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Review: METALLICA - MASTER OF PUPPETS DELUXE EDITION RE-RELEASE
METALLICA
MASTER OF PUPPETS DELUXE EDITION RE-RELEASE (Länge nicht messbar)
UNIVERSAL / SONY

Jeder Metalfan hat sein Erweckungsalbum, jenes Werk, das die unsterbliche Liebe zu jenem Sound, der den Lesern dieser Zeilen so viel bedeutet, geprägt hat. Wenn die ersten Akkorde dieser Epiphanie ertönen, weiß ich immer wieder: für mich ist dies "Master Of Puppets", egal wie wichtig mir für immer "Live After Death", "Images And Words" oder "Appetite For Destruction" auch sein mögen (jeder setze hier beliebig seine eigenen frühen Favoriten ein). Das akustische Intro packt mich wiederholt aufs Neue, verpasst der Epidermis eine Gänsehaut, und zieht mich anschließend in den Riffstrudel eines Albums, das nicht weniger ist als die Apotheose der ersten Welle des Speed- und Thrash Metal im Verbund mit der Melodienherrlichkeit des Classic Metal und der lyrischen Intelligenz großer Bands der 70er, ein Meilenstein ungeahnten Ausmaßes, der in Sachen Inspiration und Einfallsreichtum, aber auch ausgefeiltem Songwriting, ebenso die bandinternen Maßstäbe auf ewig in den Schatten stellen wird und der Metallica für immer in den "Orion", sorry, Orbit geschossen hat. Danach sahen Legionen von Teenagern die Welt mit anderen Augen, nicht selten durch die Saiten von Tennisschlägern, die kurzum zu Gitarren umfunktioniert wurden. Ja, auch dieses Monument hat wie jedes menschgemachtes Manifest Schwächen ("Leper Messiah" ist nicht eben eine durchgängige Demonstration der Stärke, auch "The Thing That Should Not Be" wird heute nicht umsonst live nur selten ausgepackt, ist für die mitunter morbid-klaustrophobische Atmosphäre des Albums jedoch extrem wichtig), ansonsten regiert hier der sich schon im ikonischen Artwork manifestierende Genialitätsstempel. Im Vergleich zu den Re-Releases der beiden ersten Alben schießt dieses Boxset zudem den Vogel komplett ab (und wurde nach den schlechten Eingangsabsätzen der letzten Boxsets zudem dankenswerter Weise zu einem etwas humaneren Preis in die Shops gewuchtet): neben den remasterten, im Vergleich zum Original etwas voluminöseren, aber nicht essenziell besseren (Kompliment an den Original-Mix von Michael Wagener), wenn auch wärmer tönenden Versionen auf CD und 180g-LP (als erneut echtes Ärgernis geht durch, dass man es nicht für nötig erachtete, das originale Innersleeve zu reproduzieren, sondern eine doof-schlicht weiße Hülle mit Einlegeblatt vorzog) gibt es acht (!) weitere CDs mit Interviews, Demos, Outtakes und Riffideen etc., Livegigs (die mitunter schmerzhaft nachvollziehbar machen, wie sehr sich Hetfield bis dato als Sänger weiterentwickelt hat – nicht umsonst ist "Master" das Album, das nach dem Abwerbeversuch John Bushs entstand...) und als besonderes Schmankerl Auszüge aus der Audition mit Jason Newsted (cool!). Zudem wuchert man für Nostalgiker mit der grauslig tönenden, aber dennoch absolut Sinn machenden Bootleg-Kassettenversion des letzten Gigs von Cliff Burton vom 26. September 1986 (auch als Download enthalten), einer Doppel-LP (inkl. Download) eines Auftritts in Chicago (Mai 1986), während zwei DVDs weitgehend bekannte Gigs aus der Zeit (etwa Roskilde) hochleben lassen. Dazu gibt es zahlreiche Gimmicks und nicht zuletzt ein umfangreiches Hardcover-Buch mit Linernotes von u.a. Cliff Burtons Vater Ray und Flemming Rasmussen sowie zahlreichen Fotos, die angesichts des offensichtlich extremen Alkoholgenusses der Herrschaften die Frage aufkommen lassen, wie sie es schafften, ein solches in beinahe jeder Pore Disziplin ausschwitzendes Monster zu erschaffen. Zusammen mit Matt Taylors "Back To The Front"-Schmöker liegt somit das ohne Frage ultimative Package für enthusiastische Nerds vor, mit dem sich auch das Erbe Cliff Burtons adäquat verfolgen lässt (meiner Meinung nach ist aufgrund seines Inputs die spätere Entwicklung der Band GERADE nachvollziehbar); rationalere Gemüter werden die Expanded Edition (3CDs) sicher für vollkommen ausreichend erachten. Ich selbst natürlich nicht, denn jedes Mal, wenn ich "Master Of Puppets" aufs Neue erfahre, fühle ich mich wie der Teenager, der dieses Wunder zum ersten Mal erleben durfte. Womit wir wieder am Anfang dieses Reviews angekommen wären. Und ab jetzt warten wir alle sehnsüchtig auf die endgültige Version jenes Albums, dessen Sound definitiv einer massiven Überarbeitung bedarf. Man darf gespannt sein, ob ihm nach 30 Jahren in gebührender Form Gerechtigkeit widerfährt...

10/10
Patrick Müller


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