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obliveon :: OMNIUM GATHER ....

OMNIUM GATHERUM
Wenn der in der Regel verhasste Ruhrschnellweg, auch A40 genannt, auf der Strecke zwischen Bochum und Essen während der abendlichen Stoßzeit mal frei befahrbar ist, dann grenzt das an ein Wunder. Die Autobahn, meistens auch als „Ruhrschleichweg“ bezeichnet, ist zufälligerweise am heutigen Tag staufrei zu passieren, so dass ich meine Turock-Anreise spontan vom Zug auf die Straße verlegt habe. Ich muss die Möglichkeit, mit meinem vom Diesel angetriebenen Fahrzeug die Essener Innenstadt zu erreichen, ausnutzen, bevor im nächsten Jahr das Diesel-Fahrverbot auch auf einem Teilstück der an Essen vorbei führenden Autobahn zuschlägt. Hier hat uns eine Richterin des Verwaltungsgerichts in Gelsenkirchen ein dickes Ei ins vorweihnachtliche Nest gelegt. Sicherlich ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, aber der Feinstaub-Skandal – ich möchte mal weg davon, alles dem Diesel zuzuschieben, da das Problem wesentlich globaler zu betrachten ist und viele Einflüsse einfach unberücksichtigt bleiben – zieht immer weiter seine Kreise und zeigt die Hilfslosigkeit der Politik. Doch zurück zu meiner Anreise, die sich freundlicherweise unkompliziert gestaltete, wobei auch das Auffinden eines Parkplatzes keine großen Probleme bereitet. Einzig die Parkuhr will noch gefüttert werden, denn in Essen-City sind diese niedlichen Geldschlucker bis 20 Uhr im Dienst und nehmen gerne das Kleingeld der Parkplatznutzer.

Die Türen des Turock öffnen sich kurz nach 19 Uhr und mit einem leckeren Guinness bewaffnet begebe ich mich heute mal auf die Balustrade, um meine Shots von oben zu machen. Das Bühnenbild für die erste Band NOTHGARD steht bereits und macht auch einiges her. Während die Musik um kurz vor halb acht aus geht, kommen so nach und nach noch vereinzelt Besucher. Im Saal haben sich zwischenzeitlich knapp über 100 Leute versammelt, die gespannt auf den für halb acht avisierten Beginn warten. Kurz danach geht die Musik wieder an und es passiert… nichts. Die Zeit verrinnt und erst um fünf vor acht ertönt so etwas wie atmosphärisches Donnergrollen.
NOTHGARD
WOLFHEART
OMNIUM GATHERUM

