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OBLIVION - Die ungeschminkte Wahrheit - Ausgabe 1/98
Dass http://www.obliveon.de vor seiner Internetpräsenz bereits neun Print-Ausgaben veröffentlicht hat, wissen vielleicht die wenigsten und soll nun auch nicht länger verschwiegen werden, schliesslich haben wir nichts zu verbergen und stehen zu unseren Taten, so komisch sie aus heutiger Sicht auch manchmal anmuten.
In den nächsten Wochen werden wir Euch daher hier in loser Folge die sprachlichen Exzesse und die ganze bittere Wahrheit dieser neun Ausgaben in nicht immer ganz Ernst gemeinter Form präsentieren.
OBLIVION 1/98

Was trieb im Sommer 1997 sieben halbwegs erwachsene Menschen eigentlich dazu ein Magazin mit dem Namen „Oblivion“ ins Leben zu rufen? Angesichts der Geburtswehen der ersten Ausgabe, die von der ersten Idee und einem konspirativem Redaktions- und Gründungstreffen im Headquarter in Duisburg-City bis hin zur fertiggestellten Ausgabe über ein halbes Jahr später kann die Antwort wohl nur lauten: der helle Wahnsinn. Nachdem der Kollege Bracke und meine Wenigkeit bereits erste schreiberische Erfahrung sammeln konnten – Uwe Ertelt mit seinem zumindest im Ruhrgebiet legendären „Horror Infernal“, über dessen Redaktionssitzungen und businesstechnischen Eskapaden es alleine ganze Bücher zu füllen gäbe – sowie beim „Break Out“, war der einhellige Tenor, es besser zu können und auch zu machen. Gesagt, getan ... die Kumpels und Elke, unsere damalige Quotenredakteurin (falls Du das lesen solltest, melde Dich doch mal – Adresse im Impressum, Michael) mobilisiert und so entstand aus einer diffusen Idee die erste Ausgabe des „Oblivion“, bei der uns glücklicherweise so manch geknüpfter Kontakt zu diversen Plattenfirmen und Promo-Agenturen zur Hilfe kam. In Axel wurde kurzerhand ein Layouter rekrutiert, der seinerzeit einzige, der zumindest schon mal ansatzweise wusste, was man mit einem Graphik- und Layoutprogramm so alles anstellen konnte, der einen Teil seiner privaten Fotos als Hintergründe zur Verfügung stellte, darunter auch ein Aktfoto seiner Ex, was damals der unbedingten Geheimhaltung gegenüber eben jener unterliegen musste. Nach über zehn Jahren sollte es nun aber doch an der Zeit sein, dieses Geheimnis zu lüften. Axel, verzeih ...
Überlebenswichtig zu jener Zeit, selbst bis in das neue Jahrtausend hinein, die unverzichtbaren Gummibären als Nervennahrung auf den Redaktionssitzungen. Mittlerweile hat Kaffee die Gummibärchen als Redaktionsdroge Nummer Eins abgelöst.
Die Titelstory wurde erst kurz vor Drucklegung mit den Portugiesen Moonspell, die gerade ihr „Sin Pecado“-Album veröffentlichten, festgelegt, wobei wir bei ihrer Plattenfirma Century Media flux das Cover schnorrten. Dass im Inhaltsverzeichnis Seitenangaben verzeichnet waren, die im Heft dann verschwunden waren, scheint ausser einigen Redaktionsmitgliedern bis zum heutigen Tage nicht gross aufgefallen zu sein. Zum Glück.
Conrad Lant, besser auch bekannt als Venoms Cronos, erwies sich als durchaus angenehmer Gesprächspartner, der sich – dem Himmel sei Dank – sehr wohl bewusst war, mit seiner Pyro-Show weder die englischen Kirchen, in denen Venom in ihren Anfangstagen auftraten, noch ihr Publikum geschweige denn ganz Holland in die Luft zu sprengen. Ob Lemmy Kilmister, über den Kollege Lant dann mächtig herzog, mittlerweile seine Schulden bei den Gründungsvätern der Black Metal-Szene beglichen hat, entzieht sich übrigens unserer Kenntnis.
Michael Schenker, immer schon etwas anders als andere Gitaristen, offenbarte unserem Michael Bracke, dass er vor seinem Einstieg bei UFO sämtliche Gitarrenparts zusammen mit Bassisten Pete Way auf der Toilette einüben musste. Ob es nun als spätes Zeichen der Rache zu verstehen ist, dass er später in der Bochumer „Zeche“ als einziger Musiker eine Garderobe belegen durfte, den Rest der Band in den Tourbus verbannte und wie eine Diva behandelt werden wollte überlassen wir lieber Eurem Urteilsvermögen.
