|
|
newZEROgod
FUN Is A 4 Letter Word
|
|
Alessio Bandiera vom italienischen „Decadance“-Label interviewte Mike, den Mastermind der griechischen Gothic-Rock Band newZEROgod zu ihrem aktuellen Album, dessen Titel richtig cool klingt und vor allem Lust auf MEHR macht: „FUN Is A 4 Letter Word.“ Was das alles zu bedeuten hat und welche Weisheiten die Jungs aus Hellas noch so parat haben, könnt ihr im folgenden Interview lesen!
|
New Zero God ist ein neuer Name für unsere Leser, könntet ihr euch vielleicht zuerst einmal vorstellen?
Mike: >> New Zero God ist eine Viermann-Band aus Athen in Griechenland. Unsere Idee war es, einfach Spaß zu haben und Songs unserer vorherigen Bands zu spielen, aber auch einige neue zu schreiben. Im Verlauf dieses Prozesses haben wir unseren Blickwinkel in Richtung neuer Songs geändert, weil die Band von vielen griechischen Fans sehr wohlwollend aufgenommen wurde. Heute ist das Lineup etwas verändert und besteht aus: Mike Pougounas – vocals, Dimitris “Sidheog” Steves – drums, E-raptor – Guitar and B-abyss – bass, backing vocals. <<
Wie habt ihr den Bandnamen gefunden? Was bedeutet er?
Mike: >> Sidheog hat damit schon viele Jahre rumgespielt. Es sieht geschrieben genial aus und es klingt gut. Und es enthält ungefähr doppelt so viele mögliche Bedeutungen, wie man sich überhaupt vorstellen kann...seien sie nun tief schürfend oder nicht! Du musst einfach die Musik anschalten und es für dich selbst auf die Reihe bekommen, was du davon hältst... <<
Ihr habt das neue Album ja "Fun is a Four Letter Word" genannt. Was bedeutet das nun wieder?
Mike: >> Liebe, Hass und Angst, und noch andere bedeutungsschwangere Worte, haben im Englischen vier Buchstaben. Sie sind alle Teil des Lebens, das ja auch vier Buchstaben hat (im Englischen). Selbst wenn du meinst, du musst das Wort „FUCK“ herausschreien, ist das ein Teil des Lebens. Und Leben sollte Spaß machen. <<
Kannst du uns etwas über die Vergangenheit und musikalischen Hintergründe der Bandmitglieder von New Zero God berichten?
Mike: >> Ich war Mitglied der Gothicrock-Band The Flowers of Romance, eine Band, wie von Wayne Hussey produziert wurde und eine Reihe von Alben und Singles herausgebracht hat – und u. a. auch Sister of Mercy, New Model Army supportet hatte. Nach der Auflösung von The Flowers of Romance gründete ich die Band Nexus. Sidheog hat ein paar Veröffentlichungen mit einer griechischen Darkwave-Band namens The Drops gemacht und verließ diese Band, als er bei Nexus als Drummer einstieg. E-raptor und B-abyss waren Mitglieder bei Past Perfect (die noch immer aktiv sind) und haben da auch schon eine Reihe an Alben veröffentlicht. <<
Eure Band ist ja in Griechenland beheimatet. Was könnt ihr uns denn über die derzeitige lokale Szene berichten?
Mike: >> Griechenland war schon immer eine „Grauzone“. Vor der Internetära gab es praktisch kaum Interesse seitens der lokalen Plattenfirmen, die griechischen Bands zu exportieren. Es gab da ja auch kaum Möglichkeiten. Nur eine handvoll Bands haben den Durchbruch geschafft. Heutzutage gibt es eine Menge Bands und dennoch nur sehr schlechte Chancen, die eigene Musik zu exportieren. Gott sei Dank genießen einige Heavy Rock-Bands wie Rotting Christ oder Septic Flesh ein internationales Ansehen. In der jüngeren Vergangenheit sind einige Bands entstanden, die sehr interessant sind und die man unbedingt kennen lernen sollte: Background Noise Suppression, Elysion oder Drama Queen, um nur ein paar zu nennen. Natürlich muss man auch New Zero God hier aufzählen (grinst). <<
Euer Label "Puzzlemusik Records" ist ja ein Szeneneuling. Kannst du uns die Jungs kurz vorstellen?
Mike: >> Puzzlemusik wurde irgendwann in den 2000ern von Christos Alexopoulos gegründet, der selbst ein alternativer Musiker ist. Bis heute haben Puzzlemusik vierzehn Veröffentlichungen gemacht, die von Post-Rock bis Jazz, von Progressive Rock bis Postpunk reichen. Obwohl das Label einen recht kurzen Katalog besitzt, haben es doch einige dieser unter die 20 besten Albumreleases Griechenlands von 2000-2009 geschafft! <<
Jede Band findet ihre Inspiration irgendwo in Literatur, der Kunst und der Musik, die sie mögen. Welches sind eure musikalischen und auch anderen Einflüsse?
Mike: >> Ich denke, New Zero God ist inspiriert von Bands wie The Clash, The Damned, The Cult, The Chameleons, The Sound und anderen Bands der englischen Post-Punk-Ära der 80er.
Wir hören immer noch selbst gern alte Platten und haben irgendwann selbst entdeckt, dass es uns Spaß macht, diesen Stil selbst zu spielen. Alle von uns haben vorher in ihren Bands mit Computern gearbeitet und das hat uns schon ein Stück weit weg vom menschlichen Aspekt der Musik geführt. Deswegen gehen wir mit New Zero God wieder zurück zum wesentlichen: Bass, Drums, Gitarre und ein Sänger. <<
Wie werdet ihr inspiriert, die Texte zu schreiben?
