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ERBEN DER SCHÖPFUNG
Düstere Geisterjagd
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Mit neuer Formation, einem Gros mehr an Rohheit und Härte und stets neugierig und hinterfragend wagen die Erben der Schöpfung einen Schritt in Richtung Neuanfang ihres Musikprojekts, das Olli nach einer längeren Schaffenspause aus dem Dornröschenschlaf gehoben hat. Auf „Narben der Zeit“ ist der Titel Programm, und in diesem Zusammenhang erfuhr ich von Sängerin Dina, dass es die essentiellen Aspekte wie Leben und Tod, Leben nach dem Tod bzw. der Sinn des Lebens sind, die das Hauptaugenmerk des Materials bilden. Im Verlauf eines Menschenlebens geht es dabei doch wohl den meisten von uns so, dass wir negative Erlebnisse so gut wie möglich zu verarbeiten versuchen und all die schönen Dinge in unserem Herzen bewahren möchten. Im Ganzen kommt man dabei früher oder später zu der Frage, was denn wohl dahinter stecken mag und was am Ende bleibt. Vielleicht eine Form der Unendlichkeit, und all die Erfahrungen, die wir mit der Zeit bis dahin sammeln, die uns als Mensch ausmachen und die wir mit unserem Rucksack mitschleppen - eben diese „Narben der Zeit“ - sind es auch, die uns verbinden, die einen bis zum Ende wachsen lassen. Gerade die Schlagworte „Veränderungen und Neubeginn“ stehen im Fokus der neuen Platte der Erben, die – wie ich aus erster Hand erfuhr - ursprünglich mal eine EP werden sollte. Aber so ist das nun einmal, in der Musik wie im Leben gilt es, Entscheidungen zu treffen, die uns neue Wege beschreiten und oftmals alte Brücken niederbrennen lassen. Wie die Erben der Schöpfung diesen Schritt gemeistert haben und was Euch auf „Narben der Zeit“ erwartet, lest ihr hier.
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Erst einmal Glückwunsch zu dem neuen Album „Narben Der Zeit“. Für diejenigen in der Szene, die Euch als Band durch die mittlerweile doch mehrjährige Abwesenheit im Musikgeschäft ein bisschen aus dem Blickwinkel verloren haben: Wie würdet Ihr Eure Musik einordnen, wofür stehen die „Erben der Schöpfung“?
>> Es gibt sehr unterschiedliche Ansichten zu unserem Stil, und es ist für viele schwierig uns einzuordnen. Das führt oft dazu dass wir irgendwo eingeordnet werden wo wir nun wirklich nicht hingehören. Wir selbst sind keine Freunde der Schubladisierung, aber grob gesagt würden wir uns als Dark-Electro-Metal einstufen, wobei diese Einstufung schon wieder auf Schwergewicht Metal liegt, was wir nicht unbedingt sind... wie gesagt, es ist sehr schwer uns zu Kategorisieren, was uns aber auch recht viel Spass bereitet. :) Unsere Songs handeln grob gesagt von Leben uns Tod, was unserer Meinung nach ein fortwährender Kreis bildet. Außerdem fasziniert uns die Frage, was nach dem Tod kommt. Sterben gehört unserer Meinung nach zum Leben und tot sind wir (das Lebewesen) eigentlich doch nie, auch wenn wir gestorben sind. <<
Was darf man von der aktuellen Scheibe erwarten? Welche Erwartungen an Euch selbst und an Eure Musik hattet ihr nach Eurer Schaffenspause? Seid Ihr mit dem Ergebnis zufrieden, oder gibt es hier und da etwas, das Ihr im Nachhineinen an den Songs ändern würdet?
>> Die aktuelle Scheibe ist recht roh und schroff ausgefallen was für uns durchaus Sinn macht, denn sie steht ja eigentlich für einen Neuanfang des Projektes. Außerdem wurden darin Eindrücke aus fast zehn Jahren verarbeitet, deshalb ist sie wahrscheinlich ziemlich vielseitig, grob und an einigen Stellen recht aggressiv ausgefallen. Erwartungen hatten wir eigentlich nicht viele als wir angefangen haben. Wir hatten auch keinen detaillierten Plan. Die Richtung stand in etwa fest und wir haben einfach die Bausteine zusammengesetzt. Grenzt man sich zu arg mit Erwartungen und Planung ein hat man wenig Spielraum um kreativ zu sein. Das "Endprodukt" ist immer genau so wie es sein soll, auch wenn wir im Nachhinein ein paar Dinge anders machen würden. Das trägt ja auch dazu bei, dass man ein Nachfolgewerk machen kann auf dem man dann alles anders machen kann. <<
Inwiefern habt Ihr Euch musikalisch weiterentwickelt?
