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OBLIVION - Die ungeschminkte Wahrheit - Ausagbe 3/98
OBLIVION 3/98

Das erste Jahr “Oblivion” lag hinter uns und es wurde Zeit, im Vorwort mal mächtig Dampf abzulassen und gewisse Promotion-Machenschaften bestimmter, anscheinend radioaktiv verseuchter Plattenfirmen bzw. geldgeiler Festival-Veranstalter anzuprangern. Wir schreiben das Jahr 1998 und wie wenig sich zu unserem Erschrecken hier verändert hat, beweisen die Aktivitäten eben jener angesprochenen Firmen bis zum heutigen Tage. Daher gilt auch heute noch: Schöne Grüsse nach Donzdorf, auch wenn man Manowar mit ihrem Millionen-Deal bis zum heutigen Tage überlebt hat.
Ein erster Schock zur dritten Ausgabe traf uns, als das Heft aus der Druckerei kam: Sepultura in psychedelischen Farben. Andreas, unseren „unverzichtbaren“ (das Wort kam erstaunlich oft in dieser Ausgabe vor) Layouter, Lektor, Nobel-Preisträger in Spe, „Yps“-Abonennenten, Pausenclown, Igor Pavlin und Meister Rezensenten, muss ich hier übrigens in Schutz nehmen, war diese Farbgebung weder gewollt noch der Versuch eines künstlerischen Gesamtkunstwerkes, sondern schlicht und ergreifend ein Fehler der Druckerei. Demzufolge war auch der Versuch unseres Redaktionsmitgliedes Michael, sich mit Hilfe eines kaputten Klappstuhles bei einer der Redaktionssitzungen unseres unverzichtbaren „Super-Clowns“ zu entledigen, vollkommen überzogen und glücklicherweise nicht von Erfolg gekrönt, wären uns beim Power of Omens-Interview doch sonst nicht nur sein „Arschrunzeln“ in Bezug auf das damals aktuelle Dream Theater-Album entgangen, sondern auch die Bahn brechende Erkenntnis, dass Andreas „Bier! Viel Bier!“ trinkt, was man seiner durchaus stattlichen, männlichen Statur bis zum heutige Tage ansieht und im krassen Gegensatz zum „Flic Flac, Ginger-Salto, Katschow-Grätsche und der Telemark-Landung“ steht, mit denen er, wie er uns später im Interview mit The Haunted gesteht, morgens aufzustehen pflegt. Warum er allerdings den Briefträger gebissen hat, nur weil er ihm die neue Vigilante-CD aus Japan zugestellt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Dass Stephan dann zusammen mit In Ruins Meisterkoch Jeff Michael zum Kochkurs einlud um ein leckeres Hors D’Oevre“ zu bereiten zeigt, dass wir neben den bei den Redaktionssitzungen gereichten Gummibärchen durchaus auch ein Interesse an der „Nouvelle Cuisine“ hatten (letzten Endes dann aber doch immer bei Schimanskis Pommesbude in Duisburgs Stadtmitte gelandet sind).
Dass man als Discobesucher und Metaller in Hamburg nicht ganz ungefährlich lebt, liess Paragons Martin Christian dann in seinem Interview mit Andreas durchblicken, denn, so seine Aussage, muss man „als normaler Discobesucher“ in Hamburg „schon (mal) mit Kugelhagel rechnen“. Also, liebe Leser, seid gewarnt, wie auch vor der neuen, hanseatischen Trendsportart „Extrem-Paragoning“, die sich so darstellt: „Man muss schnellen, dreckigen Metal spielen und möglichst viele Frauen belästigen“. Durchgesetzt hat diese Sportart sich übrigens nicht.
Dass Bruce Dickinson und Iron Maiden mittlerweile wieder die gleichen Toiletten benutzen, steht zu vermuten. 1998 sah dies allerdings noch anders aus und führte zu einigen spitzen Bemerkungen, wie Michael seinerzeit bei seinem Interview mit Bruce „Sirene“ Dickinson in Erfahrung bringen durfte.
Ungehört verpuffte im übrigen der Spendenaufruf unseres „Lonesome Layouters“ nach Designer-Klamotten und Gourmet-Gerichten. Vielleicht hätten wir doch Fotos der Redaktionsmitglieder veröffentlichen sollen?
