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SALEM
Reise durch die Loyalität des Genres
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Eine ganz bestimmte Form von „In sich Ruhen“ und ein „Mit der jetzigen Bandsituation und seiner musikalischen Leistung absolut im Reinen“ zu stehen; ja, ungefähr diesen Eindruck macht Nir Nakav durchaus, Seinezeichen Schlag-Stick-Schwinger bei der israelischen Metalinstanz „Salem“. Seit 1997 ist er dort bereits an den Kesseln aktiv, und erlebt mit der Band, eigenen Schilderungen zufolge, aktuell den Höhepunkt der persönlichen Extreme Metal Bandgeschichte. Das aktuelle Album „Playing God And Other Short Stories“ ist diesmal kein Konzeptalbum, jeder Song steht für eine eigene kleine Geschichte, in der die Jungs ihr eigenes Leben, und das, was sie berührt und bewegt, zu verarbeiten suchen. Dabei ist es gerade das Leben an sich, das Salem für sich als künstlerische Quelle heran ziehen und musikalisch verwerten. In welchem Licht sich die Formation selbst sieht und wie sie ihren Stellenwert in der aktuellen Metalszene wertet, tat mir Nik im folgenden Beitrag kund.
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Ihr macht jetzt seit über zwanzig Jahren Musik. Was hat Euch über all die Jahre hinweg inspiriert, welche künstlerische Quelle nutzt Ihr heutzutage?
>> Was die Musik inspiriert hat war, wenn man jetzt zurück blickt, die Leidenschaft dafür, Musik zu machen. Die Themen haben sich über die Jahre hinweg verändert, was wir als gute Sache erachten, aber da ist immer noch diese Leidenschaft, auch wenn sie jetzt schon ein Vierteljahrhundert andauert. Das Leben ist die künstlerische Quelle für Jedermann und alles, was man macht. So sehen wir das zumindest. <<
Die offizielle Bezeichnung Eurer Musik ist “Extrem Metal”. Was können wir uns darunter vorstellen? Wie hebt sich Eure Kunst im Gegensatz zu anderen Bands hervor? Was macht Salem´s Musik aus?
>> Hört es Euch an, und schaut, ob es Euch gefällt. Wenn es so ist, wunderbar, wenn nicht, sucht Euch etwas anderes, was Euch anspricht. Ich denke das ist es, worauf es am Ende des Tages hinausläuft. Ich kann Dir jetzt natürlich in epischer Breite alles aufzählen, was Salem so besonders macht, aber eigentlich bedeutet das nichts. Probiert es einfach aus. Im Zuge dessen muss ich noch anmerken, dass ich fest daran glaube, dass sich Salem nirgendwo in der Welt, außer in Israel, entwickelt hätte. Das wird reflektiert in der Musik die Salem machen und genau das macht es so einzigartig. Ich weiß jetzt auch nicht, welche anderen Bands wie Salem klingen, und ich glaube, dass es nutzlos ist, diese Frage zu beantworten. Wir bedienen das Genre Extreme Metal, aber das ist natürlich ein sehr weit gefasster Begriff. <<
Euer Musikstil beinhaltet sehr viel Aggression, die sich unter der Oberfläche versteckt hält, was hat es damit auf sich? Wie hat sich Eure Musik im Laufe der Jahre verändert?
>> Wir sind einfach bessere Musiker über die Jahre hinweg geworden. Wir wissen jetzt, wie wir bei den Aufnahmen zu funktionieren haben, wurden erfahrener was Live Shows anbetrifft. Ich denke, momentan befinden wir uns gerade auf dem Höhepunkt unserer Karriere. Metal ist nun mal ein aggressiver Musikstil. Davon ein Teil zu sein, zwingt uns gerade dazu, uns innerhalb der Regeln diese Genres zu bewegen. <<
Über „Playing God And Other Short Stories“. Gibt es ein Hauptthema, das sich wie ein roter Faden durch das Album zieht? Was hat es mit dem Titel auf sich?
>> Kein Thema. Es ist kein Konzeptalbum, nur eine Sammlung von Geschichten, die wir in den letzten Jahren interessant gefunden haben. Beim Titeltrack geht es um die Menschheit, die ein neues Zeitalter technologischen Fortschritts betritt, dass es uns zum ersten Mal in der Geschichte überhaupt erlaubt, in die Rolle des Schöpfers einzugreifen. <<
Was sind die Unterschiede zu bisherigen Veröffentlichungen? Was macht Euer aktuelles Album so besonders?