>> Obwohl wir in dieser Formation zum ersten mal zusammengearbeitet haben, kann man innerhalb dieser Platte schon eine musikalische Weiterentwicklung wahrnehmen. Meiner Meinung nach haben wir auf Narben der Zeit drei verschiedene Abstufungen, deswegen hört sich die Platte für manche sehr abwechslungsreich an. Das Projekt "Erben der Schöpfung" selbst, ganzheitlich gesehen, hat sich innerhalb einiger Grenzen sprunghaft weiterentwickelt. Für den Hörer mag es an der Aggressivität oder der Finsternis liegen, für uns liegt es aber darin einfach einen Schritt weiter zu sein. Einen Schritt weiter in Richtung Erben der Schöpfung vielleicht. <<
Wie sieht es in Sachen Bandaufstellung aus? Ihr habt ja Dina als neue Sängerin gewinnen können, was hat sich an dem Set sonst noch verändert?
>> Eigentlich hat sich um Bandgründer Olli alles geändert. Olli hat seit Twilight die ganze Besetzung erneuert und dadurch hat sich auch die Ausführung und Interpretation von Ollis Kompositionen verändert. Wir zählen seit Narben der Zeit sieben Mitglieder, drei davon Gitarristen. <<
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Wie kann man sich den Schaffensprozess und die „Rollenverteilung“ von der Komposition bis zum fertigen Endprodukt vorstellen?
>> Als erstes komponiert Olli eine Songstruktur. Manchmal sind das Fetzten, ein Anfang und manchmal ein ganzer Song an einem Stück. Beim ersteren muss er noch ein paar mal ran, beim letzteren bekommen die Gitarristen (Rino, Tobi und Flo) und der Bassist (Jens) die Songs um Demos auszutüfteln. Zeitgleich erhält Dina den Song um Gesangsmelodie und Text zu schreiben. Da greift aber schon ziemlich alles ineinander. Manchmal haben wir Gesang und Text zuerst, manchmal sind es die Gitarren. Wenn genügend Demos vorhanden sind suchen wir die Songs für das Album aus, gehen ins Studio und stellen das Ding auf die Beine. Olli produziert und mixt, dann gehts auswärts ins Master. So in der Art, nur vier mal chaotischer, lief der Schaffensprozess für NdZ ab. Bei den aktuellen Songs sieht es schon wieder etwas anders aus, aber im Groben ist das System das Selbe. <<
Wieviel Arbeit steckt im Artwork Eurer neuen Scheibe und wer zeichnet dafür verantwortlich? Was macht Eurer Meinung nach ein gelungenes Albumcover aus?
>> Alles in allem steckt viel Arbeit im Artwork des Ablums. Unsere Bandfotos macht Jens Howorka von Blendfabrik, das Design hat Robyn von Swank (Wickedswank) gemacht und das Coverfoto war ein zufälliger Schnappschuss von Dina der einfach nahtlos passte. Es steckt aber noch viel mehr drin und Stefan Alt von AntZen hat mit viel Liebe zum Detail mitgeholfen und das Finish gemacht. Er zeichnet sich auch mitverantwortlich für das Design der Box. Stefan und Dina haben lange daran herumgetüftelt. Ein gelungenes Albumcover trägt natürlich dazu bei das Auge sofort anzusprechen. Man möchte ja dass es dazu beiträgt dass diese eine Scheibe in diesem großen Angebot an CDs gesehen wird. Das Artwork und das Cover sollten aber unserer Meinung nach auch zum Gesamtkonzept passen, denn es ist ein weiteres Detail das man nutzen kann um etwas zum Ausdruck zu bringen. <<
Wie war die gemeinsame Arbeit im Studio? Musstet Ihr Euch erst wieder geistig darauf einstellen die Songs einzusingen bzw. zu – spielen oder war das so als würde man „nach Hause“ kommen und einfach da weiter machen, wo man vor ein paar Jahren aufgehört hat? Welche Besonderheiten kannst du uns über die Aufnahmen erzählen?
>> Da wir in dieser Formation zum ersten mal im Studio waren und auch für Olli viel Zeit vergangen war seit dem letzten Erben-Album, mussten wir uns alle ganz neu orientieren und uns zum Teil sogar zuerst kennenlernen. Es gab dabei Höhen und zum Glück keine allzu tiefe Tiefen, wobei automatisch nachhaltig an der Zusammenarbeit und dem bandinternen "Familien-Leben" gefeilt wurde. Die Aufnahmen selber waren sehr chaotisch. Zuerst war eine EP mit einer Handvoll Songs geplant, die wir während den Aufnahmen über Bord geworfen haben. Als feststand, dass wir gleich ein ganzes Album machen, mussten wir beinahe alles umstoßen und neu zusammensetzten, außer den paar Songs die wir damals schon fast fertig im Kasten hatten. Deshalb zogen sich die Aufnahmen über zwei Jahre hin und deshalb hat sich auch diese Weiterentwicklung innerhalb dieses Albums ergeben. Außerdem kam Tobi gegen Schluss der Aufnahmen noch zu der Band hinzu. <<
Kommen wir auf den Titel des Albums zu sprechen: „Narben Der Zeit“. Wie seid Ihr darauf gekommen und was hat es damit auf sich?
