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OBLIVION - Die ungeschminkte Wahrheit - Ausgabe 4/99
OBLIVION 4/99

Welch prophetische Weitsicht wir mit der Titelstory zur vierten Ausgabe bewiesen haben, dürfte mittlerweile wohl auch dem letzten Zweifler klar geworden sein. Nightwish zierten nach dem Debakel der dritten Ausgabe mit dem völlig missratenen Sepultura-Cover das Titelblatt, die erste Coverstory in Deutschland für die Band überhaupt, und beim Betrachten des Fotos kommt man nicht umhin festzustellen, dass Tarja samt Gefolge 1999 eher wie eine unbedarfte und schüchtern wirkende Schülerband aus Oberammergau daher kam, denn als der nationale Topact, zu dem sie sich im Laufe der Jahre entwickelten. Auch das Interview mit Tuomas und Tarja in den heiligen Hallen von „Gun Records“, ihrem damaligen Label in Witten, unterstrich diesen, wenn auch sehr sympathischen Eindruck.
Einen Einblick in die streng geheimen Interna einer Redaktionssitzung gab Svens Vorwort, wobei sich prinzipiell an dem Prozedere der CD-Verteilung nach dem Mikado-Prinzip wenig verändert hat. Wer sich zuerst bewegt bekommt den Zuschlag, und wenn der entsprechende Redakteur dann auch noch zugibt von der jeweiligen Band schon mal gehört zu haben, gibt’s gratis sogar ein Interview dazu. Zuweilen werden auch Preise vergeben, beispielsweise für die höchste Rechtschreibfehlerquote innerhalb von 1200 Zeichen (Leerzeichen inklusive). Unumstrittener König in dieser Disziplin ist immer noch Steve, trotz der starken Konkurrenz, derer er sich im Laufe der Jahre immer wieder erwehren musste.
Drei neue Redakteure/Innen konnten wir mit dieser Ausgabe auch „verhaften“, die gleich entsprechend „eingenordet“ und auf Redaktionskurs gebracht wurden. Einen Gastschreiber konnten wir dank Uwe ebenfalls gewinnen: Jürgen Bartsch von Bethlehem, dessen Abhandlung über den „Merkwürdigen Humor“ ich bis zum heutigen Tage nicht verstanden habe.
Erstmalig im Heft gab es Fanzine-Rezensionen, wo uns Uwe keinen Zweifel daran liess, was er a.) von Rob Darken und Graveland hält, der sich im besprochenen „Eternal Mourning“-Fanzine als intelligenzresistenter Nazi outete und b.) von Magazinen, die solchen ideologischen Brandstiftern vollkommen unkommentiert auch noch ein Forum bieten. Ganz anders Andreas, der seinem alten Leichtathletik-Kumpel Sven mit der Besprechung des „Plastic Bomb“ die Stange hielt, auch wenn er zu dem „Dreigriffgeschraddel“ der Punkfraktion trotz der dem „Plastic Bomb“ beigelegten CD bis heute keinen wirklichen Zugang gefunden hat.
Gamma Rays Kai Hansen überrascht in seinem Interview dann mit dem Geständnis, dass er „in der Regel auch gesund“ wäre, was in biologischer Hinsicht ohne Frage einer Sensation gleichkommt und die Frage aufwirft: war Kai Hansen vorher vielleicht doch eine Frau? Auch als „Bote der Apokalypse“ begreift sich der Hamburger nicht. Wer oder was also ist Kai Hansen? Etwa doch ein „gepimpter“ Kürbis?
Dänemarks Prime Time wissen ihre Prioritäten ganz genau zu setzen, ziehen sie doch den regelmässigen Scheck vom Sozialamt einem ordentlichen „9 to 5“-Job vor, um sich voll und ganz der Musik hinzugeben. Genutzt hat’s wenig, denn Erfolge konnte die Band einzig in Japan für sich verbuchen.
Dave Budbill, ehemaliger Drummer der Seattle-Legende Sanctuary, der nach seinem Austritt aus der Band zum Christentum übergelaufen und religiösen Wahnvorstellungen erlegen ist, bewies durch die Verurteilung seiner ehemaligen Bandkollegen als „schlechte und bösartige Menschen“ genau jenen religiösen Fundamentalismus, für den man seit Jahren islamische Fundamentalisten auf Geheiss von „God’s Own Country“ in Guantanamo Bay inhaftiert. Die spinnen, die Amis.
