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obliveon :: URUK-HAI

URUK-HAI
Zwischen dem Inneren Meer und Belegaer
Welch Parallele. Von allergrößtem Interesse zu dieser eher geographischen Beschreibung eines bekannten Kontinents der Fantasy-Literatur mag nämlich eben jener Satz sein: "Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen, wegen seines unendlichen, unerschöpflichen Reichtums an Tonkombinationen und Harmonien." - sagte Beethoven einst über Bach. Weniger bekannte aber nicht minder aussagekräftige Analogien dürften sich auch zu Tolkien finden lassen. Der also auf der anderen Seite literarisch schier unerschöpfliche Reichtum hat sicher ebenso zahllose Künstler jedweder Art inspiriert. Einer davon ist Hugin - neben vielen Betätigungsfeldern Mastermind von Uruk-Hai - mit Leib und Seele diesem Stoff verschrieben und speziell innerhalb dieses Projekts stets unterwegs in Sachen etwas anderer cineastischer Vertonung fiktiver britischer Mythologie aus der Feder des Großmeisters. Wer die Materie kennt und schätzt, möge aufhorchen und ausführlich lesen, was Hugin voller gedanklichem Tiefgang anlässlich des Erscheinens von „Galadriels Spiegel“ berichtet.
Hi, wie geht´s? Womit beschäftigst Du Dich aktuell?

>> Servus, danke der Nachfrage, jetzt geht’s wieder so halbwegs, nachdem ich nun über einen Monat im Krankenhaus war normalisiert sich nun alles wieder schön langsam. Zurzeit arbeite ich an der Cover-Gestaltung zum Uruk-Hai-Album „In Durins Halls (Return To The Mines Of Moria)“, welches das erste Demo von 1999 in neuer Form erstrahlen lässt – nicht nur dass es das Material nun nach über 11 Jahren endlich auf CD-Format geschafft hat, ich habe auch alle Titel vom original Master-Tape her neu arrangiert, Pr. Sergiy von Moloch hat die Lieder nun eingesungen, und wir haben gemeinsam auch den Summoning-Titel „Over Old Hills“ gecovert! Zusätzlich kommt auch noch ein Video-Clip als Bonus mit drauf. Die CD sollte Ende 2010 in einem Slim DVD-Case über Bleichmond Tonschmiede / W.A.R. Records & Alpendivision Sturmklang als Label-Gemeinschaftsveröffentlichung rauskommen. Die Bilder für das neue Artwork habe ich in den Bergen von Kärnten geschossen, einen Teil davon am Freikofel, wo es alte Militär Stellungen (Schützengräben, Minen, usw...) aus dem ersten Weltkrieg von der österreichisch / italienischen Grenze zu besichtigen gibt, diese haben mich etwas an die Minen von Moria erinnert – passt also perfekt zur Gestaltung des Covers. Auch der kurze Video Clip „In Durins Halls“ stammt zum Teil aus Material, welches ich dort am Freikofel (1757m) gefilmt habe! Als nächstes werde ich den Gesang zu einem neuen Manwe Lied einsingen welches einen Teil der Compilation CD / DVD „The First Ring Vol. II“ neben Uruk-Hai uvm. darstellen sollte – auf Vol. I waren unter anderem ja auch schon Uruk-Hai und Manwe mit von der Partie – ein Uruk-Hai Video Clip sollte auf die DVD von Vol.II auch mit drauf, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir es rechtzeitig schaffen werden, diesen fertig zu stellen, da diesmal das gesamte visuelle Material aus den USA kommt – Michele Britany wird dieses für Uruk-Hai aus ihren Aufnahmen, die sie vor kurzem zum Teil im Jushua Tree National Park gefilmt hat, zusammenstellen. <<


Was ist inzwischen seit dem Release der neuen Scheibe geschehen? Wie kommt
Black Blood, White Hand an?

