Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

ALLE REVIEWS :: Index: 'M' :: MIRRORTHRONE

MIRRORTHRONE

CARRIERS OF DUST (46:44 min.)

RED STREAM /
Mit Ein-Mann-“Bands” ist das immer so eine Sache. Hat der Hörer es mit einem Genie und Multiinstrumentalisten zu tun oder doch eher mit einem technisch begabten Musiker bzw. Programmierer, der, ausgestattet mit vorzüglichem Equipment, alle feinen Klänge mit dem PC und teurer Software erstellt hat? Im Falle des Schweizers Vladimir, der laut Booklet für „all vocals, lead & rythm guitars, bass, drums & synthesizer programming verantwortlich zeichnet, lässt sich zumindest eines feststellen: Selbst wenn einzelne Klänge dem Computer statt seinen manuellen Fertigkeiten als Musiker zuzuordnen sind, so erreichen die Kompositionen und Arrangements eine Tiefe, die 90% der metallischen Outputs, zumal im Black Metal-Subgenre, vollständig abgeht. Lediglich vier Tracks stehen auf „Carriers Of Dust, dem Zweitwerk des Schweizers, von denen lediglich einer unter fünf Minuten bleibt. Zwei weitere weisen eine Laufzeit von rund 10 Minuten auf und das abschließende „Ils Brandiront Leurs Idoles“ liegt sogar bei über 22 Minuten, ohne das auch nur eine einzige Minute Lageweile aufkommt. Symphonischen Black Metal hat sich Alleinunterhalter Vladimir auf die Fahnen geschrieben, der sich hinter Bands und Projekten wie Dimmu Borgir, Arcturus, Old Man’s Child oder Diabolical Masquerade keineswegs zu verstecken braucht. „Carriers Of Dust“ enthält intelligenten Black Metal, der auf klassischen – oder genauer gesagt – auf barocken und romantischen Füssen ruht und eigentlich alles an Einflüssen verwertet, was der Musik mehr Struktur, Abwechslung, Tiefe und Vielschichtigkeit zu verleihen vermag. Wenn Vladimir z.B. Synthesizer benutzt, so klingen diese mitnichten – wie bei anderen Komponisten - während der ganzen Laufzeit gleich. Mal vernehmt ihr eine Kirchenorgel, mal ein Piano und mal ein Spinett. Die Musik ist genauso aggressiv wie auch romantisch, genauso brutal wie verträumt, eben so barock wie gothic-lastig, der Gesang pendelt zwischen Growls, Black Metal-Screaming als auch cleanen Chören. Lediglich die Schwärze und Düsternis scheint sich durch das komplette Album zu ziehen, egal ob gerade ein trauriger Klavier-Part erklingt oder Blastbeats die Atmosphäre zunageln. Dieses Album lässt sich nicht mit ein, zwei oder auch zehn Adjektiven beschreiben, dafür ist die Bandbreite an Emotionen und Sichtweisen viel zu groß. Auch das lediglich der Opener „A Scream To Express The Hate Of A Race“ auf Englisch gesungen wird und die restlichen drei Tracks im – ungewohnten – Französisch, verleiht der Scheibe zusätzliche Reize. Ich weiß nicht, wie Vladimir – a-ka Mirrorthrone – es geschafft hat dieses Stück avantgardistischen klassisch-schwarzen Metalls in seinem Haus aufzunehmen, es spricht manches dafür, dass einige Ideen tatsächlich gesampelt oder sonst wie künstlich erschaffen wurden, aber das Ergebnis klingt – zumindest für mich as Nicht-Musiker – absolut überzeugend. Und das in jedem verdammten Moment – von den Hyper Blast-Passagen bis hin zu den langsamen, atmosphärischen Parts.
http://www.mirrorthrone.com
10/10 - SBr


[ Zurück zum Index: 'M' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler