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Interview-Section :: ULTIMATUM

ULTIMATUM
Thrash oder nicht Thrash. Das ist hier die Frage
Nicht nur das geniale neue Ultimatum-Album „Into The Pit“ war Anlass genug um Sänger Scott Waters und Gitarrist Robert Gutierrez mal auf den Zahn zu fühlen. Endlich sollten auch einmal die ewigen Vergleiche mit Exodus ins richtige Licht gerückt werden. Also Fragen über Fragen. Thrash oder nicht Thrash? Paul Baloff oder Steve Souza? Aber lest selbst….
Hallo Scott, Hallo Robert,
hier ist Holger vom Obliveon Online Magazin aus Deutschland.

SCOTT: Hallo Holger. Danke für das Interview.
Könnt Ihr als erstes kurz mal was über die Bandhistory von Ultimatum erzählen.

ROBERT: Ultimatum ist eine Heavy Metalband, gegründet wurde die Band 1992 von mir, Gitarrist Steve Trujillo, Bassist Greg Dingess und John Carroll an den Drums.

SCOTT: Ich bin kurze Zeit später, im Januar 1993 eingestiegen. Bis dahin hatte die Band zwei oder drei Shows hier bei uns der Umgebung gespielt. Robert hat bevor ich damals dazu kam sogar noch gesungen.
Ich habe gehört das Ihr während der Aufnahmen zu “Into The Pit” ein paar personelle Änderungen innerhalb der Band hattet. Erzählt doch mal was über Eure derzeitigen Bandmitglieder.

SCOTT: Unser Line-Up hat sich im Laufe der Jahre oft geändert, letztendlich bleiben immer nur Robert und ich übrig. Momentan sind noch Rob Whitlock (bass), der ist immerhin schon seit 2002 mit Ultimatum unterwegs und Drummer Alan Tuma der in der Mitte zu den Aufnahmen von "Into The Pit" dazu kam, mit dabei. Alan hat in den Achtzigern bei Moshketeers und Combat Faith gespielt.

Okay, dann lasst uns mal über Eure neue CD “Into The Pit” reden. Warum hat der Release so lange gedauert? "Mechanics Of Perilous Times" ist immerhin vor fast Acht Jahren erschienen. Was habt Ihr denn in der Zwischenzeit gemacht?

SCOTT: "Mechanics Of Perilous Times” ist Ende 2000 in den USA und 2001 in Europa erschienen. Nach dem Release wollten wir jede Menge Shows spielen und auch schon neues Material schreiben. Wie auch immer, wir hatten auf einmal keinen Kontakt mehr zu Rowe Productions und in Deutschland sind Gutter Records wohl Pleite gegangen. Ohne ein Label im Rücken haben sich die Aufnahmen neuer Sachen erst einmal verzögert. Wir haben dann 2003 unser Demo "Heart Of Metal", das wir später noch auf eine Compilation-CD gepackt haben, aufgenommen. 2005 haben wir dann noch ein Demo mit vier Songs aufgenommen. Das haben wir dann an diverse Labels geschickt und erst einmal abgewartet ob unsere Musik ankommt und vielleicht Interesse an der Band besteht. Wir bekamen darauf hin zwar ein paar Angebote, aber nichts von dem wir dachten das es uns weiter nach vorne bringen könnte. Die Fans in unserem Forum waren allerdings sehr an den Demos interessiert, sie wollten die Songs einfach hören. Der ursprüngliche Plan war die Demos auf eine EP zu packen die "Into The Pit" heißen sollte. Da wir aber jede Menge neues Material hatten dachten wir es wäre besser sich das Artwork und den Titel für ein Full-Legth Album aufzubewahren und die Demos nur für die Fans zu veröffentlichen. Roxx Productions aus Kalifornien haben uns angeboten bei der EP zu helfen und letztendlich kam eine streng limitierte Ausgabe dabei heraus. Das war 2006 und die EP ist inzwischen ausverkauft.
Parallel zu dem Release der EP haben wir nochmals Demos an die Plattenfirmen verschickt. Es gab allerdings keinerlei Interesse seitens irgendeines Labels mehr davon zu verkaufen als wir es schon selber taten. Metal Blade z.B. sagten uns das sie keine Thrash-Metal Bands unter Vertrag nehmen. Irgendwie lustig, jetzt haben sie Bands wie Hatchet oder Fueled By Fire unter Vertrag. In der Zwischenzeit hatten wir die Demo-Songs nochmals neu aufgenommen, ebenso mehrere andere Songs für das Full-Length Album. Zu dem Zeitpunkt verhandelten wir mit Matt von Retroactive Records und es macht echt Spaß mit ihnen zusammen zu arbeiten. Sie haben dann auch "Symphonic Extremities" und Mechanics Of Perilous Times" remastered und re-released.
Während der Aufnahmen hatte Sean Griego eine Menge persönliche Probleme zu bewältigen. Das hat ihm so zugesetzt das er die Drums zeitlich nicht so einspielen konnte wie er es gerne wollte. Die Drumaufnahmen waren dann eigentlich die größte Verzögerung. Wir sprachen mit Sean und sagten ihm das wir einen Ersatzdrummer nehmen müssen um die Deadline für die Aufnahmen nicht nochmals überziehen zu müssen. Darauf hin hat er die Band verlassen und Alan hat die Aufnahmen dann beendet.
Ich bin sehr Stolz auf “Into The Pit” und kann nicht damit aufhören mir es immer wieder anzuhören. Robert hat Sachen auf dem Album gespielt die einfach genial sind. Seine Rhytmusarbeit ist sehr tight und die Solis sehr geschmacksvoll gespielt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Ultimatum-Fan davon enttäuscht sein könnte. Wie auch immer, ich hoffe das uns diese rund um gelungene Produktion ein paar neue Fans bringt. Die CD hat 11 Songs, wir haben zwar zwei oder drei Songs mehr geschrieben, die haben es aber nicht auf das Album geschafft.

