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ALLE REVIEWS :: Index: 'I' :: IRON MAIDEN

IRON MAIDEN

A MATTER OF LIFE AND DEATH (72:06 min.)

EMI / EMI
Das Gros der Metalfans hat sich schon eine eigene Meinung zum neuen, auf epische Songstrukturen setzenden Make-it-or-break-it Opus (das dritte nach der Dickinson-Reunion) aus dem Hause Harris & Co. gebildet; weniger kontrovers wird das vorliegende Werk dadurch keinesfalls. Im Gegenteil: die Reaktionen schwanken zwischen schierer Begeisterung und Entsetzen. Der erste Höreindruck vermag die Skepsis, ob denn Kevin Shirley nun der richtige Mann am richtigen Ort ist, wenn es darum geht, ein Maiden-Album zu produzieren, mitnichten aufzulösen. Die Gitarren klingen geradezu grotesk lasch, die Drums hingegen zu dominant. Meister Harris sollte sich einmal Exodus’ „Shovel Headed Kill Machine“ oder seines Sängers Solostreich „Chemical Wedding“ anhören, dann wüsste er, was eine transparente und druckvolle Produktion ist. Allerdings passt diese produktionstechnische Zahmheit auch zu der unerfreulich unmetallischen Ausrichtung des Materials. Wo sind die großen Schädelspalter-Riffs von „Aces High“ oder „To Tame A Land“, die mich unwiederbringlich zum Metal konvertieren ließen und die auch heute noch die Nackenmuskulatur unwillkürlich zu Schwerstarbeit animieren? Selbst „Brave New World“ ist im direkten Vergleich eine Thrash-Granate. Die wenigen prägnanten Licks werden zudem ohne Spirit und metallische Aggression heruntergezockt (Tiefpunkt: das zahnlose Altherrengegniedel im Intro zu „Out Of The Shadows“). Da stellt ein netter und routinierter, jedoch handzahmer Smith-Kommerzrocker wie „Different World“ schon einen willkommenen Ausschlag auf der Härtegrad-Skala dar... Zu den Songs gibt es wenig Erfreulicheres zu berichten: „The Pilgrim“ ist eine Frechheit, das eigentlich ganz coole „These Colours Don’t Run“ hieß auf „Brave New World“ noch „Ghost Of The Navigator“ und ist somit überflüssig. Zudem wird es mir auf immer schleierhaft bleiben, warum Steve Harris heuer 70% seiner Songs mit den immer gleichen, stinklangweiligen balladesken Basslinien eröffnen muss (auf „A Matter Of Life And Death“ handelt es sich tatsächlich um nicht weniger als sieben [!] Songs). Weniger Ego ist oft mehr... Große Hooks, früher im Minutentakt aus dem Ärmel geschüttelt, sucht man hingegen vergeblich. Wohlige Adrenalinschübe vermitteln eigentlich nur das schön verschachtelte „Brighter Than A Thousand Suns,“ das endlich einmal fett rifft und in dessen Verlauf sich auch der für seine Verhältnisse durchschnittlich singende Dickinson („The Legacy“ passt zudem überhaupt nicht zu seiner Stimmlage) einmal selbst von der Leine lässt, sowie die einfach nur arschcoolen Breaks in „The Reincarnation Of Benjamin Breeg“. Der Refrain von „Out Of The Shadows“ geht in Ordnung, ebenso jener von „The Longest Day“. Aber sonst... Rezensenten, die für „A Matter...“ 8,5 oder mehr Punkte heraushauen, sollten sich im direkten Vergleich doch mal die letzte Pharaoh reinziehen – da passiert in jedem Song mehr als auf diesem vorhersehbaren (diese Selbstkopie soll „progressiv“ sein – eine Beleidigung für alle ernstzunehmenden Prog-Bands!) Manifest des Schreckens. Dieses Album ist definitiv a matter of death... und zwar der einst größten Metalband, die endgültig im, zudem hardrockigen, Mittelmaß versunken ist. Hier fehlen der Biss und auch die Inspiration, um noch einmal Relevantes auf die Beine zu stellen. Metallica hatten wenigstens den Mut, mal so richtig in einen kreativen Hundehaufen zu latschen; Maiden sind heutzutage die Fliege, die darum herum kreist und sich ab und zu draufsetzt. Gerade so sieben Punkte, da immerhin besser als der ganz schlechte Witz „Dance Of Death“. Aber für eine Legende eine Katastrophe – so they did break it. Adios, muchachos...
7/10 - PM


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