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obliveon :: BLEEDING

BLEEDING

BEHIND TRANSPARENT WALLS (44:30 min.)

PURE PROG / SOULFOOD
Die mitunter zu vernehmenden überlebensgroßen Lobeshymnen auf die 2012er Demo-EP Bleedings konnte ich nicht ganz nachvollziehen, da einige der Versatzstücke des grenzüberschreitenden Sounds der Hamburger wenig organisch verbunden wirkten. Nun also das erste vollwertige Album, auf dem sich zeigen muss, ob die Band sich über die Jahre besser aufeinander und das eigene, höchst komplexe Songmaterial hat einstellen können. Bereits der Opener und Titeltrack kehrt umgehend die handverlesenen Einflüsse der Musiker nach außen, indem er die Avantgarde Depressive Ages (vergleicht mal den ab Minute 3:03 beginnenden Part mit dem Refrain des "First Depression"-Tracks "Never Be Blind" - dreist oder legitime Heldenverehrung?) mit der Eingängigkeit Blind Guardians und, im Mittelteil, skandinavischem Extrem-Gefrickel (Spiral Architect, Twisted Into Form) verbindet. Erstere Assoziation setzt sich schon alleine aufgrund der bereits von Meister Lücker festgestellten stimmlichen Ähnlichkeiten zwischen Bleeding-Fronter Haye Graf und Jan Lubitzki fort ("Madness"!), während das häufig sehr vertrackte Riffing fest im Prog-Kosmos verhaftet bleibt ("Infinite Jest"). Besonders spannend sind die dezenten Anleihen an britischen Doom ´n´ Gloom der frühen 90er-Jahre (My Dying Bride, Paradise Lost) geraten (exemplarisch nachvollziehbar im tollen "Fading World" oder "Solitude Part 2"), während andere Experimente wie jene im Sperrholz zu fließenden instrumentalen Abfahrten entzündenden "Humanoluminiscence" (äh, wie meinen? ;-) - CL) erstmals deutliche eigene Duftnoten verströmen. Alles in allem ist "Behind Transparent Walls" ein verdammt starkes, bei aller Komplexität nachvollziehbares Gesamtkunstwerk geworden, das die eingangs erwähnten Kritikpunkte nach 5-6 konzentrierten Durchläufen beiseite zu räumen weiß, wenn auch der wenig organische und geglättet wirkende Gitarrensound an manchen Stellen stört. Demnach gilt es einen wichtigen Farbtupfer in der deutschen Metalszene willkommen zu heißen, denn hierzulande scheinen mir Bleeding mit ihrem Sound allein auf weiter Flur zu stehen, und allein das will schon was heißen. Well done.
8,5/10 - PM.


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