>> Ja, seit dem „Black Blood White Hand“ Album, welches ja schon im Juli 2009 fertig wurde, aber erst im April 2010 veröffentlicht wurde, tat sich so einiges – eine Split CD mit Sieghetnar aus Deutschland kam gerade erst über Nordsturm Productions raus und die Split LP „Iron Age“ mit Moloch, welche mit 2 jähriger Verspätung über Aphelion Productions als wunderschönes grün/weiß-marmoriertes Vinyl mit Poster veröffentlicht wurde. Das Front Cover Artwork wurde vom führenden Tolkien Illustrator John Howe (www.john-howe.com), mit dem ich schon einige Jahre zusammenarbeite, zur Verfügung gestellt!Eine weitere Split CD mit Funeral Fornication erscheint gegen Mitte September 2010 bei Hypnotic Dirge Records, und Tryby Records aus Polen veröffentlicht eine Holzbox mit folgenden 3 Demo Tapes auf CDR: „Die Festung“, „Balrog“, „Morgoth“, „A Dark Force Shies Golden“, „After The War“ & „At The End Of The First Age“; limitiert auf 15 Stück.

Black Blood White Hand“ kommt meines Wissens ganz gut bei Fans & Kritikern an, obwohl sich manche der Fans nach rein ambienten Klängen, wie sie Uruk-Haiin ca. 2004/05 geschaffen hatten, zurücksehnen, ist der Grundtenor schon sehr positiv dem neuen Album gegenüber. Irgendwie kamen in den letzten 2-3 Jahren immer mehr schwarzmetallische Klänge zu den Ambient Sounds von Uruk-Hai dazu, was aber nicht heißen soll dass Uruk-Hai ein reines Black Metal Projekt werden wird, es kann genau so gut wieder ein ruhiges Ambient Album erscheinen sowie ein Mix aus beiden Stilen; ich möchte mich einfach nicht auf eine Richtung festlegen müssen! Wir hatten bei Sturmklang / Steinklang auch ein klasse Release Party, das neue Nebelkorona (Vinterriket Neben-Projekt) Album kam zur selben Zeit raus, so hatte cz, Seines Zeichens Mastermind hinter Vinterriket, Nebelkorona,... , und ein ganzer Haufen netter Leute in den Bergen von St. Koloman, dem Sturmklang Hauptquartier, viel Spaß zusammen, und es floss eine gewaltige Menge an Zirbenschnaps, um die beiden neue Alben gebührend zu feiern! Manchmal lese ich Kritiken und wundere mich ob dieser Kritiker überhaupt das selbe „Black Blood White Hand“ Album gehört hat, wie dasjenige, welches ich aufgenommen habe – es klingt schon manches sehr seltsam für mich, aber das ist, denke ich, genau der Punkt – jeder hört Musik mit seinen eigen Ohren und spinnt sich seine ganz eigene Gefühls- und Gedankenwelt dazu. So passiert es auch ab und zu, dass ich nach einer Kritik zu einem Song von mir, welche mich dann doch sehr zum Nachdenken bringt, einen ganz einen anderen / neuen Zugang zu diesem Lied habe und nun auch viel mehr an Feinheiten und Bezüge zum Thema (z.B.) Mittelerde raus höre. So lebt eigentlich eine jede meiner Veröffentlichungen irgendwie auch nach der Fertigstellung in mir weiter. <<
Was ist die Idee hinter dem Album?

>> Die Idee hinter „Black Blood White Hand“ ist eigentlich sehr simpel, ich habe einige Teile aus der „Der Herr der Ringe“ Geschichte durch den Spiegel der Galadriel betrachtet, so klingt das Album vielleicht nicht gerade wie aus einem Guss, das wiederum sollte so sein, da es ja verschiedene Ereignisse an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten sind, die aber von einem Ort aus zu einer Zeit betrachtet werden. Manches kann durch diesen aus Wasser bestehenden Spiegel doch nur etwas verschwommen wahrgenommen werden, anderes viel klarer und gegenwärtiger, so entsteht ein gewisser Freiraum, der jedem Hörer geboten wird und auch mir bei der Aufnahme zum Album gegönnt wurde. <<

Was bedeutet der Titel?

