Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

ALLE REVIEWS :: Index: 'M' :: MINDFLOW

MINDFLOW

MIND OVER BODY (79:55 min.)

UNLOCK YOUR MIND / BRASILIEN-IMPORT
Ich hätte vor knapp über zwei Jahren nicht damit gerechnet, dass gerade MindFlow die Band sein würde, die ich im zuneige gehenden Jahr 2006 als die ultimativen Nachfolger von Dream Theater bezeichnen würde. Einerseits hatte ich keinen Gedanken daran verschwendet, dass ein Band in der Schnittmenge von Pink Floyd, Rush, Yes und Dream Theater ein Album raushauen, dass Dream Theater nicht nur zu Ehren gereicht hätte sondern als der logische Nachfolger von „Train Of Thought“ quasi erwartet wurde. Bereits im letzten Jahr kam mir mit „Enigmatic : Calling“ ein Album zwischen die Finger, dass auf Anhieb begeisterte und das ich in diesem Genre als eines der besten Progalben seit der Zeitrechnung von „Train Of Thought“ bezeichne. Während also spätestens zu diesem Zeitpunkt Pagan’s Mind für mich am Proggipfel angekommen waren und ich andererseits auch keinen Gedanken daran verschwendete, dass MindFlow einen ähnlichen Status erreichen und die Lücke schließen könnten, die Dream Theater eines Tages hinterlassen werden, bin ich heute wohl genau an diesem Punkt angekommen. Nun darf jetzt aber nicht geschlussfolgert werden, dass MindFlow einfach nur auf den Spuren von DT wandeln. Weder trifft das auf ihr 04er Album „Just the two of us… me and Them“ zu noch würde man der Klasse der Band auch nur im Ansatz gerecht werden.
Nach dieser kurzen Einleitung wende ich mich nun endlich „Mind over Body“ zu, also dem Album, was in Spanien bereits als das beste Album dieser Stilrichtung in diesem Jahr bezeichnet wurde, was man in den USA als eines der besten Progalbum aller Zeiten geadelt hat und was man kurz gesagt als „must have album“ bezeichnen kann. Und wie es sich gehört muss man ein solches Ergebnis (und da liegt bereits der erste Unterschied zu „Train Of Thought“) auch ordentlich verpacken. Das chinesische Symbol auf dem Pappcover ist mit Glanzfolie überzogen, die umliegenden Drachen im Prägedruck gehalten und das Innerste hält nach entsprechender Aufklappung ein ordentliches Booklet mit allen Informationen bereit, die sich der Fan wünscht. Vor dem hörbaren Genuss steht also erst mal der visuelle und die (Vor-) Freude auf das was der Silberling zu bieten hat lässt die Atmung flacher werden und das Herz rasen. Tauchen wir also ein in die musikalische Umsetzung der Selbsterkenntnis, tief und tiefer.
Dass man sich der Vergleiche mit DT nicht entziehen kann wird bereits beim über zwölfminütigen Opener ’Crossing Enemy’s Line’ deutlich, denn hier agieren MindFlow ähnlich variabel, voluminös und mit Tempiwechsel, so dass sich eine dichte Atmosphäre ergibt, die die Spannung bis zur letzten Sekunde aufrecht hält. Diese Dynamik setzt sich mit ’Upload - Spirit’ fort und manifestiert den Eindruck hinsichtlich ihrer Vielseitigkeit, die im Vergleich zum Debüt eher noch zugenommen hat. Sie spielen mit Stimmungen, reißen uns mit ihren Gitarrenbretter mit und fangen und mit zarten Piano- und Violinenklängen wieder ein. Womit wir auch beim zweiten Gesicht der Band, sprich der sanften Seite wären. So hart sie einerseits losrocken und sich proggy in ihre Arrangements hineinsteigern, so weich landen sie auch wieder in Harmonie, balladesk schwelgend, gefühlvoll nuanciert und entspannend. Nach ’Thousend Miles From You’ und ’Just Water, You Navigate’ ist auch Schluss mit der Innehaltung, es wird wieder etwas mehr Dramatik versprüht und die mit ’Chair Designer’ aufgebaute, knisternde Stimmung überträgt sich auf das ruhige ’A Gift To You’, wo man fast zitternd die Eruption erwartet, die sich aber bis zum anschließenden ’Hellbitat’ gedulden muss und den Hörer spätestens jetzt ins Gefühlschaos stürzt. Damit dieser Zustand nicht nur von kurzer Dauer ist, wird episch ausschweifend (was sind schon fast sechszehn Minuten) mit ’Follow Your Instinct’ nachgelegt. In Anschluss an ’Hide And Seek’ stellt man nach einem Blick auf die Uhr irritiert fest, dass man achtzig Minuten lang eingetaucht war, freiwillig gefangen und vielleicht wieder aufgewacht mit der Erkenntnis, dass sich während dieser Tauchphase, während der sich das salzige Wasser um alle Körperteile schlängelte, die eine oder andere Selbsterkenntnis eingestellt hat und das eigene Bewusstsein nun ein anderes, detailreicheres ist als zuvor.

Das Sahneteilchen könnt ihr bei http://www.justforkicks.de bestellen, wobei ich euch auch gleich das Debüt (s. o.) noch mal ans Herz legen möchte.
10/10 - RB


[ Zurück zum Index: 'M' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler