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SKYFORGER
RETURN OF THE PAGAN GODS!!!
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Den Letten Skyforger ist es mit ihrem neuen Album „Kurbads“ gelungen eine lange 7jährige Durststrecke ohne echten Release zu beenden. Dazu hat man mit Metal Blade ein größeres Label gefunden, welches in der Lage sein sollte die Band endlich auf die nächste Karrierestufe zu hieven. Außerdem beschäftigt sich auch „Kurbads“, wie alle seine Vorgänger, wenn auch in eine andere lyrische Richtung gehend, mit der lettischen Kultur. Also genug Gründe mal bei Mainman Peter nachzuhören.
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Peter, es hat sieben Jahre gebraucht einen Follow-up zu „Thunderforge“ zu komponieren und einzuspielen. Warum hat es letztendlich so lange gedauert, obwohl ihr in all den Jahren immer wieder an der Livefront aktiv ward?
>> Dafür gab es verschiedene Gründe. Zum einen sind uns zunächst einfach die frischen und wirklich guten Ideen ausgegangen, die man ehrlicher Überzeugung in ein neues Album hätte packen können. Zum zweiten haben sich die Gitarristen die Klinke in die Hand gegeben und es hat sehr viel Zeit und Kraft gekostet mit der Einarbeitung immer wieder neu anzufangen. Und dann gibt es da natürlich noch unser Privatleben außerhalb eines Daseins als Musiker welches den rein zeitlichen Einsatz für Skyforger doch arg limitiert hat. Wir alle gehen hier in Lettland einer Beschäftigung nach um unser Leben zu finanzieren; einige von uns haben Familie, so dass unglücklicherweise einfach nicht genug Freizeit für die Band übrig bleibt. All das hatte natürlich Effekte auf mögliche Fortschritte beim Songwriting, wozu sich noch ein paar Depressionen gesellten, als die Probleme mit dem instabilen Line up auftraten sowie den Overkill an neuen Folk und Pagan Bands, der bei uns einen recht bitteren Beigeschmack hinterlassen hat – zwischenzeitlich hatten wir sogar darüber nachgedacht einfach aufzugeben oder vielleicht einen Stilwechsel zu vollziehen und einfach etwas anderes zu spielen.
Aber irgendwann hat sich dann doch noch alles zum Guten gewendet und wir schufen neue Songs – und so sind wir jetzt hier mit „Kurbads“ im Gepäck. <<
Mit Kurbads, der Sagengestalt, die durch eine Stute geboren und mit übermenschlichen Kräften ausgestattet wurde, habt ihr eine baltische Sagengestalt adaptiert und seine Geschichte in den Songs wiedererzählt. Somit widmet ihr euch in Form eines Konzeptalbums erneut eines Themas, welches tief in der lettischen oder baltischen Kultur verankert ist. Aber anders als auf „Latvian Riflemen“ oder „Semigalls Warchant“ gibt es diesmal kein echtes historisches Thema, sondern nur eine mythische Sagengestalt. Vielleicht sogar allgemein baltischer als speziell lettisch geprägt? Ist Kurbads eine baltische Figur oder doch ein rein lettischer Mythos? Für all uns Westeuropäer, die sich nicht so gut in der baltischen Kultur auskennen: Gibt es (heutzutage) große kulturelle Unterschiede zwischen Esten, Litauern und Letten?
>> Soweit ich weiß, ist Kurbads eine rein lettische Sagengestalt, wobei es natürlich schon einige Gemeinsamkeiten mit litauischen oder gar russischen und finnischen Geschichten gibt. Dinge wie Reisen in die Unterwelt, ein Held mit übernatürlichen Kräften, bösen Kreaturen. die der Held bekämpft oder magischen Waffen, die geschmiedet werden oder andere Hauptbestandteile findet man in vielen Kulturen.
