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Interview-Section :: SKY CONQUEROR

SKY CONQUEROR
WENIGER PSEUDONYME, MEHR 80ER
Sky Conqueror aus dem feuchten Münsterland (inzwischen hat man seine Tentakel auch gen Ruhrgebiet ausgeworfen) gelang kürzlich mit "Under The Pentagram" ein echter Überraschungscoup für alle Freunde ursprünglichen Heavy Metals. Unprätentiös mit Klischees spielend rockt sich die Band durch eine überzeugende gute Dreiviertelstunde bodenständigen Heavy Rocks, der sich zu gleichen Teilen aus NWOBHM-Einflüssen und amerikanisch-deutschen Power Metal-Highlights speist. Was treibt gestandene Männer jenseits der 40 anno 2014 an, ohne Aussicht auf auch nur einen Cent Gewinn Metal der alten Schule zu zelebrieren? Obliveon kontaktete Sänger Daniel Demondawn (wer Daniels vollständigen bürgerlichen Namen googlet, muss schauen, dass er vor Lachen nicht erstmal im wahrsten Sinne des Wortes abledert...), denn solcherlei Idealismus und Qualität sollen belohnt werden!
PM: Guten Abend Herr Demondawn, erstmal herzlichen Glückwunsch zu einem tollen Album, das ihr in kompletter Eigenregie fertiggestellt habt. Eurer Facebookseite ist zu entnehmen, das Ihr international gute Resonanzen einheimsen konntet.

>> D: Das liegt nicht zuletzt daran, dass oomoxx media, die den Vertrieb der CD in die Hand genommen haben, relativ gute Kontakte ins Ausland, unter anderem auch nach Übersee und insbesondere nach Südamerika, pflegen. Da der Inhaber der Firma total von unserem Album begeistert war, bot er uns an, die Promotion für "Under The Pentagram" zu übernehmen, da es zu schade sei, wenn ein solches Album in der Versenkung verschwände. Das Angebot haben wir angenommen und haben daraufhin eine Liste mit Adressen erhalten, an die wir das Album dann auch selbst verschicken konnten, und darunter waren eben auch internationale Fanzines, etwa aus Irland oder Italien. Aber auch national haben wir gute Resonanzen bekommen, etwa im Deaf Forever. Götz Kühnemund hatte ja bereits unser letztes Album für das Rock Hard besprochen, und nun hat er im Vergleich dazu eine deutliche Steigerung ausgemacht. Leider sind wir aber mal wieder in der Demosektion anstatt im Bereich der regulären Alben gelandet. Es ist für uns als absolute Undergroundband aber natürlich sehr wichtig, in solchen Publikationen vertreten zu sein. <<

PM: Wie viel Arbeit steckt im digitalen Zeitalter noch in einem solchen Projekt?

>> D: Naja, das hat schon recht lange gedauert. Zunächst war es sehr zeitaufwändig, das ganze Equipment zusammenzubekommen und aufzubauen. Im Dezember 2012 haben wir dann mit den Schlagzeugaufnahmen begonnen, und das komplette Album ist seither in Gemeinschaftsarbeit im Proberaum entwickelt. Wir haben zum Beispiel mit Kopfhörerverstärkern gearbeitet, damit wir uns alle vernünftig hören konnten. Auch die Anordnung der einzelnen Instrumente wollte wohl durchdacht sein. <<

PM: Ihr seid in Sachen Aufnahmetechnik also komplette Autodidakten?

>> D: Auf jeden Fall, wir haben uns wirklich alles selbst beigebracht. <<

PM: Auch die an Savage Grace minus Sexismus gemahnenden Bandfotos sind auf Eurem "Mist" gewachsen. Wie kam´s?

>> D: Jau, dafür haben wir auch einen ganzen Tag verwendet und bis in die späten Abendstunden hinein Fotos geschossen. Wir haben unseren Proberaum abgedunkelt und uns ein schwarzes Backdrop für den Hintergrund besorgt, uns davor aufgebaut und mal nach allen Regeln der Kunst abgepost. Das hat richtig Bock gemacht. Ich finde, die Fotos sind echt Metal geworden! <<

PM: Angesichts der Fotos hätten doch auch Eure alten, cheesigen Pseudonyme klasse gepasst.