Wie man auf hohem Niveau jammert und dies in Bezug zu der Leistung von ex-Fussballnationalspieler „Heulsuse“ Andreas Möller bringt erläutert Cheflayouter Andreas in seinem Skyclad-Interview mit Martin Walkyier, der sich bei unserem unabkömmlichen Redaktions-Tausendsassa dann auch gleich noch auf die Couch legt und neben einer kostenlosen Therapiesitzung bei unserem Dr. Hoh einen Nachweis seiner respektablen Deutschkenntnisse erbringen kann.
Memory Gardens Befürchtung, dass die Jahrtausendwende vielleicht das Ende der Welt bedeuten würde, erwies sich trotz zunehmender Flutkatastrophen und Erdebeben zum Glück als unbegründet. Gut so, sonst hätte ich mir diese Zeilen auch sparen können.
Geburtshilfe der besonderen Art leisten ganz offensichtlich die Progressiv Metaller von Ivory Tower, denn wo man in anderen Landesteilen unseres Landes auf die Hilfe von Hebamme und Geburtszange zurückgreift, agieren Ivory Tower lieber nach dem Motto „Die Axt im Haus erspart die Hebamme“. Solche Äusserungen machen Angst, hätte man diese doch viel eher von Bands wie Cannibal Corpse vermutet.
Noch schuldig geblieben ist uns Overkills Bobby Blitz übrigens den Nachweis, dass er seine Unterwäsche wirklich öfter wechselt als seine Musiker. Bobby, wir warten immer noch ... (bitte dann gut geruchsversiegelt an unsere Redaktionsadresse schicken).
Redaktionskollege Sven bewies seine musikalische Offenheit einmal mehr durch seine Playlist, die nicht nur identisch mit der vorgehenden dritten Ausgabe war, sondern auch identisch mit seinen aktuellen Faves des Jahres 2008 ist. Soviel stilistische Offenheit hätten wir dir gar nicht zugetraut. Respekt, Alter ...
Stephan’s Glocken klingeln übrigens nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über, wie er mit der Überschrift zum Holy Mother-Interview, „Heiliger Bimbam“, nachhaltig unter Beweis stellte.
Joey Belladonna, ehemaliger Frontindianer der ehemaligen New Yorker Thrash-Institution Anthrax lieferte in seinem Interview gleich die Erklärung mit, warum die Produktion seines Albums etwas schwächelte: „Ich lese immer noch die Bedienungsanleitung der einzelnen Geräte“. Gut, dass uns weitere Produktionen Joeys erspart geblieben sind, oder liest Joey vielleicht immer noch?
Ungemein sentimental und sensibel gibt sich Grip Inc. Sänger Gus Chambers, als er den Text zu „Griefless“ vor dem Hintergrund des Todes von Lady Di erläutert. Merke: auch Thrasher haben Emotionen.
Heisser Anwärter für den Literaturnobelpreis war wieder einmal uns Uwe, dessen Überschrift zum Rotting Christ-Interview man sich einmal in aller Ruhe auf der Zunge zergehen lassen sollte: „Allegorische Poesie für die nächste Dekade“. Die „nächste Dekade“ ist bald vorbei, stellt sich also jetzt fast zwangsläufig die Frage: was kommt danach??? Mal bei Gelegenheit Uwe fragen ...
Zu diversen kontroversen Diskussionsrunden führte die Absicht nicht nur ein Weissglut-Interview führen, sondern auch veröffentlichen zu wollen. Auserkoren dies zu tun wurde Redaktionshistoriker Sven, der dann auch schonungslos und offen in sämtlichen Wunden der Band bohrte und auf eine ungewohnte Offenheit bei der Beantwortung seiner Fragen stiess. Auch in der Rückschau ist dieses Interview immer noch eins der interessantesten in der Historie des „Oblivion“.
Als „echtmetallische“ (Pseudo)Überzeugungstäter erwiesen sich Sacred Steel, hier in Gestalt des Gitarristen Jörg M.Knittel, der offen einräumte, dass sich die Band mit ihren „Klischees immer hart an der Grenze bewege, immer darauf bedacht diese nicht zu überschreiten“. Und wie erklärt sich dann die Tatsache, dass sich Fronter Gerrit beim Konzert in der Bochumer „Zeche“ mit seinem Schwert fast selbst erschlug? Also, echter Metal geht irgendwie anders, oder? ...
Ganz im Gegensatz zu Iron Saviours Piet Sielck übrigens, einem Mann der Tat, der unverbrüchlich zu seinem Wort steht, wenn er sagt „Ej, scheiss die Wand an, ich mach das jetzt einfach!“, und all dies sogar mit familiärem Rückhalt durch seine Frau, die solche Fäkalien-Ferkeleien auch noch rückhaltlos unterstützt, indem sie sagt: „Piet, du machst das jetzt!“.
