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MY COLD EMBRACE
Zu 100% Langzeitwert
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Stark muss er sein, der Kaffee, so sinniert Cheyenne der guten Jill gegenüber in Spiel mir das Lied vom Tod. So interpretieren Outlaws bei Sergio Leone den Umgang mit der holden Weiblichkeit. Nun, Jill musste ja auch nur Wasser holen, um Aufmerksamkeit zu erringen. Stark ist in der Tat auch der Hausgeist, das gleichnamige Album dieser Kasseler Formation, von der hier im Folgenden die Rede ist, die sich im beiliegenden Booklet so gar nicht durch den ganz realen, weiblichen und hoch-attraktiven Hausgeist vom besagten Bohnenextrakt ablenken lässt. Ernsthaftigkeit ist angesagt, es geht um die Sache: Death Metal mit einer gefälligen Mischung diverser Einschläge, die für ein ordentliches Plus auf der musikalischen Habenseite sorgen, ist es, um was es hier geht. Intelligenz statt Posertum, so geht man also in der europäischen Hauptstadt der Waschbären (Kein Witz) zu Werke. Und so wie ein Bekannter aus Kassel nach Jahrzehnten das erste Mal überhaupt einen Waschbären zu sehen bekommen hat, so gibt es wohl ebenso selten im wirklichen Leben eine Band mit just der vorliegenden, begrüßenswerten Attitüde. Gitarrenmann Dirk berichtet.
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Zu Beginn würde ich Dich einmal bitten, Euch mit eigenen Worten kurz zu beschreiben, für diejenigen, die Euch noch nicht kennen…
>> Hallo Michael, zunächst fette metallische Grüße an eure Leserschaft und danke für den Interviewsupport! Das ist nicht selbstverständlich, danke! Für diejenigen, die uns noch nie gesehen oder gehört haben: My Cold Embrace aus Kassel geistern seit 1998 durch die Szene und spielen eine rabiate Mischung aus Melodic Death Metal, Thrash, Grind, Hardcore, Crust und sowohl klassischen als auch schwarzmetallischen Anleihen. Death Metal ist unser roter Faden. Wir haben neben einigen Split-Releases, Compilations, Samplern oder auch der aktuellen Nasum Tribute Scheibe sechs eigene CDs veröffentlicht, wodurch wir im Lauf der Zeit einige große Festivals spielen, im Ausland und auf Tour waren und unter anderem mit Bands wie Asphyx, Dying Fetus, Vader, Rotting Christ, Eisregen und vielen hunderten anderen auf der Bühne standen. <<
Die Veröffentlichung von Hausgeist liegt ja nun schon ein wenig zurück. Womit habt Ihr Euch seitdem beschäftigt? Was ist im Hause My Cold Embrace alles passiert?
>> Die Hausgeist Scheibe (2008) markierte das Ende der „Mark II“ Besetzung und war für uns alle ein Neuanfang: Dennis am Gesang stieß während der Aufnahmen für Ernie hinzu, Marco ersetzte Timo an der Gitarre, jetzt sind wir quasi in der dritten festen Bandkonstellation seit 1998. Wir hatten releasetechnisch großen Ärger und es war alles andere als leicht „Hausgeist“ trotz aller personellen und rechtlichen Querelen zu veröffentlichen. Letztlich haben wir diese Krise sehr gut gemeistert und sind als Band noch enger zusammengewachsen, was man auch an der Nachfolge CD zu Hausgeist, der Split CD „Schnittmenge“ (2009) mit unseren Münchener Freunden von Rapture nachhören kann. Die Schnittmenge CD kam übrigens auf dem DIY Label „666 Records“ aus Wolfsburg, vielleicht auch als „666 strings“ (einem exzellenten Gitarrenbauer) bekannt. Nach der Schnittmenge kamen noch ein paar Compilation CDs, ganz wichtig ist die Nasum Tribute Doppel LP / CD zu erwähnen, für die wir „Silent Sanguinary Soil“ exklusiv in die Rillen frästen. Derzeit schrauben wir an unserer siebten CD. <<
Wie schaut´s inzwischen bei Euch mit einem Vertrag aus? Hausgeist müsste doch einiges an Aufmerksamkeit generiert haben...