>> Es hat einen größeren Einflussbereich, von afrikanischen Einflüssen auf „Drums of the Dead“, zur rudimentären Bürgerkriegsmusik auf „Downfall of Paris“. Habe ich eigentlich erwähnt, dass wir ein Bob Marley Cover auf dem Album haben? Ich glaube auch, dass der Sound der beste ist, den wir je hatten und, dass wir besser spielen als zuvor. Wir haben eins der besten Aufnahmestudios im Land und das Studio, das uns gemastered hat, was eine der besten der Welt. <<
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Lasst uns doch bitte am Entstehungsprozess Eures Longplayers retrospektiv teilhaben: was waren die Erwartungen, habt Ihr alle Euch selbst gesteckten Ziele soweit erreichen können, gibt´s Punkte, die Ihr so nicht geplant hattet…
>> Wir proben als Band regelmäßig, also haben wir mit dem Schreiben angefangen, als „Necessary Evil“ im Juni 2007 veröffentlich wurde. Das Ziel war es, das letzte Album auf jeden Fall zu toppen. Einfach etwas Neues sagen zu können, und es besser auszudrücken, als wir es bisher vermochten. Ich denke, dass wir alle diese Ziele verwirklicht haben. <<
Gibt es Themen, die Ihr bewusst aus Eurer Musik raushaltet, oder welche, die Ihr bewusst einbaut? Falls das der Fall sein sollte, begründet das doch bitte einmal.
>> Wir vermeiden rein gar nichts. Wir sind als politische Band bekannt, als Juden und Israelis ist es schwer, das zu umgehen. Dieses Mal haben wir nichts Politisches mit herein gebracht. Der Grund dafür ist, dass wir einfach nichts Neues Politisches zu berichten hatten, um uns also nicht zu wiederholen, haben wir eben andere Gebiete ausgelotet. <<
Es gab über die Jahre schon viele Veränderungen innerhalb der Band. Wie seid Ihr damit umgegangen, wie hat sich das auf Euch ausgewirkt?
>> Die Band ist eine der stablisten Formationen in der Genregeschichte. Ze´ ev, Lior ans Michael sind seit 1989 zusammen. Ich bin 1997 beigetreten und Gutraiman wurde 2002 heran geschleppt. Das bedeutet, dass unsere jüngsten Mitglieder seit acht Jahren bei uns sind. Es gibt Bands die nicht so lange bei einander bleiben. Manche denken in unterschiedlichen Altersgruppen anders über manche Dinge, also auch wenn das Line-up gleich bleibt, die Musik hätte sich verändert. Das ist der natürliche Lauf der Dinge. <<
Die Musikszene, besonders im Sektor Extreme Music, hat sich unglaublich in den letzten zehn Jahren verändert. Inwiefern hat Euch das berührt?
>> Heutzutage ist es leichter, dem Internet sei Dank, seine Musik auf eine gewisse Plattform zu heben. Es ist jedoch schwer, seine Alben zu verkaufen. Wir sitzen doch alle im selben Boot. Große und kleine Bands. Ich persönlich glaube, dass es im extremen Musikbereich noch am stabilsten geblieben ist in den vergangenen Jahren. Die Leute kaufen immer noch die Merchandiseartikel. Die Fans sind loyal. Das ist etwas, dass Du in anderen Genres nicht hast. <<
Diesbezüglich, wie wichtig ist Euch Euer Image? Wo seht Ihr Euch als Band in der jetzigen Szene? Was für Ziele habt Ihr Euch für die nächsten, sagen wir, zehn Jahre, gesteckt?
>> Wir könnten uns nicht einen Deut weniger dafür interessieren, was die Leute über uns denken oder sagen. Wir sind sehr hingebungsvoll, was das Musik machen anbetrifft, das ist unsere Religion. Wenn die Leute mögen, was wir machen ist das fantastisch, wenn nicht, sollen sie halt weggehen. Wir würden noch so 3-4 Alben in den nächsten zehn Jahren rausbringen und ein paar hundert Shows machen. Was auch immer darüber hinaus ginge wäre toll. <<
In Eurer Karriere habe Ihr ja auch eine DVD 2008 heraus gebracht. Wann dürfen wir Euch denn mal live sehen? Was kann man von einer Live Show erwarten?
>> Unsere Gigs sind voller Energie. Die Musik die wir machen kommt live wunderbar rüber. Wir haben tatsächlich schon zwei Live DVDs in der Vergangenheit gemacht. Eine 2004 und eine 2008. Wir hoffen sehr, das neue Album auch mit ein paar Shows in Europa vertreten zu dürfen. Bis jetzt ist noch nicht diesbezüglich auf dem Plan. <<
Wer wären denn Eure Lieblings Toubands für zukünftige Shows?
>> Ich kann Dir Bands nennen, die Musik spielen, die wir mögen, aber das heißt noch lange nicht, dass es toll wäre mit denen zu touren, weil wir überhaupt nicht wissen, wie die als Menschen so drauf sind. Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, mal mit Muse auf Tour zu gehen. Das könnte interessant werden, und deren Musik liebe ich auch. <<
Ein paar letzte Worte für Eure Fans...?!
>> Ha... vielen lieben Dank für das Interview und Dank an alle Leute, die mit uns auf dieser Reise begleiten. Hoffe, Euch alle bald zu sehen!
Peace, Euer Nir Nakav <<
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http://www.salemband.com
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Christina Gorray
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