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obliveon :: BACIO DI TOSC ....

BACIO DI TOSCA

DER TOD UND DAS MÄDCHEN (47:23 min.)

CURZWEYHL / ROUGH TRADE
Es sind Dichter wie Heinrich Heine, Theodor Storm, Karoline von Güntherrode und sogar Shakespeare, denen Dörthe Flemming ein neues Gewand verpasst, oder die sie sogar komplett neu einkleidet – musikalisch gesehen natürlich. Durch Charonita wird die Mezzosopranistin bereits zu den Begründerinnen des „Heavenly Voice“-Genres gezählt, und sie scheint sich mit Neoklassik auszukennen, immerhin klingen die zehn teils neu arrangierten, teils selbst geschriebenen Kunstlieder echt nicht schlecht. Dabei scheint das Motto von Bacio Di Tosca ungefähr so zu lauten: ein klassisches Orchester, eine klassische Stimme, aber dennoch flotte Percussion.
Eröffnet wird das mit „Der Tod und das Mädchen“ betitelte Debüt durch eine siebenminütige Coverversion von Peter Steele. „Red Water“ kommt ehrenvoll und würdig daher, ein ruhiges, verträumtes Stück mit Orgelbegleitung, an dem nur der anfangs etwas gurgelnde Gesang zu bemängeln ist.
Aber schon beim folgenden Titeltrack, der szenisch durch Schritte, Geschrei und raschelndes Laub eindrucksvoll umgesetzt ist, überzeugt Dörthe durch ihre vielseitig und natürlich eingesetzte Stimme, wobei sie (zum Glück) auf zu übertriebenes Operngejauchze verzichtet. Zwar ist „Der Tod und das Mädchen“ ursprünglich von Franz Schubert, jedoch lässt Dörthe das Stück in neuem Glanz erstrahlen. Durch flotte Begleitung, tiefes Gegrolle und rockige Drums ist der Track fast schon poppig.
„Mein süßes Lieb“ und „Helena“ sind zwei ruhige, schwebende Stücke, die wieder durch Dörthes facettenreiche Stimme leben. Nicht nur klassisch-dramatisch, sondern auch sanft und erzählerisch werden die verträumten, düsterromantischen Stücke vorgetragen. Bei beiden Stücken wirkt auch wieder ein männlicher Gegenpart mit.
Eine bittersüße Ballade mit Streicher, Klavier und Ohrwurmcharakter ist „Die eine Klage“. Gut, man kann dieses Stück genauso wie all die anderen schwer nachsingen – sonst wäre es ja auch kein Kunstlied, das immer einen ausgebildeten Sänger braucht – doch besitzen alle Tracks einen hohen Wiedererkennungswert.
Wieder mal toll in Szene gesetzt und fast schon wie ein Drama ist „Scheidung“. Genauso wie „Helena“ wird man von einem gleichmäßigen, tranceartigen Beat gefesselt. Der gesprochene Text wirkt so besonders gut.
Am Ende steht dann „Wenn ich einmal soll scheiden“, das manchem Kirchgänger vielleicht sogar bekannt vorkommt. Das Stück kommt a capella – ganz ohne Instrumente – aus und zollt Dörthes Stimme noch einmal zu Recht Tribut.
Bleibt nur noch zu sagen, dass die Gedichte gekonnt interpretiert und umgesetzt worden sind, und dabei ein abwechslungsreiches Album zustande gekommen ist, das vielleicht ab und an etwas zu schwer und melancholisch ist, aber dennoch auch denjenigen gefallen könnte, die sonst eher nichts mit Klassik am Hut haben. Für Fans von „Dead Can Dance“, „Sopor Aeternus“ oder „Die verbannten Kinder Evas“ jedenfalls ein absolutes Muss!
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