>> Weißt du, an Aufmerksamkeit hat es eigentlich in all den Jahren nie gemangelt. Wir haben einige Verträge angeboten bekommen und nach jeweiliger Prüfung alle bisher abgelehnt. Letztlich wollen wir bei einem Vertrag unsere Freiheiten weitgehend behalten, wirtschaftlich aber auch nicht deutlich schlechter dastehen als vorher, wenn kein deutlicher Sprung nach vorne zu erwarten ist. Verkaufst du eine CD über ein Label, bleibt bei einem Ladenpreis von 15€ ca. 1€ bei dir hängen (Werbekosten, Vertriebskosten, Labelgewinn usw.). Verkaufst du die CD auf deinem Konzert für 8€, kommst du nach Abzug der Kosten auf ca. 3€, die du in der Tasche hast und wieder in die Sache investieren kannst und für die Fans ist die Sache mit 5-8€ auch preislich deutlich fairer. Der Markt ist eh am Boden, zugeklatscht mit abertausenden Releases. Du verkaufst, ob Label oder nicht, eh kaum noch CDs und wenn, dann mal auf Konzerten. Machen wir es doch gleich fair. Die Leute geben glücklicherweise noch Geld für Shirts aus, aber CDs laden sie sich runter. Das war früher doch deutlich anders. Wir lehnen ein gutes Label keineswegs kategorisch ab, im Gegenteil, aber wir erwarten fair behandelt zu werden. Bisher hat es keiner fair genug mit uns gemeint oder wir bekamen lediglich Seifenblasen präsentiert. Dass wir aus Deutschland sind, ist außerdem ein echter Nachteil. Ich finde es schon sehr traurig, wenn dir Labels sagen, dass sie dir sofort einen Vertrag geben würden wenn du aus Schweden oder den USA wärst, aber eine deutsche Band ließe sich einfach nicht vermarkten und deswegen werde das nichts. Ist das nicht traurig? <<
Underground aus Überzeugung – inwiefern trifft das auf Euch zu?
>> Böse Zungen sagen, man könne aus Nöten auch Tugenden machen, ha ha. Aber wir sind schon immer Underground gewesen und wir bleiben das vom Herz auch immer. Wir genießen es auf neue junge Bands zu treffen, wir sind nach wie vor stolz wie die Könige wenn man uns mal wieder mit einer großen Band wie Asphyx, God Dethroned oder Skyforger spielen lässt, wir tauschen CDs mit anderen Bands, organisieren uns gegenseitig kleine Gigs gegen Spritkohle, senden hunderte CDs an Webzines und kleine Printfanzines… Das macht einfach Spaß auf diese Art und Weise zur Szene dazu zu gehören. <<
Inwieweit fühlt Ihr Euch manchmal unterschätzt?
>> Ehrlich gesagt sogar sehr häufig. Als deutsche Band musst du immer doppelt so hart und doppelt so schwer um Anerkennung kämpfen, du wirst immer und überall geprüft und seziert. Wenn wir dann aber doch ein Publikum fern der Heimat binnen weniger Songs knacken, dann kommt der große, innerlich befriedigende „Siehste“-Moment, ha ha. Dazu stehen wir vor jeder Show unter großer Anspannung und wer uns einmal live gesehen hat weiß, dass wir uns redlich und immer alle Arme und Beine auf der Bühne ausreißen um die Leute zu begeistern. Wenn zu allem Überfluss dann doch mal Lob kommt, das Rock Hard dich präsentiert und dich der Metal Hammer mal wieder (Danke!) mit Lob überschüttet, das geht dann runter wie Öl und gibt viel Kraft und Motivation, die wieder einige Monate anhält. Dennoch ist da immer wieder diese misstrauische Barriere gegen die wir seit 12 Jahren kämpfen. Das liegt an unserem wirren Stil, unserem unkonventionellen Aussehen, an unserer Herkunft und vielen Faktoren mehr glaube ich. <<
Welche Vorteile hat es auch, so frei Arbeiten zu können?
