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obliveon :: ROSS THE BOSS

ROSS THE BOSS
ROSS THE BOSS
BULLET
PORTRAIT

Rockpalast Bochum

26.10.2018
Pünktlich zum Herbstbeginn reihen sich die Konzerte quasi aneinander. Mit auf den Tour-Zug aufgesprungen ist Ross Friedman a la ROSS THE BOSS. Nach der Veröffentlichung von „By Blood Sworn“, dem ersten Album nach 8 Jahren Veröffentlichungspause, ging es mit dem neuen Album im Gepäck auf Festival-Tour. Die Freiluftbühnenzeit ist nun vorbei, also geht es ab jetzt in die Halle. Um den Fans was zu bieten hat man mit PORTRAIT und BULLET ein respektables Gesamtpaket geschnürt und damit ordentliche Mitstreiter am Start.

An einem grau bewölkten Freitag wie heute ist es auf jeden Fall eine gute Idee, sich von einem starken Metal-Package unterhalten zu lassen. Unerwartet gestaltet sich jedoch die Anreise als schwierig, ist doch gerade die Hauptstraße wegen Bauarbeiten gesperrt, womit auch die direkte Zufahrt zur Matrix vereitelt wird. Nach einer kurzen Umorientierung und dem Auffinden eines Parkplatzes, meine eigentliche Sorge, geht es auch direkt zur Matrix. Das Konzert findet heute aber nicht in der Tube statt, sondern im Rockpalast. Alles wird sich also auf einem kleineren Terrain abspielen und auf der dreieckigen Bühne wird bei 5,2 x 5,2 Meter nicht viel Aktionsradius für die Musiker bleiben. Die Drums sind in der Ecke platziert, so dass den Musikern zwischen Drums und Bühnenrand noch gute 2,50 Meter für Stageacting bleiben.
Alles ist pünktlich getaktet und um halb acht geht das Licht aus. Auf der Bühne erscheinen PORTRAIT, eine in 2006 gegründete Heavy Metal-Band, die auch ein amtliches Statement abgegeben hat: „Erwartet nicht weniger als pure Heavy Metal-Wut, gewidmet all jenen Kräften, die die Welt an den Rand des Untergangs treiben wollen.“ Natürlich erwarten wir von einem Opener auch keinen Deut weniger und das Schweden-Quartett scheint auch nicht gewillt, ein Jota davon abzuweichen. Mit unbändiger Energie und Dynamik geben die Herrschaften mächtig Gas und Vocalist Per Lengstedt, eh schon in einer hohen Stimmlage, kredenzt ein ums andere Mal einen seiner leidenschaftlich geschmetterten Screams. Mit dem in 2017 veröffentlichten Album „Burn The World“ hat die Band vier Alben im Köcher, aus dem sie dem Publikum ein Feuerwerk an Abrissbirnen zusammengestellt hat, die begeistern. Gut 150 teils begeisterte Crowds feiern die Band ab und wissen die Schweden textsicher zu unterstützen. Immer wieder strecken sich der Band die Fäuste entgegen, wobei die Die-Hard-Fans die ersten vier Reihen für sich haben. Die Band wird mit üppiger Spielzeitzeit von 45 Minuten belohnt und kann mit dem guten Gewissen die Bühne verlassen, den Saal ordentlich eingeheizt zu haben.
Mit dem Ende des Auftritts von PORTRAIT kommen auch schon die Musiker von BULLET auf die Bühne, um sich für den Auftritt einzurichten, während die PORTRAIT-Musiker ihre Technik zusammenräumen. Alles wird angestöpselt, kurzer Soundcheck und schon ist man fertig. Während also die eine Schweden-Band die Bühne räumt, macht sich die nächste Schweden-Band für ihren Auftritt bereit. BULLET gibt es bereits seit dem Jahre 2001 und im Gepäck haben die Jungs ihren aktuellen Langdreher „Dust To Gold“.