>> Zu Beginn wollten wir die EP/das Album "Niemand kennt den Tod" nennen, da dies der Titel war bei dem Erben gerade standen als die alte Formation nach Twilight auseinander brach. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dann aber der Wunsch nach etwas Neuem und somit mussten wir uns auf die Suche nach einem neuen Titel machen. Dina sagte auf einmal "Narben der Zeit!" Das passte einfach und man könnte sagen dass jeder seine eigenen Narben der Zeit hat, da die Zeit einfach unweigerlich Spuren hinterlässt. Deswegen erschien es uns passend, da es etwas war womit sich alle identifizieren konnten. Außerdem passte der Titel einfach zu den Texten, den Songs und überhaupt zum ganzen Konzept von Erben. <<
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Eure Songs sind ja wahlweise auf Englisch und auf Deutsch. Was hat es damit auf sich? Was fällt Euch in diesem Zusammenhang zum Thema Sprachbarrieren ein?
>> Wir wählen die Sprache je nach Gefühl. Manchmal passt Deutsch einfach besser zu einem Song und manchmal braucht man einen Deutschen Text um etwas besser rüber bringen zu können. Mit Englisch ist es genau das Selbe. Wir haben sogar schon über einen Text auf Italienisch nachgedacht, es geht also nicht um Muttersprache oder Weltsprache. Es geht auch nicht darum dass die ganze Welt den Text verstehen soll, es geht einfach darum was besser passt. Ein Text muss nicht immer verstanden werden um den Song zu verstehen, er ist lediglich ein weiteres Hilfs- und Stilmittel. <<
Erzähle uns ein wenig zum Videodreh von „Jane Churm“. Warum habt Ihr gerade diesen Song ausgewählt?
>> Das hat sich mit der Zeit so ergeben. Genau kann ich Dir das gar nicht mehr sagen, aber es stand schon ziemlich früh fest dass wir mit diesem Song noch mehr vorhatten als ihn einfach nur auf das Album zu packen. Er hat uns allen einfach gut gefallen und sein Thema ließ sich einfach gut in einen Videoclip legen. Im Text geht es um ein Mädchen das aus versehen sein Elternhaus angezündet hat. In diesem Brand kam sie mit ihrer Familie ums Leben und seither "geistert" sie immer noch in diesem Haus umher. In unserem Videoclip haben wir das aber so umgesetzt, dass das Mädchen über Berührungen andere Menschen in seine "Welt" holen kann, die zwar um einiges farbiger ist als das normale Leben, aber nicht minder einsam. Wir haben uns da einfach Gedanken über die Einsamkeit des kleinen Geistes gemacht um die es auch im Text geht. <<
Woher nehmt Ihr Eure Inspirationen? Inwieweit fließen sie in Eure Musik mit ein?
>> Wir holen unsere Inspiration von überall her. Es kann sein dass man auf der Strasse eine Szene beobachtet, oder dass man jemandem zuhört der etwas Interessantes zu erzählen hat. Oder wir lassen eigene Erlebnisse mit einfließen. Was uns dabei hilft ist die Natur. Wir halten uns oft und gerne in der Natur auf, machen Spaziergänge oder setzten uns irgendwo hin. Das lädt einem auf und verschafft einem Luft zum atmen und denken. Neue Ideen fließen soweit in die Musik ein wie sie ins Projekt passen. Es passt noch lange nicht alles zu Erben, deshalb können wir auch nicht jedes x-beliebige Thema mit einfließen lassen. Wir sind also noch mehr als düstere Geisterjäger die über den Tod sinnieren. ;) <<
Wie sehen Eure Pläne fürs kommende Jahr aus? Steht vielleicht eine Tour oder das ein oder andere Festival an?
>> Es wäre schön wenn wir das ein oder andere Konzert spielen könnten, doch seit Weihnachten sieht es so aus als würden wir viel der verfügbaren Zeit brauchen um das neue Album fertig zu stellen. Wir rechnen im Moment damit dass das Ende 2010, Anfang 2011 fertig sein wird. Es ist aber nicht auszuschließen dass wir davor noch irgendwo spielen. <<
Noch ein paar abschließende Worte für Eure Fans?
>> Wir können nicht genug danken für die Treue und die Unterstützung die wir erfahren dürfen! Einfach danke! Ihr macht das alles möglich. <<
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http://www.erben.li
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Christina Gorray
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