>> Wir haben und teilen das schönste Hobby der Welt, alles kann, nichts muss. Wir sind frei in unserer Entwicklung, niemand gibt uns Vorschriften, Regeln oder Termine und alles was bei uns geschieht, geschieht einzig und allein stets aus innerer Motivation heraus, egal ob es um neue Songs, neue Designs, Shirts, Texte, Riffs oder Werbeaktionen geht. Niemand zwingt uns, wir sind wirtschaftlich unabhängig und so lange es Metalheads gibt, die uns für Verpflegung und Spritgeld bei sich auftreten lassen, so lange werden wir Fünf das brüderlich mit viel Spaß in den Backen weiter durchziehen. Unter 20 Jahren History geht gar nichts, versprochen! <<
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Wie kommt es überhaupt, dass die Scheibe so gar nicht nach Eigenproduktion klingt? Und im Übrigen derart professionell aufgemacht ist?
>> Weil die Leute fälschlicherweise glauben, dass nur Labelproduktionen fett klingen und gut aussehen können! Letztlich zahlen die meisten Labelbands ihre Aufnahmen auch selbst und sie bekommen ein Layout zum Fressen seitens Label vorgeworfen. Das muss nicht sein. All unsere Einnahmen und Ersparnisse stecken wir stets komplett in die nächste CD. Dabei wollen wir einfach keine Abstriche machen, denn auf dem Markt wird sich einzig und allein Qualität durchsetzen, denn es gibt einfach zu viel Durchschnitt zu kaufen. Wir setzen unsere Ideen zu 100% um und nur so wie alle 100% zufrieden sind, darunter gibt es nichts. Wo und wie habt Ihr Jonas Kjellgren für Euch gewonnen? <<
>> Jonas war früher Sänger bei Carnal Forge und Gitarrist bei Centinex, er ist jetzt Sechsaiter bei Scar Symmetry. Wir haben 1999 für Centinex in Kassel eröffnet und seitdem ist der Kontakt nie abgebrochen, ebenso wenig zu allen anderen Mitgliedern aus dem weiteren Centinex-Umfeld, so dass wir durch sie seitdem immer noch mit Bands wie Uncurbed, Grave, Scar Symmetry, Demonical, Regurgitate, Interment usw. in Kontakt stehen. Jonas ist völlig irre, wir lieben ihn, er uns, und er gibt uns maximalen Soundsupport zu einem Freundschaftspreis, was wollen wir mehr!? Wir haben denselben Producer wie die neue Overkill Scheibe. Geht es noch geiler als Undergroundband? Haha. <<
Kannst Du uns noch etwas zu dieser gerichtlichen Geschichte erzählen, die dem Release vorausging, wie es heißt?
>> Ich darf leider zu der gerichtlichen „Hausgeist“ Geschichte, so verdammt gerne ich würde, keinen Kommentar abgeben. Wir bekamen irgendwann (während wir völlig zermürbt und der Auflösung nahe waren) die Scheibe aus staatlicher Hand zurück und konnten sie doch noch veröffentlichen. Mehr darf ich leider nicht sagen. Sorry. <<
Stichwort Booklet – Wer war für das ungewöhnliche Konzept verantwortlich?
