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SOUNDBORNE
HALLUCINATIONS (45:08 min.)
REROUTE / NORWEGEN IMPORT
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Mit Instrumentalalben aus dem Prog-Bereich ist das ja immer so eine Sache. Oft sind sie einfach zu sperrig, bestehen aus endlos aneinander gereihten langen Gitarrensoli oder aus völlig uninspirierten zehnminütigen Jams; die man sich auf Dauer nicht anhören kann.
Soundborne aus Norwegen sind ja eine recht positive Ausnahme. Anstatt auf endlos lange Instrumentalpassagen zu setzten, hält die Band ihre Kompositionen recht kurz. Gerade einmal zwei Songs überschreiten die Vier-Minuten-Grenze. Auch sind die Kompositionen recht eingängig gehalten und immer genau auf dem Punkt gebracht, so dass das Album selbst nach dem zehnten Durchlauf nichts an seinem Reiz verloren hat. Dafür sorgt aber auch die Abwechslung auf dem Album. Die Songs klingen mal etwas verschachtelt, mal etwas rockiger, dann wieder entspannt und ruhig, um im gleichen Moment wieder an Tempo und Härte zuzulegen. Die Einflüsse reichen hier von Hardrock, Folk über 70´s, Jazz bis hin zu Funk. Die Palette der verwendeten Sounds ist wirklich recht lang. Und es würde mich auch nicht wundern, wenn der eine oder andere Musiker der Band auch Rush unter seinen Lieblingsbands hat. Bei Songs wie „Detective“ hört man ein paar Anleihen von dieser Band heraus. Besonders zu erwähnen sind unter anderem der mit einem treibenden Riff versehene Opener „Race“, bei dem man sich passend zu dem Titel wirklich ein Autorennen vor seinem inneren Auge vorstellen könnte und das raffiniert zwischen härteren Hardrockpassagen und entspannten Akustikgitarrenpassagen wechselt. Oder das mystisch angehauchte „Space“, das einem zum Träumen einlädt. Ähnliches gilt auch für das zwar deutlich härtere, aber nicht minder melodische „Creatures Of A Fairytale“, das den Hörer anscheinend wirklich in eine Märchenwelt entführen will, besonders durch die traumhaft schönen Akustikeinlagen im Mittelteil des Songs. Und zu guter Letzt gibt es dann noch das funkig angehauchte „Funky“ (wie man sich ja vielleicht schon denken kann) und das recht ruhig und atmosphärische „Locomotive“ die eine wirklich gute CD zu einem gelungenen Abschluss bringen.
„Hallucinations“ ist eine Platte, die man durchaus intensiv über den Kopfhörer hören kann und bei der man immer wieder neue Feinheiten raushören wird. Aber genauso gut kann man die CD auch nebenbei als Hintergrundmusik laufen lassen. Und dies kann man wohl nicht von jedem Instrumentalalbum sagen. Für das zweite Album, das schon in Arbeit ist, wird es allerdings eine Kursänderung geben, ab da wird man auch mit einem Sänger arbeiten. Man darf gespannt sein. Mit „Hallucinations“ hat die Band schon mal ein starkes Erstlingswerk abgeliefert.
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8,5/10 - TE
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