Zu einem Extrem-Workout traf sich uns Uwe mit Marduks Frontmann Legion in der Essener „Zeche Carl“, doch anstatt sich, wie eigentlich erwartet, in blasphemischen Verwünschungen zu ergehen, überraschte Legion mit einigen gymnastischen Übungen im Foyer der „Zeche“. Black Metal goes Aerobic? Ein neuer Fitness-Trend? Pandabärenjogging? Mal Uwe fragen ... (schon wieder)
Verona (damals noch) Feldbusch hatte es Andreas anno 1999 wohl ziemlich angetan, wie anders lässt sich erklären, dass besagte Werbe-Ikone sowohl im Interview mit den deutschen Power Metallern Destillery als auch den schwedischen Proggies Pain of Salvation Erwähnung findet, und dann auch noch mit dem gleichen Wortlaut und auf der gleichen Seite im Heft. Skurril, skurril, Herr Hoh.
Todeskünstler am Totensonntag zu interviewen entbehrt auch nicht gerade einer gewissen Ironie, war aber mitnichten ein platter Promogag der Plattenfirma, wie Sonja im Interview mit Das Ich feststellen konnte. Diese haben übrigens, wie sie selbst festgestellt haben, „offiziell einen Knall“. Ach ja?
Seine Sangeskünste konnte Andreas dann im Backgroundchor zu Onkel Toms „Strauss bunter Melodien“ beweisen, wobei er das Album kurzerhand dann auch noch gleich selbst rezensierte. Svens „zarte Rezenionspatscher“ retteten Ashes Album „And The Angels Wept“ vor überschäumenden Lobeshymnen Uwes. Wo Andreas übrigens 30,- DM-Scheine drucken liess, wie in der Rezension zu Ashes You Leave angemerkt, entzieht sich unserer Kenntnis, ebenso wie die Tatsache, warum ihm bei seiner Kritik zu Black Sabbaths „Reunion“-Album bei „Paranoid“ Assoziationen zu einer Tankstelle kamen. Mit „Verblichenen-Krawall“ kreierte Uwe bei seiner Kritik zum Castigate-Album „Bring Me The Head Of Jesus Christ“ gleich mal ein neues Genre, während Andreas bei Schlafstörungen wahlweise Dreamscapes Album „Very“ oder Lana Lanes „Queen Of The Ocean“ empfiehlt, nur um durch Exhumed’s „Gore Metal“ und den „Doppelstockparalleleinsatz“ (als Synonym für Geknüppel“) wieder aus dem Schlaf gerissen zu werden. Markus (Dr.T.), neues Redkationsmitglied, empfiehlt für den Genuss des Forced To Decay-Albums „Perkussive Perlokution“ eine Packung Paracetamol, allerdings ohne auf die Nebenwirkungen hinzuweisen, während Hellfires Rundumschlag „Into Fire“ Uwes lyrische Ader zum Vorschein bringt, was wir euch an dieser Stelle einfach nicht unterschlagen wollen:

„Hellfire, Hellfire, meck, meck, meck,
bald brennt euch das Feuer weg.
Denn euren Mist will es nicht hören,
Ihr seid doch nur verstörte Gören.“

Hammer, oder?
Paradise Lost haben sich, entgegen Andreas’ Prophezeiung mit „Host“ nicht ihr Grab geschaufelt und lärmen immer noch mit halbgaren Live-Shows, während Dr.T. bzgl. Skinlabs „Disembody: The New Flesh“ die treffende Diagnose fällt, dass ein gelungener Song noch kein gutes Album macht. Wenig charmant geht Sven anlässlich des Temple of the Absurd-Debüts mit Sabina Classen als „Tiefton-Brüll-Sirene“ ins Gericht, nur um bei Tenebres Album „Grimride“ doch noch „Sex, Death & Gute Laune“ zu verbreiten.
Im Rahmen dieser Ausgabe ebenfalls nicht zu vergessen der feige Mordanschlag auf meine Person in der Bochumer „Zeche“, als wir anlässlich des Jag Panzer-Konzerts noch eine Gerstenkaltschale zu uns nehmen wollten und eben jenige mit Glasscherben gespickt war. Dabei waren wir nur dort um das Konzert zu sehen, und nicht, um wie sonst üblich, das Schutzgeld einzutreiben. Ehrlich!
Abschliessend noch der Hinweis, dass Sepultura unserer Bitte, sich nach der Bankrotterklärung ihrer Support-Show im Vorprogramm Slayers in der Düsseldorfer Philipshalle aufzulösen, bis heute nicht nachgekommen sind. Sieht so aus, als ob wir da mal ein wenig nachhelfen müssten ...
Michael Kuhlen


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