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Interview-Section :: AGATHODAIMON

AGATHODAIMON
Die Mainzer Dark Metaller melden sich zurück
AGATHODAIMON können mittlerweile auf eine lange Geschichte zurückblicken: 1995 von Gitarrist Sathonys und Schlagzeuger Matthias gegründet, wurde nach zwei vielbeachteten Demos 1998 das Debüt „Blacken The Angel" für Nuclear Blast eingespielt, welches die damalige Black Metal-Szene in Aufruhr versetzte. Ein Jahr später machte das progressive, in Rumänien produzierte „Higher Art Of Rebellion" deutlich, dass sich AGATHODAIMON stilistisch keine Grenzen auferlegen. 2001 wurde „Chapter III" veröffentlicht, welches den Grundstein für die kommenden Werke legte: Transparente, druckvolle und moderne Produktionen, die dennoch zeitlos wirken; ungewöhnliche, mitunter überraschende Arrangements und stilistische Grenzüberschreitungen, mit denen die Band das Black Metal-Etikett hinter sich ließ und begann, ihre eigene Nische zu kreieren. „Serpent’s Embrace" setzte diese Entwicklung 2004 konsequent fort und bot neben eingängigen und dennoch verschachtelten Songs eine breite Palette verschiedener Stilistik und Härtegrade. Vom geradlinigen Black Metal-Song bis zur reinrassigen Ballade war alles vertreten, was unter dem Banner Dark Metal fungieren und funktionieren kann. Mit „Phoenix" lieferten AGATHODAIMON anno 2009 ein vitales, unverbrauchtes Dark Metal-Album ab, das die Essenz der bisherigen Werke verinnerlichte und erneut die Experimentierfreudigkeit der Band unterstrich. Nach kurzer Pause aufgrund einer Umbesetzung - es stieß Gitarrist Thilo Feucht zur Band, der bereits seit 2001 temporär aushalf - und Neuorientierung markiert „In Darkness" nun eine Rückbesinnung auf alte Werte und Stärken der Band: Klang „Phoenix" sehr modern und verspielt, sehr kopflastig und verschachtelt, so zeigt „In Darkness" die Wurzeln der Band eindrucksvoll auf. Die Atmosphäre und düstere Stimmung der Songs steht nun im Vordergrund: Harsche Blastbeats treffen auf Lava-artigen, melancholischen Doom; archaischer Black Metal reiht sich an balladesk anmutende Klänge, und Stilbegrenzungen werden auf subtile Weise aufgehoben. Auch textlich zeigt sich „In Darkness" vielschichtig, so sind die Songs in englischer, rumänischer und deutscher Sprache verfasst. Und obwohl man „In Darkness" aufgrund seiner Bandbreite nicht als reinen Black Metal bezeichnen kann, so atmet das Album mit seinem Fokus auf organische, düstere und intensive Songs durchaus die Essenz dieser Stilistik und bezieht daraus das Fundament für seine eigene Interpretation extremer Musik. Die in Mainz ansässigen Düsterheimer zum neuen Album zu befragen, war demnach fast eine Pflichtaufgabe, der wir gerne nachgekommen sind. Gitarrist und Bandgründer Sathonys sowie Sänger Ash standen uns gerne Rede und Antwort.
Hallo Sathonys. Schön, dass du Zeit für dieses Interview gefunden hast, wobei der Grund ja auch ein erfreulicher ist. Ende Juni habt ihr euer neues Album „In Darkness“ veröffentlicht. Jetzt ist das Album bereits einen Monat in den CD-Regalen und du kannst uns mal einen kurzen Überblick darüber geben, wie die Resonanzen soweit ausgefallen sind.

