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obliveon :: A HIDDEN TUNE ....

A HIDDEN TUNE-Festival, 30.10.2017, Hilden – Area 51


Hilden – Area 51

30.10.2017
Die drei Party- und Festivalveranstalter von Höllentanz, Lost Sounds und Melting Sounds hatten die geniale Idee, sich einfach zusammenzutun und „A Hidden Tune“ auf die Beine zu stellen – ein kleines, aber feines Event, das auch weitgehend unbekannten Bands eine Chance gibt. Das Jugend- und Kulturzentrum „Area 51“ war mit ungefähr 200 Leuten angenehm gefüllt. Der Altersdurchschnitt lag erwartungsgemäß höher, was zur entspannten Atmosphäre beigetragen hat. Andererseits auch schade, weil es diesem Teil der schwarzen Szene offensichtlich an Nachwuchs zu mangeln scheint.

Als Opener betraten um neunzehn Uhr die drei Italiener von TANKS AND TEARS die Bühne. Die Newcomer wählten zum Aufwärmen einen sehr ruhigen Einstieg, der dann in Gitarren- Wave überging. Man fühlte sich ein bisschen in die 80er New Wave-Zeit zurückversetzt, vor allem wenn schon mal The Cure durchklang. Ich komme immer noch nicht drauf, an wen mich der Gitarrensound erinnerte, jedenfalls machen TANKS AND TEARS sehr tanzbare Musik. Dem Publikum in Hilden gefielen die Songs des Debütalbums „Aware“, das im März 2017 erschienen ist, wie man dem Applaus entnehmen konnte.

Als zweiter Act erschienenen HANTE aus Frankreich auf der Bühne. Eine Frau und ein Synthesizer – das ist auf jeden Fall minimal. Beim Lesen der Beschreibung „Synth-Wave“ war ich zunächst skeptisch, dann zog mich der melancholisch klingende Gesang der Französin jedoch in seinen Bann. Auf der Video-Leinwand im Hintergrund waren psychedelisch wirkende Bilder zu sehen, die mich an die drehbaren Mosaik-Röhrchen aus meiner Kindheit erinnerten. Es gab keine Bühnen-Beleuchtung von oben, nur Licht von unten, das ihre Haut blau, pink und so weiter leuchten ließ. Aus Paris stammend, ohne die Figur eines abgemagerten Models, sondern weiblich, tätowiert, ist Hélène de Thoury eine sehr interessante Frau mit Ausstrahlung, die ihr Publikum überzeugte und zum Tanzen brachte.

Pünktlich um Viertel nach neun begann das deutsche Urgestein THE HOUSE OF USHER sein Set. Im Hintergrund zu sehen: „Roaring Silence – At the End of the world”. Auf der Bühne: vier Herren in weißen Hemden mit schwarzen Schlipsen. Es fehlte der Drummer Axel Burgard, der durch Playback ersetzt wurde und die Ansage des Gitarristen Georg Berger, den Sound zu verändern, trug nicht unbedingt zu einer klanglichen Verbesserung bei. Vielleicht hätten Jörg Kleutgen & Co. backstage weniger Alkohol konsumieren sollen, denn sie wirkten leicht angeschlagen. Nichtsdestotrotz kam die Freude an ihrer Musik rüber. Sie spielten für uns ebenfalls schön rockigen, gitarrenlastigen Gothic, auch wenn der eine oder andere Hit fehlte. Irritation kam im Publikum auf, als auf halber Strecke der Bassist ausgetauscht wurde. Gemeiner Kommentar meiner Nachbarin: Keine Ahnung wer er ist, aber er sieht besser auns. Des Rätsels Lösung ist ganz einfach: THE HOUSE OF USHER habe zurzeit zwei Bassisten, die sich aus Zeitgründen abwechseln.
Den Auftritt von SELOFAN habe ich wegen eines Interviews größtenteils verpasst. Ich bin allerdings auch nicht die geeignete Person, um Cold Wave dieser Art zu beurteilen. Die Musik, die die beiden Griechen da auf der Bühne machten, klang für meine Ohren merkwürdig – so als könnte Joanna Badtrip nicht wirklich singen und mit der Optik von Dimitris hatte ich sowieso ein Problem. Zur visuellen Abwechslung betrat eine Truppe die Bühne, die sich im Stil von Munchs Schrei verkleidet hatte. Für einen Teil des Publikums war SELOFAN das Highlight des Abends, wie mir Gäste mitteilten. Nun ja, freuen wir uns also, dass für jeden etwas dabei war.

Die Ende der Achtziger in Köln gegründete Post Punk-Band ESCAPE WITH ROMEO wollte ich unbedingt live sehen, bevor sie 2018 ihre Abschiedstour antreten. Martin ´Potti´ Potts elektronisch verzerrte Stimme begrüßte uns stilgemäß, dann legten die drei mit „You’ll Always Be A Stranger“ vom aktuellen Album „After The Future“ los. Insgesamt fünf Songs spielten sie von dem 2015 erschienenen Album, immer im Wechsel mit älteren Stücken. Die Hits flogen uns nur so um die Ohren und die Füße konnten nicht still stehen: Vom Debütalbum „Somebody“, aus den Jahren 1990 bis 1993 „Helicopters In The Falling Rain“, „White Room“ und „Teargas Baby“ sowie fünf weitere Songs der Alben von 2002 bis 2012. Eine abwechslungsreiche Mischung, würde ich sagen. Dass es sich hier um Profis handelt, konnte man daran erkennen, dass sie als eingespieltes Team agierten. Auch die erwartungsvolle Stille zwischen den Songs konnte sie nicht aus der Ruhe bringen. Sänger und Gitarrist Thomas Elbern hat backstage vielleicht ein bisschen zu viel mit der Sängerin von HANTE geflirtet. Um mit seinen Worten abzuschließen: Merci beaucoup!
Und herzlichen Dank auch an die Veranstalter für ihr Herzblut und großartiges Engagement.

http://www.facebook.com/events/1863380047321966
Birgit Kuklinski. - Pics: Daniel Beiderwieden


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