Mit Thy Ebony Throne, einer begnadeten progressiven Power Metal-Kapelle, schoss Andreas dann den Vogel ab. Nicht nur, dass das Interview sowie die im Heft beigefügte Rezension zum Album „The Wodden Sword“ rein fiktiver Natur waren, auch das Cover entstammte, jetzt können wir es ja zugeben, der Quelle der Zeugen Jehovas, dem „Wachturm“. Sollte jemand die Namensrechte für diesen Bandnamen anmelden wollen, wendet Euch bitte vertrauensvoll an Andreas. Der ist zwar nicht bestechlich, macht aber für eine Dauerkarte des MSV Duisburg fast alles.
Regelrecht in Rage schrieb sich dagegen der erhabene „Lord Uwe Schmidt“ – der in seinem Interview mit Belphegor nicht nur „Unheilige Perversionen aus glühendem Haß“ beschwor, sondern sich auch für folgende Wortgewalt verantwortlich zeichnete, die Belphegor selbst heute noch anerkennend zustimmen lassen: „Es ist absolut unverständlich, dass in Zeiten, in denen jeder Dreijährige Herrscher über eine Fernbedienung ist und sich das Sandmännchen in Form von Horrorfilmen, Reality TV-Berichten oder div. Nackedeistreifen ins Kinderzimmer zappen kann oder jeder noch so perverse windeltragende Mitvierziger in Talkshows ein Forum für seine Neigungen geboten bekommt oder es an der Tagesordnung ist, dass „ehrenwerte“ Kirchenvertreter im Schutze der Heiligen Dreifaltigkeit kleine Messdiener vergewaltigen, eine Platte mit extremem Cover aus dem Handel gezogen und somit Musikern die Möglichkeit zur freien Meinungsäusserung und Entfaltung der künstlerischen Freiheit eingeschränkt wird.“ Wahnsinn, oder?
Als mittelschweres Desaster entpuppte sich übrigens der Studioreport zur Veröffentlichung des ersten Albums von Lacuna Coil. Holger, seines Zeichens selbsternannte Koryphäe in Sachen italienischer Sprachbeherrschung, machte sich zusammen mit Elke, die Holgers Überzeugungskraft in diesem Punkt nichts entgegenzusetzen hatte, auf gen Hagen, um im „Woodhouse“-Studio auf die italienischen Newcomer zu treffen, um deren Englisch-Kenntnisse es damals eben so gut bestellt war, wie um Holgers Italienisch-Kenntnisse. Diese reichten gerade dazu aus, um bei seiner Leib- und Magenpizzeria eine Pizza „Quattro Stagnioni“ zu bestellen. Der Karriere von Lacuna Coil hat dieser Bericht zum Glück nicht geschadet.
Erspart blieb Englands Dominion zum Glück auch die Produzententätigkeit des gleichen Kollegen, auch wenn Gesprächspartner Bill nichts unversucht ließ, den guten Holger angesichts der geballten Fachkompetenz und Kritik unseres Kollegen am Schlagzeugsound ihres Albums ins Studio einzuladen, um das kommende Album zu produzieren. Wer weiss, wo Dominion heute stehen würde, hätten sie sich für Holgi entschlossen.
Was Alkohol mit Menschen in der Blüte ihres Lebens so alles anstellen kann, das musste Michael erfahren, der mit Flotsam & Jetsam nicht nur ein Interview für’s „Oblivion“ vereinbart sondern im Zuge seiner Moderatorentätigkeit für „Ruhr Rock Radio“ auch eine „Unplugged“-Session im Aufnahmestudio unweit der Essener „Zeche Carl“ vereinbart hatte. Nicht nur Basser Jason B.Ward litt bereits am frühen Nachmittag unter erheblicher Lähmung der Gesichtsmuskulatur, sondern auch Sänger Eric A.K.. Zu allem Überfluss drohte die ganze Session auch daran zu scheitern, dass keine Akkustikgitarre zur Hand war. Zum Glück erwies sich Kreator’s Mille als Helfer in der Not und organisierte eine zwölfsaitige Gitarre, so dass zumindest die Unplugged-Session über die Bühne gehen konnte. Über den Gehalt der Aussagen im Interview decken wir hier lieber den Mantel des Schweigens. Die während des Konzertes auftretende Gesichtslähmung des Schlagzeugers, die Andreas dann im Tourbericht konstatiert, scheint vor diesem Hintergrund dann auch das Ergebnis einer zünftigen Sause denn die von Konditionsproblemen gewesen zu sein.
Dass das Konzept Exciters grösser als der Name der jeweiligen Mitglieder ist, so ex-Sänger Jacques Belanger, erweist sich bis zum heutigen Tage, wo das Hickhack um den Sänger fast zu einem Running Gag geworden ist. Belanger rein, Belanger raus. Belanger rein ... zumindest kann man hier nicht von einem Verschleiss an Sängern reden, trifft es doch immer den selben.