Sathonys: >> Erwartungsgemäß sehr unterschiedlich. Von unseren Fans habe ich bislang nur positives gehört, auf Seite der Presse fiel die Resonanz aber sehr breit gefächert aus. Von totalem Unverständnis über Desinteresse bis zur Begeisterung war alles dabei. Kritische Reviews sind uns generell immer sehr willkommen, sofern sie sich sachlich und objektiv mit der Musik auseinander setzen. Teilweise schaffen es Kritiker allerdings auch, mich nach all den Jahren noch aufzuregen. Wenn man sich einige Reviews ansieht, frage es mich, ob überhaupt unsere Platte gehört wurde, oder wenn auf alles Mögliche, aber nicht auf die Musik eingegangen wird. Dennoch, glücklicherweise war die Resonanz der Fans bislang durchweg positiv. <<

Wegen der Aufnahmen seid ihr im Februar in den „Kohlekeller“ von Kristian Kohlmannslehner eingefallen und habt das Album ordentlich eingetütet. Mittlerweile scheint der „Kohlekeller“ auch für Bands aus dem Ausland eine gerne genommene Adresse zu sein. Ihr müsst ja recht zufrieden sein, wart ihr doch bereits vorher schon dort, oder?

Sathonys: >> Ja, wir arbeiten seit 2001 sehr gut zusammen. Kohle kennt unsere Band und versteht unsere Zielsetzung, wir treffen uns immer zu ausführlichen Vorgesprächen oder arbeiten bereits bei der Vorproduktion zusammen. Er hat ein gutes Ohr für das Wesentliche, ein gutes Einfühlungsvermögen und ist natürlich auch ein sehr guter Produzent. <<

Kommen wir mal zu euch als Band. Ich denke, es wird einigen Lesern wie mir ergehen, denn obwohl es euch schon seit einigen Jahren gibt, ist mir euer musikalisches Schaffen bisher verborgen geblieben. Dennoch könnt ihr schon auf einige Erlebnisse zurückblicken. Was war in der Geschichte der Band das herausragende Ereignis?

Sathonys: >> Es ist schwer, da nur eines zu nennen. Das erste Demo, das erste Album, das erste Konzert, die erste Tour und natürlich so mancher Höhepunkt wie größere Festivals wie zum Beispiel Wacken oder gemeinsame Gigs mit Bands, die man schon als „Fan“ kannte, da gibt es also diverse Momente, an die man sich gern erinnert. <<

Auch von Besetzungswechsel bleibt eine Band nicht verschont. Aufgefallen ist mir, dass ihr mal zu fünft, mal zu sechst wart. Aktuell seid ihr wieder als Fünfer am Start. Was ist denn nun die optimale Zusammensetzung für eure Band?

Sathonys: >> Wir werden wohl ein Quintett bleiben. Im Endeffekt entschied sich der sechste Platz an einer „Keyboarder Ja/Nein“-Diskussion und wir haben festgestellt, dass es auch ganz gut ohne einen Keyboarder geht. Als wir zuletzt mit Felix, unserem vorherigem Keyboarder, arbeiteten, gab es irgendwann den Punkt, bei dem wir live auf ihn verzichteten, da ihm die Bühne einfach keinen Spaß machte. Als er dann ganz aussteigen wollte, hatten wir einen Keyboarder schon gar nicht mehr vermisst, da er weder auf der Bühne noch im Proberaum anwesend sein musste (unser Drummer spielt mit Click, die Keyboards werden über die PA eingespielt). Im Endeffekt fehlt also nur der kreative Input und da wir auf „In Darkness“ die Keyboards bewusst reduzieren wollten, haben wir beziehungsweise die Gitarrenfraktion, also Thilo und ich, die Keyboards selber programmiert. Natürlich kann man sich an der Diskussion aufhängen, ob man live ein Instrument aus der Retorte kommen lassen darf, aber wir mogeln hier ja nicht und lassen einen Keyboarder so tun, als ob er spielt. Insofern steht unsere Entscheidung fest, auch in Zukunft ohne festen Keyboarder zu arbeiten. <<

Eure Texte kommen auf Englisch, Deutsch und Rumänisch daher. Wenn man euch näher kennt, dann verwundert es nicht. Was ist aber der Grund, auch rumänische Texte an den Start zu bringen?

