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Interview-Section :: Index: 'F' :: FALKENSTEIN

FALKENSTEIN
Am Ende des Betonweges
Aus dem Allgäu dringen innerhalb weniger Monate bereits zum zweiten Male neofolkige, naturverbundene Klänge an das Ohr des geneigten Hörers. Ihren Ursprung haben diese in den Veröffentlichungen Falkensteins, einem (Neo)Folkprojekt unter der Ägide von Tobias Franke, das nach „Heiliger Wald“ nun mit „Urdarbrunnen“ bereits zum zweiten Mal positiv und vor allem nachhaltig auf sich aufmerksam machen kann. Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens ist die Liebe zur Natur und das spirituelle Vermächtnis, das der Natur innewohnt und im Laufe der Jahrhunderte im Bewusstsein des Menschen leider immer mehr in Vergessenheit geraten ist. Dieses Bewusstsein zu erwecken und dem Menschen zurück ins Bewusstsein zu rufen, das ist mit beiden Alben rundum gelungen und so mutet es wirklich schade an, dass Falkenstein auf absehbare Zeit ein Studioprojekt bleiben werden, denn wenn nicht die Lieder Falkensteins prädestiniert dafür sind, in der Weite der Natur genossen zu werden, was denn dann? Tobias war so freundlich uns nachfolgende Fragen zu beantworten.
Wann hast du begonnen Songs zu schreiben und generell Musik zu machen und wer waren und sind deine musikalischen Vorbilder? Hast du vorher bereits bei anderen Bands oder Projekten mitgewirkt und etwas veröffentlicht?

>> Ich habe bereits als sechzehnähriger begonnen Songs zu schreiben. Damals nahm ich meine Demos mit einem 4-Spur Rekorder auf. Das Gitarrespielen habe ich mir als fünfzehnähriger, also vor dreizehn Jahren, selber beigebracht. Damals hatte man natürlich andere Vorbilder. Man verändert sich und entwickelt sich weiter und so verändern sich auch die Vorbilder! Heute gibt es für mich keine speziellen Vorbilder mehr. Früher spielte ich auch mal in der ein oder anderen Band, das war aber nie wirklich dauerhaft oder ernsthaft. Außer haufenweise Demos hatte ich vor Falkenstein nichts richtig veröffentlicht. <<

Betrachtest d Falkenstein als Teil der Neofolkszene, oder fühlst d dch mit diesem Begriff zu eingeengt und aufgrund der ganzen Probleme, die um diese Szene immer wieder von außen herangetragen wird, deplatziert?

>> Das möglichst genaue Zuordnen einer Band zu einer bestimmten Stilrichtung ist eigentlich nicht so mein Gebiet. Ich bin schließlich Musiker und kein Fachsimpler (lacht). Trotzdem will ich nicht um den heißen Brei reden. Musikalisch kann man Falkenstein natürlich als (sehr folkigen) Neofolk bezeichnen. Ob ich persönlich Falkenstein als Teil der Neofolk-Szene betrachte oder nicht, spielt keine Rolle, denn die Stilrichtung wird letzten Endes sowieso immer von den Fans, den Kritikern und den Medien definiert. Von Problemen die an die „Neofolk-Szene“ immer wieder herangetragen werden habe ich bisher nichts gewusst! Vielleicht hat sich das noch nicht bis ins Allgäu durchgesprochen (grinst).<<

Du hast mit „Urdabrunnen“ bereits das zweite Album innerhalb eines relativ kurzen Zeitrahmens veröffentlicht. Sind das alles Stücke, die nach dem Debüt „Heiliger Wald“ entstanden, oder sind auch ältere Songs darunter?

>> Die Stücke auf „Urdarbrunnen“ entstanden alle nach meinem Debüt „Heiliger Wald“, außer der neuen Weltenbaum-Version. Dieser Song ist ja auch schon auf „Heiliger Wald“ zu hören. Diese zweite Weltenbaum Version auf „Urdarbrunnen“ war eigentlich die Idee vom Max von Steinklang-Records. Dieser Song gefiel ihm so gut, dass er mich gebeten hat ihn in einer neuen Version auf „Urdarbrunnen“ nochmals zu veröffentlichen. <<

Wie warst du mit den Reaktionen auf „Heiliger Wald“ zufrieden? Hast du aufgrund der positiven Reaktionen – soweit ich das mitbekommen habe - einen gewissen Druck verspürt, als es um die Veröffentlichung von „Urdabrunnen“ ging?