Was den zweiten Teil deiner Frage angeht, so gibt es heutzutage keinen großartigen Zusammenhalt, keine gemeinsame Entwicklung. Nicht mit Litauern, nicht mit Esten. Esten sind sogar genau genommen gar keine Balten; sie gehören zu den finnisch-ugrischen Volksstämmen und liegen kulturell dicht bei den Finnen. Letten und Litauer (oder auch old Prussians) gehören dagegen zu den baltischen Nationen und wir haben dieselben Wurzeln und sprechen mehr oder minder die gleiche Sprache, obgleich es nicht immer einfach ist einander zu verstehen. In der letzten Zeit haben sich unsere Staaten in verschiedene Richtungen entwickelt, aber grundsätzlich sind unsere kulturellen Wurzeln sehr ähnlich. <<
Auf „Kurbads“ habt ihr – wieder einmal – viele verschiedene Formen von harter Musik gemischt. Von „normalem“ Heavy Metal über Thrash bis hin zu natürlich Pagan Metal. Verglichen mit euren alten Ergüssen wie etwa „Semigalls Warchant“ gibt es eigentlich gar keine Black Metal-Elemente mehr. Habt ihr sie über die Jahre einfach fallen lassen? Und werdet ihr diese Elemente möglicherweise irgendwann wieder aufgreifen?
>> Ich glaube, wir haben den Black Metal nach „Semigalls Warchant“ spätestens aber nach „Kauja Pie Saules“ verlassen. Es gab immer mal ein paar einzelne Riffs von Album zu Album, aber auf „Kurbads“ gibt es keinerlei Black Metal-Elemente. Es ist einfach so gekommen; ohne jegliche bewusste Intention. Ich denke, wenn es uns in Zukunft gelingen sollte ein paar gute BM Riffs zu schreiben, so werden wir sie in die Songs aufnehmen. Möglicherweise habe ich sogar schon eines hier! Es hat jedenfalls nichts damit zu tun, dass wir diesen Sound nicht mehr mögen würden, wir haben nur zur Zeit der Arbeit an „Kurbads“ kein adäquat gutes BM Riff komponiert, oder falls doch, dann haben sie einfach nicht zu den anderen Riffs gepasst und wir haben sie deshalb rausgelassen. Wir haben alle einen sehr breiten Musikgeschmack, so dass es kein Problem mit Black Metal an sich gibt. <<
Wann habt ihr die auf „Kurbads“ vertretenen Songs geschrieben? War das in einer relativ kurzen Zeitspanne oder habt ihr die Songs dazu in den letzten Jahren angesammelt?
>> Eigentlich wurden sie über einen längeren Zeitraum hinweg komponiert. Ich meine „Bewitched Forest“ wäre der erste gewesen und dann ist ein komplettes Jahr lang erst einmal nichts nachgekommen. Dann ging es aber Schlag auf Schlag, so als wären wir endlich aus einem langen lethargischen Schlaf erwacht. Wenn ich mich recht erinnere, haben wir einen neuen Song angefangen sobald der Vorgänger erledigt war; ständig hingen irgendwelchen Ideen im Raum herum. Wobei es aber nochmals Zeit gebraucht hat die Tracks zu arrangieren und komplettieren. Als wir sieben oder acht hatten haben wir begonnen über das Album an sich nachzudenken und wie viel mehr wir denn gern noch hätten. Wir haben niemals so viele, dass wir davon aussuchen könnten, wenn wir ins Studio gehen. Wir schreiben genau die Anzahl, die wir brauchen, arbeiten an ihnen und gehen ins Aufnahmestudio. So etwas wie unveröffentlichtes Bonusmaterial oder übrig gebliebene Coverversionen gibt es bei uns nicht. Allerhöchstens vielleicht mal einen Song pro Album. <<
Der Bonustrack auf meiner Digi-Pack-Ausgabe heißt „Kurbads“ und ist einer Coverversion der lettischen Hard Rock-Combo Opus Pro. Zumindest entnehme ich das dem Booklet. Da ich das Original nicht kenne, erkläre mir doch mal was ausschlaggebend war für dieses Coverstück. Passte der Titel einfach nur ins Konzept oder ist es, weil die Band ebenfalls lettisch ist oder gab es noch weitere oder gar ganz andere Gründe hierfür?
>> Wir haben angefangen an diesem Track zu arbeiten lange bevor die Idee im Raum stand unser Album „Kurbads“ zu nennen. Wir mochten den Song aus unserer Jugendzeit und er hat Lyrics, die für unsere Nation sehr wichtig waren in einer Zeit (1986) als wir noch unter der Herrschaft der Sowjetunion standen. Er handelt von Freiheit und dass Kurbads irgendwann zurückkehren wird um seiner Nation zu helfen und alle Unterdrücker und Feinde zerschmettern wird. Dann aber waren wir irgendwann an einem Punkt, an dem wir den Song wegschmissen, weil wir einfach keinen Schimmer hatten, wie wir ihn besser arrangieren könnten. Aber als sich dann herauskristallisierte, dass das neue Album von Kurbads handeln würde, erinnerten wir uns wieder dieses Tracks und wie hervorragend er auf das Album passen würde. Er passte sogar komplett in das lyrische Konzept, da Kurbads in unserem letzten Song („The Last Battle“) stirbt. Aber dann gibt es da einen weiteren Song, der Hoffnung gibt, dass Kurbads irgendwann zurückkehrt um alle Lügner, Unterdrücker und Tyrannen zu vernichten!
