|
|
PAIN OF SALVATION
Wortspielereien, Nachwuchs und Herbstaktivitäten
|
|
Es war mir eine große Freude, als ich die Möglichkeit hatte, ein Interview mit Fredrik führen zu dürfen. Einerseits, weil ich selbst grroßer POS-Fan bin, andererseits, weil es immer wieder spannend ist, Statements von Musikern einzusammeln. Interessant sind auch die Entwicklungen rund um Pain of Salvation, die ihr hier nachlesen könnt.
|
Hallo Fredrik, ich freue mich, dass ich dieses Interview mit dir führen darf, insbesondere auch deswegen, weil ich ein großer Fan von POS bin. Meine erste Frage an dich: Wie geht es Dir?
Fredrik: >> Es geht mir gut, danke! Ich hoffe, dir auch! <<
Ja, vielen Dank! Stürzen wir uns gleich mal in den Berg von Fragen. Die EP ”Linoleum" hat es bereits angedeutet, dass ihr euch musikalisch zurück zu den 70ern orientiert habt. Soweit ich das anhand der Kritiken zu ”Linoleum” nachvollzogen habe, waren die Stimmen ambivalent. Habt ihr diese Stimmungslage der Fans berücksichtigt? Oder stellt sich diese Frage in dem Sinne nicht, weil Progressive in der musikalischen Bedeutung Veränderung impliziert, so dass ihr euch musikalisch ganz nach Lust und Laune austoben könnt?
Fredrik: >> Ich las vor kurzem eine Review in der man uns aufgefordert hat, es anderen Bands nachzumachen und darauf zu hören, was die Fans hinsichtlich unserer Musik für Vorstellungen haben. Nach meinem Gefühl heraus wäre das völlig sinnlos. Wir können keine Musik basierend darauf, was andere Leute denken oder nicht denken, machen, wie wäre es dann um unsere Integrität bestellt? Für jedes Album, das wir bisher gemacht haben, gibt es Hardcore-Fans die behaupten, dass gerade dieses Album das Beste ist.
Der Wechsel der Stile zwischen den Alben ist eines der Dinge, der diese Band einzigartig macht und ich glaube, wir haben auf jedem unserer Alben den Pain of Salvation Touch.
Wir versuchen verschiedene Ideen umzusetzen und haben keine Angst vor Experimenten, das ist das, was du in der Zeit im Proberaum tun kannst. <<
Das neue Album ist mittlerweile veröffentlicht. Ist es so geworden, wie ihr es euch vorgestellt habt?
Fredrik: >> Schwer zu sagen, die Vision des Albums bestand aus vielen Aspekten und hatte einen langen Weg zurückzulegen. Ein Ziel was wir hatten war, den Sound einer Band zu kreieren, die zusammen spielt und ich denke, dass wir es geschafft haben. Viele Songs auf dem Album wurden in unserem Proberaum zur gleichen Zeit aufgezeichnet. <<
Was ging Ihnen durch den Kopf zum ersten Mal bis zum fertigen Album angehört?
Fredrik: >> Es ist immer schön, dass Endprodukt in den Händen zu halten, nachdem man dafür so viel Aufwand betrieben und Zeit investiert hat.
Ich denke, es ist eine gute Mischung von Songs und sie passen sehr gut zusammen. Sie sind vielfältig und unterscheiden sich voneinander, aber sie ergeben insgesamt noch ein tolles Album. <<
Könnten Sie noch ein paar Worte über euer neues Album "Road Salt One"?
Fredrik: >> Ich bekam die Chance, meine Fender Rhodes zu spielen! Es wird unmöglich sein, sie mit auf Tour zu nehmen, aber das ist ein anderes Problem ...
Die Aufnahmen haben sich über einen recht langen Zeitraum bewegt, aber es fand einen tollen Abschluss und ich kann es gar nicht erwarten die Songs für ”Road Salt Two” aufzunehmen. <<
Bei uns in Deutschland sprechen wir "vom Salz in der Suppe" wenn wir etwas Besonderes herausstellen wollen. Was drückt für euch der Titel des Albums aus?