>> „Black Blood“ steht für das schwarze Blut der Uruk-Hai & Orks, „White Hand“ ist das Zeichen Saurumans unter dem die Uruk-Hai und auch etliche Orks gegen Mittelerde marschieren – diese betrachten wir wiederum aus vorsichtiger Entfernung durch den Spiegel Galadriels, doch nur allzu oft ist diese Entfernung auch Gefahr! Zuerst sollte dieses Album ein reines Konzeptalbum zum Thema „Orks“ werden, doch die Musik wurde einfach zu verschieden und nicht wirklich tauglich für ein Konzeptalbum, da mir während der Aufnahmen so viele andere Passagen aus Mittel-Erde durch den Kopf geisterten und ich einfach noch nicht wirklich bereit war für dieses Konzept – der Titel wurde allerdings beibehalten, da ich dieses Album auch schon einige Zeit vor VÖ damit angekündigt hatte. <<

Wie kommt es zu den ganzen Mittelerde-Bezügen? Welchen Bezug hast Du zu dem Thema?

>> Tolkiens Welt beschäftigt mich schon seit meiner Jugend als ich das erste mal „Das Silmarillion“ und „Der Herr Der Ringe“ gelesen hatte. Ich interessiere mich auch sehr für die nordische Mythologie, und da finde ich auch immer wieder starke Parallelen zu der Welt J.R.R. Tolkiens, irgendwie findet dann beides seinen Weg in meine Musik. Uruk-Hai´s Musik ist sehr stark Fantasy-bezogen, da bietet sich einfach die Mutter aller Fantasy-Geschichten die Tolkien hier erschaffen hat einfach an, nicht nur weil dies auch schon etliche andere Gruppen auf dem Schwarzmetall Sektor getan hatten und auch noch weiter tun werden, auch weil es mir selbst einfach nur sehr gut gefällt, und ich denke diese Thematik befiehlt mir geradezu sie zu vertonen und aus dieser Quelle mein Kind Uruk-Hai zu tränken! Mein persönlicher Bezug zu diesem Thema ergänzt sich mit meinem musikalischen Bezug zu Mittelerde in dem ich im „realen“ Leben nicht nach z.B. Moria komme, flüchte ich in meiner Musik genau an diese Plätze der Fantasie und mache sie somit zu einem, nicht gerade kleinen, Teil meiner Realität. <<

Worum dreht sich Black Blood, White Hand noch?

>> Ich werde am besten einmal auf die einzelnen Titel eingehen, um diese Frage Schritt für Schritt zu beantworten:

1) „Fresh Meat“, die Einleitung ins Album – ein Ork-Marsch, oder eine Hymne an die „Fleischfresser“

2) „The Fate Of Man“ - wie der Titel schon sagt, ein Blick in den Spiegel, um einen kurzen aber heftigen Blick in die Zukunft der Gefährten zu erhaschen.

3) „In Mordor Where The Shadows Are“ Sauron erblickt Dich, wenn du auch nur kurz in den Spiegel blickst!

4) „Farewell We Call“ eine traurige Ode an den Abschied

5) „Under The White Hand´s Flag“ - die Orks marschieren zerstörerisch gemeinsam mit den Uruk-Hai unter dem Banner der weißen Hand durch Mittel-Erde

6) „Black Blood“ - doch auch Orks können Bluten!

7) „Hidden Path“ auf Geheimen Pfaden durch das Land des so übermächtigen Feindes...

8) „The Dark Lord“ Der dunkle Herrscher Sauron, ruft und ganz Mittel-Erde erzittert – ein Hauch von Tod erstreckt sich bis hin zum Auenland.

9) „...Does Not Glitter“ - ob das Gold des Ringes wirklich glänzt. Mein Schatz, Mein Schatz, Mein Schatz, Mein Schatz, Mein Schatz,...

10) „Tales From The Misty Mountains“ -...Über die Nebelberge weit, zu Höhlen tief aus alter Zeit, da ziehn wir hin, da lockt Gewinn an Gold und Silber und Geschmeid. Wo einst das Reich der Zwerge lag, wo glockengleich ihr Hammerschlag, manch Wunder weckt, das still versteckt schlief in Gewölben unter Tag... (Ein Teil eines meiner Lieblingsgedichte aus dem Silmarillion, welches ich schon sehr, sehr oft auf verschiedene Weise vertont habe). <<
Das Thema Mittelerde würde mich auch beim Band-Namen interessieren? Warum gerade dieser?

