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obliveon :: CASTLE ROCK 1 ....

CASTLE ROCK 18, 30.06. & 01.07.2017, Mülheim an der Ruhr - Schloss Broich
Mülheim an der Ruhr - Schloss Broich

30.06. & 01.07.2017
Freitag, 30.06.2017

Am 30. Juni und 1. Juli 2017 fand auf Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr zum 18. Mal das Castle Rock Festival statt. Zwölf Bands haben uns wieder mit einem abwechslungsreichen Programm beglückt.

Das Castle Rock ist eine feste Institution, die bei der Urlaubsplanung unbedingt bedacht werden muss. Maerzfeld eröffneten in diesem Jahr das Festival. Trotz Stau und blockierten Parkplätzen hatten sich schon zahlreiche Besucher im Burghof eingefunden, um auf das Festival-Wochenende mit Neuer Deutscher Härte eingestimmt zu werden. Sänger Helfried „Heli“ Reißenweber erinnert tatsächlich ein bisschen an Rammstein, was kein Wunder ist, existiert doch ein Nebenprojekt namens Stahlzeit, bei dem die Band in fast gleicher Besetzung als Rammstein-Tributeband auftritt. Die Rammstein-Einflüsse sind bei Maerzfeld jedoch weniger ausgeprägt. Die Stimmung war gut, das Publikum ließ sich aber noch nicht richtig mitreißen.

Das änderte sich schlagartig als Serenity, die Symphonic Rocker aus Österreich, auf die Bühne kamen. Es wurde voller und das Publikum ging sofort mit. Sänger Georg Neuhauser hat eine mächtige Bühnenpräsenz und war in ständigem Kontakt mit dem Publikum, das gebannt seine Bewegungen verfolgte. Lediglich ein paar Exemplare der männlichen Spezies bedauerten das Fehlen der Sängerin.

Darkhaus begeisterten ihre Fans. Viele der Anwesenden hatten die Band schon 2016 beim Castle Rock 17 gesehen. Ken Hanlon bewegt sich viel auf der Bühne, und seine kraftvolle Stimme und seine Energie springen über. Musikalisch lassen sich Darkhaus nicht in eine Schublade stecken. Mal klingt ein Song nach Modern Metal, mal ist ein Lied melancholisch oder poppig, aber immer gut. Es wurde mitgeklatscht und getanzt und den Applaus hatten sich die Jungs echt verdient. Weiter so!
Als Headliner trat The Dark Tenor auf und wurde bis zum Schluss gefeiert. „Klassik ist geil“ lautete das Motto und ich habe sehr schnell gemerkt, dass die Interpretationen alter und neuer Klassiker nicht mein Fall sind. Außerdem hatte das Keyboard mehrfach kurze Aussetzer, die mich genervt haben. Trotzdem ziehe ich meinen Hut, denn die Mehrheit der Festivalbesucher hing an den Lippen des Tenors. Seinen Namen kennen wir allerdings immer noch nicht.
Samstag, 01.07.2017

Da ich am Samstag erst um kurz nach 14:00 Uhr vor Ort sein konnte, ließ ich mir berichten, dass Hemesath ein eher schwächerer Opener war. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der Wettergott nicht mitspielen wollte.

Nox Interna heizten mit ihrer Mischung aus Gothic Rock und Industrial Metal trotz Regen das Publikum an. Frontmann Richy Nox lieferte eine gute Show, indem er sein Konterfei, das auf einer Staffelei auf der Bühne stand, mit einer Schere zerschlitzte. Sehr fotogen waren auch seine überdimensionalen Krallen á la „Edward mit den Scherenhänden“.

Erdling, die sich erst 2015 aus ehemaligen Mitgliedern der NDH-Band Stahlmann gründeten, räumten richtig ab – erhobene Hände bis in die letzten Reihen. Über die Qualität der Texte mag man sich streiten, aber „Blitz und Donner“ wurde textsicher mitgesungen. Musikalisch gab es nichts auszusetzen. Der Sound war hervorragend und die Atmosphäre entspannt – ein großer Vorteil, wenn viele Gäste Ü50 sind.

Bei Vlad In Tears versperrten zahlreiche Regenschirme die Sicht und die Feierstimmung war etwas zurückhaltender. Ich brauchte zur Stärkung erstmal Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen. Vielleicht trug diese Ablenkung dazu bei, dass Vlad In Tears meiner Meinung nach eine der schwächeren Bands des Festivals waren.
Weiter ging es mit einer Mischung aus Gothic, Alternative und Symphonic Metal von Aeverium. Marcel „Chubby“ Römer und Sängerin Aeva Maurelle harmonieren als Gesangsduo ganz hervorragend und haben beide tolle Stimmen. Obwohl die Band im März erst ihr zweites Studioalbum herausgebracht hat, hatte sie ihre Fans bereits im Griff. Aeverium sind musikalisch fett, abwechslungsreich und vor allem eigenständig. Auch ihre Songtexte wie „What About Me“ machen Sinn. Rundum ein gelungener Auftritt.

Die Neue Deutsche Härte-Band Ost+Front klingt nicht nur wie ihr Vorbild Rammstein, sie adaptiert auch gekonnt deren Musik und Texte. Von ihrem Können konnten wir uns am Samstag überzeugen. Für Ablenkung sorgten dabei nicht nur die provozierende Optik und die nicht jugendfreien Texte. Ost+Front gaben dem Publikum noch andere Beschäftigungen, zum Beispiel Blutkonservenspritzer von der Brille zu wischen oder zwei riesengroße rote Bälle abzuwehren, in denen Kunstblut (Himbeersirup?) schwappte, dass sich schließlich sehr explosiv verteilte – aufgespießt von einem Regenschirm.
Crematory sind beim Castle Rock praktisch zuhause: Entweder stehen sie auf der Bühne oder sind als Gäste im Publikum anzutreffen, wie Gerhard „Felix“ Stass einführend sagte. Dann legten sie los mit Gothic Metal aus dem Hause Crematory. Im Innenhof war es richtig voll und die Sonne war auch auf ihrer Seite. Neu dabei: Rolf Munkes und Tosse Basler, dessen klarer Gesang nicht nur mir sehr gut gefallen hat. Insgesamt ein guter Gig.

Die Headliner Moonspell betraten mit dem "Irreligious"-Intro die Bühne und eröffneten ihren Set mit "Opium". Wie man es nicht anders kennt, boten die Portugiesen eine souveräne Show zu Ehren der Wiederveröffentlichung ihres Klassiker-Albums „Irreligious“. Goth Metal vom Feinsten. Sänger Fernando Ribeiro beeindruckte wieder mit seinen Laserhandschuhen, obwohl es fast noch zu hell dafür war. Flammen schossen in die Höhe – das volle Programm also. Die Zugaben kamen vom Album „Wolfheart“, inklusive Wolfsgeheul vom Publikum. Dass die Band bei ihrem Abschied tosenden Applaus erhielt, war zu erwarten und wohlverdient.

Dank an Michael Bohnes für ein weiteres gelungenes Festival in dieser schönen Location. Einen Ausblick auf nächstes Jahr hat er uns auch präsentiert: Lacuna Coil und Tanzwut.
Birgit Kuklinski - Pics: Birgit Kuklinski & Martin Kost


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