Fredrik: >> Ich habe den Titel bereits ein paar Mal versucht zu erklären, aber bisher ist es mir nicht gelungen, weil ich mich irgendwie verheddert habe. Es ist eigentlich ein vielschichtiges Wortspiel. Die Frage wäre bei Daniel wohl besser aufgehoben, er hätte sicherlich eine geeignete Beschreibung parat.
Ich habe den deutschen Ausdruck noch nie gehört. Vielleicht mache ich mal eine schwedische Variante daraus und guck einfach mal, wie die Leute reagieren. Léo, unser französischer Schlagzeuger, hat eine Menge von seltsamen französischen Ausdrücken, die er uns von Zeit zu Zeit versucht zu erklären. Ich frage mich, ob ich Französisch lernen sollte, nur diese seltsamen Redewendungen, sonst nichts. Keine korrekte Grammatik oder nützlichen Sätze, sondern nur komische französische Ausdrücke. *lacht* <<
Gibt es eine übergreifende Thematik auf "Road Salt One"?
Fredrik: >> Das übergreifende Thema handelt von Entscheidungen und ihren Auswirkungen sowie den Schematas und Schlussfolgerungen, die man aus ihnen ziehen kann. Das Album beschäftigt sich teilweise auch mit Frustrationen und dem unvermeidbaren Scheideweg in unserem Leben, dem man sich stellen muss. <<
Seid ihr während der Aufnahmen zu ”Road Salt One” auf Probleme gestoßen oder ging alles glatt?
Fredrik: >> Abgesehen von den üblichen technischen Probleme, die es immer wieder bei einer Aufnahmesession gibt, lief es überraschend glatt. Die tatsächliche Aufnahme, als wir alle zusammen gespielt haben, lief besser, als wir es zu Beginn erhofften. Man könnte meinen, dass sich bei uns bei der gemeinsamen Aufnahme ein nervöses Gefühl einstellen würde, aber wir fühlten uns ziemlich frei und versuchten, einen guten Sound und Atmosphäre zu finden. <<
|
Welche Ziele habt ihr euch für "Road Salt One" definiert?
Fredrik: >> Weltherrschaft! <<
Nicht schon wieder... *grins*
Fredrik: >> Wie immer möglichst das beste Album nach unseren Vision zu kreieren. Aus kommerzieller Sicht wollen wir natürlich so viele Menschen wie möglich erreichen, die unser Album kaufen und dadurch animiert werden, unsere Shows zu besuchen, so dass auch Live die Hütte voll ist. Die üblichen Ziele mit anderen Worten. *lacht* <<
Ihr habt am nationalen Vorentscheid des Eurovision Song Contest teilgenommen. War es eine gute Entscheidung, mit ’Salt Road’ an den Start zu gehen? Bitte beschreibe mal die gemachten Erfahrung aus dieser Zeit aus deiner Perspektive.
Fredrik: >> Es war eine tolle Erfahrung. Es war glänzend organisiert und wir fühlten uns von Anfang an willkommen. Es war eine gute Entscheidung an dem Wettbewerb teilzunehmen, da der Song bereits für das Album geschrieben war. So konnten wir unser eigenes Ding von Anfang bis Ende durchziehen und wir waren die gleichen Band vor wie auch nach dem Wettbewerb. Wir sind nicht so ein Publikumsmagnet, so dass wir nicht viel Medienaufmerksamkeit in Schweden erhalten, weshalbt wir diese Möglichkeit nicht so einfach ungenutzt lassen konnten, so viele Zuschauer zu erreichen. <<
Habt ihr schon Planungen für die nähere Zukunft oder ist derzeit nur Promotion angesagt?
Fredrik: >> Abgesehen von der Promotion des Albums und den Interviews beginnen wir im Juni mit den Aufnahmen einiger Songs zu ”Road Salt Two”. Wir hoffen, dass wir das Album im Oktober veröffentlichen können, wenn alles wie geplant läuft. Wir werden aufgrund der Aufnahmen und der Tatsache, dass Johan, unser Gitarrist, Ende Juli Vater wird, nicht viele Shows im Sommer spielen. Wir haben daher beschlossen, im Juli und August mehr oder weniger eine Auszeit zu nehmen und sind hoffentlich in der Lage, nach Veröffentlichung von ”Road Salt Two” im Herbst auf Tour zu gehen. <<
Was können wir Fans von POS in den kommenden Jahren erwarten?
