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Interview-Section :: SUBSIGNAL

SUBSIGNAL
Der Song ist der Star!
Man ist geneigt, das dritte Album Subsignals mit Plattitüden wie „die Band hat sich nunmehr endgültig in der Szene etabliert“ zu belegen. Gleichzeitig zeigt „Paraíso“ eine Band, die sich von dem mitunter übergroßen Schatten jener Band löst, deren Spätphase Markus Steffen (sowieso) und Arno Menses maßgeblich prägten. Die Band trachtet hörbar nach organischeren Sounds, die sämtlichen Bandmitglieder Raum zur Entfaltung bieten – haben Subsignal sich in den vergangenen vier Jahren also erst finden müssen, bevor sie ihren ureigenen Sound definieren konnten? Obliveon fragt nach. Markus Steffen (MS) und Arno Menses (AM) geben Auskunft…
„Paraíso“ klingt beileibe nicht vollkommen anders als „Beautiful & Monstrous“ oder „Touchstones“ – aber auch wenn Eure Handschrift unverkennbar ist, so hat man das Gefühl, als würdet Ihr Euer Zusammenspiel im Vergleich zu den beiden Vorgängern optimieren. Ihr klingt jetzt mehr eine gewachsene Band, deren einzelne Teile für das große Ganze gleich wichtig sind. Oder täuscht dieser Eindruck?

>> AM: Nein, das stimmt 100%. Auf diesem Album sind wir wieder einen Schritt weiter gekommen, die Songs zu „strippen“, das heißt, wir sind als Band mehr zusammen gewachsen. Keiner muss sich selbst profilieren. Alles ist reduziert - kein oder wenig Gefrickel oder überflüssiges Solospiel. Wir sind eine Band, spielen einen Song, und genau das, was dieser Track an Emotionen herüberbringen soll, ist das Entscheidende. <<

Meines Erachtens ist der größte Unterschied (gerade zum überraschend harten „Touchstones“-Album), dass Markus’ Gitarrenspiel die Stücke weniger dominiert und sich stattdessen stärker den Bedürfnissen der Songs unterwirft.

>> MS: Wie Arno eben gesagt hat: Der Song ist der Star. Für mich kommt es in erster Linie auf ein homogenes Bild des jeweiligen Stückes an. Irgendjemand meinte, dass im Titelsong ein Gitarrensolo fehlt. Warum? Nur um gängigen Rocksongklichees zu entsprechen? Wenn das Gesamtbild stimmig ist, muss man nicht auf Teufel-komm-raus ein Gitarren- oder Keyboardsolo reinpressen. Ich sehe mich in erste Linie als Komponist und Songwriter. Dieses Guitarhero-Ding hat mich schon immer gelangweilt. <<

Die AOR-Einflüsse waren bereits auf „Navigating By The Stars“, Arnos Einstand bei Sieges Even, deutlich vernehmbar, wurden bei Subsignal in den Vordergrund gerückt und sind nunmehr beinahe allgegenwärtig. Zeugt dies vom steigenden songschreiberischen Einfluss Arnos, oder steckt etwas anderes dahinter?

>> AM: Nein, ein Song kommt so wie er kommt. Wenn man die Stücke ohne Vocals hört, sind sie ganz anders. Ich liebe Melodien, und wenn ich einen Song von Markus oder David bekomme oder selbst einen schreibe, dann ist das einfach meine natürliche Art, eine Melodie zu schreiben. Klar, Melodic Rock, AOR und West Coast haben mich stark beeinflusst, aber mein Einfluss ist komischer Weise auf diesem Album etwas weniger evident als auf „B&M“ und „Touchstones“. Weniger Parts, tiefer gesungene Passagen und weniger dreistimmige Chöre. <<

Sind die unüberhörbaren Yes-Reminiszenzen im superben „A New Reliance“ eigentlich als Tribut an einen Eurer Einflüsse zu verstehen?

