vorgänger "Fear Of A Unique Identity," wobei die Band penibel darauf bedacht war, stets eine hohe Dynamik zu erzeugen. Im Mittelpunkt stand natürlich Moss selbst, wobei als einziger wirklicher Kritikpunkt zu Buche schlug, dass dieser sich, aller Geschwätzigkeit vor dem Konzert zum Trotz, nahezu weigerte, mit dem Publikum zwischen den Songs zu kommunizieren. Hieran sollte er unbedingt noch arbeiten, wenn er die andächtige Stimmung (die im Konzertsaal aufgrund des geringen Zuschauerspruchs durch den halllastigen Sound noch verstärkt wurde) während des Gigs etwas aufbrechen will - seine leider als Werbebotschaft verpackte Ansage gegen Ende des Konzerts zeigte, dass sich so weit stärkere Reaktionen hervorrufen ließen.

Musikalisch wusste die Band jedoch, bis auf einige jedoch souverän gehändelte Probleme mit dem Monitorsound, beinahe durchgängig zu überzeugen. Moss selbst war gut bei Stimme (die er leider zu keiner seiner ergreifenden Akustikballaden ertönen ließ), die Musiker untereinander gut aufeinander eingespielt, sodass bei Traumreisen wie "Paranova," "Can Of Worms" und "The Parade" wirklich gar nichts schief gehen konnte. Auch und gerade die neuen Stücke wie das hintergründig arrangierte Hookwunder "Black Eyed Man" fanden das ungeteilte Wohlwollen des (sich mit Smartphone-Blödeleien wohltuend zurückhaltenden) Publikums, während der "Leaving Eden"-Exkurs "Redemption" / "Leaving Eden" selbstredend ausgelassen gefeiert wurde. Bei der "Fear..."-Single "Uniformed And Black" (mit dezent verändertem Groove) sowie dem formidablen "Gagging Order" vom ebenfalls essenziellen (und vor dem Konzert reißenden Absatz findenden) Sleeping Pulse-Album durfte schließlich noch die Hufe geschwungen werden.
Jedoch kehrte Moss weit deutlicher, und zwar als Weiterentwicklung der früher allgegenwärtigen Wave-/Dark Rock-Einflüsse, auch die artrockigen Wurzeln der Antimatter-Alben jüngeren Datums heraus. Besonders deutlich wurden diese im überaus gelungenen Pink Floyd-Cover "Welcome To The Machine" (am Ende des regulären Sets) sowie durch einige (nicht zu) ausladende Instrumentalexkurse, die insbesondere der Rhythmussektion Freiräume einräumten, herausgekehrt. Insgesamt also ein wunderbarer Konzertabend, der lediglich durch eine etwas extrovertiertere Performance aller beteiligten Musiker noch gewonnen hätte. Fans sphärischer, aber dennoch melodisch zupackender Alternative-Klänge sollten wirklich schleunigst beginnen, diese Band für sich zu entdecken.

Setlist:

Killer
Paranova
Firewalking
Black Eyed Man
The Last Laugh
Monochrome
Uniformed And Black
Over Your Shoulder
Can Of Worms
Gagging Order (Sleeping Pulse)
Redemption
Leaving Eden
Wide Awake In The Concrete Asylum
The Parade
Welcome To The Machine (Pink-Floyd-Cover)
Stillborn Empires (Zugabe)
Patrick Müller - Pics:


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