Fredrik: >> Wer weiß?
Ich glaube nicht, dass wir selbst so genau wissen, welche verschiedenen Wege noch vor uns liegen. <<
Im Zusammenhang mit eurem Label wurden finanzielle Probleme gemunkelt. Ist für euch InsideOut immer noch das beste Label für die Veröffentlichung und Vermarktung einer CD?
Fredrik: >> Wir hatten bisher immer eine große Unterstützung von InsideOut erfahren, aber die letzten Jahre waren sehr turbulent für die Branche als Ganzes. Die Zusammenarbeit mit Century Media war ein großer und notwendiger Schritt und so weit haben sie wirklich einen tollen Job gemacht. Die große Finanzkrise im vergangenen Jahr war für uns mit der Tatsache verbunden, dass SPV Konkurs gegangen ist und wir einige Auftritte stornieren mussten. Natürlich möchten wir ein breiteres Publikum anziehen, vielleicht mehr als Century Media schwerpunktmäßig im Fokus hat, aber wer würde das nicht wollen, um mehr Menschen anzulocken? <<
Nun noch ein paar persönliche Fragen. Wann wusstest du zum ersten Mal, dass du Musiker werden möchtest? Oder was hat dich auf diesen Weg gebracht?
Fredrik: >> Ich fing mit 10 Jahren an Klarinette zu spielen und Klavier, als ich 12 Jahre alt war, aber das war es nicht. Erst als ich mit 16 eine Musikschule besuchte, habe ich meine ersten Schritte in die Richtung der Musikwelt gemacht. Ich war kein großes Talent, aber etwas in der Musik hat mich genug angezogen, um die Chance zu nutzen. Nach jedem Schritt kam natürlich etwas mehr, mehr Musikschulen und nach meinem Magister in Kammermusik spielte ich in Pain of Salvation. *grins* <<
Was würdest du sagen, ist dein stolzester Moment mit Pain of Salvation? Gibt es da etwas?
Fredrik: >> Jedes Release ist ein stolzer Moment und jede Tour oder jeder Gig ist etwas Besonderes. Ich war schon immer stolz darauf, Teil von Pain of Salvation zu sein und wenn wir Charity-Konzerte gegeben haben, an Protestkundgebungen gegen Krieg oder Umweltverschmutzung teilgenommen haben, es ist mehr als nur das Spielen in einer Band. <<
Für welche anderen Progressive Metal Bands hegst du Sympathie? Ich meine gibt es noch andere, neue Talenete, die du gerne hörst?
Fredrik: >> Ich höre nicht viel Progressive Metal und die Suche nach neuen Bands finde ich sowieso furchtbar. Ich bewundere Musiker überall und zu jeder Zeit, aber ich habe keine speziellen Bands, die ich bewundere. Es gibt wahrscheinlich viele Bands, die ich noch nicht gehört hast, obwohl sie mir gefallen wprden. Aber wie gesagt, ich freue mich sagen zu können, dass ich im Auffinden neuer Musik schlecht bin. <<
Was meinst du, wir wird sich der Progressive Rock und Metal in der Zukunft entwickeln?
Fredrik: >> Diese Frage wäre einfacher zu beantworten, wenn ich wirklich alle Bands da draußen kennen würde, aber meine Hoffnung ist, dass sich das Genre bewegt und etwas unberechenbarer wird. <<
Danke für deine Zeit, es hat mich außerordentlich gefreut.
Fredrik: >> Auch dir vielen Dank und einen Gruß an alle Fans da draußen, genießt ”Road Salt One” und freut euch auf den Herbst, wenn ”Road Salt Two” in die Läden kommt und wir wieder auf Tour gehen. <<
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
http://www.painofsalvation.com
|
|
Robert Buder
|
[ Zurück zum Index ] |
|
|