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THE WAY OF PURITY
CROSSCORE (29:07 min.)
AURAL MUSIC /
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Gute Bewertung oder Verriss? Allein schon Bandname und Albumtitel bilden einen seltsamen Kontrast. In dem Moment, als der Opener die 20-Sekunden-Grenze überschreitet, ist klar, dass es hier ein eindeutiges Ergebnis geben wird und dass alles drin ist. Davor gab es nur ein halbes Riff, ja eigentlich nur einen Akkord, der nicht einmal besonders cool vor sich hin schrammelt, und im nächsten Moment leitet sich nonchalant eine Art Refrain-Part mit Gassenhauerqualität ein. Der zweite Track, Lycanthropy, startet (wie auch später Loyal Breakdown Of Souls) äußerst uninnovativ als Korn-Lookalike, während sich auf der anderen Seite bereits jetzt - also wieder kurze Zeit später - der Eindruck einer profund Schlagwerk-getriebenen Scheibe mit testosteronhaltigem Spaßfaktor breit macht. Der Drummer beherrscht die Töpfe wie mundgeblasen, Breakbeat, Offbeat, enorm viele Wechsel und Unkonventionelles, etwa der Doublebass und auch beim Einsatz des Blastbeats, beispielsweise im sechsten Song Sinner. Auf den Mann an den Fellen können sie wirklich stolz sein. Dann die Vocals, unterirdische Texte, auch noch recht verständlich dargeboten. Andererseits macht der Kerl am Micro seine Sache wirklich ansprechend. Täglich Stahlnagel-Müsli mit Terpentin zum Frühstück, oder so ähnlich. Na, und in dieser Zick-Zack-Manier geht es weiter und weiter. Track Nummer drei ist einer von denen, die die Welt nicht braucht, und das folgende Stück bleibt mit einem im ersten Moment hauptsächlich durch den unglücklichen Keyboardeinsatz im Gedächtnis. Später verstärkt man sich mit weiblichem Sprachsampel und auch solchem Gesang, vermutlich der gleichen Dame, und der sechste Titel ist als Stück dieser Art bei allem Aufwand einfach nicht eingängig. Der nächste Track, Egoist , wieder mit Monomännlichen Screams, ist so gut geraten, dass er der wesentlich bessere Opener gewesen wäre. Deathwish dann (Charles Bronson?) macht das Experiment aus Titel sechs mehr als wett, eine annähernde Glanzleistung, emotional berührend, nun auch inhaltlich. Die Harmonien der, wenn auch hier zwei weiblichen, Stimmen ähneln genau jenen, wie sie die Akzente bei System Of A Down setzen. Oktavsprünge plus Spiel mit einer Terz, so die Magie dahinter. Dazu kommen noch die vermeintlichen Wechsel in Paralleltonarten, wobei tatsächlich jedoch die Anordnung von kleiner und großer Terz im Akkord umgedreht wird. Das erzeugt Spannung. Die Biohazard-Gedächtnisshouts gehen darin zum Glück vollkommen unter, und neben diesem Track erweist sich später der Rausschmeißer Pure als ein Star der Platte. An dieser Stelle gönne ich mir noch zwei weitere Durchläufe - v.a., weil das Release auch so verdammt kurz ist - bevor ich die Note abgebe. Währendessen geraten die aufgezählten Mängel mehr und mehr ins Hintertreffen, und die vielen Highlights und positiven Merkmale gewinnen eindeutig die Oberhand. Zeit also für die Bewertung von „Crosscore“.
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8,5/10 - MG
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