Dieser Track wird auf jedem Album-Format, egal ob Digi-Pack, normaler CD oder Vinyl, stehen. Das war der Wunsch von Metal Blade. Denn wo ist der Sinn von limitierten Editionen? Es ist besser jedem alles zu geben! <<
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Du sprichst es an: „Kurbads“ ist auf Metal Blade erschienen. Für wie viele Alben habt ihr dort unterschrieben und wie kam der Kontakt bzw. der Deal zustande? Welche Erwartungen habt ihr nun, wo ihr endlich bei einem größeren Label gelandet seid?
>> Wir hatten drei roh gemasterte Songs von „Kurbads“ an verschiedene Labels geschickt von denen wir glaubten, sie könnten Interesse haben. Und eines schönen Tages kam eine E-Mail von Metal Blade mit einem Vertragsangebot zurück. Es gab noch weitere Angebote, aber schlussendlich haben wir uns für MB entschieden, da sie ein bekanntes und hart arbeitendes Metal-Label sind. Ich erinnere mich, dass wir Metal Blade auch schon zu „Thunderforge“-Zeiten einige Songs geschickt hatten, aber damals lehnten sie uns ab.
Eine große Hilfe war es sicherlich, dass wir uns mit unseren bisherigen Veröffentlichungen im Metal-Underground schon einen guten Namen aufgebaut haben und dass wir öfters live präsent waren. Soweit ich mich erinnere, haben wir jetzt für drei Alben unterschrieben. Wer weiß, ob wir da durchkommen, haha…
Mit Hilfe von Metal Blade sollten wir unsere Grenzen verschieben können, da es nun viel einfacher ist unsere CDs im Laden und auch in viel mehr Ländern als früher zu finden, sogar in den USA. Trotzdem glaube ich, dass Labels nicht mehr so machtvoll sind wie vor Jahren, was hauptsächlich an dieser ganzen Produktpiraterie liegt. Also machen wir immer noch viele Dinge selbst – auch weil es natürlich weitaus größere und wichtigere Bands auf MB gibt, für die sie mehr tun werden. <<
Ihr habt nochmals euer Logo geändert. Ganz früher war da einmal eine Swastika anstelle des O’s, jetzt gibt es erneut ein anderes Design. Warum? Und gibt es eine tiefere Bedeutung hinter dem neuen „O“?
>> In früheren Zeiten hatten wir erhebliche Probleme aufgrund der Verwendung der Swastika im Logo. Viele Leute hielten uns deshalb für Nazis. Und dann gab es da die Anti-Fa, die eine regelrechte Hexenjagd auf diese Dinge veranstaltet. Für diese Leute gehört alles zum Nazitum, was auch nur im Entferntesten mit alten europäischen, heidnischen Kulturen zu tun hat. Leider mussten wir aufgrund dieser Einstellung damals auch einige unserer Konzerte absagen. Auch CD- und LP-Pressungen waren nicht in Deutschland möglich und unser damaliges Label musste einen anderen Ort finden. Die Swastika ist eines der lettischen Nationalzeichen; wir hatten nicht gewusst wie hyperbolisch Leute in Deutschland und anderen EU-Ländern darauf reagieren würden. Für viele Leute ist es immer noch einfach nur Hitlers Zeichen und sie legen es darauf an es, wo immer es auftaucht, auszuradieren, auch wenn sie gar nicht wissen, was es (ursprünglich) bedeutet und das sehr viele Nationen dieser Welt es kennen und verwend(et)en.