>> Das Konzept wuchs auf unserem Mist. Während der Hausgeist Aufnahmen spukte es eines Nachts. Wir hatten die Aufnahmen beendet und saßen noch in Ruhe lange Zeit bei 666 Bier zusammen. Plötzlich, unvermittelt und Stunden später polterte ungefragt unsere Scheibe aus den Boxen. Dennis sagte, dass das wohl ein kleiner Hausgeist gewesen sein müsse, so dass der passende Titeltrack sogleich vertextet wurde. Einen Hausgeist für das Booklet zu visualisieren war keine leichte Aufgabe, aber da wir Model Eva schon lange persönlich kennen und sie uns Stefan Heilemann (besucht unbedingt http://www.heilemania.de ) als Fotograf vorschlug, kamen die Steine ins Rollen. Stefan und Eva leisteten maximalen künstlerischen Support und einen fetten gestalterischen Input, so dass aus diesen Sessions und Ideen wirklich tolle Bilder entstanden, die wir in das Booklet übernehmen konnten. <<
Sind Tattoos auch bei Euch persönlich ein Thema?
>> Endlich mal eine Tattoofrage! Cool. Unser Drummer Dennis und Gitarrist Marco haben diesbezüglch leider noch weiße Westen. Sänger Dennis hat einen Arm mittlerweile dicht, am anderen ist er ebenso dran wie an der Wade. Tim hat Pieces auf beiden Armen, dem Fuß, der Schulter und sogar das My Cold Embrace Logo samt Kassel Wappen gestochen! Ich hab mir eine Brustseite zuhacken lassen und an Plänen und neuen Ideen mangelt es nicht. Tattoos gehören ja nicht nur zum Metal dazu. Schön gestochen und gut gemacht sind sie genauso eine Kunstform wie das Musizieren, Malen, Gestalten, Dichten usw. <<
Was hatte es mit der Kaffee-Session im inneren auf sich, auf die ich damals im Review anspielte? Oder ist das einfach nur Klamauk…
>> Die Kaffeesession im Booklet hat schon etwas mehr Sinn und Bedeutung. Zum einen ist es einfach doof wenn sich zu viele Bands zu ernst nehmen, vor allem in der Death Metal Szene. Wir gehen zum Lachen nicht in den Keller! Bloßer Klamauk ist es auch deshalb nicht, weil Eva als unser Hausgeist deutlich abseits sitzt. Die Band sitzt weiter weg, in sich gekehrt, zum Teil nachdenklich, zum Teil amüsiert. So ein sexy Hausgeist muss sich schon was einfallen lassen um uns von uns selbst abzulenken… <<
Was mich beim 2., 3. Hören beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass sich so viel im Hintergrund abspielt, Stimmen usw., Dinge die man gar nicht mit dem ersten Eindruck mitnimmt. Wie kam es dazu, was steckt dahinter?
>> Eine Platte mit Langzeitwert zu schaffen ist der Traum und Wunsch von uns. Machten wir banale Musik ohne Feinheiten, Akzente, rhythmische Verschiebungen und ohne Samples, wäre ein Song oder eine CD recht schnell abgenutzt und man hört sich an allzu simplen Sounds und Strukturen zu schnell satt. Man muss sich manchmal etwas mehr Mühe geben um bei unseren Songs durchzusteigen. Ich finde es einfach toll wenn wir Rückmeldungen wie deine bekommen und die Leute nach und nach immer wieder neue Details in den Songs entdecken und die Scheibe dadurch erneut laufen lassen. So soll es sein! <<
Wenn wir weiter beim Thema Sprache bleiben, komme ich nicht umhin, zu erwähnen, dass My Cold Embrace die Landessprache extrem gut steht. Wie denkst Du darüber? Wie werden Eure Schwerpunkte hier in Zukunft sein?
>> Über diesen Punkt haben wir uns kürzlich die Köpfe im Proberaum heiß geredet. Bei der Mehrzahl der Bandmembers stehen die Zeichen genau dafür auf Sturm! Ich hoffe unser kleiner demokratischer Scheißladen wird sich tatsächlich aufraffen, mutig sein, und eine komplett deutschsprachige nächste Scheibe angehen, das wäre ein Traum, nicht nur von mir. Dann dürften wir uns auch endgültig ins Label-Off geschossen haben, da Label nach vielfach bestätigender Aussage deutsche Titel längst nicht so gut vermarkten können wie englischsprachige. <<
Der Grundtenor auf Hausgeist ist durchaus provokant zu verstehen. Worum geht es auf der Scheibe aus Eurer Sicht?
