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obliveon :: EDENBRIDGE

EDENBRIDGE
TIEFFLIEGER IN CAMDEN
Abends um halbelf abgeschickt und am nächsten Nachmittag um halbfünf bereits beantwortet zurück... Ging echt schnell! Anscheinend hat Lanvall (Lead, Rhythm & Acoustic Guitars, Keyboards & Piano, Bouzouki, Pipa und Songwriting) nach einer Europatour mit einunddreissig Konzerten und nach Veröffentlichung des neuen Albums „MyEarthDream“ noch genug Power und Zeit, sich Löcher in den Bauch fragen zu lassen. Umso besser für uns, kriegen wir die Antworten doch quasi „druckfrisch“ (wobei man über das „druck-“ streiten kann, vielleicht eher „tastenfrisch“???)!!! Okay, nicht länger um den heißen Brei rum, hier nun für alle zukünftigen Gitarristen Fakten über die siebensaitigen Gitarren, für alle Reisenden Tipps, warum man sich in Camden Town nicht unter ein Vordach stellen sollte und für alle anderen Interessantes zum neuen Silberling...
Gleich zum Anfang eine dumme Frage: Habt ihr nicht dieses Jahr zehnjähriges Jubiläum? Wie werdet ihr diesen Tag feiern?

>> Nicht speziell, da man die Entstehung ja nicht an einem bestimmten Tag festmachen kann. 1998 war mehr oder minder das Line-Up für das 1.Album zusammen, das dann 1999 aufgenommen wurde und 2000 veröffentlicht wurde. Insofern wäre es eigentlich besser das 10-jährige Plattenjubiläum gebührend zu feiern. <<

Vor zehn Jahren, 1998, wurde Edenbridge – vorerst als Studioprojekt – ins Leben gerufen. Habt ihr euch damals schon vorstellen können, jemals soviel zu erreichen wie ihr mittlerweile erreicht habt?

>> Das ist eine schwierige Frage, die wir uns zum damaligen Zeitpunkt sicher nicht gestellt haben. Wir wussten dass wir ein starkes Album aufgenommen haben, mit dem wir sicher gute Chancen haben einen Deal an Land zu ziehen. Später wächst man mit der Aufgabe und man setzt sich mit jedem Album neue Ziele, die manchmal aufgehen und manchmal leider nicht. <<

Schon euer Debüt „Sunrise in Eden“ machte euch in der Metalszene quasi über Nacht berühmt. Ihr seid mit Axxis und Pink Cream 69 durch Europa getourt. Andere Bands müssen sich das über Jahre hinweg erarbeiten, haben aber auch Zeit, sich an Popularität und Fans zu gewöhnen. Wie war das bei euch? Ist das nicht eine Riesenumstellung, so mit einem Schlag bekannt zu sein?

>> Nein, das war wirklich kein Problem. Denn letztendlich arbeitet man ja auf dieses Ziel hin. In meinem Fall hatte ich ja schon mit meinem Soloprojekt in den 90ern einen kleinen Bekanntheitsstatus. Es kommt natürlich schon darauf an zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. In unserem Fall waren wir eine der ersten Bands die mit „female vocals“ gearbeitet haben und das ist uns natürlich zu Gute gekommen. <<

Am 3. Mai habt ihr nach einunddreissig Konzerten eure Europatour beendet. Ist irgendetwas Erwähnenswertes passiert, oder verlief die Tour quer durch den Kontinent ohne Probleme, Zwischenfälle oder Sonstiges?

>> Wir waren über sechs Wochen auf Tour, da passieren natürlich schon mal einige Sachen. Das kurioseste ist uns an einem Day Off in London passiert. Wir waren alle in Camden Town, standen vor einem Shop mit einem kleinen Vordach. Plötzlich schreit Sabine auf, als ob sie von oben von einem Stein getroffen wurde. Als ich hinsah war ihr ganzer Kopf grün, sowie ihre Jacke. Dasselbe bei Max, dessen Jacke und Hose komplett grün waren, voll mit Vogelscheiße. Das muss eine riesige Seemöwe gewesen sein. Der Ladenbesitzer von nebenan führte die beiden gleich zu einem Friseur, wo sie sich die Haar waschen konnten und Klamotten wechseln konnten. Echt strange ! <<

Was waren so eure Eindrücke von den verschiedenen Ländern? Wo überall wart ihr eigentlich???