Ozzy Osbourne, den meine Wenigkeit dann in einem Kölner Nobel-Hotel auf einer Presse-Konferenz erleben durfte, wurde dann seinem Ruf als Chaos-Genie gerecht. Begrüsste er die versammelte Journalistenmeute noch mit einem fröhlichen, gut genuschelten „Good Morning“ – abends um 19 Uhr wohlgemerkt -, verschwand er nach der Beendigung der Pressekonferenz doch in der falschen Tür und fand sich unvermittelt in der prall gefüllten Hausbar der Hotel-Suite wieder, wo er sich eigentlich wie im Paradies hätte vorkommen müssen. Übrigens übernehme ich auch heute noch keine Richtigkeit für die Aussagen des Interviews, denn ich bin immer noch auf der Suche nach den ganzen genuschelten, verschluckten Wort-Endungen und unverständlichen Buchstaben des „Prince of Darkness“.
Vorsicht ist übrigens geboten, wenn ihr Evergreys Tom Englund begegnet, hat dieser doch die Angewohnheit, seine Freunde zu hypnotisieren und allerlei Blödsinn veranstalten zu lassen.
Sämtliche Klischees und Vorteile gegenüber Russen enthüllte Stephan dann in seinem Interview mit dem Hollywood-Metallern von Rhapsody, reichten dem engagierten Kosaken-Chor für ihrem Beitrag zu „Symphony Of Enchanted Lands“ dann einige Flaschen Wodka.
„Lord“ Uwe versuchte zusammen mit Jürgen Bartsch eine Annährung an das musikalische wie lyrische Phänomen Bethlehem, ob eine Aussage wie „Mit den Lyrics werden sich logischerweise die Wenigsten identifizieren können, was mir auch scheissegal ist. Es ist trotzdem ein tolles Gefühl, wenn mir Leute sagen, sie können sich in meinen Texten wieder finden“ zu solch einer bedeutungsschwangeren Interviewüberschrift wie „Individuelle Kunstfrm in nebulösen Tiefen“ führte, müssen wir in Ermangelung des Gegenbeweises einfach mal als gegeben annehmen.
Fakt scheint jedoch, dass solch Wortgewalt durchaus ansteckend war, denn das Veni Domine-Interview mit „Spirituelle Vibrationen im Zeichen des Herrn“ zu betiteln, lässt nicht alleine auf den Einfluss des Allmächtigen schliessen. Kult übrigens der Tourbus, mit dem die Herren Veni Domine durch Europa unterwegs waren. Sicher, in einem Reisebus erwartet man nun nicht zwangsläufig eine Marmorschüssel oder vergoldete Armaturen, aber mehr als ein schwarzer Plastikeimer sollte doch wohl drin hängen. Oder war das eine Low Budget-Tour?
In die Nesseln setzten sich Opeth unserem unverzichtbaren Andreas gegenüber, denn ihre potentiellen Fans als „zu faul und zu dumm uns zu verstehn“ zu bezeichnen war schon gewagt. Was folgern wir also aus den jüngsten Erfolgen der Band: Metaller fallen anscheinend nicht unter die Untersuchungsergebnisse der „PISA“-Studie und erweisen sich als intelligenter, als das Gros der Bevölkerung. OK, das W:O:A und die Besucher dort bestätigen jedes Jahr die Ausnahme der Regel, aber das ist ein anderes Thema.
Ob die Ukrainer Synz of Myzery, die Investigativ-Journallist Andrzej Hohkovic, mit bürgerlichem Namen Andreas Hoh, zusammen mit seinem russischen Alter Ego Igor Pavlin interviewt hat, mittlerweile ein zweites, weitaus professionelleres Demo eingespielt haben, wage ich mal zu bezweifeln, wartet die Welt doch bis zum heutige Tage noch auf den Release des ersten Demos, geschweige denn die Gründung dieser rein fiktiven Band.
Stratovarius in Gestalt von Sänger Timo Kotipielto und Drummer Jörg Michael luden anlässlich der Veröffentlichung von „Destiny“ zum Interview in ein Hotel nahe des Dortmunder Hauptbahnhofes, wobei vor allem Jörg Michael mit einem bildungsresistenten Englisch und Aussagen wie „Wenn ich aber der Meinung bin, dass ein bestimmter Song grossartig ist, warum sollte ich dann anfangen rumzudiskutieren und rumzumäkeln“ sowie „Stratovarius ist … eine Band“ für Erheiterung sorgte. Timo Tollki hatte schliesslich zm Thema Banddemokratie seine ganz eigenen Vorstellungen, wie die Zukunft später zeigen sollte.