ROBERT: Da hat sich eine ganze Menge summiert. Wie auch immer, ich möchte nur hinzufügen das ich auch sehr Stolz auf diese CD bin. Ich denke das “Into The Pit” unsere bisher beste Produktion ist, die mit dem besten Songwriting, mit dem besten musikalischen Können, mit dem größten Aufwand, die beste überhaupt. Jeder Song ist großartig, es sind einfach keine Lückenfüller darauf enthalten.

Wie lange haben die Aufnahmen des Albums gedauert?

SCOTT: Ehrlich, die haben weit über ein Jahr gedauert, eben wegen dieser Verzögerungen die ich bereits erwähnt habe. Zudem war es noch schwer Studiozeiten mit Ysidro Garcia zu bekommen. Er ist einer der besten Metal-Produzenten bei uns im ganzen Umkreis und wir wollten diese Scheibe unbedingt mit ihm aufnehmen. Wenn Du die Demoaufnahmen aus 2005 mit einbeziehst hat es so um die drei Jahre gedauert bis “Into The Pit” veröffentlicht wurde.

ROBERT: Tja, so sieht die Realität aus.

Wer hat die Songs geschrieben? Ich denke ihr beide zusammen, oder? Wer ist für die Texte zuständig?

SCOTT: Robert und Rob hatten jede Menge Riffs am Start. Wir arbeiteten dann bei Proben die Songs gemeinsam aus, wobei jeder dabei seine Ideen mit einbringt. Die meisten Texte habe ich geschrieben, wobei Robert auch ein Händchen dafür hat und ebenfalls welche für die neuen Songs beigesteuert hat. Er hat den Hauptteil von "Game Over" vom aktuellen Album oder z.B. den Titletrack von unserem 1998er Album "Puppet Of Destruction" verfasst.

Ich würde Eure Musik mit den Worten “Classic 80th Thrash Metal” bezeichnen. Stimmt ihr mir da zu? Wie würdet Ihr Eure Musik denn selbst beschreiben?

ROBERT: Nein, ich denke nicht das man unsere Musik als klassischen 80th Thrash bezeichnen kann. Klar haben wir Thrash-Elemente in unseren Songs, allerdings nicht diesen direkt nach vorne losgehenden Thrash. Es sind ebenfalls Elemente von Power- und Progressive-Metal enthalten.

SCOTT: Wir werden war generell als Thrash-Metal Band angesehen aber offen gesagt sehe ich uns eher als reine Metal-Band. Wir haben schon eine Menge Thrash-Einflüsse, aber es sind auch jede Menge klassische Metal-Einflüsse zu hören. Die Leute vergleichen uns oft mit Exodus, Vengeance Rising und Overkill. Ich will diesen Vergleichen auch gar nicht widersprechen, aber ich denke dass man auch Einflüsse von Bands wie Metal Church, Iron Maiden, Accept, Iced Earth, etc. raushören kann.
Und, was denkt Ihr war der größte Einfluss? Ich würde sagen Exodus!!!

SCOTT: Das hat man uns schon oft gefragt, aber nein, sie sind nicht unser größter Einfluss. Offen gesagt, Robert hat über die ganzen Jahre hinweg die meisten Songs geschrieben und er ist nicht unbedingt ein großer Fan von Exodus. Meistens hört er sich so Zeug wie Dio, Iron Maiden, Dream Theater, Sacred Warrior, etc. an, und das lieber als die meisten Thrash-Metal Sachen.

