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obliveon :: SCENERY CHANN ....

SCENERY CHANNEL

PREMIERE (62:20 min.)

EIGENPRODUKTION / FINNLAND-IMPORT
Es ist nicht ganz abwegig, das Debüt „Premiere“ zu betiteln, enthält es einerseits doch eine klare Botschaft und grenzt man sich andererseits von den Bands ab, die keinen Einfallsreichtum bewiesen und beweisen und wo der Bandname herhalten muss. Die „Premiere“ wartet mit Progressive Metal auf, der eine gute Portion poppigen Einschlag hat und sich immer dann entfaltet, wenn die Gitarren in den Hintergrund wandern. Konkret heißt da, dass es Scenery Channel geschafft haben, mit ’Overture 2015’ einen instrumentalen, orchestralen und gitarrengewaltigen Opener zu komponieren, der gleich die gesamte Aufmerksamkeit abfordert und ein hochachtungsvolles Nicken bei mir produziert. Einmal in der metallischen Spur, wird mit ’Awaken From A Dream’ (wer hatte nicht auch schon mal das Gefühl gehabt...) kraftvoll nachgelegt und offenbart erstmals die weiche, harmonische und charismatische Stimme von Mikko Lankinen. Mit schönen Ecken und Kanten kommt ’The Corridor’ daher, rifflastig findet er Eingang in mein Proggerherz. Das folgende Titelstück ist, wenn auch nur knapp, das kürzeste Stück auf der Scheibe und steht für das, was ich oben bereits als poppigen Einschlag bezeichnet habe. Zudem ist er nicht nur eingängig, sondern steuert unbeirrt in Richtung Ohrwurm, was die kleine musikalische Richtungsänderung leicht verzeihen lässt. Dagegen ist ’Prowled’ wieder energiegeladen und fügt sich trotz einer deutlicheren Spur Härte nahtlos an. So ganz konnte man es dann aber doch nicht lassen, einen gewissen Verweis auf Dreamtheater einzubauen. Das Instrumentalstück ’Escape’ erinnert nicht nur vom Aufbau her an die vielzitierten Vorbilder, sondern es atmet auch unverkennbar den Geist des Traumtheaters. Damit sollen sich meine Verweise auf Dreamtheater aber auch erledigt haben, denn auch wenn gewisse Einflüsse vorhanden sind (irgendwoher müssen sie ja auch kommen), Scenery Channel sind professionell genug, ihren eigenen Weg zu beschreiten und die musikalische Qualität ihrer Songs beweist, dass sie dazu auch locker in der Lage sind. Wie gut, zeigen sie mit ihrem über neunminütigen Longtrack ’Event That Changed Everything’, dass eine ausgewogene Mischung von weichen Melodien und sanfter Stimmung auf der einen Seite und Spannungsbögen durch Instrumentalpassagen auf der anderen Seite ist. Durch geschickte Anordnung der Stücke leitet es nahtlos auf ’First Rays Of Morning Light’ über, eine Art Progballade in der Art und Qualität des Titeltracks.
Ich halte Scenery Channels „Premiere“ für ein gelungenes Album, dass mit Abwechslungsreichtum und unterschiedlichsten Highlight gespickt ist, durchgehend auf hohem Niveau operiert und für mich das stärkste Debüt einer Band darstellt. Ihr könnt euch über die Band auf http://www.scenerychannel.com und in die Songs reinhören. Wenn euch dann das Premierefieber gepackt hat, dann könnt ihr das Album bei http://www.justforkicks.de bestellen.
9/10 - RB


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