Mike: >> Das tägliche Leben bietet eine Fülle von Dingen, die man als Inspiration nutzen kann. Politik, Verlust der Kommunikationsfähigkeit, Religion, Ausbeutung, Gefühle, häusliche Gewalt, Hunger. Die Welt ist nicht von Engeln erschaffen worden und wir singen auch nicht über die schöne Seite des Ganzen. <<
|
Was ist eure Meinung zur Underground-Szene im Allgemeinen? Glaubt ihr, dass wir in interessanten Zeiten leben oder ist eher Stillstand angesagt?
Mike: >> Während der Mainstream an einem Tiefpunkt angekommen ist, denke ich, ist die Undergroundszene sehr gut aufgestellt. Da gibt es sehr viele gute Bands da draußen, die aber heutzutage viel mehr Möglichkeiten haben, viel mehr Fans zu erreichen. Natürlich ist der Mainstream auf nur 50-100 Namen reduziert, weswegen der Hörer schon etwas mehr suchen muss, um auf Dinge zu stoßen, die er mag. <<
Heutzutage hat der Zugang zu weniger kommerzieller Musik durch Internetdownloads und besseren Vertrieb dazu geführt, dass eine Generation herangewachsen ist, die die gesamte Bandbreite der Möglichkeiten ausschöpfen wird. Glaubt ihr, dass diese Alternativen den Leuten die Möglichkeit geben werden, neue Genres zu entdecken, z.B. jenes, das New Zero God spielen? Was ist eure Meinung zur Piraterie? Fühlt ihr euch davon betroffen?
Mike: >> Aufgrund des Internets kann der Durchschnittsmensch viel mehr Informationen beziehen – vieles davon ist purer Müll. Man muss schon etwas Nachforschung betreiben, um die wirklich Augen öffnenden Sachen zu finden. Heute haben Bands viel mehr Möglichkeiten wirklich gehört zu werden. Und das ist gut so...Es spielt keine Rolle, was der Hörer mag oder nicht – es gibt viele Musiker da draußen und sie können es ihm anbieten. Das Thema Piraterie beschäftigt sicher mehr den Mainstream als den Underground. Wir fühlen uns davon eigentlich nicht betroffen, zumindest nicht im negativen Sinne. <<
Was ist eure Meinung zur Kommerzialität in der Musik als Kunst?
Mike: >> Ich kann nur sagen, dass zwischen New Zero God und den teuren Limousinen, Luxusvillen und Millionen-Dollar-Anzügen noch eine große Lücke klafft. Wenn unsere Musik uns genug Geld einbringen würde, um eine zweite Platte aufzunehmen, wäre das schon toll...Soweit es uns zumindest angeht. Wir wollen keine Millionäre werden, es ist einfach nur Rock’n’ Roll für uns! <<
Was haltet ihr von Netzwerken, die Bands promoten? In welcher Art können sie zum Erfolg einer Band beitragen?
Mike: >> Promotion ist das, was Musiker brauchen, um aus der Masse täglicher Informationen heraus zu stechen, die jeder einzelne täglich bekommt. Wenn da 1000 Bandnamen täglich über den Bildschirm flickern, wird im Endeffekt derjenige Name in Erinnerung bleiben, der immer wieder wiederholt wird. Ich denke, der Beitrag der Leute, die es schaffen, Musik aus der Masse der Anonymität herauszuheben, ist sehr, sehr wichtig. Es ist der zweitwichtigste Aspekt nach dem Schreiben des Albums selbst. <<
Auf der Webseite kann man lesen, dass ihr einige Gigs spielt, um euer Album zu präsentieren. Welche Gefühle hegt ihr, wenn ihr daran denkt und wenn ihr auf der Bühne steht? Wie wichtig sind euch die Liveauftritte? Wird es auch Gigs in Deutschland geben?
Mike: >> Man kann das als „Teil der Promotion“ verstehen, aber für einen Musiker hat das eine ganz andere Bedeutung. Auf der Bühne zu stehen ist etwas ganz anderes als aufzunehmen oder zu proben. Die Bühne exponiert eine Band wie sonst nirgends anders dem Publikum. Und die Reaktion der Leute auf die Songs ist der beste Lohn, den ein Musiker bekommen kann. Und dieser kann nicht mit Geld aufgewogen werden. Wir sind von der Australischen Band The Gentle Flow angefragt worden, sie auf ihren Gigs in Holland und Schottland zu begleiten. Davor haben wir noch ein paar Auftritte in Griechenland. Natürlich würde jedes Angebot aus Deutschland oder Nordeuropa sehr gern angenommen werden! <<
Gibt es schon Pläne für das nächste Album?
Mike: >> Das ist zu früh. “Fun is a Four Letter Word” kam am 17.2. in Griechenland und auf der gesamten Welt heraus. Alles braucht seine Zeit. <<
Eine letzte Message an unsere Leser, die ihr loswerden wollt?
Mike: >> Genießt euer Leben. Es mag vielleicht nicht so laufen, wie ihr es euch vorstellt, aber es ist ja nur eine Reise. Es dauert nicht so lange und es gibt eine Menge Leute da draußen, die euch in die Irre führen wollen. Also versucht einfach, die lustigen Seiten zu finden. Respektiere dein Leben und das der anderen. Weil am Ende ist das Leben nur ein Vier(fünf)-Buchstaben-Wort. Vielen Dank für das Interview und alles Gute für euch und die euch Nahestehenden. <<
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Interview: Alessio Bandiera (http://www.decadancerecords.it) / Translation: Leo von Leibnitz
|
[ Zurück zum Index ] |
|
|