>> Dieser Name stellt wieder einen engeren Bezug zur Black Metal Szene dar. Die Uruk-Hai sind eine brutale, hässliche und starke Rasse, gezeugt von Sauruman, sie sind stärker und größer als andere Orks und sind auch nicht durch das Tageslicht geschwächt, sie behalten auch in einigen Kämpfen die Oberhand über die Orks – eigentlich ein perfekter Name für ein Black Metal-Projekt, so wie auch viele andere „dunkle“ Namen aus Tolkien Welt. Dass ich Uruk-Hai als Name für dieses Projekt ausgewählt habe, ist eigentlich ein Zufall; ich arbeitete 1999 an einer neuen Hrossharsgrani-Demo, basierend auf Tolkiens Erzählungen. Nachdem ich 5 Lieder („Uruk-hai“, „Nordhimmelstag“, „Moria“, „Kortirion“ und „Durins Halls“) fertig hatte, schicke ich diese als Kassette, limitiert auf 6 Stück, unter dem Namen - Hrossharsgrani an ein paar gute Freunde. Nachdem all das Tape erhalten hatten und sich die Songs einige Male angehört hatten, kamen sie, so wie ich auch, zur Überzeugung dass diese Musik anders klingt, als das was ich bis dato für Hrossharsgrani veröffentlicht hatte. Einer dieser Freunde gab mir dann den Tipp doch ein Sideprojekt zu gründen; ich fackelte nicht lange herum und nahm sogleich den Tapetitel „Uruk-Hai“ als Projektname her. Ich verwendete die Lieder auf diesem Demo, nahm noch zwei Weitere Stücke („Luthien“ & „The Unknown“) auf, und das Debüt Demo „In Durins Halls“ war fertig! So kam dieses Projekt auf etwas skurrile Weise doch zu einem - wie ich finde - doch perfekt passenden Namen. <<

Was sind Deine musikalischen Inspirationen?

>> Das wechselt eigentlich permanent – als ich vor kurzem in den Bergen war, war dies meine Inspiration, es braucht nicht immer Musik, es gibt für mich nichts, was mehr Epik ausstrahlt wie eine schroffe Berglandschaft, so verwundert es nicht, dass etliche Black Metal oder Ambient Projekte ihre Cover mit gerade solchen Bildern von Bergen, dunklen Bergwäldern und dergleichen schmücken. Aber auch ein Spaziergang durch einen mit Moos bewachsenen Wald weiß mich zu inspirieren! Musikalisch war wohl das Bathory Album „Blood Fire Death“, welches mich dazu bewogen hat, selbst ein Projekt zu gründen! Das Cover Artwork sowie der Titelsong selbst zogen mich in den 80ern derart in ihren Bann, dass es mich bis heute nicht losgelassen hat. Ich bin natürlich auch nicht damals stehen geblieben; es gab noch etliche andere Alben, die mich inspiriert haben und meinen musikalischen Weg stark beeinflusst hatten, aber ich kann mich an kein anderes Album erinnern das ich mit solch einer Konsequenz und Freude gehört habe, wie „Blood Fire Death“. Ich denke ich kenne auch jeden Millimeter des Coverartworks, so oft habe ich es während des Hörens der Musik betrachtet – es ist wirklich wegbereitend!

Des Weiteren finde ich nach wie vor sehr inspirierend:

LAIBACH - Opus Dei
GRAVELAND - Immortal Pride
VENOM - Welcome To Hell
SUMMONING - Dol Guldur
MORTIIS - The Stargate
NICK CAVE - The Good Son

und sicher noch einige mehr... <<


Black Blood, White Hand kam mir extrem cineastisch vor, dabei auch sehr frei in der Interpretation. Wie ist das Album entstanden? Wie hast Du die szenenhaften Strukturen aufleben lassen?