>> Es gibt nicht den einen Grundtenor, es gibt nur verschiedene Himmelsrichtungen aus denen man sich einer Sache nähert und verschiedene Brillen, mit denen man die Dinge betrachten kann. Wir versuchen sie dem Hörer aufzusetzen und dennoch Freiräume zu lassen, interpretatorisch füllbare Leerstellen anzubieten. Fakt ist, dass wir sehr persönliche Einsichten eröffnen, sie zum Teil jedoch sehr provokant verpacken. Der kleine schizophrene Hausgeist im Kopf hat in unseren Texten genügend Raum sich zu entfalten, so dass von Freundschaft über Verrat, von Verlust und Angst, von Liebe und Krieg zunächst vieles in unseren Texten zu finden ist. Wir verpacken die Messages weder stumpf noch profan. Wer sich Mühe gibt, wird mit etwas Geduld hinter unsere Kulissen schauen können. <<
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An welchen Stellen würdest Du sagen, dass eher zu viel hineingelesen wird? Ich meine, was ist mehr Musik und Kunst als alles andere?
>> Man kann nicht zuviel hereinlesen. Egal ob Kunst, Literatur, Musik usw., alles benötigt seinen Raum für die eigene Interpretation. So manch gelesenes Buch entwickelt seine Magie nicht der Worte wegen, sondern der Bildergewalt wegen, die beim Lesen individuell im eigenen Kopf entsteht. Es ist doch „als Autor“ gerade besonders reizvoll nicht zu viel zu erklären. Ich bekomme Gänsehaut wenn uns Freunde erzählen welche Dinge sie mit unseren Songs in Verbindung bringen, an welche Geschichten oder Bands sie dabei denken müssen, in welche Stimmung sie gelangen. Zum einen Gänsehaut weil sie (für mich) den Nagel auf den Kopf treffen, manchmal aber auch, weil uns bestimmte Dinge selbst noch nicht aufgefallen sind, magisch ist es auch, wenn Assoziationen da sind, die völlig fern der eigenen sind und dennoch beide Sichtweisen in einem Song von uns vereinbar sind. Kunst, egal ob auditiv, visuell oder wie auch immer dargebracht, muss das besondere unentdeckte Element haben, die Leute müssen nach etwas suchen können, für sich etwas finden können. Diesen intellektuellen Fund machen ich keinem Fan streitig in dem ich zu viel unserer Sicht vorgebe. Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Dafür fließen viel zu viele Dinge bei der Rezeption mit ein. Musik wirkt schon anders wenn man das Cover zur Scheibe nicht kennt oder gut kennt, wenn man sich ein Bild von den Leuten machen kann oder nicht usw usw. All diese Sichtweisen sind Zugänge zu unserer Musik und je vielseitiger umso bereichernder and andauernder.<<
Welches sind Eure besten Tracks bisher? Warum?
>> Da kann ich nur für mich persönlich sprechen: Von unserer ersten CD „Raggabash“ vielleicht „Opera de nocte“, weil ich die Melodie unschlagbar finde (und die anderen Jungs das Lied deswegen hassen), von „The first day“ (2. CD) den Titeltrack, da wir nie wieder danach einen clean gesungenen Refrain hatten, „Random Route Killer“ von der dritten CD „Zurück aus Hölle“, weil es live schon immer einer der Kracher überhaupt ist. Ich wähle „Reborn in Fire“ von der „Katharsis“ CD, weil er die knackigste Melodie überhaupt und einen genialen Spannungsbogen bei dauerhafter Nähe zu Children of Bodom hat. Ich liebe „Apollo“ von der „Hausgeist“ CD, weil er in allen Kritiken am besten ankommt und ich als Schreiber des Songs noch dafür kämpfen musste, dass der Titel überhaupt auf die CD kommt, weil ihn die anderen zunächst nicht mochten. Auf der sechten CD „Schnittmenge“ ist „Radiating Restlessness“ das bisher brutalste Maximum in Sachen Riffing, härter waren wir nie und so würde ich gerne weitermachen. <<
Welche Pläne habt Ihr noch für dieses Jahr, Stichwort Festivalsaison, Thema Nachfolgerin von Hausgeist, etc.?