>> D: Finde ich auch, und ich wollte sie auch beibehalten. Die anderen hatten aber etwas dagegen, und da wir eine demokratische Band sind, habe ich mich der 3:1 Mehrheit gebeugt... <<
PM: Du sagst, die Arbeiten am Album begannen im Dezember 2012. Habt Ihr die Songs auch in diesem Zeitraum geschrieben, oder standen sie bereits?

>> D: Das Material stand größtenteils vorher schon, nur einige Songs sind während der Aufnahmen entstanden. Da die Aufnahmen sich ja etwas hinzogen, kam unser Bassist Mirko in dieser Zeit noch mit 2-3 neuen Stücken an. Es gibt auch noch mehr Songs, allerdings haben wir nicht alle aufgenommen, weil wir uns dachten, elf Stücke seien vollkommen ausreichend für ein Album. 47 Minuten Musik wollen ja auch erst einmal verdaut werden. Weniger ist da manchmal mehr. <<

PM: Ich finde, dass Deine Gesangslinien viel ausgefeilter sind als noch auf den vorigen Releases. Hat das mit dem Mehr an Erfahrung zu tun, oder spielt auch hier der Faktor Zeit eine Rolle?

>> D: Das hat durchaus mit Erfahrungswerten zu tun, auch damit, dass ich etwas gereift bin. Ich weiß die Stärken meiner Stimme heute sehr viel besser einzusetzen. Ich bin nun mal leider nicht die Sirene vor dem Herren, der seine Stimme in ungeahnte Höhen schrauben kann, sondern meine Stärken liegen eher im mittleren Stimmbereich, und nur dort vermag ich meine volle Leistung zu bringen. Wir haben auch sehr am Gesang gefeilt, einige Gesangslinien einfach mal aufgenommen und anschließend mit frischen Ohren geurteilt, ob es nicht noch Verbesserungspotenzial gibt. Diese Arbeitsweise hat sich teilweise als äußerst hilfreich erwiesen. Einiges wurde dann über den Haufen geworfen und überarbeitet. Gerade bei unserer Musik ist der Gesang recht prägnant und muss daher besonders sorgfältig ausarbeitet werden, damit nicht gleich der Song als solches abstinkt. <<

PM: Außerdem haut ihr ein paar richtig geile Hits raus: "Monolith", "Sanctuary Of 83" und "Horsemen Of The Grail" dürften demnächst für geraiste Horns vor der Bühne sorgen. Merkt man eigentlich gleich, dass man ein paar besondere Stücke kreiert hat?

>> D: Klar. Gerade bei "Horsemen..." oder "Sanctuary" war uns schnell bewusst, dass wir da richtig gute Songs beisammen hatten. Damit war für uns schnell klar, dass sie auf dem Album relativ weit vorne positioniert werden müssen und nicht irgendwo am Ende verschimmeln dürfen. Man muss sich klar machen, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Hörer im Regelfall mit der Zeit abnimmt, und deswegen war die Songreihenfolge sehr wichtig für uns. <<

PM: Bei Musik, wie Ihr sie komponiert, kommt automatisch die Frage nach den Einflüssen auf. Von Dir etwa weiß ich, dass Du in Sachen Musikgeschmack weitaus breiter aufgestellt bist, als es Eure Mucke erahnen ließe...

>> D: Unser Songwriting hat sich über die Jahre entwickelt. Die älteren Sachen waren mehr im Power-Metal-Bereich angesiedelt, während wir jetzt doch deutlichere truemetallische 80er-Einflüsse verarbeiten. Das ist vielleicht auch ein wenig meiner Person geschuldet, da ich mich in den letzten Jahren verstärkt mit dieser Ära auseinandergesetzt habe. Man entdeckt unheimlich viele tolle Sachen, und das färbt dann halt ab. Unser Gitarrist Jan hat zum Beispiel eine Riesensammlung und kennt wahnsinnig viel Zeug, aber natürlich bringen wir alle sehr unterschiedliche Einflüsse mit, und ja, diesmal haben wir uns mehr als sonst darauf konzentriert, dass es eine gewisse Richtung geht, so dass die Songs vielleicht weniger überladen wirken. <<

PM: Traut man sich als alter Sack auch mal an eine Ballade wie "The Dusk" ran? Das gute Stück ist übrigens äußerst gelungen!

