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Interview-Section :: HARASAI

HARASAI
Die Ruhrpöttler haben ein hammermäßiges Stück Schwedentod rausgehauen
Wenn man an skandinavischen Death Metal denkt, fallen einem die üblichen Verdächtigen ein, egal, ob es die Band aktuell noch gibt oder nicht. Eins ist aber auch sicher, nämlich, dass die Spielart einfach nicht aussterben wird. Der Grund ist, dass es immer wieder Bands gibt, die in versuchen, in die kleinste Lücke in diesem dicht besiedelten Genre vorzudringen und ihre Duftmarke zu setzen. Ein aktuelles Beispiel liefert die aus Altenessen stammende Band HARASAI ab, die mit „Psychotic Kingdom“ nicht nur eine richtig fette Duftmarke abgesondert haben, sondern sich mit Nachhaltigkeit im Genre breit machen wollen. Jep, das Zeug haben sie dazu und zum Glück gibt es auch Möglichkeiten, sich die Band mal Live anzuschauen. Weitere Informationen kann man diesem Interview entnehmen oder der Facebook-Seite der Band.
Hallo und einen schönen Gruß nach Altenessen! Ich hoffe, die Stimmung bei euch ist gut, insbesondere, weil euch die guten Resonanzen zu „Psychotic Kingdom“ förmlich überwältigt haben…oder?

Martin: >> Das kannst du aber laut sagen! Nie und nimmer hätten wir damit gerechnet das die Scheibe so gut ankommen würde. Vom ersten Album wussten wir zwar, dass es eine kleine eingeschworene Gemeinde gibt die diesen Sound immer noch zu würdigen weiß, aber halt nicht in diesem Ausmaß. Es wäre natürlich gelogen zu sagen man sei nicht stolz darauf nach Jahren harter Arbeit auch mal ein wenig abernten zu können. Dennoch nehmen wir die momentane Euphorie mit großer Demut entgegen. Das war und wird niemals eine Selbstverständlichkeit für uns sein. <<

Wer euch nicht kennt, fragt sich wahrscheinlich, wofür HARASAI musikalisch stehen. Man sieht euch beispielsweise als Mischung aus AT THE GATES, frühen IN FLAMES und DARK TRANQUILLITY, wobei man die Progressivität von OPETH nicht vergessen darf. Was würdest du ihm antworten und wie würdest du HARASAI beschreiben?

Martin: >> Moderner Melodic Death Metal, der die Romantik der 90er mit den technischen Errungenschaften des 21. Jahrhunderts verbindet. So oder so ähnlich zumindest kann man das denke ich zusammenfassen. Es ist ja jetzt nicht so, dass wir uns hinsetzen und sagen: Wir nehmen jetzt hier mal nen Björler und klatschen da noch einen Åkerfeldt hinterher, eventuell einen Schuss Swanö mit rein und fertig ist der schwedische Zaubertrank. Nein, unsere Musik entsteht aus reiner Laune heraus. Natürlich ist man immer von seinen Einflüssen geprägt. Aber blind zu kopieren wird niemals unser Ding sein. Das haben andere Bands in der letzten Dekade bereits zur Genüge getan, so dass es auch irgendwie sinnlos erscheint gezielt einen bestimmten Stil nachzuahmen. Auf lange Sicht gesehen wird diese Art von Bands und Musikern immer wieder zyklisch aussterben. Und das ist auch gut so. <<

Kommen wir zum Albumtitel zu sprechen. Was sagt „Psychotic Kingdom“ genau für euch aus?

Martin: >> Das „Psychotic Kingom“ ist der Ort in dem wir unsere kümmerliche Existenz eines urbanen Daseins fristen, unser Alltag. Unempfänglich für die Nöte und Sorgen anderer geworden frönen wir dem Egozentrismus, als gäbe es kein Morgen mehr. Gegeißelt von unseren Ängsten, die zu verstehen wir unfähig geworden sind, verlieren wir uns auf Irrwegen ohne Start und ohne Ziel auf der Suche nach uns selbst. Herauskommt dabei soziale Armut und das entschwinden in eine virtuelle Realität. Es geht also vor allem um die Entfremdung des Menschen von sich selbst. Die Texte handeln in Konsequenz daraus im Wesentlichen von der Sehnsucht nach einem besseren Ort und der Frage wie zu finden oder zu erschaffen dieser möglich sein kann. Dabei spielt die Fragestellung danach, wer oder was unsere Empfindungen kontrolliert und manipuliert, eine zentrale Rolle. Man könnte da jetzt noch viel mehr ins Detail gehen. Dies sollte allerdings denjenigen, die wirklich dazu bereit sind die Texte zu lesen, vorbehalten sein. <<

Wie ist das aktuelle Album entstanden? Wie weit sind die Songs vor dem Studio bereits fertig arrangiert, und wie lief der Prozess beim aktuellen Album?

Martin: >> Bevor wir etwas aufnehmen steht der Song in der Regel komplett. Natürlich funktioniert nicht immer alles, was man sich vorher im stillen Kämmerlein ausgedacht hat. Aber wenn ein gewisses Fundament bereits steht ist es dann auch leichter nochmal auf Details zu achten. Bei „Psychotic Kingdom“ war es halt so, dass die Songs vor den eigentlichen Aufnahmen bis auf einige Arrangements am Gesang bereits komplett ausgearbeitet waren. Im Verlauf des Aufnahmeprozesses wurden aber zusammen mit dem Produzenten immer mal wieder kleinere Korrekturen vorgenommen, um das Soundbild insgesamt weiter abzurunden. Das kann zwar eine nervige und aufreibende Arbeitsweise sein, da diese mit ständiger Diskussion verbunden ist, führt aber letztlich zu einem qualitativ besseren Endergebnis. Es ist dann auch nochmal ein komplett anderes Feeling, wenn du die Songs in ihrer vollendeten Fassung vorliegen hast. Du entdeckst und interpretierst das Material dann quasi rückwirkend neu. Nach über 10 Monaten Produktionsphase, Artwork nicht eingerechnet, war es dann auch wirklich sehr schön die ganze Platte am Stück hören zu können. Das ist wie die Geburt eines Kindes... <<
Haben die Texte eine Art "roten Faden" oder gar ein Konzept, oder wie setzt ihr eure Lyrics zusammen?

Martin: >> Roter Faden ja, aber nicht im Sinne eines klassischen Konzeptalbums à la „Crimson“ oder „Scenes From A Memory“. Es gibt schon verschiedene thematische Fäden, die mehr oder weniger zusammenhängend sind. Das beginnt schon auf unserem Debüt-Album „The I-Conception“ aus dem Jahre 2010. Zumeist versuche ich durch wiederkehrende Metaphern Brücken zwischen den einzelnen Songs zu bauen, so dass beispielsweise ein Gedankengang, den man schon länger mit sich herumschleppt, fortgeführt und finalisiert werden kann. Man könnte das jetzt auf eine sehr persönliche Ebene herunterbrechen, allerdings nähme das den Texten auch irgendwie ihren Reiz. Und überhaupt bin ich sowieso der Meinung, dass man den richtigen Zugang nur bekommt, wenn man die Musik gemeinsam mit den Texten hört und genießt. <<

Ist es ein harter Job, sich seinen Status erarbeiten zu müssen, gerade wenn man die Menge der neuen Bands in der Szene sieht?