>> Das Album ist über einen längeren Zeitraum von ca. 1,5 Jahren entstanden, was auch die einzelnen Titel oft sehr verschieden klingen lässt! Mit Uruk-Hai bin ich eigentlich immer schon auf den Pfaden eines Sountracks unterwegs, ich versuche stets etwas wie einen Film ohne Bilder zu kreieren, die Bilder sollten im Kopf entstehen, dabei ist es am besten die Musik Uruk-Hais mit geschlossenen Augen zu genießen zu versuchen – auch bei Kerzenlicht kommt für mich diese Art von Musik gut zur Geltung! Bei „Black Blood White Hand“ haben erstmals einige verschiedene Gastmusiker mitgewirkt, was dieses Album sicher auch von den vorangegangenen Uruk-Hai -Veröffentlichungen abhebt! Die Strukturen, die auch einem Hörspiel entsprungen sein könnten, verdankt es nicht nur der Soundtrack-artigen Musik sondern auch den Soundeffekten (Naturgeräusche, Kampfszenen, Samples,...), all das macht es, für mich zumindest, leichter, in die bei Uruk-Hais Musik geschaffene Welt Tolkiens einzutauchen. Bevor ich mit der Aufnahme zu einem Song beginne, habe ich ein bestimmte Szene, in diesem Fall Mittel-Erde, im Kopf, dabei schweben mir etliche Sounds und Melodien im Kopf herum, welche irgendwie gerade zu dieser Thematik passen zu scheinen, und so entsteht eigentlich auch ganz schnell eine Grundmelodie; danach wird es etwas komplexer: ist diese Melodie überhaupt brauchbar für die Idee in meinem Kopf, passen diverse Klänge dazu oder nicht – da beginnt dann die eigentliche Bastelei am Lied, immer mit Mittel-Erde im Hinterkopf... Tolkien hält sozusagen immer seine Hand über mich während der Aufnahmen, mich würde wirklich brennend interessieren, was J.R.R. Tolkien von meiner Mittel-Erde-Interpretation halten würde, könnte er etwas mit Black Metal anfangen, gefiele ihm etwa Ambient Musik... würde er sich CDs von Summoning, Valar, Battlore oder gar Uruk-Hai kaufen? <<

Wo würdest Du die Scheibe einordnen? Genre-mäßig? Klingt ähnlich wie? Sollte
im Regal am besten bei … stehen?

>> Ambient Black Metal würde ich die Musik Uruk-Hai s nennen! Naja, wo könnte dieses Album stehen, am besten neben Summoning obwohl die Musik doch schon sehr anders klingt – auch neben Vinterriket würde das Teil gut passen wegen der Ambient Passagen – bei den Soundtracks, das würde mich freuen! Aber irgendwo im Metalbereich unter „U“ wäre das Teil in einem Laden sicher gut aufgehoben! Und die limitierte „Black Blood White Hand“ Holzbox mit T-Shirt und Bonus-CD gehört sowieso in ein Vitrine! <<
Wenn wir einmal beim Thema bleiben, so ist auffällig, dass Du auf hektische Szenen im Wesentlichen verzichtet hast. Wie würdest Du den Grundtenor der Scheibe aus Deiner Sicht beschreiben? Warum hast Du Dich eher für eine getragene Epik entschieden?

>> Die Hektik lasse ich anderen Bands über, das passt einfach nicht zu Uruk-Hai, und wenn, dann nur in sehr geringen Dosen! Es würde einem beim Lauschen mit geschlossenen Augen unangenehm auffallen und das Gesamtkonzept komplett zerstören. Ich liebe es, einen Titel sehr in die Länge zu ziehen und einen immens langen Spannungsbogen aufzubauen, „getragene Epik“, wie Du so schön sagst, ist genau das, was ich mit Uruk-Hai erzeugen möchte, nicht in allen Songs, aber doch im Großteil meines Schaffens. Der Grundtenor bei dieser Scheibe liegt irgendwo zwischen Traurigkeit und Hoffnung – aber wenn ich so überlege, ist es genau das, was ich in fast jedem Uruk-Hai Release finde. Ich verwende auch oft liebliche Klänge um die Schönheit Mittel-Erdes aufzuzeigen, aber der Großteil meiner Musik klingt doch sehr traurig, denke ich. Es kommt gerade bei dieser Art von Musik doch sehr auf die eigene Stimmung an, in der man sich gerade beim Hören befindet, so verstärken diese traurigen Klänge bei schlechter Stimmung das Gefühl von Traurigkeit noch mehr, und bei guter Stimmung plätschert die Musik „bloß“ so vor sich hin... <<

Welche persönlichen Dinge verbinden Dich mit Uruk-Hai?