>> Nun, in den meisten Ländern waren wir ja bereits zuvor. Zum ersten Mal waren wir in Tschechien, Dänemark und Ungarn. Dazu kamen Deutschland, Österreich, Schweiz, Spanien, Italien, Frankreich, Belgien, England und Schweden. Das ist einer der positiven Aspekte des Tourens, das man hie und da auch mal Zeit hat ein bisschen Sightseeing zu betreiben. <<

Wie wurden die neuen Songs vom Publikum aufgenommen? Die Scheibe steht ja schon seit dem 25.April in den Läden. Habt ihr bereits Reaktionen von Fans bekommen?

>> Ja natürlich. Die Songs wurden sehr gut aufgenommen, obwohl viele die neue CD noch nicht kannten, da sie ja erst einen Monat nach Tourstart erschien. <<
Was hat sich so an der Zusammenarbeit mit dem Label, am Songwriting und an der Produktion geändert, nachdem ihr zu Napalm Records gewechselt seid?

>> Nun, die Zusammenarbeit mit Napalm hat hervorragend begonnen, wir haben viele Aspekte mit ihnen abgesprochen um da voll auf einer Linie zu sein. Das Songwriting und die Produktion lagen wie auch schon bei den Vorgängeralben in meiner Hand und liefen eigentlich so wie immer ab, außer dass die Recordings natürlich um einiges länger dauerten dieses Mal. <<

Das Album wurde im Februar ´08 von Mika Jussila in den Finnvox Studios gemastert. Wie habt ihr reagiert, als ihr erfahren habt, dass eure Scheibe quasi „geadelt“ wird? Mika ist in Finnland ja fast schon so was wie eine Legende!

>> Wir haben beschlossen, die CD von Mika mastern zu lassen. Ich war mit dem Mastering der letzten CD nicht sehr zufrieden und Mika ist einfach eine Bank. Was mich sehr freute war, dass er den Mix von Karl Groom großartig fand und es für ihn einfach war die CD zu mastern. Ich denke die Produktion ist großartig geworden und klingt sowohl fett als auch unheimlich transparent was für solche Produktionen extrem wichtig ist. <<

Im Promoflyer stand etwas von 7-saitigen Gitarren, die „ein noch volleres Klangbild erzeugen“. Kannst du darauf mal genauer eingehen, so für alle Gitarristen, die das Inti hier lesen? Gitarren haben doch normalerweise nur sechs Saiten!?

>> Eine einfache Gitarre hat 6 Saiten, das ist richtig. Irgendwann wurde aber begonnen auch 7 und 8-saitige Gitarren zu bauen. Viele Bands stimmen die 6-saitigen auch tiefer. Mir war klar, dass sich bei diesem Album am Gitarrensound etwas ändern musste, da wir sonst extreme Probleme bekommen hätten, die Gitarren mit dem Orchester frequenztechnisch in Einklang zu bringen. Tiefer stimmen wollte ich nicht, da mir sonst die hohen Töne beim Solieren abgegangen wären. Als zusätzliche Änderung habe ich die Gitarre nochmals einen Halbton auf B heruntergestimmt. Ich wollte in andere Tonarten kommen, da man ja viel mit offenen Saiten beim Riffing spielt. Die B-Tonarten B, ES, AS, DES, GES usw. klingen schwerer und melancholischer und deswegen unbewusst auch heavier. <<

Im Promoflyer stand auch, dass alle Drums von Sebastian Lanser, einem Gastmusiker, aufgenommen wurden. Warum hat nicht Max Pointner, der im Line up als Drummer genannt wird, die Stöcke geschwungen?

>> Sebastian war letztes Jahr kurze Zeit Mitglied der Band und ist ein fantastischer Drummer. Als im Spätsommer klar wurde, dass wir eine längere Tour planen, hat er jedoch seine Meinung geändert. Das war eine Woche vor den Schlagzeugaufnahmen. Natürlich hat er das Album dann noch eingespielt, wir mussten uns allerdings rasch einen neuen Drummer suchen, den wir dann kurz vor Weihnachten mit Max auch gefunden haben. <<
Euch schien diesmal das Cover sehr wichtig zu sein. Ihr habt mit Anthony Clarkson (Blind Guardian) zusammengearbeitet. Was symbolisiert das Cover? Und wie würdest du das Thema von „MyEarthDream“ kurz umschreiben?

