|
|
VII GATES
IN HOC SIGNO VINCES (57:14 min.)
LION MUSIC / H´ART
|
|
Mit dem Show-Sample gleich zu Beginn wird klar: Die Schweden von VII Gates betrachten sich selbst, vielleicht auch den Power-Metal an sich, durchaus mit Augenzwinkern („Die wahrscheinlich beste Band der Welt…“). Wer jetzt eine reine Spaßkombo erwartet, die es in 9 Jahren zu gerade einmal zwei Releases gebracht hat - dieses eingeschlossen - ist allerdings schief gewickelt. Geboten wird eine recht intelligente, zumal abwechslungsreiche Power-Metal-Geschichte, die ihrem traditionellem Selbstverständnis nach würdig ist und verdächtig nach älterem Edguy-Material oder Dragonforce, gerne auch Stratovarius klingt: Klare Leads, eingängige Melodien, manchmal verträumt, andernorts mystisch, Refrains zum einstimmen, kurz: Eigentlich alles was das Herz begehrt. Was mit dem berühmten lateinischen Ausspruch als Album-Titel gemeint sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Irgendwie lässt sich nicht an dem Album festmachen, warum Kaiser Konstantin plötzlich Christusmonogramme als Feldzeichen verwenden ließ. Nun ja, wörtlich übersetzt – In diesem Zeichen wirst Du siegen – passt vielleicht. Korrekterweise müsste es aber lauten: In diesem Zeichen wirst Du singen… oder auch nicht, denn Frontmann Criss Blackburn versucht sich allzu oft vergeblich an zu hohen Tönen. Dass das für die gesamte Atmosphäre einer solchen Scheibe schnell in eine mittelschwere Katastrophe münden kann, braucht erst gar nicht weiter erläutert zu werden. Für häufige Begriffe lebt Power- und Melodic-Metal nicht von vehement gequetschten Falsett-Getöse, weshalb man sich auf der nächsten Platte ruhig weiter in raueren Stimm-Gefilden bewegen kann, wo sich der Vokalist durchaus sehen lassen kann. So reicht es mit dem zwar hochwertigen aber letzten Endes wenig einschlägigen Übrigen gerade fürs obere Mittelfeld. Eingefleischte Fans des Genres werden es vielleicht dennoch unterhaltsam finden.
|
|
6/10 - MG
|
[ Zurück zum Index ] |
|
|