>> Mit den Reaktionen auf „Heiliger Wald“ war ich sehr zufrieden! Zumal das Album zeitlich eher kurz geraten ist. Aber wer das Album kennt wird bemerkt haben, dass es keine Lückenfüller gibt, sondern durchwegs Songs; Folksongs! Einen Druck habe ich um die Veröffentlichung von „Urdarbrunnen“ nicht verspürt, denn ich habe da einfach wieder mein Ding durchgezogen! <<
Du hast auf „Urdabrunnen“, neben einer Reihe eigener Texte, u.a. Teile des Erlkönigs vertont, auf ein Gedicht von Uhland zurückgegriffen oder auch Annette von Droste-Hülshoff zitiert. Nach welchen Kriterien wählst du diese Fremdtexte aus?

>> In der Gedichtauswahl für „Urdarbrunnen“ sehe ich keinen Widerspruch! Natürlich wähle ich die Gedichte nicht nach bestmöglicher musikalischer Bespielbarkeit, sondern Gedichte die mir gefallen und ins Thema passen. Hauptsächlich Natur, Mystik und Mythologie! Der „Blumentod“ von Anette von Droste Hülshoff ist ein sehr schönes Gedicht und eine gute Ergänzung finde ich! Gerade weil es ein wenig aus dem Rahmen fällt regt es zum nachdenken an! <<

Die Texte Falkensteins basieren durchweg auf der Liebe und der Verbundenheit zur Natur und unseren naturreligiösen Vorfahren. Woher stammt dieses wirklich tiefgreifende Interesse an diesen Themen?

>> Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch. Meine Lebenskraft und meine Inspiration hole ich mir aus der Natur! Klar, das da auch Mythen und Sagen eine große Rolle spielen! Die Natur, Bäume, Pflanzen, Berge, Steine, Flüsse und auch die Tiere empfinde ich als etwas beseeltes als etwas heiliges! Zu viele Wälder werden aus rein kapitalistischen Interessen sinnlos abgeholzt! Frevel ist es Tiere in Massenzuchten zu mästen um sie dann am Fliesband abzuschlachten um die Gier und den Überdruss dieser maßlos überbevölkerten Welt zu stillen! Aus diesem Grund habe ich mich vor acht Jahren für den Vegetarismus entschieden! <<

Könntest du dir vorstellen mit Falkenstein auch Themen politischer Natur zu thematisieren?

>> Nein! Falkenstein ist Natur, Mystik und Mythologie! <<

Du lebst im Allgäu, wo die Nähe zur Natur noch viel stärker empfunden wird. Denkst du, dass Grosstädter dieses intensive Naturempfinden und diese Nähe einfach „nur“ verlernt haben?

>> Ich glaube die Stadtbewohner im Allgäu sind ähnlich wie die Stadtbewohner in Frankfurt oder Berlin! Da man „scheinbar“ nicht mehr auf die Natur angewiesen ist, lebt man oft zu sehr in einer künstlichen Welt und vergisst dabei, dass es da auch noch etwas anderes gibt! Das ist Gift für die Seele! Egal wo man wohnt, einen Weg in die Natur kann man überall finden! Jeder noch so lange Betonweg geht irgendwann mal zu Ende. (lacht) <<

Lebst du selbst nach naturreligiösen Grundsätzen? Denkst du, dass man diese Grundsätze in einer technisierten Welt überhaupt adäquat leben und praktizieren kann und viele dies vielleicht auch nur aus einer „Modeerscheinung“ heraus praktizieren?

>> Ich bin ein naturreligiöser Mensch! Die genaue „Auslebung“ der Religion ist etwas privates und ich bin mir sicher, dass auch jeder naturreligiöse Mensch seinen Glauben nach seinen eigenen Grundsätzen auslebt! Das ist doch bei allen Religionen so! Natürlich kann man „Naturreligion“ in einer technisierten Welt praktizieren! Gerade weil der Mensch die Natur beherrschen möchte und Fortschritt mit Natur bisher nicht vereinen konnte, ist ein neuer Aufschwung der Naturreligion dringend notwendig! Religionen welche z.B. Bäume und Tiere nicht verehren, haben einfach keine Gewissensbisse z.B. Wälder zu roden… da fehlt einfach das Verständnis! Auch der Katholische Glaube war am Anfang bei vielen eine Mode-Erscheinung. (lacht) Für alle Christlichen Fans, falls es die gibt, möchte ich noch dazusagen, dass sich Christlicher Glaube und Naturreligion nicht unbedingt gegensätzlich ausschließen! <<

Betrachtest du Falkenstein als reines Studioprojekt oder gab/gibt es bereits Pläne für Konzerte?

>> Momentan ist Falkenstein ein reines Studioprojekt. Konzertpläne gab es bisher nicht! Aber mal sehen, was die Zukunft bringt! <<
http://www.falkenstein-musik.de
Michael Kuhlen


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