>> Die Musik an und für sich ist schon sehr persönlich, sie ist ein Teil meiner Seele, Stimmungen, die ich sonst in mich hineinfressen würde, kann ich so herausschreien und mir Luft verschaffen um den tristen Alltag nur irgendwie zu bezwingen. Uruk-Hai ist ein Art Flucht weg von dieser Welt in ein endloses Universum von Möglichkeiten die ich sonst nie hätte, aber es ist auch ein Fluch, der mich irgendwie treibt, weiterzumachen, auch wenn ich am Boden liege und gar nicht mehr möchte. Wäre nicht meine Musik wäre auch ich nicht mehr! <<

Wie wird es mit Uruk-Hai weiter gehen?

>> Ein neues - nennen wir es mal - „Zwischenalbum“ - ist bereits fertig gestellt, es besteht nur aus einem Lied, welches aber eine Länge von ca. 1:18:30 hat – ein wahrhaftig epischer Titel. „Cirith Ungol“, so der Name, und auch die Geschichte des Albums wechselt von Ambient zu Heavy Metal, und nur der Gesang von Pr. Sergiy (Moloch) erinnert an Schwarzmetall, ein etwas anderes aber doch auch wieder typisches Uruk-Hai-Album – es wird wieder unter dem Banner über Nordsturm Productions gegen Ende 2010 erscheinen, es sollte auch eine limitierte 1st Edition in einer schmucken Box dazu geben! Ich wurde in letzter Zeit auffällig oft darauf angesprochen, mal wieder ein Album wie „The Battle“ oder „A Night In The Forest zu machen, also sehr ruhige, traurige Ambient Stücke, ich bin noch beim Überlegen, wie ich es am besten in Szene setzen könnte, um die doch 6-7 Jahre alten Alben in die heutige Welt von Uruk-Hai transferieren zu können; es sollte einen klaren Verweis auf diese älteren Alben geben, aber doch auch sehr „modern“ klingen – das beste aus beiden Welten sozusagen! <<