Essen - Turock

15.11.2018
Drei Minuten später geht dieses Grollen über in das Album-Intro ‘Voyage To Decay‘, die Musiker entern die Bühne und legen direkt mit dem Albumtitel fulminant los. Die Epic Melodic Death-Metaller aus Deggendorf begehen dieses Jahr ihr 10-jähriges Bandjubiläum und feiern dies im Rahmen einer europaweiten Tour mit OMNIUM GATHERUM und WOLFHEART. In der Setlist finden sich einige neue Stücke des Albums, dass sogar die Charts erklommen hat. Sänger und Gitarrist Dom R. Crey, ebenfalls bei EQUILIBRIUM aktiv, macht vorne am Mikro eine gut Figur und gibt wie seine Mitstreiter ordentlich Gas. Bereits nach dem ersten Stück gibt es eine kurze Pause, denn wie und Dom wissen lässt, hat Felix die Doublebass zerschossen, so dass hier kurz gewerkelt werden muss. Doch bei Profis kein Problem und kurz darauf geht es mit ‘Herald Of The Death‘ weiter, als sei nichts gewesen. Seine Flügelleute sorgen für Bewegung, tauschen die Plätze und versuchen immer wieder das Publikum zu animieren. Dies ist am heutigen Abend auch gut aufgelegt und lässt sich sogar zu einem – zugegeben recht klein ausgefallenen – Circle Pit animieren. Ein Die-Hard-Fan wedelt ständig mit einem Band-Shirt, um seine besondere Verbundenheit zu demonstrieren. Dom bedankt sich artig und weiter geht es in der Setlist, die der Band 35 Minuten Zeit einräumt, einige neue Songs, aber auch alte Kracher der Band vorzustellen. Lediglich das Debüt-Album wird heute nicht berücksichtigt, aber auch so machen die sieben Stücke, die mit einer ordentlichen Licht-Show begleitet werden, richtig Laune. Und was soll ich sagen, kaum war der Auftritt vorbei, folgten die NOTHGARD! NOTHGARD! Rufe, ein klares Zeichen, dass dieser Auftritt richtig gut angekommen ist. Leider ist wegen des Umbaus keine Zeit mehr, denn Dom hätte sich gerne nochmals bedankt, aber die Einladung zum Merch-Stand steht ja bereits und so kann sich jeder, wenn er mag, noch mit der Band unterhalten.
Setlist NOTHGARD:
Voyage To Decay
Malady X
Herald Of Death
Epitaph
In Blood Remained
Guardians Of Sanity
The Sinner’s Sake
Fall Of An Empire
Schnell wird nach diesem grandiosen Auftritt umgebaut und die Bühne für die zweite Band vorbereitet. Anfang 2017 waren Wolfheart noch mit INSOMNIUM auf Tour, damals als Opener des finnisches Dreierpacks. Heute bespielen sie den Mittelpart und wie bei der 2017er Tour, wo das neue Album „Tyhiyys“ zwar zur Tour noch nicht vorlag, die Songs aber bereits eingetütet und das Album knapp zwei Monate später veröffentlicht werden sollte, gibt es ein neues Album. „Constellation Of The Black Light“ ist nach nur eineinhalb Jahren das Nachfolgealbum, seit September auf dem Markt und daher ein guter Grund dafür, dass sich die Band mal wieder seinen Fans zeigt. Der Album-Opener ist erwartungsgemäß auch das Stück, mit dem die Setlist der Finnen eröffnet wird. Vom neuen Album gibt es zwei weitere Stücke und im Vergleich zur Setlist von 2017 kommen wir daneben auf drei Übereinstimmungen. Neu findet sich in der Setlist ‘Aeon Of Cold‘ vom Album „Shadow World“, dazu noch ‘Ghost Of Karelia‘ vom „Winterborn“-Album. Mittlerweile haben die Finnen richtig massives Songmaterial am Start, das mächtig düster und recht roh und aggressiv daherkommt. Nicht nur bei mir dürfte an diesem Abend noch ein wenig Wehmut mitschwingen, denn Gitarrist und Sänger Tuomas Saukkonen, der WOLFHEART weiter nach vorne entwickelt, ist auch verantwortlich für die Beerdigung von insbesondere BEFORE THE DAWN und BLACK SUN AEON. Mit WOLFHEART entsteht aber so nach und nach eine ernst zu nehmende Death Metal-Band. Auch bei diesem Auftritt tritt wieder der Zuschauer in Erscheinung, der schon bei NOTHGARD sein T-Shirt schwenkte. Selbstverständlich hat er sein Shirt für diese Band aktualisiert, denn jetzt wedelt er mit dem weißen WOLFHEART-Shirt rum. Der Mann am Merch-Stand dürfte sich gefreut haben. Tuomas ist nicht gerade der Kommunikator, lieber lässt er seine Songs sprechen. So erhält das Publikum eine auf die Musik fokussierte Band, die mit 40 Minuten Spielzeit und einer überzeugenden Setlist mächtig Eindruck hinterlassen.

Setlist WOLFHEART:
Everlasting Fall
Aeon of Cold
Strength And Valor
Zero Gravity
The Saw
The Hunt
Breakwater
Ghosts of Karelia
Für den Headliner muss das Drumkit ordentlich umgebaut werden, dennoch ist man in der üblichen Viertelstunde fertig und die Bühne ist für OMNIUM GATHERUM präpariert. Es ist nicht mein ersten Konzert, bei die Finnen auftreten und aufmerksam geworden bin ich auf die Band 2007 mit ihrem Album „Stuck Here on Snake´s Way“. Ich war mir bei früheren Konzerten bereits sicher, dass sie irgendwann ihre Tour headlinen würden und sie haben es mittlerweile tatsächlich geschafft. Mit dabei haben sie Songs von ihrem aktuellen Album „The Burning Cold“, aber auch einige bekannte Klassiker aus früheren Veröffentlichungen. Der Sechser ist im Vergleich zu den vorherigen Bands mit Keyboarder am Start, hier werden die Spuren vom Band soweit es geht vermieden. Während des gesamten Konzerts turnt Jukka Pelkonen wie ein angestochenes huhn über Bühne, ist ständig in Bewegung und zeigt ständig auf irgendwelche Fans, damit der Mitmachfaktor stets oben gehalten wird. Immer wieder kommen von ihm auch die Pommesgabeln, so dass die knapp 200 Zuschauer, die an diesem Abend den Weg ins Turock gefunden haben, immer wieder ihre Arme recken und es bei diesem Auftritt Fäuste und Pommesgabeln satt gibt. Die Band ist gut aufgelegt, gibt richtig Gas und schafft es, das Publikum für sich zu vereinnahmen und mitzunehmen. So entsteht wechselseitig eine enorme Dynamik, die auch hier in einen angedeuteten Circle Pit mündet.
Setlist OMNIUM GATHERUM:
The Burning
Gods Go First
Ego
Frontiers
Be The Sky
Refining Fire
Deep Cold
The Sonic Sign
Over The Battlefield
The Unknowing
The Fearless Entity
Nail
Skyline

Encore:
Luoto
New Dynamic

Das Fazit kann hier kurz und knackig ausfallen. Die Bands haben alle mächtig Gas gegeben, starke Songs ausgepackt und das Publikum begeistert. Die Reaktionen waren sehr positiv, die Bands wurden abgefeiert und so können sich alle zufrieden der Nacht hingeben.
Robert Buder - Pics: Robert Buder


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