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obliveon :: KEEP OF KALES ....

KEEP OF KALESSIN

REPTILIAN (57:15 min.)

INDIE RECORDINGS /
Die Norwegische Drachencombo schlägt wieder einmal kräftig zu. Reptilian heißt jenes neue Output, das direkt von einer Single „The Dragontower“ begleitet wird, einem Titel, der der Sage nach am lokalen Vorausscheid zum Eurovision Song Contest teilnahm. Platz drei, so sagt man. Ich sehe das schmerzfrei, immerhin erweist sich der Track als einer der eingängigsten auf dem Album und steht nicht gerade stellvertretend für das Große Ganze, das eine beträchtliche Ecke härter ausfällt, als genannter Song. Immerhin, so wird dieses neue musikalische Kapitel des Erdsee-Zyklus nicht in Verbindung mit dem Sieg der Orks beim „Grand Prix“ gebracht (Thomas Hermanns über Lordi). Das ist nach gängiger Meinung aus gut so. Wie auch immer, Reptilian ist sicher eines der interessantesten Alben dieser Tage, auch beim x-ten Durchlauf kein Stück langweilig und voller interessanter Aspekte und Details, die sich nach und nach herausschälen und den wuchtigen Soundmantel akzentuieren. Ist das noch eine Mischung aus Power- und Black-Metal? Ich weiß es nicht, würde aber konstatieren, Keep Of Kalessin sind schlicht und ergreifend sie selbst. Grenzen interessieren hier kaum einen, und auch diese Platte hat wieder ihre majestätisch-finstere Grundstimmung und typisch nördliche Atmosphäre satt. Hier bleibt man also überwiegend den Wurzeln treu. Auffällig dazu ist – neben der allgemeinen Vielfältigkeit - das betont moderne Soundfit, das der hoch glänzenden Scheibe eine runde Schärfe verleiht. Gerade hier werden wieder sämtliche True-Norwegian-Puristen mit den Zähnen knirschen. Doch Reptilian ist alles andere als ein 08/15-Release aus dem Kommerz-Baukasten, nämlich – um einmal in diese Kerbe zu schlagen – ein beinahe mustergültiges Beispiel, wie man eben solch ein Album machen sollte. Ich sagte es schon einmal an anderer Stelle, dennoch trifft es auch hier den Nagel auf den Kopf: No Fillers, just Killers. In diesem Sinne.
9/10 - MG


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