>> Das Cover ist uns eigentlich jedes Mal sehr wichtig. „MyEarthDream“ ist im Sound wesentlich erdiger als unsere Vorgängeralben, gleichzeitig aber auch symphonischer. Mit „MyEarth“ wollten wir daher unseren Bezug zur Erde ausdrücken und mit „Dream“ die Träume, die wir zum Glück immer noch haben, auch wenn wir mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Man spürt, dass Anthony mit der Thematik, um die es uns geht, vertraut ist. Das Cover zeigt die Erde, die sich für höhere Energien öffnet. Das erweiterte Bewusstsein, symbolisiert durch die Spirale, trifft so auf die Erde. Nach einigen Entwürfen sagten wir – wow, genau das ist es. – Dieses Cover vermittelt Power, die im neuen Album steckt – thank you Anthony. <<

Besteht eine Besonderheit in der Schreibung „MyEarthDream“? Warum wird das nicht wie normal „My Earth Dream“, also mit Leerzeichen, geschrieben, oder ist das einfach Zufall? Was bedeutet der Titel des Albums?

>> „MyEarthDream“ ist deswegen zusammengeschrieben, weil es, sozusagen als ein Wort ausgesprochen flüssiger klingt und mehr Power hat. Wir wollten den Titel also in ein Wort packen und die Aussage dabei nicht verfälschen. Zum Glück sind der Kunst keine Grenzen gesetzt. <<

Was inspiriert euch größtenteils beim Songwriting? Was sind generell die Themen, über die ihr schreibt? Was wollt ihr euren Zuhörern vermitteln?

>> Für mich war es eine große Inspiration zu wissen, dass durch den neuen Vertrag bei Napalm Records auch die Zusammenarbeit mit einem Orchester möglich wird. Ansonsten versuche ich, mich möglichst nicht von Bands beeinflussen zu lassen, um Neues entwickeln zu können. Lieber geh ich in die Natur, am liebsten Skifahren, um den Kopf freizubekommen. Die Texte sind philosophisch – spiritueller Natur, meist in Metaphern geschrieben, sodass sie nicht einschränkend wirken, sondern auch mal etwas offen lassen. Sabine ist diejenige in der Band, die sich mit Bewusstseinsarbeit und Meditation beschäftigt und obwohl sie diesbezüglich über ihre Erfahrungen nicht viel spricht, findet sie ihre inneren Prozesse sehr oft in meinen Texte wieder, sodass es ihr oft vorkommt, als wären sie ihr auf den Leib geschrieben. Ich lasse mich für die Texte meist von Filmen oder von der Natur inspirieren. Außerdem ist es ein kreativer Prozess, der auch manchmal seinen eigenen Lauf nimmt und damit anders enden kann als zuerst vorgesehen. <<

Ihr kommt ja aus Österreich. Inwieweit fließt die Natur dort in das Songwriting mit ein? Ich verbinde mit Österreich verträumte Landschaften, grüne Wiesen und ziemlich viele Berge... und viel unberührte Natur. Das passt doch irgendwie zu Edenbridge!? Oder lieg ich da ziemlich falsch, so als Oberpfälzer???

>> Da liegst Du hundertprozentig richtig. Die Natur ist der beste Ort um seine Batterien aufzuladen und den Kopf freizubekommen. Wie gesagt, ich bin im Winter so oft es nur irgendwie geht skifahren und im Sommer Bergwandern oder an einem See. <<
Fürs Songwriting bist ja du, Lanvall, zuständig. Inwieweit dürfen die anderen Bandmitglieder, vor allem Sabine, ihre Meinung mit einbringen? Immerhin performt Sabine die Songs anschließend, sie muss sich also mit den Texten identifizieren können. Oder sind eure Meinungen bezüglich des Inhalts sowieso identisch?

>> Jeder kann jederzeit Meinungen miteinbringen, die man dann diskutieren kann. Sabine und ich besprechen natürlich extrem viele Dinge gemeinsam wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Wie ich oben schon erwähnt habe passt die textliche und musikalische Ebene meistens blind. Wir arbeiten ja auch schon über zehn Jahre zusammen. <<

Was ist für dich als Musiker der schlimmste Alptraum?

>> Als Musiker ? Hmm, vielleicht auf der Bühne zu stehen und nicht zu wissen wie der nächste Song anfängt, ist aber noch nie passiert... <<

Zum Schluss: Ihr habt ja schon wahnsinnig viel erreicht. Was wäre noch ein nennenswertes Ziel, ein Wunsch, der sich noch nicht erfüllt hat?

>> Da gibt es noch viele Ziele. Natürlich möchten wir unseren Bekanntheitsgrad um ein Vielfaches steigern was natürlich dann auch höhere Plattenverkäufe bedeuten würde. Livemäßig sind Länder wie Japan, Australien und USA/Kanada noch ein Wunschtraum. <<

>> Ein dickes Dankeschön für dieses doch etwas länger geratene Interview! Ich wünsch euch auch weiterhin ganz viel Erfolg! <<

Dank Dir ganz herzlich für das Interview, Lanvall
http://www.edenbridge.org
Katharina Bauer


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