>> AM: Hahaha, na gut, erstmal Danke für Dein Kompliment. Eigentlich haben wir oder ich nicht so viel mit Yes am Hut. Geile Band, ohne Frage...aber nicht unbedingt our cup of tea. Aber ich lese oft, dass unsere Chöre, teilweise unsere Musik und manchmal auch noch meine Stimme wie YES oder Anderson klingen. „A New Reliance“ - wenn wir denn unbedingt vergleichen müssen - sehe ich mehr als eine Mischung aus Saga, Kansas, SPYS und Spock´s Beard. Ein Tribut ist es nicht, aber man hört natürlich an manchen Stellen die Einflüsse heraus. <<
Inwiefern heftet Ihr Euch selbst noch das Label „Prog“ an? Oder ist Euch eine Kategorie, die ursprünglich für Innovation stand, heutzutage jedoch von mitunter höchst konservativen Szenewächtern definiert wird, inzwischen ein Klotz am Bein?

>> MS: Für mich ist das Denken in Schubläden oder Kategorien schon immer problematisch gewesen. Es ist doch so: Wenn Du Prog erwartest, könntest Du von ‚Paraíso‘ enttäuscht sein, weil die genretypischen Spielereien reduziert sind. Wenn Du Metal erwartest, könntest Du enttäuscht sein, weil es hier und da zu soft ist. Ich verstehe natürlich, dass man ein Produkt vermarkten muss, und dann muss halt eine Schublade geöffnet werden. Aber meines Erachtens trifft man damit nie den Kern der Sache. Ich finde, man sollte offen an jede Spielart von Musik herangehen. Ob da jetzt Prog, Pop, Metal oder Jazz draufsteht ist doch letztlich irrelevant. Ich halte es mit Frank Zappa: Es gibt nur zwei Arten von Musik – gute und schlechte. <<

Ein Song, der durchaus gemischte Reaktionen hervorruft, ist „Blueprint Of A Winter“ – meines Erachtens etwa habt Ihr hier die Grenze zum Kitsch erstmalig überschritten – auch wenn ich als frischgebackener Vater gerade nah am Wasser gebaut bin. Seid ihr Euch vorab bewusst gewesen, dass dieses Stück die Hörerschaft spalten würde?

>> MS: „Blueprint“ habe ich für meine kleine Tochter geschrieben. Der Song hat definitiv mehr Dur-Charakter als alle anderen Songs auf dem Album. Vielleicht hat das für Irritationen gesorgt. Ich mache mir doch keine Gedanken darüber, ob ein Song später gemischte Reaktionen bei der Hörerschaft hervorruft. Ich mache mir auch keine Gedanken darüber, ob ein Song später in die Singlecharts kommt. Ich verlasse mich auf mein Bauchgefühl. Für mich ist „Blueprint“ einer der stärksten Tracks auf dem Album – aber jeder hört eben anders. Was ich aber wirklich nicht mehr hören kann, ist das Wort „Kitsch“. Sorry, Leute, da müsst ihr euch etwas Besseres einfallen lassen. Die Kitschkarte wird immer dann gezogen, wenn man keine wirklichen Argumente hat. Mit einer derartigen Kritik kann ich nichts anfangen. Schreibt doch, dass euch der Song nicht gefällt. Aber „Kitsch“ oder „Britpop“? <<

Zu etwas anderem: welche Priorität hat die Band in Eurem Alltag? Geht ihr alle „geregelten“ Jobs nach und betreibt die Band als Hobby? Der Umstand, dass ihr stets sehr kurz auf Tour seid, legt dies nahe.

>> MS: David und ich sind die einzigen in der Band, die über Musikunterricht oder Filmmusik Geld mit Musik verdienen. Aber mit einer Band fünf Leute plus Management plus Crew zu ernähren ist heute so gut wie aussichtslos. Aber wir dürfen uns nicht beklagen, die Band trägt sich selbst und wir erwirtschaften auch Gewinne. Als Hobby will ich die Band nicht bezeichnen, denn dafür ist mir das alles zu wichtig und zu zeitintensiv. Im Grunde mache ich mit der Band einen ‚richtigen‘ Job – der aber leider schlecht entlohnt wird, hahaha. <<

Ich danke für das Interview und wünsche Euch für die Zukunft alles Gute!

>> MS: Vielen Dank auch an Dich, Patrick! <<
http://www.subsignalband.com
Patrick Müller.


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