>> Wir haben dieses Jahr bereits tolle Konzerte und Festivals gespielt, u.a. mit Asphyx und God Dethroned in Protzen oder auf den genialen Metal Nights in Neuss. Ein paar Festivals, u.a. das Fest Evil, eine Tour mit Craving uvm. wird dieses Jahr noch kommen. Ansonsten stecken wir mitten im Schreiben von Songs zur siebten CD. Ein sehr komisches Gefühl dabei erstmalig ist, dass ich bei den neuen Tracks keinen persönlichen Favoriten habe, denn erstmalig überhaupt finde ich alle neuen Tracks sehr ausgewogen, verspielt, mal gradlinig brutal, dann wieder sehr melodiös, vor allem aber erwachsen und professionell. Wenn wir so weiter machen wird der Release zwar sicherlich noch dauern, da wir extrem viel Detailarbeit leisten, aber ich werde sicherlich so zufrieden wie nie zuvor sein. <<
Mit wem würdet Ihr gerne einmal touren, für wen supporten?
>> Einer meiner größten Träume war es für Wolfbrigade (die beste Schweden Crust Band der Welt) zu eröffnen, dieser Traum wurde in Göttingen Wirklichkeit. Auf meiner Liste stehen seit Bandgründung In Flames. Ich würde auch für den Gedanken sterben mit Testament, Overkill oder Cataract zu spielen, von Iron Maiden ganz zu schweigen, aber das wäre noch viel unrealistischer als schon In Flames. Ich finde The Vision Bleak genial und kann mich für wirklich viele Metalstile begeistern. Ich denke der größte Traum der uns vereint wäre einmal ein Auftritt beim Party San Open Air – am liebsten vor Bolt Thrower, Dismember, In Flames und Dark Throne. Wo wir gerade dabei sind zu spinnen: Bathory wären auch lässig. (RIP Quorthon!). Wir spielen mit jedem, egal ob Punk oder Black Metal, Hauptsache die Leute haben Spaß mit uns, sind undergroundig gepolt und können mit Bier VIEL und mit Nazis NICHTS anfangen, ha ha. <<
Wo würdest Du My Cold Embrace gerne in 3-5 Jahren sehen? Wie werdet Ihr nie sein?
>> Ich sehe uns in 3-5 Jahren hoffentlich immer noch als fünf beste Freunde vereint in Kassel im Proberaum, die sich diebisch darüber freuen, wenn wir mal wieder eine gute Kritik oder ein tolles Konzert angeboten bekommen. So lange wir unsere fünf Ärsche zusammen halten wie bisher ist My Cold Embrace das schönste, geilste und beste – äh – Hobby der Welt. Ne, wir sind kein Hobby. Das ist mehr. My Cold Embrace ist ein Teil von jedem von uns, ein Arm, ein Bein und alles zugleich. Wir freuen uns über alles was passiert, egal ob in 3, in 5 oder in 10 Jahren. <<
Besten Dank für Deine/Eure Antworten!
>> Herzlichen Dank für die vielen guten Fragen, die glücklicherweise nicht von der Stange sind! Dir unendlichen Dank für den Support. Schaut mal bei uns rein: http://www.mycoldembrace.de und http://www.myspace.com/mycoldembrace oder http://www.youtube.com/mycoldembrace oder oder oder
Bis demnächst! <<
Euch weiterhin Alles Gute!!
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Michael Gorray
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