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obliveon :: BABYLON MYSTE ....

BABYLON MYSTERY ORCHESTRA

AXIS OF EVIL (56:43 min.)

EIGENPRODUKTION / US-IMPORT
Dies ist das vierte Album, das Sidney Allen Johnson mit seinem Projekt Babylon Mystery Orchestra im Alleingang veröffentlicht. Um dieses Konzeptalbum in den richtigen Kontext einordnen zu können, müssen folgende Fakten und Umwelteinflüsse berücksichtigt werden:
a) Sidney ist US-Amerikaner, und somit Staatsbürger eines Gebildes, welches sich der ersten Verfassung rühmen darf und viel Wert auf die Rede- und Meinungsfreiheit als auch die Religionsfreiheit legt. Gleichzeitig aber auch ein Volk, das – zumindest eine zeitlang - unter dem Schock des 11. September 2001 litt und derzeit (noch) einen Präsidenten hat, der wenig zimperlich ist und auch gerne falsche Behauptungen verbreiten lässt, um das Land in einen Krieg führen zu können.
b) Sidney lebt im Staate Alabama und ist somit tief im amerikanischen Bible Belt aufgewachsen und verwurzelt. Er scheint zudem ein tiefgläubiger Mensch zu sein.
c) Sidney liebt Konzeptalben und provokante Themen gleichermaßen. So portraitierte er auf dem Debüt „Divine Right Of Kings“ seine Heimat Amerika als die Hure Babylon, als Feind Gottes. Auf dem Zweitwerk „On Earth As It Is In Heaven“ verurteilte er die Rock Musik, die den Menschen neben der Lust und dem Krieg durch die gefallenen Engel gebracht wurde. Und auf dem Vorgänger „The Great Apostasy: A Conspiracy Of Satanic Christianity“ warf er gar die Frage auf, ob das, was die christliche Kirche seit gut 2000 Jahren repräsentiert, nicht von Anfang an vom Teufel beeinflusst und von diesem unterwandert war.
Unter diesem Eindruck verwundert es nicht, dass das aktuelle Werk, die „Achse des Bösen“, sich dem islamischen Terror widmet. Sidney unterlegt dabei seine Texte und das Booklet mit Zitaten westlicher und islamischer Führer wie etwa Reagan, Clinton, Bush und Blair einerseits sowie Bin Laden oder Ahmadinejad andererseits, um die Intoleranz und Kriegshetzerei der islamischen Fundamentalisten aufzuzeigen. Leider belässt er es nicht dabei und versucht mittels Bibel- und Koranzitaten aufzuzeigen, dass der Islam an sich schlecht ist. Da werden selbst fremdgläubige Immigranten als „trojanische Pferde“ bezeichnet, die uns mit ihrem Glauben und ihrer Kultur infiltrieren. Eine mehr als bedenkliche Argumentationskette. Zu allem Überfluss posiert der gute Sidney aber auch noch in der Verkleidung eines Kreuzritters - wo wir doch alle wissen, dass die Verteidigung des christlichen Glaubens in Jerusalem wohl eines der kleinsten Interessen der Kirche war – und führt die Theorie von der friedliebenden Christenheit damit ad absurdum. Zugegebenermaßen liegt diese „Sternstunde“ christlicher Nächstenliebe schon einige Jahrhunderte zurück, aber erst Sidney führt diesen Bezug mit seiner Verkleidung ins Feld. Zumal sich dem entgegensetzen ließe, dass die islamischen Fundamentalistenführer mit ihrem Gebaren, ihrem Selbstverständnis, ihrem Frauenbild oder ihrer Intoleranz halt derzeit auch noch im tiefsten Mittelalter feststecken. Lasst also am besten Religion Religion sein, denn das führt zu nichts. Wenngleich gegen eine von Toleranz und Nächstenliebe geprägte Gesellschaft nichts einzuwenden ist bzw. wäre.
Ach ja, Musik gibt es auf der CD auch noch. Diese ist im weiten Feld des Gothic Rock einzuordnen und hauptsächlich sicherlich durch eine Band wie Sisters Of Mercy geprägt. Zumeist im Midtempo und mit simplen Standard-Hard Rock Riffs dargeboten, mit Akustik-Zwischenspielen und choralem Gesang aufgepeppt und durch den düsteren Sprechgesang Sidneys geprägt, wird diese CD nur ein bestimmtes Klientel ansprechen. Zwar versucht der Master mit einigen zusätzlichen Melodien – wie etwa in „Islam“ – Abwechslung zu bieten, allerdings liefert Sidney im Vergleich zu den ersten drei Alben so gut wie überhaupt nichts neues. Dies – und nur diese musikalische Betrachtung – führt zur reduzierten Note von 7 Punkten. http://www.babylonmysteryorchestra.com ; http://www.myspace.com/babylonmysteryorchestra

7/10 - SBr


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