|
|
|
SOUTHAFRICAN METAL MAYHEM - 22.08.2009, Oberhausen
|
|
|
|
VANIR
SACRIFIST
WITCHTOWER
WARTHANE
Helvete, Oberhausen
22.08.2009
|
|
|
Samstag Abend, 20 Uhr in der Friedrich-Karl-Straße in Oberhausen. Nachdem der Tag hitzegeschwängert war, ist auch abends die Luft in dem Oberhausener Stadtteil noch immer drückend. Die Straße ist mehr als verdreckt und die Szenerie der „Einkaufsstrasse“ wird beherrscht von Spielsalons, Internet- und Call-Lokalen, kleinen Imbissbuden, einer Tabledance-Bar sowie kleinen Lebensmittelläden mit internationalem Angebot und noch mehr Spielsalons. Die wenigen Passanten sind zum Großteil südländischer Herkunft und/oder farbig. Und mittendrin liegt der Heavy Metal-Club Helvete.
Der Abend heute läuft unter dem Motto „South African Metal Mayhem“ und von den ursprünglich drei südafrikanischen Bands sind zumindest noch zwei im Billing aufgeführt. Ich weiß nicht, ob Contrast The Water vor den Kosten der weiten Anreise zurückschreckten, schon zu Hause von Löwen gefressen wurden oder erst im um die Ecke beheimateten Club „Jasmin“ verloren gegangen sind. Letztendlich auch egal. (Leider ist es tatsächlich so, dass der Frontmann der Band kurz vor Tourneestart Opfer eines Überfalls wurde, der schwerste Verletzungen mit sich brachte, die eine Teilnahme der Band unmöglich machten! Auf diesem Wege also: Gute Besserung!)
Den Vorturner darf ab kurz nach Acht die noch junge Truppe Vanir ( http://www.myspace.com/vanirger ) aus Duisburg machen, die musikalisch nicht schlecht sind, aber auch noch nicht vollends zu überzeugen wissen. Spätestens die gewollt coolen Ansagen des Frontmannes Kraudi („Steht ihr auf vulgäre Texte? Jetzt kommt „Suck It Bitch“!) machen dies klar. Trotzdem hämmern die fünf ihr thrashiges Todesblei, auch unbeeindruckt von der miserablen Zuschauerzahl, ins Publikum. Darauf lässt sich aufbauen. Ach ja, die Jungs haben jetzt auch T-Shirts im Angebot und suchen Gigs jeder Art! Sind – O-Ton - für alles zu haben! (Jetzt versteh ich auch, wo die vulgären Texte herkommen! ;-) )
Als nächstes durften (mussten?) – unerwarteterweise – schon Sacrifist auf die Bühne. Sänger Dwayne Coetzee sieht mit seiner Frisur, den vielen Piercings und auch klamottentechnisch eher wie der Sänger einer New Wave- denn einer MeloDeath-Band aus, stand seiner Performance auf den letzten beiden Sacrifist-Alben aber in nichts nach. Im Gegenteil, von Anfang an hatte er das – mittlerweile etwas angewachsene – Publikum im Griff. Das war allerdings auch notwendig, denn auch wenn die Instrumentalfraktion ihren Job unzweifelhaft beherrschte und beide Gitarristen mit guten Riffs und sehr viel melodischer Arbeit brillieren konnten, so waren Performance und Aktionsradius zumindest des einen der beiden Gitarristen doch mehr als gebremst. Dargeboten wurden nur die besten Songs des bisherigen Schaffens der Johannesburger, die ihren Höhepunkt in den Stücken „Open Book“, „Playing With Fire“ sowie dem mit Wahnsinnsmelodie ausgestatteten „In The Dragon´s Blood“ fand. Zum Abschluss gab es noch eine Version von „Creeping Death“, auf der ich leider Dwaynes Vocals als nicht wirklich passend empfand. http://www.sacrifist.com
|
Nach einer weiteren Umbaupause beehrte uns die Klever Combo Witchtower (Cooler Name, wenngleich ich die Akteure mit dem „a“ im Namen deutlich bevorzuge! ;-) ) mit ihrer Old-School-Death-Thrash-Mischung. Nach bereits vier veröffentlichten Scheiben und einigen Gigs im Vorprogramm bekannter Bands konnte man einiges an Professionalität von den Jungs erwarten, allerdings musste man doch einen Rückschritt im Vergleich zu den Vorgängern hinnehmen. Die Musiker, allen voran der Sänger, schienen extrem relaxt, was aber zu einer weniger intensiven und engagierten Präsentation im Vergleich zu Sacrifist führte. Vielleicht war mein Eindruck aber auch dadurch beeinflusst, dass ich mich mit dem Material der Band nicht wirklich anfreunden konnte und auch noch nie ein Freund dieser grunzigen Gesänge war, welche die Lautäußerungen des Fronters oftmals beherrschten. Beim Publikum kam die Truppe aber recht gut an, durfte aber – wie auch ihre Vortänzer – keine Zugabe bringen. http://www.witchtower-metal.de
|
Punkt 23.00 erschienen die komplett in Schwarz und Stageoutfit gekleideten Warthane auf der Bühne, nahmen Platz ein und ließen nach einer Trockennebeldusche die ersten Töne ihres Extreme Metal-Mixes erklingen. Schnell war klar, dass Fronter Sean Gouws zwar ein echter Poser ist, mit seinem martialischen Auftreten aber beim Publikum sehr gut ankam. So gut, dass ein junges Mädchen sich im späteren Verlauf des Gigs auf die Bühne legte und vor den Monitorboxen zu Füßen Seans räkelte und versuchte diesen mit lasziven Posen und Zungenspielen auf sich aufmerksam zu machen. Das Ganze war so peinlich, dass sie später sogar vom Soundmann von der Bühne geholt werden musste. Dessen ungeachtet prügelten sich Sean und seine drei Gefolgsleute durch einen Set, der es in sich hatte und eines Headliners würdig war. Egal ob Old School-Black Metal-Song („Weeping Winter Moon“), rasender Death Metal oder thrashige Passagen, die Stücke wurden in überzeugender Manier und mit absoluter Professionalität dargeboten und Warthane boten dem zeitweise doch auf geschätzte 60 Leute angewachsenen Publikum eine extrem kurzweilige Stunde. http://www.warthane.com
Ich weiß zwar nicht, wie die Südafrikaner diese Mini-Tour aus eigener Tasche finanziert haben und was sie an Kosten wieder einfahren konnten, aber glaubt man Sean, so wollen sie Deutschland erneut beehren und auch Sacrifist ließen keinen Zweifel daran, dass es ihnen hier gefallen hat. Hoffentlich geben sich dann mehr Leute den Genuss dieser talentierten Combo(s).
|
|
|
|
|
|
Stephan Becker - Pics: Stephan Becker
|
[ Zurück zum Index ] |
|
|