Da im gleichen Tour-Package auch Anvil mit dabei waren, liess sich Michael auch hier nicht lange bitten und bat zur Audienz, wobei Lips sich, bezogen auf seine Nebeneinkünfte, doch sehr bedeckt hielt. Da der dauergrinsende Frontmann der Kanadier aber auch heute noch auf freiem Fuss ist, muss wohl davon ausgegangen werden, dass die kanadische Polizei seiner Botentätigkeit für Rauschwaren aller Art noch nicht auf die Schliche gekommen zu sein scheint.
Welche Alptraum uns Uwe dann bei der Rezension zur Arcturus CD hat durchleben müssen, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben. Lasst Euch nur einmal folgende Einleitung auf der Zunge zergehen: „Morbides, karnevalistisches Treiben, eine düstere Maskerade unergründlicher Emotionen. Flüchtige Blicke, gehetzte Herzen, Atem erstirbt beim Erscheinen des unwirklichen Clowns, dem Meister der Täuschung“. Mir gerinnt jetzt noch das Blut in den Adern ...
Ob es wirklich der „erdige Bassound“ war, der Andreas’ Körper zur Kritik von Moonspell’s „Sin / Pecado“ durchströmte, wage ich mal zu bezweifeln. Ich würde da eher auf einige Kannen „Köpi“ (für Nichtruhrgebietler: König Pilsener) tippen, wiewohl auch Axel Genussmitteln, allerdings in Form von Rauchwaren, anscheinend nicht ganz ablehnend gegenüber stand, nimmt man die Rezension zu Orange Goblins „Frequencies From Planet Ten“ als Masstab, die da lautet: „Wo auch immer „Planet Ten“ liegen mag, es wabern jedenfalls schwere, süßliche Duftschwaden über seine Oberfläche und Töne aus vergangenen Zeiten, wie die von Black Sabbath, Mountain oder Hawkwind bahnen sich ihren Weg durch Nebelwolken in deinen Kopf“.
Mit Chris von re-Vision wird bereits in der ersten Ausgabe einer der Redakteure erwähnt, der heute die Geschicke von http://www.obliveon.de entscheidend mitprägt. Vorbei sind hier allerdings die Zeiten, wo Chris, wie Andreas zu Protokoll gibt, daran zu erkennen war, dass er mit Rucksack und Discman auf den Konzerten im Ruhrgebiet unterwegs war, um Promotion für seine Band zu machen.
Dass Andreas dabei mit einigen, bis zum heutigen Tage unverzichtbaren Lebensweisheiten glänzen konnte, stellte er mit der Kritik zu Vaders „Black To The Blind“-Album unter Beweis: „Besser etwas kürzer, als schlecht. Diese Aussage kann man auch im täglichen Leben benutzen“. Ob er mit diesem Spruch wirklich die kurze Spielzeit des Albums meinte? Ich habe da so meine berechtigten Zweifel.
Traumatisch scheint im übrigen auch das Verhältnis von Andreas zur (nicht vorhandenen) Länge seiner Haare gewesen zu sein, ein im übrigen immer wiederkehrendes Thema im „Oblivion“, das nicht nur in der Kritik zu The Companys „Frozen By Heat“ Erwähnung findet.
Catastrophe Ballet haben es übrigens bis zum heutigen Tage nicht geschafft, sich selbst zu eliminieren, wie Eric Burton, im übrigen ein überaus dankbarer Interviewpartner, der in einem halbstündigen Monolog ungefähr alle meine mühsam zusammengetragenen Fragen per wortgewaltigem Trommelfeuer beantwortete, bestätigt. Wenigstens wissen wir nun, dass er seine Rammstein CDs regelmässig ins Publikum schmeisst, weil sie so „grottenschlecht“ sind.
Ob Ritchie Blackmore zu Deep Purple- und Rainbow-Zeiten auch schon Handzettel mit den Texten seiner Songs im Publikum verteilen liess, entzieht sich unserer Kenntnis und ist auch nicht überliefert. Am 16.12.97 in der Kölner Live Music Hall war dies jedenfalls der Fall, als er mit Blackmore’s Night dort gastierte. Der Wunsch nach einer Reunion von Rainbow mit Ronnie James Dio hat sich bis heute ebenfalls noch nicht erfüllt.
Dies war der Rückblick auf die erste Ausgabe. Wer jetzt bereits glaubt, wir wären nicht mehr steigerungsfähig gewesen, den verweise ich dann mal auf die zweite Ausgabe.
Michael Kuhlen


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