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BABYLON MYSTERY ORCHESTRA

THE GREAT APOSTASY: A CONSPIRACY OF SATANIC CHRISTIANITY (58:14 min.)

EIGENPRODUKTION / US-IMPORT
Allein was die Intensität sowie die Aufmachung dieses dritten Konzeptalbums angeht, hat sich Sidney Allen Johnson, der als alleiniger Musiker hinter dem Babylon Mystery Orchestra steckt, absolut übertroffen. Wobei der Titel bereits das Konzept des Albums verrät. „Die große Abtrünnigkeit: Eine Verschwörung des satanischen Christentums“. Sidney beschäftigt sich mit der Frage, ob das, was die (christliche) Kirche in den fast 2000 Jahren ihrer Herrschaft über die westliche Welt aufgebaut hat, ob das, wofür sie steht, möglicherweise von Anfang an vom Teufel beeinflusst und manipuliert wurde. Und wirft die Frage auf, ob die größte aller möglichen Ängste nicht eventuell die ist, irgendwann festzustellen, dass das woran man aus tiefstem Herzen glaubt möglicherweise nur eine Lüge ist. Eine sehr interessante Frage, ein sehr interessantes Konzept (mit einer philosophischen Tiefe, die die textlichen Ergüsse jeder auf reine Provokation bedachten Extreme Metal Band die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte), das Sidney in unglaublicher Detailverliebtheit erarbeitet hat. Das zehnseitige, farbige Booklet enthält nicht nur sämtliche Songtexte, sondern auch einige Bibelzitate und zahllose religiöse, philosophische und moralische Zitate von Personen wie Voltaire, Nietzsche, George Washington, Benjamin Franklin, Martin Luther King, Lenin, Thomas Moore, Jefferson, Aristoteles, Mark Twain u.a. Sidney versucht mit diesem Werk aufzuzeigen, wie unsere tiefsten Gefühle manipuliert und ausgenutzt werden können.
Musikalisch bewegt sich das Ein-Mann-Orchester in den 11 Songs auf gothic rockenden Pfaden, wobei hier Gothic nicht mit säuselnden Trümmerschwalben wie Liv Christine verwechselt werden sollte. Vielmehr geht es um die Vermengung von (hard) rockigen Klängen mit düsteren Sounds a la Sisters Of Mercy, Nick Cave oder den Lords Of The New Church. Sidneys Stimme ist dabei recht tief, der Gesang oft eine Art Sprechgesang und wirkt dadurch manchmal durchaus etwas monoton, die Stücke selbst sind zumeist im Midtempo angesiedelt. Der Mastermind verschafft aber immer wieder Auflockerung durch bleischwere Beats oder schöne Akkustik-Passagen. Überhaupt ist gerade die Gitarrenarbeit auf „The Great Apostasy“ extrem wichtig, während der Drum-Computer je nach meiner (!) Tagesform kaum auffällt oder einfach nur tierisch nervt. Insgesamt kann ich dieses Drittwerk aber nur als absolut ambitioniert, ausfeilt, durchdacht und tiefsinnig bezeichnen. Der Benotung im Achter-Bereich wird (aus rein musikalischen Blickwinkeln) nicht jeder zustimmen können, aber ich halte sie durchaus für angebracht. http://www.babylonmysteryorchestra.com
8/10 - SBr


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