ROBERT: Ich mag auch Megadeth und Metallica genauso. Ich denke der Vergleich kommt doch hauptsächlich wegen Scotts Stimme.

SCOTT: Ich selbst bin schon ein großer Exodus Fan, aber der war ich auch schon bevor ich bei Ultimatum eingestiegen bin. Wir sind alle große Metalfans, haben riesige Sammlungen und hören uns alles an, angefangen bei den großartigen Bands der 70er, bis hin zu aktuellen Death-Metal Bands. Ich kann diesen Vergleich zu Exodus oder auch zu Overkill nicht so richtig nachvollziehen. Aber wenn Du uns schon mit irgendjemand vergleichst, ist der Vergleich zu solch großartigen Bands echt cool.

Und das nicht nur weil sich Scotts Stimme sehr ähnlich wie die von Paul Baloff anhört. Habt ihr das auch schon mal gehört?

ROBERT: Nein, ich hab nur gehört das die Leute ihn mit Steve Souza vergleichen.

SCOTT: Ha! Ha! Ja, hab ich. Ich werde viel mit Steve Souza, aber genauso oft mit Paul Baloff verglichen. Ich habe meiner Frau vor ein paar Jahren mal die Liveversion von "Piranha" vom Exodus-Album "Another Lesson In Violence" vorgespielt. Und sie hätte schwören können das ich es bin der da singt. (lacht). Vor kurzem wurde ich sogar mal mit Roger Martinez von Vengeance Rising verglichen.

ROBERT: Ich hab das alles noch nie gehört. Ich denke die Vergleiche beruhen aus der Zeit als Scott noch bei Once Dead gesungen hat, und das mehr als alle anderen.

SCOTT: Auf unseren ersten Demos und auf „ Symphonic Extremities“ wurde ich sogar mit Dave Mustaine und Bon Scott verglichen. So oder so, ich versuche nicht wie jemand anderes zu klingen, sondern nur wie ich selbst.

Warum habt Ihr die Coverversion von Iron Maiden’s “Wrathchild” aufgenommen? Warum keinen weiteren Song einer alten Bay-Area Thrash Band?

ROBERT: Na, weil wir Iron Maiden mögen. (lacht)

SCOTT: Genau! Wir haben schon in der Vergangenheit was von Vengeance Rising und Testament gecovert. Wir spielen „Wrathchild“ schon seit Jahren immer bei unseren Shows. Wir wollten einen Song aufnehmen der vielleicht Leute zu unseren Shows lockt die nicht so mit unserem eigenen Material vertraut sind. „Wrathchild“ war da natürlich mit die beste Wahl, zumal Rob, Robert und ich selbst alle sehr große Iron Maiden Fans sind. Die Entscheidung den Song aufzunehmen fiel aber erst bei den Aufnahmen zu „Into The Pit". Und ich mag was dabei herausgekommen ist. Wir haben die Originalversion als Vorlage genommen, aber versucht es wie ein Ultimatumstück klingen zu lassen. Ich denke dass uns das mehr als gelungen ist.
Was habt Ihr mit der Band als nächstes geplant? Eine Tour? Vielleicht sogar einen Besuch hier in Europa?

ROBERT: Wir haben zur Zeit keine Pläne um in Europa zu spielen, aber wir würden schon gerne rüber kommen. Wir sind zur Zeit halt noch keine Full Time Touring Band. Der Wunsch ist schon da aber die Finanzen sind das große Problem.

SCOTT: Wir würden liebend gerne Europa besuchen. Ich habe mal vor ein paar Jahren mit Once Dead auf dem Elements of Rock in der Schweiz gespielt und es hat mich umgehauen. Während ich dort war habe ich Tonnen von Ultimatum-CD’s signiert. Also weiß ich das Interesse an uns besteht. Die europäischen Fans sind echt fantastisch! Ich stand auf der Bühne und die Fans haben jedes einzelne Wort mitgesungen. Das war eines der besten Erlebnisse in meinem ganzen Leben. Ich würde es sehr gerne sehen das Ultimatum eines Tages auch nach Europa kommen.

Habt Ihr noch irgendwelche letzten Worte an unsere Leser oder Eure Fans?

Danke erst einmal für das Interview und die Unterstützung. Wir freuen uns über den Kontakt zu Euch und hoffen dass ein paar Leute unsere Musik für sich entdecken. Checkt uns unter http://www.myspace.com/ultimatummetal an. Schreibt uns und lasst uns wissen was Ihr über die Musik von Ultimatum denkt oder besucht uns in unserem Forum unter http://www.heartofmetal.net
http://www.ultimatum.net
HF


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