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:: IVORY NIGHT, ....

IVORY NIGHT, 23.10.2009, Essen - Sounds Music Hall
IVORY NIGHT
SLICK´S KITCHEN
POWERBALL
BANGKOKK

Essen - Sounds Music Hall

23.10.2009
Und wieder einmal fand ich mich zu einem Gig um die Ecke in der Sounds Music Hall in Altenessen ein. Doch heuer waren die Sleazer Bangkokk im Vorprogramm. Altbewährt arbeitete man sich mit wachsender Spielbegeisterung durch das Programm, das vor einigen Wochen noch als Headliner gegeben wurde. Doch das schmälerte weder das Hörvergnügen noch die Begeisterung der Fans. Allerdings war auch der heutige Abend, mit circa fünfzig Gästen, mager besucht. Bangkokk kreisten um ihre Songs aus dem aktuellen Longplayer "Suck My Dust", die live hervorragend ins Ohr gehen. An diesem Abend ist Fronter Markk bei Songs wie dem flotten "Anybody Out There", dem Fankracher "Mexikko" und dem unverzichtbaren Hit "Never Break Away" nicht alleine an der Front. Van Halen-Basser-Lookalike Sven G. und Gitarrero Ufe spielen mit einer Euphorie, die ihresgleichen sucht und pushen sich gegenseitig stets zu neuen Fronten. Die Ruhrpott-Poser dürften es langsam verdient haben vor einem größeren Publikum zu spielen oder im Vorprogramm solch´ cooler Bands wie D.A.D. und Konsorten, denn genau da gehören sie hin.
Powerball spielte heute ein weiteres Mal ohne den zweiten Gitarristen, aber mit einem souveränen neuen Sänger, der den alten Schreihals schnell vergessen ließ. Komischerweise war ihr Sound auch wesentlich fetter und professioneller als das erste Mal, vor geraumer Zeit in demselben Club. Ihre Songtitel kenne ich noch immer nicht auswendig und ich bin kein großer Anhänger ihrer Songs, aber Ehre wem Ehre gebürt und der neue Brüllwürfel ist nicht nur sympathisch, er hatte das Zepter auch fest in der Hand. Damit begeisterte er nicht nur die anwesenden Fans, sondern genauso seine erstaunten Mitmusiker. Endlich ein amtlicher Sänger am Mikrofon, der mit den Live-Action-Eskapaden des Bassers mithalten kann. Wem diese Band musikalisch nicht zusagte, der konne ihrem knallenden Metal wenigstens optisch genießen.
Ein alter Freund, Haan Hartmann, wanderte auf die Bühne, um mit der absolut coolen Formation Slick`s Kitchen, deren Release "Half Evil-Half Album" schon satte zwei Jahre auf dem Buckel hat, Gas zu geben. Da man sich gegenseitig aus den Augen verloren hatte, ist mir diese Band durch die Lappen gegangen. Drei Mann, von denen Frontsau Slick Prolidol und Drummer Haan so cool agieren, dass die Hölle zufriert und ein Gitarrist, Mütze, der mit Sicherheit als junger Zakk Wylde durchgeht, setzten mich circa eine Stunde lang in Extase. Ein rockiger Sound, irgendwo zwischen Billy Idol ("Cum In My Kitchen"), knallendem Rock `n` Roll und powerndem Punk, hochgradig rau und melodisch ("Today`s The Day"). Zackig, präzise und spartanisch. Ehrliche Musik, handgemacht. "Here I Am" ballert in Richtung Metal und "No Man`s Land", steht in nichts nach. Es ist die charismatische tiefe Stimme von Slick und die witzigen Showeinlagen von Haan, mit denen sich Slick`s Kitchen, positiv vom Rest der Bands des heutigen Abend absetzten. Für mich der eigentliche Headliner. Dafür gibt es noch, nur für mich, haha, die Halbballade "Good You`re Gone". Die avanciert im Refrain zum Mid-Tempo-Chartfutter. Slick`s Kitchen haben noch Großes vor sich, da bin ich sicher. Vor allem wenn sie noch mehr Party-Tracks wie "Just In Case" auf die Reihe kriegen.
Aufgrund eines längeren Staus kamen die Jungs von Ivory Night erst spät im Venue an. Die Boys sind die Backing-Band von Ross The Boss, wenn er auf Tour geht und das letzte Mal habe ich sie im Sommer auf dem Balinger Bang Your Head Festival gesehen. Es muss schon irre sein einmal vor Tausenden zu zocken und Monate später vor nur einer Handvoll Menschen. Doch die Band mit ihrem progressiven Metal, der nicht ganz zu dem Abend passte, ließ sich nichts anmerken und räumte auf ganzer Ebene ab. Gesanglich in völlig anderen Sphären zeigte ihr Fronter was stimmlich alles möglich ist. Herrlich! Aber auch die Gitarren- und Bassfront gab sich alle Mühe das Feld von hinten aufzuräumen. Posing pur, irre Riffs und Soli. Mal befand man sich mitten im Publikum oder man gab konzentrierte Action auf der Bühne, gekleidet in einem Outfit des Malochers vom Pütt. Leider kenne ich auch die Tracks dieser Band nicht, aber das werde ich auf jeden Fall nachholen. Abwechslungsreich und professionell wie Dream Theater, nur mit einer freundlicheren Show. So kann man Progressive-Metal auch Nicht-Fans schmackhaft machen. Folglich war es kein Wunder, dass man zur Zugabe auf die Bretter zurückgerufen wurde. Amtlich!
Steve Burdelak - Pics: Steve Burdelak


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