Sathonys: >> Unser erster Sänger Vlad war gebürtiger Rumäne, und seine Texte waren teils auf Rumänisch. Insofern ist es eine kleine Tradition, hin und wieder mit rumänischen Texten zu arbeiten. Insbesondere, da es einige rumänische Dichter wie Eminescu oder Bacovia gibt, die großen Einfluss auf die Texte im Allgemeinen hatten. <<

Musikalisch hat sich die Band in den vergangenen Jahren recht stark entwickelt, was ich immer recht faszinierend finde. So, wie ich euch jetzt kennengelernt habe, seid ihr hinsichtlich eurer musikalischen Einflüsse recht breit aufgestellt und versteht es auch, diese Einflüsse geschickt in eure Musik zu packen. Einerseits spricht das für eure Vielseitigkeit, andererseits braucht ihr keine Grenzen zu beachten. Ist das eure Stärke beziehungsweise was schätzen die Fans deiner Meinung nach an euch?

Ash: >> Ich denke wer genau hinhört, also sich die bisherigen sechs Veröffentlichungen der Band anhört, der wird auch einen dünnen roten Faden erkennen und genau das ist es, was die Fans an unserer Musik schätzen. Gewisse Stilmittel werden immer wieder verwendet und geben dieser Vielseitigkeit doch auch eine gewisse Einzigartigkeit und prägen uns als Künstler. <<

Welche Themen verarbeitet ihr in den Lyrics und wie wichtig sind euch die Texte beziehungsweise wollt ihr den Fans bestimmte Botschaften vermitteln?

Ash: >> Die Themen sind nicht so wichtig. Viel wichtiger ist es, eine Stimmung, ein Gefühl zu vermitteln. Was bringt es, einen Song über den Tod zu schreiben, wenn der Hörer diesen nicht eiskalt in seinem Nacken spürt? Ich würde mich auch nie zwingen einen Text zu schreiben. So etwas muss fließen, man muss es spüren... nur dann kann ich auch wirklich etwas ausdrücken und ich finde, das gelingt uns doch recht gut. <<
Wie teilt ihr euch die Arbeit auf, schreibt einer die Musik, ein anderer die Texte oder bringt sich jeder mit ein?

Sathonys: >> Prinzipiell kann sich jeder einbringen und Ideen beisteuern, das Songwriting auf „In Darkness“ lag allerdings diesmal bei Thilo und mir. Einige Texte haben wir ebenfalls eingebracht, natürlich auch unser Sänger Ash. Bassist Till und Schlagzeuger Manuel haben auch ihren Teil beigetragen, wobei es einige wenige Passagen gab, bei denen Thilo und ich konkrete Vorgaben hatten, was genau gespielt werden soll. Aber generell hat jeder seinen Raum zur Entfaltung. Minutiöse Vorgaben machen meist keinen Sinn und sorgen nur für Unmut, und darüber hinaus wäre es albern, wenn ich beispielsweise Till vorschreibe, was er zu spielen hat, denn er ist schließlich der Bassist und sollte auch seine persönliche Note einfließen lassen können. <<

Natürlich habe ich auch eure Internetpräsenz durchstöbert, die mir recht gut gefällt. Wer steckt hier die Arbeit rein und sorgt dafür, dass man alle Informationen über euch nachlesen kann?

Sathonys: >> Dank sozialer Netzwerke wie Facebook leidet unsere Webseite mitunter an mangelnder Aufmerksamkeit meinerseits. Ich kümmere mich um diese Belange, aber kann mich eben nicht zerteilen. Ich überlege gerade, wie wir das besser aufteilen können, damit die Updates häufiger erfolgen. <<

Gibt es momentan keine Neuigkeiten oder warum sind die News schon etwas betagt?