Nach einem Intro, diesen Luxus gönnt sich das Quintett, treten die Jungs erneut auf die Bühne und eröffnen mit „Speed And Attack“, der Opener des aktuellen Albums. Nachgelegt wird mit ‘Ain’t Enough‘ und ‘Rogue Soldier‘, womit man die ersten drei Songs aus dem neuen Album abgefeuert hat. Doch so richtig geht die Post erst jetzt ab, denn die weitere Setlist ist eine Art Best-Of der bisherigen Schaffensphase der Band. Es scheint im Rockpalast nicht nur merklich wärmer geworden zu sein, auch die Zuschauer haben sich anstecken lassen und es recken sich die Fäuste und Pommesgabeln bis in die letzte Reihe in die Höhe. Der Zuschauerschnitt hat sich ebenfalls erhöht, rund 180 Besucher sorgen für einen ansprechenden, teils frenetischen Zuspruch. Sänger Hell Hofer wirkt auf der Bühne wie ein Prediger, so energisch ist seine Gestik. Er zementiert seine Worte mit Nachdruck in die erhitzte Luft des Palastes, während seine Mitstreiter immer wieder zum Mitmachen auffordern und zwischen den Songs keine Hehl daraus machen, dass man sich auch gerne selbst mal feiert. Die Fans vor der Bühne feiern einfach mit und so entwickelt sich der weiteren Auftritt zu einer recht ausgelassenen Sache, die in einem abschließenden Zugabe-Feuerwerk mündet. Von der Unterstützung her hätte man auch glauben können, dass man gerade mit BULLET den Headliner des Abends gesehen hat. Hammer Auftritt, Hammer Publikum!
Setlist BULLET:
Intro
Speed And Attack
Ain‘t Enough
Rogue Soldier
Riding High
Turn It Up Loud
Rolling Home
Highway Pirates
Fuel The Fire
Dusk Til Dawn
Stay Wild
Dust To Gold

Encore:
Rebels Return
Highway Love
Bite The Bullet
Schon steht die nächste Umbaupause an, wobei die Musiker von ROSS THE BOSS auch schon da sind und sich parallel vorbereiten. Mike LePond stöpselt sein E-Bass an und macht ein paar lockere Fingerübungen, während Marc Lopes fokussiert und wie ein nervöser Tiger versucht, sich auf den kommenden Auftritt einzustimmen. Ross Friedmann steht derweil am Rand und lässt sich von den Fans ansprechen, macht diverse Selfies und ist richtig gut drauf. Schnell legen die Zuschauer die Scheu ab und stellen sich Arm in Arm mit dem Mittsechziger zum Foto auf, während die Jungs sich weiter für den Auftritt präparieren.

Wir dürfen also gespannt sein, was uns die Band an diesem Abend kredenzt, denn immerhin hat man mit „By Blood Sworn“ nach Jahren mal wieder ein neues Album am Start, auch wenn es bei den Kritikern teilweise nicht so gut weggekommen ist. Doch was schert sich die Eiche, wenn sich das Wildschwein dran schubbert, heute Abend gilt es, fast 200 Maniacs eine geile Show zu bieten und nicht weniger ist das Ziel. Die Setlist ist wie zu erwarten vollgespickt mit MANOWAR-Klassikern und als die Band auf die Bühne kommt, scheinen sie auf den Punkt topfit. Während Mike eher den seriösen Arbeiter mimt und nur beim Bass-Solo mal stärker ins Rampenlicht tritt, ist Ross schon publikumsnäher. Auf der kleinen Bühne nutzt er den möglichen Aktionsradius kaum, vielmehr spielt er konzentriert seine Gitarre und tritt ab und zu mal ein oder zwei Schritte näher an den Bühnenrand. Bei den teils enthusiastisch ausrastenden Zuschauern, die sich weit über den Bühnenrand lehnen und versuchen, an den Musikern zu ziehen und zu zerren, ist die gebotene Zurückhaltung von Ross gar nicht mal verkehrt. Marc hingegen geht immer wieder bis ganz nach vorne und ist quasi auf Tuchfühlung mit den Fans, die während des gesamt Auftritts völlig aus sich herausgehen und mitgrölen und abgehen wie ein Zäpfchen. Marc verausgabt sich am Mikro völlig und holt ab und zu sein Phone heraus, um die Stimmung in Bild und Ton einzufangen. Um kurz nach halb zwölf haben auch Ross und seine Mannen fertig und können zufrieden den restlichen Abend genießen, denn man hat Bochum gerockt. Nach dem Abbau geht es dann auch gleich zum Merch-Stand, wo sich ein absoluter Friedman-Fan eine Unterschrift auf dem Arm abholen möchte, damit er sich diese danach als Tattoo dauerhaft einstechen lassen kann. Verrückt.
Setlist ROSS THE BOSS:
Blood Of The Kings
Death Tone
Wheels Of Fire
This Is Venageance
The Oath
We Are The Night
Sign Of The Hammer
Dark Avenger
Fistful Of Hate
Blood Of My Enemies
Thor (The Powerhead)
Kill With Power
Fighting The World
Battle Hymn
Hail And King

Muss ich noch mehr sagen? Nein, eigentlich nicht, der Abend war grandios, weil die Bands ein Feuerwerk abgebrannt haben und das Publikum in Partystimmung war. Besser geht es nicht.
Robert Buder - Pics: Robert Buder


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