Selbiges gilt übrigens für die von Uwe interviewten Theatre of Tragedy, die ihre Aussage „Es wird niemals ein Theatre of Tragedy-Album“ ohne Liv Kristine geben“, nur wenig später relativieren mussten und die Interviewüberschrift „Veränderungen ohne Identitätsverlust“ ad absurdum führten.
Was unser unverzichtbarer Chef-Layouter so alles treibt, wenn er einen Krankenschein hat, bewies er mit seinem satirischen Streifzug durch die damaligen Talkshows der privaten TV-Sender. Remember Arabella Kiesbauer, Birte Karalus und ein Sternchen namens Sonja? Schlimm nur, dass es acht Jahre später immer noch die gleichen Freaks von frustrierten Alkoholikern, arbeitsunwilligen Schnöseln, 18jährigen Hausfrauen, die sich von jedem dahergelaufenen Mitbürger fremdländischer Herkunft pimpern lassen und 16jährigen pubertären Grosskotzen, die samt und sonders fremd gehen um dann an der Vaterschaft ihres Sprösslings zu zweifeln, weil Frauen ja generell Schlampen sind, in die Talkshows einer grenzdebilen Britt – „Achtung, hier kommt Marc mit dem Silberkoffer“, huijuijui – treibt, um ihre Haushaltskasse minimal aufzubessern. Armes Deutschland …
Rezensionstechnisch gaben wir uns auch mit der dritten Ausgabe keine Blösse, wobei „Lord“ Uwe Baltaks „Zaginatiot Grad“ einem Raketenstart klar vorgezogen hätte, während Sven bei Deaths damals aktuellem Album „The Sound Of Perserverance“ angeblich „akzentuiertes Bellen“ ausmachen konnte (übrigens nicht als Folge einer Wurmkur). Dass Musik auch ohne selbige funktioniert, wollte Andreas uns mit seiner Kritik zu Bruce Dickinsions „The Chemical Wedding“ weis machen, wo einzig der Gesang göttlich war. Uwes „Lobpreisungen ob der Wiederveröffentlichung des Emperor-Backkatalgos kommentiert der unverzichtbare Andreas dann nur noch schnöde mit „Uwe has a Rad ab“. Helfen hätte da sicher Sven können, der angesichts des katastrophalen Gail of God-Albums „Fifth Angel“ verzweifelt nach seinen Pillen suchte (was er im übrigen zuweilen heute noch tut). Warum Andreas mit H.I.M.s „Greatest Lovesongs“ überfordert war, ist bis heute einzig sein Geheimnis und dass Stephan nach dem Genuss von Imagikas „Worship“ einen Jungbrunnen entdeckt hat, der ihn glatt zehn Jahre jünger werden liess, ist auch nur ein Gerücht. Markus, neu hinzugestossener Schreiber aus Svens Dunstkreis – remember verschollene Pillen -, war von der Wirkung der Spalt-Tabletten auf Kyyrias „Inner Wellness“ nicht wirklich angetan, wie auch Stephan den Sinn und Unsinn von Remixen bei Lords of Acids „Pussy“ nicht ganz verstanden hat (wiewohl er sonst nichts gegen Pussys einzuwenden hat, ähem). Seine traumatischen Erfahrungen mit Hämorrhoiden verarbeitete Andreas bei der Rezension der The Mad Capsule Markets und ob seine Mülltonne die CD der Prime Time Victim Show wieder ausgespuckt habt, ist nicht überliefert. Erspart blieb Stephan auch der Gang hinter Schwedische Gardinen nachdem er zum Diebstahl von Rhapsodys „Symphony Of Enchanted Lands“ aufgerufen hatte, wahrscheinlich weil er nur zwei Seiten weiter dazu aufrief, Twisted Sisters „Live At Hammersmith“ dann doch besser zu kaufen.
Zum Abschluss noch ein ganz besonderes Schmankerl vom „Summer Horizon“-Festival in Gelsenkirchen, wo Sisters of Mercy-Sänger Andrew Eldritch, um unerkannt zu bleiben und vollkommen Gruftie-like, den ganzen Tag über mit einer Perücke durch den Backstage-Bereich schlich, und durch eben jene schlecht sitzende, Eidotter farbene Perücke erst die Blicke aller Anwesenden auf sich zog. Ja ja, so war das damals, und erzähle niemand etwas anderes. Wir waren dabei …
Michael Kuhlen


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