Sathonys: >> Wie gesagt, das ist ein kleines Zeitproblem. Ich würde gern vermeiden, dass das nächste Album wieder erst in vier Jahren veröffentlicht wird, aber es gibt ständig irgendetwas, das getan werden müsste. Derzeit ist Facebook einfach zu wichtig und hat deshalb Priorität, aber die offizielle Webseite wird in Kürze auch aktualisiert. Daneben verhandle ich gerade mit Booking-Agenten über eine eventuelle Zusammenarbeit, kümmere mich um den Schnitt und die Bearbeitung des ersten Video-Clips für ‘I’ve Risen‘ von „In Darkness“, beantworte diverse Interviews, muss irgendwie noch ein digitales Booklet erstellen (da die Digital-Käufer nur nackte MP3’s bekommen, was ich als recht mager empfinde), bereite neue Shirt-Designs vor und so weiter. Vielleicht sollten wir etwas mehr Outsourcen... <<

…Scheint zumindest überlegenswert bei all den Themen, die du da bewegen musst. Eure Veröffentlichungen werden auf der Homepage ebenfalls präsentiert. Falls die Leser auf den Geschmack gekommen sind, kann man bei euch auch noch ältere Sachen beziehen?

Sathonys: >> Die Alben sind auf digitalem Weg natürlich über die gängigen Portale wie iTunes, Amazon et cetera durchweg erhältlich. Bei den CD’s wird es schon etwas schwerer. Derzeit ist über uns zumindest nur das aktuelle und das vorherige Album erhältlich. Aber wir bieten auch Merchandise direkt an, die entsprechenden Bezugsmöglichkeiten über Bandcamp sollten soweit verlinkt sein (http://agathodaimon.bandcamp.com/). Anfragen können auch gern direkt an uns gestellt werden. <<

2012 hattet ihr im November eine kleine Tour durch einige deutsche Städte unternommen und habt zum Schluss in Rotterdam gespielt. Wie war die Tour, was war das herausragende Erlebnis und wie haben euch die Fans in Rotterdam aufgenommen?

Ash: >> Die Tour war ein riesiges Erlebnis für uns und einfach durchweg super! Wir hatten tolle Musiker dabei, einen Spitzenservice am Start und das Wichtigste: wir hatten endgeile Fans in jeder Stadt! Herausragend war wohl der Auftritt in Rotterdam zur Mittagszeit und die extrem geilen Fans, die mit uns und allen Bands Graveworms Version von ‘Gangnam Style‘ auf der Bühne und vor der Bühne getanzt haben. Selbst der düster dreinblickende Kerl im Burzum-Shirt sprang mit... <<

Gibt es auch schon Pläne für eine Tour in diesem Jahr?

Sathonys: >> Das ist noch nicht sicher, auch wenn wir natürlich noch einige Gigs spielen wollen. Für dieses Jahr ging der Hauptanteil der freien Tage allerdings für die Studiozeit drauf, insofern wird es zumindest keine lange Tour geben. Aber wir haben bereits diverse Events für 2014 in Planung. <<

Wie sind eure Pläne für die Zukunft? Laufen die Arbeiten am nächsten Album bereits auf vollen Touren oder müsst ihr erst einmal wieder im normalen Job ran und gucken, dass wieder ein bisschen Geld zusammenkommt, um dann die nächsten Schritte zu überlegen?

Sathonys: >> Ein bisschen Geld wäre durchaus nicht schlecht, denn die Albumverkäufe in der Szene sind ja leider generell rückgängig, was man von laufenden Kosten, Studiomiete und so weiter leider nicht sagen kann. Insofern freuen wir uns über jeden Fan, der uns durch Käufe statt illegaler Downloads unterstützt. Auch für unser Label ist dies natürlich sehr wichtig.
Aber natürlich laufen die Arbeiten für das kommende Album unabhängig davon, allerdings sind wir noch im Planungsstadium, da noch einiges an Promo für das aktuelle Album ansteht, unter anderem der erwähnte Videoclip, dem ein zweiter folgen soll.
<<

Ich sage recht herzlichen Dank für dieses Interview und wünsche euch weiterhin viel Erfolg mit dem aktuellen Album. Zum Schluss eröffne ich euch die Bühne, an unsere Leser und eure Fans ein paar warme Worte zu hinterlassen.

Sathonys: >> Danke für die Unterstützung und das Interesse! Wie gesagt, wir hoffen, bald wieder verstärkt livetechnisch unterwegs zu sein. Schaut auf unserer Webseite http://www.agathodaimon.de oder http://www.facebook.com/agathodaimon vorbei, wir freuen uns auch über Feedback! <<
http://www.agathodaimon.de
Robert Buder


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