Martin: >> Ein Job ist ja erst einmal etwas, mit dem man Geld verdient. Von daher ist die Band im Wesentlichen für uns ein privates Schaffensumfeld, das wir mit der Öffentlichkeit zu teilen bereit sind. In dem Sinne ist uns ein Status in irgendeiner obskuren Szene erst mal völlig egal. Uns geht es darum möglichst viele interessante Menschen kennenzulernen, zu reisen und nach Möglichkeit schlicht eine gute Zeit als Ausgleich zu haben. Über etwaigen Erfolg oder Misserfolg entscheiden dann andere Instanzen, die zu beeinflussen man nicht versuchen sollte. Es stimmt allerdings, dass sich der heutige Hörer einer regelrechten Überflutung an Releases und Konzerten ausgesetzt sieht. Viele Leute hören dann ab einem gewissen Zeitpunkt auf, die Musik WIRKLICH zu hören und rennen nur noch irgendwelchen Trends und Strömungen hinterher, um sich ein bestimmtes Image zu verpassen. Unser Bier ist das jedenfalls nicht.
<<

Was sind so die Einflüsse der einzelnen Bandmitglieder, auf welche Musik steht ihr privat?

Martin: >> Wir hören alle ziemlich unterschiedliche Musik, wenngleich uns der jugendliche Enthusiasmus für die Schaffensperiode der Göteborger von ´93 bis ´97 eint. Nico und Yannick beispielsweise mögen Dubstep und andere elektronische Musik, Arne interpretiert die Stücke klassischer Pianisten und Patrick hört gern auch mal Richtung Sludge. Ich für meinen Teil stehe in letzter Zeit vor allem auf Bands wie PINK FLOYD, THE OCEAN, THIN LIZZY und melodischen Hardcore. Es gab auch Zeiten, in denen Nico nur Black Metal und ich nur Death Metal gehört haben. Nicht alles, was man privat hört, ist aber zwangsläufig ein Einfluss für die Musik der Band. Es ist vielmehr so, dass man seinen Stil nach und nach erweitert. <<

Wie sind jetzt eure weiteren Pläne? Promotion, Tour und vielleicht auch mal eine Festivalbühne?

Martin: >> Die Promotion unseres aktuellen Silberlings wird von unserem Label Quality Steel Records nach wie vor aus sicherer Distanz mit höchster Akribie weiterverfolgt. Ansonsten stehen einige coole Festival-Aktionen auf dem Plan, unter anderem am 13.06. beim Break The Ground in Ahsnbeck mit VADER und GLORYFUL, beim Nord Open Air in unserer Heimat Essen mit EVOCATION und ALPHA TIGER am 28.07., sowie als Headliner am 19.07. beim Isenburg Open Air in Hamm. Ansonsten gesellt sich noch die ein oder andere Einzelshow dazu. Einfach auf unserer Facebook-Seite checken! Wir werden euch immer zeitnah darüber informieren, wenn etwas neues ansteht. Eine Tour ist soweit leider nicht bestätigt worden. Allerdings hoffen wir spätestens im Herbst endlich mal Europa ein wenig unsicher machen zu können. <<

Na, dass hört sich doch schon recht verheißungsvoll an. Vielleicht kannst du uns mal einen Ausblick geben: Wie wird es mit HARASAI weiter gehen??

Martin: >> Erst mal so viele Gigs abreißen wie möglich! Wir sind jetzt unfassbar heiß darauf, auf die Piste zu gehen und mit möglichst vielen Leuten da draußen, die das Album gehört und gekauft haben, eine dicke Party für den Heavy Metal zu feiern. Und es wird etwas in Richtung 7“ passieren. <<

Noch ein Stichwort: Kakao mit Jägermeister. Was kannst du dazu sagen und schmeckt es wirklich?

Martin: >> Es ist wirklich ganz bekömmlich. By the way: kennengelernt haben wir es durch unseren guten Freund Frank The Tank von KadavriK, der uns dieses köstliche Gebräu bei einem Interview fürs Münsteraner Uni Radio servieren ließ. <<

Vielen Dank für deine Zeit. Zum Schluss möchte ich dir noch die Gelegenheit geben, ein paar Worte an eure Fans zu richten.

Martin: >> Fette Grüße und einen ganz lieben Dank an alle, die sich das Album gekauft haben oder noch kaufen werden, anstatt es lieblos zu saugen. You are the Metal! <<

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolgt mit „Psychotic Kingdom“.
http://harasai.com/ // https://de-de.facebook.com/harasai
Robert Buder


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