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:: DEVIN TOWNSEN ....

DEVIN TOWNSEND PROJECT, 24.07.2015, Münster - Jovel


Münster - Jovel

24.07.2015
Devin Townsend ist ja eh gerne auf europäischen Bühnen unterwegs, aber dieses Jahr gibt er richtig Gas. Nach dem “Chaos In The Skies” Europa-Abstecher im März 2015 (siehe Obliveon-Konzertbericht aus der Feder des Rezensenten) ist er seit einigen Wochen im Rahmen der „Blue Skies Of Europe“-Tour wieder auf Achse. Kollege Fähnrich hat den Meister bereits im Juli bei der Classic-Rock-Nacht als Anheizer für Dream Theater gesehen, neben diversen Festival-Shows an den Wochenenden wurden selbsredend auch immer wieder Clubgigs eingeschoben, so dass ich einen Tag vor dem tatsächlichen Ende der Rundreise (mit dem niederländischen Stonehenge-Fest im beschaulichen Steenwijk) einer Performance im Clubraum des Münsteraner Jovels beiwohnen konnte. Die als Wohnzimmer der Location ausgeschriebene Räumlichkeit soll maximal fünfhundert Besucher beherbergen können, es sah aber eher so aus als ob sich dort rund zweihundert Leute und somit deutlich weniger als bei der Bochum-Show im Frühling tummelten. Nebenbei gesagt, ich war ja schon lange nicht mehr bei einem Event in Münster, aber die Uhren ticken hier seit jeher anders. In der heimlichen Studentenhauptstadt war der (angehende) Akademiker-Anteil im Publikum mal wieder besonders hoch, man trank Flaschbier, obschon das Gezapfte gar in stilvollen Gläsern ausgeschenkt wurde und für den Fotograben benötigte man keinerlei Absperrung, sondern nur einen Security-Mann, der die BesucherInnen höflich aber bestimmt aufforderte einen Schritt von der Bühne entfernt zu verweilen, was diese auch brav die gesamte Show über praktizierten. Das gab zumindest Townsend die Option in die erste Reihe zu springen, unmittelbar vor seinen Fans zu rocken und zu einem Rundgang durchs Auditorium anzusetzen...

Den Anfang machten jedoch Klone. Die Franzosen durften eine halbe Stunde ran und zelebrierten ihre Mixtur aus atmosphärischen Alternative-Klängen, polyrhythmischem Metal-Kram und modernen Akzenten in überraschend gutem Sound, aber so gut wie leider ohne Beleuchtung. Das hatte aber - wie sich später herausstellte - rein gar nichts mit Headliner-Spielchen zu tun, denn auch DTP-Member (Keyboarder Mike St.Jean und Klampfer Dave Young) mussten nahezu im Dunkeln darbieten. Nach dem abschließenden Björk-Cover „Army Of Me“ konnten Klone einen satten Applaus verbuchen, der deutlich über das Höflichkeits-Barometer hinausging. Guter Einheizer!
Nach der kurzweiligen Pausenüberbrückung (Ziltoid-Videoprojektionen, Townsends Kopf in zahlreiche Filmmotive, Plattencover etc. geschnitten oder – mehr schlecht als recht – auf die Körper von Pfeifen wie 50 Cent oder Britney Spears gesetzt) glitt der Meister mit „Rejoice“ ins Set, um mich gleich danach vor Entscheidungen zu stellen: was sollte ich nur während „Night“ im imaginären Fotograben machen? Headbangen, singen oder doch fotografieren? Im Vergleich zur März-Show hatte das Devin Townsend Project die Playlist auch deutlich umgestrickt, wie ich gestehen muss zu meiner großen Freude, denn auf Albernheiten bzw. Kitschiges wie „Lucky Animals“ respektive „Ih-Ah!“ wurde gänzlich verzichtet. ’Physicist’-Brecher wie “Namaste” und “Kingdom”, „Deadhead“ (von ’Accelerated Evolution’) oder “Bastard” (von ’Ocean Machine’) erinnerten mich dagegen einmal mehr daran, warum ich insbesondere in der Phase von ’Ocean Machine’ (1997) bis ’Accelerated Evolution’ (2003) zum beinharten HevyDevy-Fan mutierte. Vom neuen Material begeisterte mich vor allem (erneut) das in Verbindung mit den Videosequenzen unwiderstehlich groovende, enorm mitreißende „March Of The Poozers“. Gut übrigens, dass die Projektionen überhaupt vorhanden waren, denn hiermit konnte die nur spärlich vorhandene Ausleuchtung ergänzt bzw. aufgehellt werden. Sollte das die Standardanlage des Jovel-Clubs gewesen sein, so verwundert mich die Wohnzimmer-Assoziation der Betreiber nicht mehr wirklich. Wahrscheinlich gibt es gar Wohnzimmer mit aufwändigerer Licht-Inszenierung...

Ansonsten überzeugte natürlich einmal mehr die seit Jahren gemeinsam agierende, fantastische Backing-Band (allen voran der unglaubliche Drummer Ryan van Poederooyen!!!), dennoch stand der kreative Mentor, der sympathische Blickfang selbstredend im Zentrum der Aufmerksamkeit. Devin freute sich über das Publikum, über die Band, über sich selber; wie üblich prasselten die Grimassen im Sekundentakt über sein Gesicht, die Mimik des Kanadiers bleibt jedenfalls im metallischen Sektor unvergleichlich. Dass sich dieses Genie, ja - ich bleibe dabei!!!, nach dem Ende des regulären Sets und vor der finalen und leider einzigen Zugabe, dem beschwingten ’Infinity’-Hit „Christeen“, erst gar nicht in den Backstage-Bereich verzog, sondern lieber erneut in die erste Reihe abtauchte, um sich dort bei jedem einzelnen Fan per Handschlag und mit netten Worten zu bedanken, spricht nur für ihn. Grandioses Ding!
Christoph Lücker - Pics: Christoph Lücker


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