Nach ein paar Jahren im Business haben wir das registriert und es resigniert geändert zu dem O welches es nun ist. Nun ist es einfach ein altes geometrisches Zeichen, welches du beispielsweise auf alten Werkzeugen oder Häusern zum Zeichen der Personifizierung finden kannst. Symbole solcher Art wurden als (Erkennungs)Zeichen oder Unterschrift benutzt, als die Menschen noch keine Schrift kannten. Du kannst sie deshalb auf alten Landmarken oder Grenzsteinen finden, wo sie anderen Personen aufzeigen sollten, wem dieses Stück Land gehört. Oder sie schnitten sie in Werkzeuge wie Hämmer um ihr Besitztum an diesen Dingen zu vermerken. Eine tiefgründigere Bedeutung gibt es dabei nicht dahinter – ich habe es auf Basis dieser alten (Erkennungs)Zeichen die ich sah gefertigt. <<
Du hast es bereits angesprochen: In der Vergangenheit hattet ihr diverse Probleme im westlichen Europa, da einige Leute euch als Nazis tituliert haben, ohne jegliche Vorstellung von Skyforger, ihrer Arbeit oder der Vision dahinter zu haben. Ohne sich auch überhaupt nur damit beschäftigen zu wollen. Haben diese Probleme sich nun im Laufe der Jahre und nach der Änderung des Logos aufgelöst oder taucht dies immer mal wieder auf?
>> Im Moment ist es – bloody hell – ruhig an der Front. Wollen wir hoffen, dass sie uns mit dem geänderten Logo nun endlich in Ruhe lassen. <<
Über die letzten Jahre habt ihr des Öfteren live – auch hier in Westeuropa – gespielt. Da gab es Touren beispielsweise mit Manegarm und Goddess Of Desire oder zahlreiche Auftritte auf – zumeist Pagan – Festivals. Ich glaube ihr habt sogar in den USA getourt. Ich denke eure energiegeladenen Live-Shows haben dazu beigetragen euren hervorragenden Ruf im Underground aufzubauen. Denkst du der Deal mit Metal Blade wird euch helfen ein größeres Publikum anzusprechen?
>> Unglücklicherweise haben wir noch nie in den USA getourt; es gab nur einen einzigen Auftritt auf einem dortigen Metal-Festival. Wir gehen nicht einmal auf größere Touren, da wir alle feste Anstellungen hier haben und einfach nicht genug Freizeit für ausgedehnte Touraktivitäten. Wenn sich Möglichkeiten ergeben, dann spielen immer mal am Wochenende in kleinen Clubs oder auf Festivals. Soweit ich weiß organisiert Metal Blade keine Festivals oder Konzerte, zumindest nicht für uns. Vielleicht können sie uns unterstützen auf das Billing von einigen Festivals aufgenommen zu werden, aber wir werden sicherlich nicht ein größeres Publikum haben oder als Headliner auftreten können, nur weil wir auf Metal Blade sind – das ist nach wie vor bedingt durch unsere Fans und unsere Musik. Wenn wir einigermaßen gut verkaufen und es uns gelingt auf den Festivals noch mehr Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen, so werden die Agenten und Promoter uns vielleicht öfter einladen und uns zu attraktiveren Zeiten auftreten lassen. Falls nicht, dann….Am Ende des Tages ist halt immer noch alles nacktes Business. <<
Sind denn derzeit konkrete Live-Aktivitäten geplant?
>> Ja, wir werden beispielsweise am 17. Juli auf dem Kaltenbach-Festival in Österreich auftreten oder am 25. September auf dem Fimbul-Festival in Deutschland. Die jeweils aktualisierten Daten könnt ihr auf unserer Homepage oder auch unserer My Space-Seite ansehen. Eventuell wird es auch vorher, vom 16. bis zum 25.09.2010 noch eine kurze Tour unter dem Slogan „Light A Pagan Fire“ zusammen mit den deutschen Bands Gernotshagen, Ordroerirund XIV Dark Centuries geben. Wir werden natürlich auch einige Konzerte hier in Lettland geben, aber verglichen mit den großen Bands wird es nicht allzu viel sein. <<
Ergänzungen?
>> Vielen Dank für die Möglichkeit dieses Interviews. Und einen Riesengruß an alle unsere deutschen Fans. Wir hoffen, dass euch „Kurbads“ gefällt und ihr nicht mit den Erwartungen an ein „Latvian Rifleman“ oder „Kauja Pie Saules“ Teil zwei an das Album herangeht. Es ist zwar wieder ein Konzeptalbum, aber doch sehr anders als seine Vorgänger. Auch die Texte und das Artwork spielen im Falle von „Kurbads“ eine große Rolle. Einige werden die Meinung vertreten, dass dieses Album mehr eine Mischung aus Thrash und Pagan ist, aber was solls? Wer sagt, dass dieser Stilmix nicht funktioniert? Also checkt es selbst! Auf Wiedersehen! <<
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Stephan Becker
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