Nun, eine Sache würde mich noch interessieren - Es dürfte Dir natürlich nicht fremd sein, dass in das Tolkien-Universum gerne und selektiv die Geschehnisse seiner Zeit reininterpretiert werden, Alliierte, das Dritte Reich... das ganze Programm eben. Ich selbst halte es (wie im Review damals erwähnt) mit Tolkien selbst, der jeden Bezug zu WK2 ultimativ abgelehnt hat und dessen Grundgedanke es wohl war, eine, wenn auch fiktive, "britische" Mythologie zu schaffen. Wenn man das aber nicht weiß, besteht die Gefahr, dass man Uruk-Hai = Elitetruppe entsprechend personifiziert. Du kannst Dir schon denken, wohin das führt - schwarze Uniformen, Totenköpfe, etc. wird da schnell kolportiert. Bist Du jemals mit diesem Halbwissen konfrontiert worden? Vielleicht auch indirekt?
>> Ja, das leidige Thema, das gerade im Black Metal / Neo Folk und Martial-Bereich herumgeistert wie selten zuvor. Nachdem „Der Hobbit“ in den späteren 30er Jahren (1937) veröffentlicht wurde und J.R.R. Tolkien gleich darauf mit dem „Der Herr der Ringe“ Epos begann, welcher sich dann weit über den 2. Weltkrieg bis hin nach 1954 zog, flossen also sicher die damaligen Geschehnisse mit in das Werk ein, genauso wie Teile nordischer oder germanischer Mythologie. Also die Edda inspirierte Tolkien sicherlich sehr, da sich aber leider genau zu dieser Zeit eine mächtige Kriegs und Propaganda-Maschinerie auch dieser Thematik und Symbolik (siehe Runen) bemächtigte, wird das heutzutage durch oftmals alles missinterpretierende Neider in ein total falsches Licht gerückt. Tolkien war genau so wie C.S. Lewis bei der christlichen Diskussionsrunde „Inklings“ dabei, welche auch gegenseitig die Werke anwesender Schriftsteller kritisierte. Also ein kriegsverherrlichendes Werk würde bei diesem christlichen Zirkel wohl kaum Anklang finden! C.S. Lewis´ “Die Chroniken von Narnia“ waren zum Beispiel auch sehr stark an biblische Erzählungen angelehnt, aber auch an griechische und römische Mythologie, ich habe aber dort noch nie von einem Verweis an WK2-Geschehnisse gehört oder gelesen. Gruppen aus dem Black Metal-Umfeld, die Material aus Tolkiens Geschichten oder bloß nur einzelne von Tolkien erfundenen Namen verwenden, werden hierzulande regelrecht einer Hetzjagd unterzogen, es entwickelt sich sogar so etwas wie eine Art „Trend“, Jagd auf Bands, die nicht 100% politisch korrekt wirken, zu machen; doch was ist jetzt schon politisch korrekt, Runen, die es schon seit tausenden von Jahren gibt, das Sonnenrad welches es auch schon seit ca. 6000 Jahren auf nahezu allen Kontinenten gibt/gab, der Thor-Hammer, den es nun auch schon einige hundert Jahre zu geben scheint und dem jeder Bezug zur NS-Zeit fehlt, und nun auch Tolkien – was wird als nächstes attackiert? Klar wurde ich auch schon das ein oder andere Mal angeschrieben (ansprechen traut sich das sowieso keiner… und absurdeste Fragen wurden gestellt, pro sowie kontra NS. Klar gibt es genug kindische NSBM Bands, die einen Tolkien Namen als Bandnamen verwenden und auf dieser Welle, die schon fast ein klein wenig zum Mainstream wird, etwas mitzuschneiden und das musikalische Unvermögen somit etwas zu kompensieren. Doch sind wir einmal ehrlich, war es früher das umgedrehte Kreuz, die 666 und der Herr Luzifer um „evil“ in Erscheinung treten zu können, so locken diese Attribute jetzt keinen Hund mehr hinter dem Ofen vor; man muss nun schon mit „härteren“ Geschützen wie Holocaust, Hakenkreuz, Endlösung und dergleichen auffahren um eine wirklich böse Band zu sein – so ein Blödsinn aber auch, nur weil ein paar Bands die jetzt als Kult gelten, das vorgemacht haben, muss jetzt nicht gleich jeder 13 jährige sein eigenes NS-Black Metal-Demo mit dem Winnie Pooh Kassettenrecorder seiner kleinen Schwester aufnehmen. Tolkiens Werke sind der Grundstein aller Fantasy Geschichten heutzutage, da führt fast kein Weg vorbei – ich lasse mir das nicht vermiesen – von keinem! <<

Was möchtest Du uns noch mitteilen, was evtl. noch nicht zur Sprache
gekommen ist?

>> Uruk-Hai ist Underground und auch nur für diesen gedacht – wer mehr erwartet, sollte nicht diesen Weg einschlagen! Es ist auch immer die Szene im (speziell) Black Metallischen Underground der ich mein Herzblut verschrieben habe! Das Wort „True“ ist zwar schon mehr als untrue aber ich verwende es doch gerne um Stellung zum wirklichen BM-Underground zu nehmen. In dieser Szene habe ich all meine Kameraden, meine Vorbilder sowie Fans – aus dieser Quelle schöpfe ich meine Kraft und diese Quelle speise ich! In dieser Bewegung gibt es noch Ehre, und wahre Kameradschaft, Unterstützung und Aufopferung. Danke Dir für Deine Unterstützung und die Möglichkeit Uruk-Hai hier auf diesem Wege zu präsentieren! <<

Vielen Dank für Deine Antworten.
http://www.myspace.com/urukhaiofficial
Michael Gorray


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