>> D: Das war Mirkos Idee. Er kam eines Tages an und meinte, er habe ein balladeskes Stück geschrieben, und wir haben uns das einfach mal zugetraut. Es handelt sich auch nicht um eine typische Ballade, der Ansatz ist eher düster und somit auch in Sachen Stimmung etwas härter. <<
PM: Wie steht Ihr als Undergroundband eigentlich zu den jüngsten Entwicklungen in der Musikindustrie - Downloads werden immer wichtiger, die CD-Preise haben in den letzten Monaten nicht zuletzt bei den großen Onlineportalen mächtig angezogen, obwohl immer weniger Tonträger verkauft werden.

>> D: Seien wir ehrlich: auch ich höre vorwiegend digitalisierte Alben, sei es nun im Auto oder im heimischen Wohnzimmer. Es ist halt bequem. Die Bands sehen nunmal herzlich wenig Kohle für verkaufte physische Tonträger... <<

PM: Butter bei die Fische: gibt es für eine tief im Underground verwurzelte Band wie Euch irgendetwas, dass Euch an der momentanen Szene so richtig ärgert? Oder steht man über den Dingen?

>> D: Ja, ich finde, dass durch das Überangebot an Bands der Konkurrenzkampf immer intensiver wird. Nicht jede Band kann ein Stück vom Kuchen abhaben und man muss kämpfen, ist schon klar, aber ein bisschen mehr Kameradschaft wäre mitunter schon wünschenswert. Stattdessen wird immer mehr darauf geachtet, dass man selbst voran kommt. Auf die Gefahr hin, nostalgisch zu klingen: der Zusammenhalt in der Szene ist nicht mehr so groß, wie er früher mal war. Früher hat man sich bei Konzerten etc. unter die Arme gegriffen, heute sieht´s da weniger kollegial aus. <<

PM: Wie schaut´s denn allgemein mit Liveaktivitäten aus? Interesse scheint ja, wie eingangs erwähnt, zu bestehen.

>> D: Da müssen wir mal gucken. Derzeit ist leider noch nichts geplant, da müssen wir langsam mal aus den Puschen kommen. Wir haben alle Jobs, ich habe Familie, da ist man eben nicht unbegrenzt flexibel. Unser Gitarrist Jan etwa hat Schichtdienst, das schränkt schon ein. Wir haben mal lose geplant, im Herbst eine zugegebener Maßen relativ späte Record Release-Party, eventuell im Münsteraner Rockcafé zu machen. Die sind da recht umtriebig, das wäre schon cool. <<

PM: Ein kurzer Blick in die Zukunft: Ist es realistisch, dass Ihr das nächste Album etwas schneller komponiert und aufnehmt als "Under The Pentagram"?

>> D: Ja, wir haben gerade schon wieder Material am Start. Wie gesagt liegt auch noch was auf Halde, und vielleicht schieben wir nächstes Jahr einfach mal eine EP nach. <<

Ich danke für das Gespräch und wünsche Euch alles Gute für die Zukunft!

Kurz nach dem Interview wurde bekannt, dass Gitarrist Jan die Band leider verlassen hat, inzwischen aber durch Ex-Sänger Niko ersetzt wurde, der ab sofort den Bass bedient, während Mirko an die Gitarre wechselt. Hoffen wir, dass Sky Conqueror diesen Verlust auch qualitativ kompensieren können und uns weiter mit herzerfrischendem Bangerstoff versorgen. Bis dahin: "Under The Pentagram" besorgen und so den Underground unterstützen.
http://www.skyconqueror.de
Patrick Müller.


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